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Senegal Reformorientiert und politisch stabil


Senegal hat eine lange demokratische Tradition und ist politisch gefestigt. Das Land im äußersten Westen Afrikas wird seit seiner Unabhängigkeit 1960 ununterbrochen zivil regiert und hat eine rechtsstaatliche Verfassung. Die Regierung handelt sach- und reformorientiert. Ihr friedenspolitisches und panafrikanisches Engagement macht Senegal zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor in der Region und auf dem afrikanischen Kontinent insgesamt.

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen (HDI) nimmt die Republik Senegal Rang 166 von 189 Ländern ein. Energieknappheit, Nahrungsmittelkrisen, ein starkes Bevölkerungswachstum und eine hohe Arbeitslosigkeit hemmen die Entwicklung des Landes.

Senegal wird durch den Staat Gambia, dessen relativ kleine Landesfläche es fast vollständig umschließt, in einen Nord- und einen kleineren Südteil getrennt. In der südlichen Region, der Casamance, hat die politische und wirtschaftliche Isolation zu einer Unabhängigkeitsbewegung geführt. Drei Jahrzehnte lang kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage entspannt, seit 2012 herrscht ein Waffenstillstand, der weitgehend eingehalten wird.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland und Senegal verbindet eine langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Im November 2019 wurde eine Reformpartnerschaft zwischen den beiden Ländern vereinbart. Die Reformpartnerschaften bilden den deutschen Beitrag zur G20-Initiative „Compact with Africa“. Sie zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern und damit mehr Beschäftigung zu schaffen. Die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung bildet daher künftig einen Schwerpunkt der deutsch-senegalesischen Zusammenarbeit. Zweiter Schwerpunkt ist der Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz. 


Aktuelle Situation

Fischmarkt in Saint Louis, Senegal

Umfangreiches Entwicklungsprogramm Interner Link

Senegal ist eine Präsidialdemokratie, Verfassung und Rechtsordnung orientieren sich stark am französischen Modell. Im Mai 2019 wurde die ohnehin schon starke Position des Staatspräsidenten mit noch mehr Macht versehen: Das Amt des Premierministers wurde per Verfassungsänderung abgeschafft.

Eine junge Frau im Senegal mit einem Mobiltelefon

Schlechte Versorgungslage führt zu Landflucht Interner Link

Die senegalesische Regierung steht vor großen innen- und sozialpolitischen Herausforderungen: Nach Schätzungen leben etwa 40 Prozent der Bevölkerung in Armut, besonders betroffen sind die Menschen im vorwiegend trockenen Osten und Norden des Landes.

Der Hafen von Dakar, Senegal

Geprägt von Kleinunternehmertum Interner Link

Die wichtigsten Sektoren der senegalesischen Wirtschaft sind die Landwirtschaft, die Bauwirtschaft, die Fischerei und der Dienstleistungssektor. Die senegalesische Hauptstadt Dakar dient als Drehkreuz für den Handel in der Region Westafrika. Mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung werden von Kleinst- und Kleinunternehmen im informellen Sektor erbracht.

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Zwei Frauen an der Küste bei Dakar

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Senegal

Im Rahmen der G20-Initiative „Compact with Africa“ haben Deutschland und Senegal im November 2019 eine Reformpartnerschaft vereinbart. Dafür bewilligte das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) Mittel in Höhe von 146,5 Millionen Euro. Davon entfallen 49,5 Millionen Euro auf die technische (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 77 Millionen Euro auf die finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Bereiche:

  •  Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Deutschland unterstützt Senegal außerdem über die African Risk Capacity Insurance Company (ARC). Es handelt sich um eine Klimarisikoversicherung für afrikanische Länder, die vom BMZ mit 50 Millionen Euro mitfinanziert wird. 2015 erhielt Senegal als erstes Land eine Auszahlung von umgerechnet 16,5 Millionen US-Dollar aus dieser Versicherung. Im November 2019 wurden der senegalesischen Regierung 23,1 Millionen US-Dollar ausgezahlt, um dürrebedingte Ernteverluste auszugleichen.

Migration

Seit 2017 ist Senegal Zielland des BMZ-Programms „Migration und Entwicklung“. Eine Beratung erfolgt in den Bereichen Diasporakooperation, Migration und Existenzgründung. Außerdem ist Senegal Partnerland des BMZ-Rückkehrerprogramms Perspektive Heimat. Anfang 2018 nahm ein Migrationsberatungszentrum in Dakar seine Arbeit auf. In Verbindung mit örtlichen Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt es zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten bei der Berufsbildung und Arbeitsplatzsuche.

Straßenbeleuchtung durch ein solargetriebenes Mini-Stromnetz in einem Dorf in Senegal

Klimafreundliche und zuverlässige Stromversorgung Interner Link

Energiemangel gehört zu den großen Entwicklungshemmnissen in Senegal. Um eine stabile Wirtschaftsentwicklung insbesondere in den ländlichen Gebieten zu unterstützen, trägt Deutschland dazu bei, den Zugang zu einer sicheren, zuverlässigen und klimafreundlichen Energieversorgung zu verbessern.

Straßenstand in Dakar, Senegal

Arbeitsplätze schaffen und Privatinvestitionen fördern Interner Link

Übergeordnete Ziele der Reformpartnerschaft zwischen Deutschland und Senegal sind die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung des Privatsektors und eine bessere Qualifikation der Arbeitskräfte. Außerdem sollen informell wirtschaftende Kleinunternehmen beim Übergang in den formellen Sektor durch eine leistungsfähigere Verwaltung unterstützt werden.