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Stichwörter zum Buchstaben M

Madagaskar

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Madagaskar finden Sie hier

Mainstreaming

Mainstreaming (englisch, frei übersetzt: "zum Hauptstrom machen") be­deu­tet, dass eine be­stimmte in­halt­liche Vor­gabe – also zum Bei­spiel die Inte­gra­tion von Menschen mit Behinderungen – zu einem zen­tralen Be­stand­teil bei allen Ent­schei­dungen und Pro­zessen ge­macht wird und dass da­bei die unter­schied­lichen Lebens­situa­tionen und In­te­res­sen aller Be­tei­ligten um­fas­send be­rück­sich­tigt werden.

In der Entwicklungspolitik wird unter anderem in den Bereichen Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter ("Gender Mainstreaming"), Inte­gra­tion von Men­schen mit Be­hin­de­rungen und Be­kämp­fung von HIV/AIDS ein Main­streaming-Ansatz verfolgt.

Um in einem Land beispielsweise die Ursachen und Kon­se­quen­zen der AIDS-Pan­de­mie zu ver­rin­gern und zu über­win­den, ist eine na­tio­nale Stra­te­gie not­wen­dig, die alle an der Ent­wick­lung eines Lan­des be­tei­ligten Ak­teu­re, Aktions­ebenen und Sek­toren ein­be­zieht. Für die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit be­deu­tet dies, in einem ge­mein­samen Pro­zess kon­krete Schritte für die unter­schied­lichen Sek­toren zu ver­ein­baren und um­zu­set­zen. Außer­dem sind Akti­vi­täten er­for­der­lich, die zum Er­halt der Ar­beits­kraft bei­tra­gen. Es han­delt sich dabei um Arbeits­platz­pro­gramme zur In­for­ma­tion der Be­trof­fenen und das An­ge­bot von Dienst­leis­tungen zur Prä­ven­tion, HIV-Testung, Pflege und Be­hand­lung.

Der Mainstreaming-Ansatz soll durch­gehend in den Schwer­punkt­strategie- und Kon­zept­papieren der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit ver­an­kert werden.

Mainstreaming-Ansatz

Mainstreaming der HIV/AIDS-Bekämpfung in der Entwicklungs­zusammen­arbeit wird als breit angelegter Prozess definiert. Er soll Entwicklungsakteure in die Lage versetzen, Ursachen und Folgen von AIDS in ihrer Arbeit in effektiver und nachhaltiger Weise zu überwinden, indem sie ihre Aktivitäten im Hinblick auf die Bekämpfung von HIV/AIDS anpassen und verbessern.

Entwicklungsfaktoren wie Armut, Geschlechter-Ungleichheit, schwacher Zugang zu öffentlichen Diensten, Migration und gesellschaftliche Instabilität sind gleichzeitig Ursachen und Folgen von HIV-Infektionen. Um in einem Land die Ursachen und Konsequenzen der AIDS-Pandemie zu verringern und zu überwinden, ist eine nationale Strategie notwendig, die alle an der Entwicklung eines Landes beteiligten Akteure, Aktionsebenen und Sektoren einbezieht. Für die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit bedeutet dies, in einem gemeinsamen Prozess konkrete Schritte für die unterschiedlichen Sektoren zu vereinbaren und umzusetzen. Außerdem sind Aktivitäten erforderlich, die zum Erhalt der Arbeitskraft beitragen. Es handelt sich dabei um Arbeitsplatzprogramme zur Information der Betroffenen und das Angebot von Dienstleistungen zur Prävention, HIV-Testung, Pflege und Behandlung. Der Mainstreaming-Ansatz soll durchgehend in den Schwerpunkt­strate­gie- und Konzeptpapieren der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit verankert werden.

Malawi

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Malawi finden Sie hier

Mali

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Mali finden Sie hier

Marokko

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Marokko finden Sie hier

Mauretanien

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Mauretanien finden Sie hier

Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung
Menschen mit Behinderungen

Die Konvention über die Rechte von Menschen mit Be­hin­de­rungen wurde 2006 von den Ver­ein­ten Na­tio­nen ver­ab­schie­det und trat 2008 in Kraft. Sie re­du­ziert Men­schen mit Be­hin­de­rungen nicht auf ihre me­di­zi­nischen Be­dürf­nisse, sondern orientiert sich an einem so­zialen Mo­dell von Behinderung. Demnach bilden ein­stellungs- und umwelt­bedingte Barrieren die Haupt­hemm­nisse für die gleich­be­rech­tigte Teil­habe von Menschen mit Behinderungen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet mit Artikel 32 alle Vertragsstaaten, ihre Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit inklusiv zu gestalten, so dass auch Menschen mit Behinderungen Zugang zu Ent­wicklungs­programmen haben und durch sie in ihren Rech­ten gefördert werden. Um das Armutsrisiko von Menschen mit Be­hin­derungen zu mindern, werden in der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit inklusive Ansätze unter anderem in den Berei­chen Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung und Beschäftigung gefördert.

Ausführliche Informationen zum entwicklungspolitischen Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen finden Sie hier

Menschenrechte

Jeder Mensch hat Anspruch auf bestimmte Rechte und Freiheiten. Diese Menschenrechte sind in zahlreichen völkerrechtlichen Ver­ein­barungen fest­ge­schrieben. Zu den bürger­lichen und poli­tisch­en Menschen­rechten zählen zum Beispiel die Meinungs­freiheit, die Gleich­be­rech­tigung der Geschlechter sowie der Schutz vor Folter oder Sklaverei. Zu den wirt­schaft­lichen, sozialen und kul­tu­rellen Rechten (WSK-Rechte) gehören das Recht auf Bildung, Gesundheit, ausreichende Ernährung und auf soziale Sicherheit. Die Bundesregierung versteht Ent­wick­lungs­politik als praktische Menschenrechtspolitik.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze zur Verwirklichung der Menschenrechte finden Sie hier

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Mexiko

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Mexiko finden Sie hier

Mikrofinanzierung

Viele Menschen in Entwicklungsländern haben keinen Zu­gang zu be­darfs­ge­rechten Finanz­dienst­leistungen. Sie er­hal­ten keine Bank­kre­dite, weil sie ent­weder nicht über die not­wen­digen Sicher­heiten ver­fügen oder nicht im Ein­zugs­bereich einer Bank leben. Viele Kunden sind zudem für Ban­ken nicht in­te­res­sant, weil sie nur kleine Sum­men brauchen. Mikro­fi­nan­zie­rung kann diese Ver­sor­gungs­lücke schließen. Ent­sprechende Finanz­systeme wer­den oft von In­te­res­sens­gruppen auf­ge­baut, zum Bei­spiel von Frauen­ini­tia­tiven, die ge­mein­sam er­wirt­schaftetes Geld an andere Frauen verleihen.

Mikrofinanzdienstleistungen müssen langfristig professionell und ver­ant­wor­tungs­voll um­ge­setzt wer­den, um ne­ga­tive Wir­kungen wie Mehr­fach­kredit­auf­nahmen und Über­schul­dung zu ver­mei­den. Damit sich Mikro­kredit­nehmer nicht über­schul­den, achtet das BMZ auf die Ein­hal­tung strenger Kri­te­rien. Alle von Deutsch­land ge­för­derten Mikro­finanz­insti­tutionen ver­pflichten sich, Prin­zi­pien ver­ant­wor­tungs­voller Kre­dit­vergabe umzusetzen.

Neben der Vergabe von Krediten umfasst Mikro­fi­nan­zie­rung eine breite Pa­lette von weiteren Finanz­dienst­leistungen. Dazu ge­hö­ren zum Bei­spiel auch Spar­konten und Ver­sicherungen. Mikro­ver­sicherungs­systeme er­mög­lichen Menschen mit nied­rigem oder un­regel­mäßigem Ein­kom­men, mit ge­ringen Bei­trägen Ver­sich­e­run­gen ab­zu­schließen, die auf ihre spezi­fischen Be­dürf­nisse zu­ge­schnit­ten sind. Wichtig ist dabei, dass die Ziel­gruppen mit Ver­sicherungs­prin­zi­pien ver­traut ge­macht und Ver­siche­rungs­produkte mög­lichst ein­fach und ver­ständ­lich ge­hal­ten wer­den. Zudem müs­sen solche Systeme fi­nan­ziell trag­fähig sein.

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Millenniumsentwicklungsziele

Im September 2000 kamen hoch­rangige Ver­tre­ter von 189 Län­dern, die meisten von ihnen Staats- und Re­gie­rungs­chefs, zu dem bis da­hin größten Gip­fel­treffen der Ver­einten Na­tionen in New York zu­sam­men (Millenniumskonferenz).

Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Mil­len­niums­erklärung. Aus ihr wur­den später acht inter­natio­nale Ent­wick­lungs­ziele ab­ge­lei­tet, die Mil­len­niums­ent­wick­lungs­ziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs):

  1. den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren

  2. allen Kindern eine Grundschul­ausbildung ermöglichen

  3. die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken

  4. die Kindersterblichkeit verringern

  5. die Gesundheit der Mütter verbessern

  6. HIV/Aids, Mala­ria und andere über­trag­bare Krank­heiten bekämpfen

  7. den Schutz der Umwelt verbessern

  8. eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen

Diese Ziele sollten bis zum Jahr 2015 erreicht werden.

Ausführliche Informationen über die Millenniums­ent­wick­lungs­ziele finden Sie hier.

Millenniumserklärung

Die Millenniumserklärung wurde auf der Mil­len­niums­kon­fe­renz der Ver­einten Natio­nen im Sep­tember 2000 ver­ab­schie­det. Sie de­fi­niert vier pro­gram­ma­tische, sich wechsel­sei­tig be­ein­flus­sende und be­din­gende Hand­lungs­fel­der für die inter­na­tio­nale Politik:

Aus der Erklärung wurden später acht internationale Ent­wick­lungs­ziele ab­ge­leitet, die Mil­len­niums­ent­wick­lungs­ziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs).

Ausführliche Informationen über die Millenniumserklärung finden Sie hier

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Millenniumskonferenz

Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, in New York zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen zu­sam­men, um über die zen­tralen Her­aus­for­de­rungen zu Be­ginn des neuen Jahr­tau­sends zu dis­ku­tieren. Als Er­geb­nis des Tref­fens ver­ab­schie­deten sie die so­ge­nannte Millenniums­erklärung.

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Misereor

Misereor ist ein Hilfswerk der katholischen Kirche. Es wurde 1958 als Werk "gegen Hunger und Krankheit in der Welt" gegründet. Misereor soll weltweit dazu beitragen, Krankheit, Armut und andere Formen menschlichen Leidens zu lindern. Durch Hilfe zur Selbsthilfe soll eine dauerhafte Verbesserung der Lebens­ver­hält­nisse ermöglicht werden.

Ausführliche Informationen über Misereor finden Sie hier

Mongolei

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit der Mongolei finden Sie hier

Monterrey-Konsensus

Auf der UN-Konferenz über Entwicklungs­finan­zierung im mexi­ka­nischen Mon­ter­rey hat die inter­na­tio­nale Ge­mein­schaft 2002 dis­ku­tiert, wie man die bei der Millenniumskonferenz ver­ab­re­deten Ziele finan­zieren kann. In Mon­ter­rey haben sich Ent­wick­lungs- und In­dus­trie­länder zum ersten Mal mit allen denk­baren Finan­zie­rungs­quellen der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit be­schäf­tigt. Sie sind dabei unter anderem zu fol­genden Er­geb­nissen gekommen:

  1. In den Entwicklungsländern sollen mehr Haushaltsmittel mobi­li­siert werden.

  2. Ausländische Direktinvestitionen sollen die Wirt­schaft in den Ent­wick­lungs­ländern stärken.

  3. Der internationale Handel soll als ein Motor für Ent­wick­lung ge­för­dert wer­den. Die In­dus­trie­länder sol­len ihre Märkte dazu für Pro­dukte aus den Ent­wick­lungs­ländern öffnen.

  4. Die internationale Gemeinschaft soll ihre Mittel für die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit erhöhen.

  5. Hochverschuldeten Entwicklungsländern soll im Rahmen der HIPC-Initiative ein Teil der Schul­den er­las­sen und eine ent­wick­lungs­ver­träg­liche Schul­den­finan­zierung an­ge­boten werden.

  6. Die Interessen von Entwicklungsländern sollen bei der Re­form der inter­natio­nalen Handels- und Finanz­archi­tektur be­rück­sich­tigt werden.

  7. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit soll noch besser auf­ein­ander ab­ge­stimmt werden.

Ausführliche Informationen über über den Monterrey-Konsensus finden Sie hier

Mosambik

Ausführliche Informationen über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit Mosambik finden Sie hier

Multilaterale Entschuldungsinitiative (MDRI)

Im Juni 2005 beschlossen die Finanzminister der G8-Staaten im schottischen Glen­eagles die so­ge­nannte Multi­la­te­rale Ent­schul­dungs­ini­tia­tive (Multi­la­te­ral Debt Re­lief Ini­tia­tive, MDRI). Sie knüpft an den Mecha­nismus der HIPC-Initiative an. Län­der, die den Voll­en­dungs­zeit­punkt im Rah­men der HIPC-Initiative er­reicht haben, er­hal­ten einen voll­stän­digen Er­lass ihrer Schul­den beim Inter­natio­nalen Wäh­rungs­fonds (IWF), bei der Weltbank­tochter IDA (Inter­natio­nal De­vel­op­ment Asso­cia­tion) und dem Afri­ka­nischen Entwicklungsfonds (AfDF).

Ausführliche Informationen über die Multi­late­rale Ent­schul­dungs­initia­tive finden Sie hier

Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA)

Die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (Multilateral Investment Guarantee Agency, MIGA) ist Teil der Welt­bank­grup­pe. Sie sichert privatwirtschaftliche Direktinvestitionen in Ent­wick­lungs­ländern durch Garantien gegen politische Risiken ab, wie Transferbeschränkungen, Vertragsbruch, Krieg, Unruhen oder Enteignung. Die MIGA bietet außerdem technische Hilfe und Investitionsberatung an.

Ausführliche Informationen über die MIGA finden Sie hier

Multilateraler Fonds des Montrealer Protokolls

Der Multilaterale Fonds des Montrealer Protokolls wurde 1990 eingerichtet, um das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozon­schicht der Erde und zur Vermeidung ozon­schäd­licher Substanzen umzusetzen. Der Fonds trägt die zusätzlichen Kosten, die Ent­wick­lungs­ländern durch die Einhaltung des Montrealer Protokolls entstehen.

Ausführliche Informationen über den Multilateralen Fonds finden Sie hier

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Multilaterale Zusammenarbeit

In der Politik verwendet man den Begriff "multi­lateral" (lateinisch: viel­sei­tig), wenn mehrere Staaten gleich­be­rech­tigt zu­sam­men­arbeiten, um ge­mein­same Ziele zu er­rei­chen. Über­staat­liche Orga­ni­sa­tionen wie die Ver­ein­ten Na­tio­nen oder die Welt­bank­gruppe sind wich­tige Ak­teure der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit. Sie stüt­zen sich auf eine breite Mit­glied­schaft, sind poli­tisch neu­tral und ver­fügen über Kapi­tal und Know-how. Multi­la­te­rale Insti­tu­tionen ver­wirk­lichen in den Part­ner­län­dern groß an­ge­legte Pro­gramme und ko­ordi­nieren häu­fig die Leis­tungen ver­schie­dener Geber. Durch die Mit­glied­schaft in zahl­reichen inter­na­tio­nalen Orga­ni­sa­tionen hat Deutsch­land die Mög­lich­keit, seine Posi­tionen und Er­fah­rungen in die Welt­gemein­schaft einzubringen.

Ausführliche Informationen zur multilateralen Zusammenarbeit des BMZ finden Sie hier

Lexikon der Entwicklungspolitik

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