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Senegal Reformorientiert und politisch stabil

Senegal hat eine lange demo­kratische Tradition und ist politisch gefestigt. Das Land im äußersten Westen Afrikas wird seit seiner Un­ab­hängig­keit 1960 un­unter­brochen zivil regiert und hat eine rechts­staatliche Ver­fassung. Die Regierung handelt sach- und re­form­orientiert. Ihr friedens­poli­tisches und pan­afrika­nisches En­ga­ge­ment macht Senegal zu einem wichtigen Sta­bi­li­täts­faktor in der Region und auf dem afrikanischen Kontinent insgesamt.

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Fischmarkt in Saint Louis, Senegal

Die Covid-19-Pandemie hat die senegalesische Wirtschaft stark getroffen. Die Regierung versucht, ihr durch ein Konjunkturprogramm neue Impulse zu geben. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) nimmt die Republik Senegal Rang 168 von 189 Ländern ein. Energieknappheit, Nahrungsmittelkrisen, ein starkes Bevölkerungswachstum und eine hohe Arbeitslosigkeit hemmen die Entwicklung des Landes.

Senegal wird durch den Staat Gambia, dessen relativ kleine Landesfläche es fast vollständig umschließt, in einen Nord- und einen kleineren Südteil getrennt. In der südlichen Region, der Casamance, hat die politische und wirtschaftliche Isolation zu einer Un­ab­hängig­keits­be­we­gung geführt. Drei Jahrzehnte lang kam es immer wieder zu ge­walt­tätigen Aus­ein­ander­setzungen. In den ver­gangenen Jahren hat sich die Lage entspannt, seit 2012 herrscht ein Waffen­stillstand, der weitgehend eingehalten wird.

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Senegal

Deutschland und Senegal verbindet eine langjährige ent­wick­lungs­po­li­ti­sche Zu­sammen­arbeit. Seit November 2019 gehört das Land zu den Reformpartnern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit. Die Re­form­partnerschaften bilden den deutschen Beitrag zur G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative "Compact with Africa". Sie zielen darauf ab, das Umfeld für private Investitionen zu verbessern und damit mehr Beschäftigung zu schaffen. 

Die nachhaltige Wirtschafts­ent­wicklung bildet daher einen Schwer­punkt der deutsch-senegalesischen Zu­sammen­arbeit. Dazu kommt das Thema "Governance", um Rahmen­bedingungen für eine trans­parentere und leistungs­fähigere Verwaltung zu schaffen. Ein weiteres Kernthema ist der Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Für die Zusammenarbeit mit Senegal bewilligte das Bundes­ent­wick­lungs­ministerium (BMZ) 2020 Mittel in Höhe von 178 Millionen Euro. 

Corona-Nothilfeprogramm

Zur Abmilderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise wird das senegalesische Corona-Not­hilfe­programm (PRES) von deutscher Seite als Teil der Zusagen für 2020 mit einer Budget­finanzierung in Höhe von 100 Millionen Euro unterstützt. Der Schwer­punkt der deutschen Unter­stützung liegt dabei auf den Maß­nahmen für die fragilsten und am stärksten betroffenen Wirt­schafts­sektoren, ins­besondere für Kleinst-, kleine und mittlere Unter­nehmen. Zudem setzt sich die deutsche Seite besonders für eine effiziente und trans­parente Umsetzung des Not­hilfe­programms ein.

Migration

Seit 2017 ist Senegal Zielland des BMZ-Programms "Migration und Entwicklung". Eine Beratung erfolgt in den Bereichen Diasporakooperation, Migration und Existenzgründung. Außerdem ist Senegal Partnerland des BMZ-Rück­kehrer­programms Perspektive Heimat. Anfang 2018 nahm ein Migrationsberatungszentrum in Dakar seine Arbeit auf. In Verbindung mit örtlichen Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt es zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten bei der Berufsbildung und Arbeitsplatzsuche.

Weiterbildungszentrum Al Azhar Excellence Centre in Mbao, Senegal

Kernthema Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Arbeitsplätze schaffen und Privatinvestitionen fördern Interner Link

Übergeordnete Ziele der Reformpartnerschaft zwischen Deutschland und Senegal sind die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung des Privatsektors und eine bessere Qualifikation der Arbeitskräfte. Außerdem sollen informell wirtschaftende Kleinunternehmen beim Übergang in den formellen Sektor durch eine leistungsfähigere Verwaltung unterstützt werden.

Straßenbeleuchtung durch ein solargetriebenes Mini-Stromnetz in einem Dorf in Senegal

Kernthema Erneuerbare Energien und Energieeffizienz Klimafreundliche und zu­ver­lässige Strom­versorgung Interner Link

Energiemangel gehört zu den großen Ent­wick­lungs­hemmnissen in Senegal. Um eine stabile Wirt­schafts­ent­wick­lung ins­be­sondere in den ländlichen Gebieten zu unter­stützen, trägt Deutsch­land dazu bei, den Zugang zu einer sicheren, zu­ver­lässigen und klima­freund­lichen Energie­ver­sorgung zu verbessern.

Aktuelle Situation

Fischmarkt in Saint Louis, Senegal
Eine junge Frau im Senegal mit einem Mobiltelefon
Der Hafen von Dakar, Senegal