Symbolbild: Mehrer Bände einer Lexikonausgabe aus den 1970er Jahren (Bildausschnitt)

Lexikon der Entwicklungspolitik

Abfälle im Wohnumfeld beeinträchtigen die Siedlungshygiene und stellen besondere Gesundheitsrisiken dar. Gerade ärmere Bevölkerungsschichten in informellen Siedlungen sind hiervon betroffen. Eine nachhaltige (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Abfallwirtschaft erfüllt wichtige entwicklungspolitische Ziele, denn sie ist von zentraler Bedeutung für:

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützt ihre Partner dabei, die Chancen einer geordneten Abfallwirtschaft zu nutzen und eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen. Das bedeutet: Abfall sollte so weit wie möglich vermieden werden. Wo dies nicht gelingt, sollte er als Ressource wiederverwertet werden. Der Restabfall muss ohne Gefahr für Menschen und Umwelt entsorgt werden.

Mehr zum Thema Abfallwirtschaft lesen Sie hier.

Abnahmegarantien für Impfstoffe (Advanced Market Commitments, AMC) sollen die Erforschung, Entwicklung und Verfügbarkeit von Impfstoffen in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verbessern und dadurch die Verbreitung von Infektionskrankheiten eindämmen. Das Modell sieht vor, dass Staaten, internationale Organisationen und Stiftungen die Forschung von Pharmaunternehmen subventionieren und ihnen die Abnahme neu entwickelter Impfstoffe zu einem vorab festgelegten Preis garantieren.

2007 startete ein Pilotprojekt zur Bereitstellung von Impfstoffen gegen Pneumokokken (Verursacher von schwerwiegenden Infektionskrankheiten, insbesondere der Atemwege und Hirnhautentzündungen). Deutschland beteiligt sich bislang nicht an den Abnahmegarantien, da zum Start dieses Projekts zahlreiche offene Fragen bestanden, etwa zur Preisgestaltung und zur Bereitstellung der Impfstoffe nach Auslaufen der Abnahmegarantien. 2015 erfolgte eine erste Auswertung des Pilotprojekts, es wird weiter fortgesetzt.

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Ein zentrales Anliegen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist es, den Zugang zu genetischen Ressourcen zu regeln und die sich aus ihrer Nutzung ergebenden Gewinne gerecht aufzuteilen (englisch: Access and Benefit Sharing, ABS). Um für dieses Ziel eine rechtsverbindliche Grundlage zu schaffen, wurde auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der CBD das Nagoya-Protokoll verabschiedet.

Das Protokoll sieht vor, dass einerseits der Zugang („Access“) zu genetischen Ressourcen eines Landes rechtssicher gestaltet werden soll. Andererseits sollen die Herkunftsländer solcher Ressourcen an den Gewinnen, die ein Nutzer erzielt (beispielsweise bei der Vermarktung von Kosmetika, Medikamenten oder Nahrungsmitteln), gerecht beteiligt werden („Benefit Sharing“). Somit dient das Protokoll auch dazu, Biopiraterie zu unterbinden.

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Der African Peer Review Mechanism (APRM) dient afrikanischen Staaten als Instrument zur gegenseitigen Beratung, Beurteilung und Unterstützung in Fragen der guten Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Dahinter steht der Anspruch, eigene Antworten auf die wichtigsten Probleme des Kontinents zu formulieren. Im Dialog miteinander erarbeiten die Teilnehmerstaaten Standards für demokratische, administrative, soziale und wirtschaftliche Verbesserungen und kontrollieren deren Umsetzung.

Der APRM wurde 2002 als Teil der Entwicklungsinitiative New Partnership for Africa’s Development (NEPAD) ins Leben gerufen. Die Teilnahme ist freiwillig und steht allen Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) offen. Zum APRM gehört auch ein innerstaatlicher Dialogprozess, der alle wichtigen politischen und gesellschaftlichen Kräfte einbeziehen soll, unter anderen die Medien und zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Gruppen.

Die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker wurde 1981 von der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) einstimmig verabschiedet und trat 1986 in Kraft. Die Charta wird auch als Banjul-Charta bezeichnet, weil sie in Banjul, der Hauptstadt von Gambia, erarbeitet wurde . Mit Ausnahme Marokkos haben alle Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) das Abkommen ratifiziert.

Die Charta orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen, will aber ausdrücklich auch afrikanische Traditionen und Werte widerspiegeln. Sie beinhaltet sowohl bürgerliche und politische als auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte.

Rechte und Pflichten

Anders als andere Menschenrechtsabkommen umfasst die Afrikanische Charta nicht nur die Rechte der einzelnen Person, sondern auch ihre Pflichten gegenüber der Familie, der Gesellschaft und der internationalen Gemeinschaft. Demnach ist zum Beispiel jeder Mensch verpflichtet, seine Mitmenschen zu respektieren und Toleranz zu fördern, für eine harmonische Familie zu sorgen, Steuern zum Wohl der Gemeinschaft zu zahlen und afrikanische kulturelle Werte aufrechtzuerhalten.

Die Charta enthält außerdem kollektive Rechte („Rechte der Völker“) wie das Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit von fremder Herrschaft, das Recht auf Dekolonisierung sowie das Recht der Völker auf Frieden, Entwicklung und auf alleinige Verfügung über Bodenschätze.

Um die Einhaltung der Charta sicherzustellen, wurde der Afrikanische Gerichtshof für Menschenrechte und Rechte der Völker (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Arusha, Tansania, eingerichtet.

Die Afrikanische Entwicklungsbank (African Development Bank, AfDB) ist eine regionale Entwicklungsfinanzierungsinstitution. Sie hat das Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Fortschritt in Afrika zu fördern. Ihr Hauptsitz ist in Abidjan, Côte d'Ivoire.

Wichtige Förderbereiche sind Infrastruktur, gute Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Privatsektorentwicklung, höhere Bildung/Technologie und regionale Integration. Zur AfDB-Bankengruppe gehören neben der Afrikanischen Entwicklungsbank auch der Afrikanische Entwicklungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Nigeria Trust Fund.

Ausführliche Informationen über die Afrikanische Entwicklungsbank finden Sie hier.

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Die Afrikanische Union (AU) ist der wichtigste regionale Zusammenschluss afrikanischer Staaten. Die AU wurde 2002 im südafrikanischen Durban in Nachfolge der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegründet. Ihr Hauptziel ist die solidarische Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten, um Frieden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Wohlstand für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kontinents zu erreichen.

Die Afrikanische Union engagiert sich besonders in regionalen Konflikten und führt eigene diplomatische und militärische Missionen durch. Weitere Handlungsfelder sind die Verbesserung von Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Institutionen, die Vertretung afrikanischer Interessen auf globaler Ebene, die Stärkung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Förderung eines nachhaltigen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wirtschaftlichen Wachstums und der Ausbau der regionalen Infrastruktur.

Die AU und die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) arbeiten seit 2007 im Rahmen der Afrika-EU-Partnerschaft zusammen. Neben dem politischen Dialog sollen gemeinsame Entwicklungsprogramme die Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa vertiefen.

Ausführliche Informationen über die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit der Afrikanischen Union finden Sie hier.

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Der Afrikanische Entwicklungsfonds (African Development Fund, ADF) ist Teil der Bankengruppe Afrikanische Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (African Development Bank, AfDB). Er gewährt den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) in Afrika finanzielle Hilfen in Form von Zuschüssen und Krediten zu besonders günstigen Konditionen.

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Der Afrikanische Gerichtshof für Menschenrechte und Rechte der Völker (African Court on Human and Peoples’ Rights) ist die jüngste der regionalen Gerichtsinstitutionen, die die Einhaltung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) überwachen. Das Gremium nahm 2006 seine Arbeit auf und hat seinen Sitz in Arusha, Tansania.

Der Afrikanische Gerichtshof für Menschenrechte überwacht die Einhaltung der Menschenrechte im Sinne der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker (Banjul-Charta (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Er ist ein Organ der Afrikanischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Am 25. September 2015 wurde auf einem UN-Gipfel in New York die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Sie hat die Form eines Weltzukunftsvertrags und enthält 17 Entwicklungsziele („Sustainable Development Goals“, SDGs). Die Agenda 2030 ist das erste internationale Abkommen, in dem das Prinzip der Nachhaltigkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit der Armutsbekämpfung und der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung verknüpft wird.

Die Agenda soll helfen, allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie soll Frieden fördern und sie soll dazu beitragen, dass alle Menschen in Freiheit und einer intakten Umwelt leben können.

Die Agenda richtet sich an alle Staaten der Weltgemeinschaft. Sie sind gleichermaßen aufgefordert, sich für die in ihr formulierten Entwicklungsziele einzusetzen – eine Einteilung in „Geber“ und „Nehmer“ oder in „erste“, „zweite“ und „dritte Welt“ gibt es in der Agenda nicht.

Ausführliche Informationen über die Agenda 2030 und ihre 17 Entwicklungsziele finden Sie hier.

Die Agenda 21 (Agenda = Tagesordnung) wurde 1992 bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Rio de Janeiro verabschiedet und ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm mit konkreten Handlungsempfehlungen für das 21. Jahrhundert.

Sie fordert eine neue Entwicklungs- und Umweltpartnerschaft zwischen den Industriestaaten und den armen Ländern. Wichtige entwicklungspolitische Ziele wie Armutsbekämpfung und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen Wasser (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Boden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Wald (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind hier ebenso verankert wie umweltpolitische Ziele, etwa die Reduzierung des Treibhauseffekts. Die Agenda 21 betont, dass auch regierungsunabhängige Organisationen und Einrichtungen an politischen Entscheidungen zu beteiligen sind. Sie definiert Nachhaltigkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als übergreifendes Ziel der Politik.

AGIAMONDO (bis 2019: AGEH – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) ist der Personaldienst der deutschen katholischen Kirche für internationale Zusammenarbeit. Der Fachdienst ist eine der sieben in Deutschland staatlich anerkannten Einrichtungen zur Entsendung von Fachkräften nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG).

Subventionen der Industriestaaten für ihre eigene Landwirtschaft machen es den Menschen in den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) schwer, ihre Erzeugnisse wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt abzusetzen. Die Preise der Industrieländer liegen durch die Subventionen häufig weit unter den Produktionskosten. Faire Chancen für Entwicklungsländer sind auf dem Weltmarkt nur erreichbar, wenn die Industrieländer ihre Agrarexportsubventionen abbauen und Handelshemmnisse für den Import von Waren aus Entwicklungsländern beseitigen. Für diese Ziele setzt sich die deutsche Bundesregierung mit ihrer internationalen Entwicklungs- und Handelspolitik ein.

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Agrobiodiversität ist ein Bestandteil der biologischen Vielfalt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und umfasst die Vielfalt der landwirtschaftlich genutzten Pflanzen- und Tierarten sowie Ökosysteme. Sie dient sowohl der Anpassung der Landwirtschaft an globale Umweltveränderungen als auch der Ernährungssicherung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Agrobiodiversität leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Armutsminderung in den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die ursprünglich vorhandene Vielfalt von Nutzpflanzen und Nutztieren ist jedoch weltweit stark rückläufig. Grund hierfür ist in erster Linie die moderne Landwirtschaft selbst, die sich auf wenige ertragreiche Arten konzentriert. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert deshalb den Erhalt der landwirtschaftlichen Vielfalt durch zahlreiche Maßnahmen im Bereich der ländlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement zum Schutz der Agrobiodiversität finden Sie hier.

Aid-Effectiveness-Agenda bezeichnet einen internationalen politischen Prozess mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen. Zwischen 2003 und 2011 fanden vier hochrangige Foren zu diesem Thema statt. Zum Abschluss jeder Konferenz formulierten Industrie-, Schwellen- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländer gemeinsame Prinzipien für eine verbesserte Zusammenarbeit:

Mit dem englischen Begriff „Aid for Trade“ werden handelsbezogene entwicklungspolitische Maßnahmen beschrieben. Mit diesen unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei, ihren Handel zu liberalisieren und zugleich notwendige begleitende Reformschritte einzuleiten. Denn der Außenhandel ist zwar ein wichtiger Baustein für anhaltendes Wachstum und hat großes Potenzial, maßgeblich zu nachhaltiger Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) beizutragen. Allerdings führt eine Handelsliberalisierung nicht automatisch zu mehr Handel, Armutsreduzierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklung. Oft fehlt den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) das Wissen, die Infrastruktur und die finanzielle und personelle Ausstattung, um Handelschancen positiv nutzen und Risiken minimieren zu können.

Hier unterstützt das BMZ seine Partnerländer durch Aid for Trade: Die Regierungen werden beraten, wie sie ihre politischen Strategien und Verhandlungspositionen formulieren und Abkommen wirksam umsetzen können. Der Privatsektor und die Landwirtschaft werden dabei unterstützt, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, ihr Angebot auszuweiten und ihre Exportchancen zu erhöhen. Gefördert werden zum Beispiel die Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, die Einführung neuer Produkte, der effiziente Einsatz von Ressourcen und die Einhaltung von Qualitäts-, Sozial- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Umweltstandards (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Das Kurzwort Aids steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ und bedeutet „erworbenes Immunschwäche-Syndrom“. Die Krankheit wird durch das HI-Virus (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) hervorgerufen (menschliches Immunschwäche-Virus, englisch: Human Immunodeficiency Virus, HIV), der das Immunsystem des Infizierten zerstört. Die Krankheit hat sich auf der gesamten Welt verbreitet. Bislang gibt es für sie kein Heilmittel, sondern nur eine Behandlung, die den Krankheitsverlauf zum Stillstand bringen kann. Nach Angaben des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) leben derzeit etwa 38 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, davon etwa zwei Drittel in den Staaten Afrikas südlich der Sahara. Trotz vielfältiger nationaler und internationaler Anstrengungen und erreichter Erfolge bleibt HIV ein wesentliches Entwicklungshemmnis. Denn in den Ländern mit hoher HIV-Rate werden wirtschaftliche und soziale Fortschritte durch die Epidemie deutlich erschwert.

Die internationale Gemeinschaft verfolgt das Ziel, möglichst allen Menschen weltweit, die von HIV betroffen sind, Zugang zu Prävention, Behandlung, Versorgung und Pflege zu verschaffen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Partnerländer bei der Umsetzung von entsprechenden Programmen und stellt dafür umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zum Thema HIV und Aids in der Entwicklungszusammenarbeit finden Sie hier.

Der AKLHÜ (früher: Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“) bezeichnet sich heute als „Netzwerk und Fachstelle für internationale Personelle Zusammenarbeit“. Er vertritt die Interessen von Freiwilligen- und Fachdiensten und wirbt für ihre Förderung durch Politik, staatliche Organisationen, Stiftungen und andere Akteure. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Kooperation und Vernetzung seiner Mitglieder, die Forschung zu Freiwilligen- und Fachdiensten, die politische Interessenvertretung für die internationale personelle Zusammenarbeit und die Stärkung und Weiterentwicklung internationaler Dienste.

Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten. Derzeit gehören diesem Zusammenschluss 79 Staaten an. 78 davon sind mit der Europäischen Union durch das Kooperationsabkommen von Cotonou (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verbunden.

Bei der dritten internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung 2015 in Addis Abeba (Äthiopien) verabschiedeten die Vereinten Nationen die Aktionsagenda von Addis Abeba (Externer Link). Sie bietet einen globalen Rahmen für die nachhaltige Finanzierung der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Die globale Staatengemeinschaft hat sich mit der Aktionsagenda das Ziel gesetzt, Finanzierungsströme und strukturelle politische Maßnahmen an den Nachhaltigkeitszielen der der Agenda 2030 und damit an der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung auszurichten.

Die Aktionsagenda von Addis Abeba enthält Verpflichtungen und Handlungsanweisungen für sieben Aktionsbereiche:

  1. Inländische öffentliche Mittel
  2. Inländische und internationale Privatwirtschaft und Finanzen
  3. Internationale Entwicklungszusammenarbeit
  4. Internationaler Handel als Motor für Entwicklung
  5. Verschuldung und Schuldentragfähigkeit
  6. Behandlung von systemischen Fragen (unter anderem zum Finanz-, Währungs- und Handelssystem)
  7. Wissenschaft, Technologie, Innovation und Kapazitätsaufbau

Das dritte hochrangige Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit fand 2008 in Accra (Ghana) statt. Dort wurden die auf den vorangegangenen Foren in Rom (2003) und Paris (2005) vereinbarten Prinzipien bekräftigt und bei der Umsetzung aufgetretene Hindernisse analysiert.

Das Abschlussdokument des Forums, der Aktionsplan von Accra („Accra Agenda for Action“), stellt die Effektivität von Entwicklungsleistungen in einen breiteren entwicklungspolitischen Zusammenhang. So sind die Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Gleichstellung der Geschlechter, der Umweltschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie Aspekte guter Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als zentrale Faktoren wirksamer Entwicklungszusammenarbeit im Aktionsplan verankert. Transparenz und Rechenschaftspflicht sollen durch eine breitere Beteiligung von Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Parlamenten verbessert werden.

Externer Link:

Siehe auch:

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung fördert die internationale Forschungskooperation. Sie ermöglicht hoch qualifizierten ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Deutschland. Darüber hinaus vergibt sie Forschungsstipendien an Deutsche für Aufenthalte im Ausland.

Im Bereich Entwicklungspolitik bietet die Humboldt-Stiftung jährlich bis zu 60 Forschungsstipendien für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an. Diese können sich über einen Zeitraum von sechs bis 24 Monaten an einer deutschen Forschungseinrichtung einem wissenschaftlichen Vorhaben widmen, das für ihr Herkunftsland eine besondere entwicklungspolitische Bedeutung hat.

Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). In 30 Artikeln formuliert sie bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Viele der seit 1948 geschlossenen Übereinkommen, Gesetze und Verträge basieren auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, etwa regionale Menschenrechtsabkommen wie die Europäische Menschenrechtskonvention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Als Erklärung der UN-Generalversammlung hat sie zwar nicht die rechtsverbindliche Kraft eines Vertrages, der von Einzelstaaten ratifiziert werden kann, doch sie hat politisch und moralisch ein sehr großes Gewicht. Ihre Bestimmungen sind in viele nationale Verfassungen aufgenommen worden und es ist inzwischen anerkannt, dass einige ihrer Bestimmungen bindendes Völkergewohnheitsrecht und teilweise sogar zwingendes Völkerrecht sind. Zwingendes Völkerrecht bedeutet, dass kein Staat davon abweichen darf. Das betrifft zum Beispiel die Verbote der Sklaverei, der Folter und der rassistischen Diskriminierung.

Internationale Menschenrechtscharta

Um den Menschenrechten, die in der Allgemeinen Erklärung enthalten sind, eine völkerrechtlich verbindliche Form zu geben, verabschiedeten die Vereinten Nationen 1966 zwei Menschenrechtspakte: den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Beide traten 1976 in Kraft. Zusammen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den zwei Zusatzprotokollen zum Zivilpakt bilden sie die so genannte internationale Menschenrechtscharta (International Bill of Human Rights), ein Begriff, der vor allem im englischsprachigen Raum gebräuchlich ist.

Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade, GATT) trat 1948 in Kraft und bestimmte annähernd 50 Jahre lang die Regeln des internationalen Handels. Ziel des multilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Abkommens war die Förderung der weltwirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstands durch den Abbau von Handelshemmnissen (etwa Zöllen und Subventionen) und die Schlichtung von Handelskonflikten.

Das GATT-Sekretariat wurde 1995 durch die neu gegründete Welthandelsorganisation (WTO) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) abgelöst. Das Abkommen bleibt jedoch ein wichtiges Vertragswerk für den internationalen Handel und wird innerhalb der WTO weiterentwickelt.

Das Alumniportal Deutschland ist ein kostenloses soziales Netzwerk für Menschen aus aller Welt, die in Deutschland studiert, geforscht, gearbeitet oder sich weitergebildet haben. Herzstück des Portals ist eine Online-Community, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kontakte aufbauen und für ihre persönliche und berufliche Entwicklung nutzen können. Außerdem bietet das Portal Informationen über Veranstaltungen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Stellenangebote in aller Welt. Das Portal wird von der Bundesregierung finanziert.

Die Amerikanische Menschenrechtskonvention der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wurde 1969 als regionaler, multilateraler Vertrag zum Schutz der Menschenrechte verabschiedet. Die Konvention trat 1978 in Kraft. 25 mittel- und südamerikanische Staaten haben sie bislang ratifiziert (Stand: März 2024).

Die Konvention enthält bürgerliche und politische Rechte, darunter das Recht auf Leben und eine humane Behandlung, das Recht auf einen Namen und eine Nationalität, das Recht auf Privatsphäre und das Recht auf rechtlichen Schutz und ein faires Verfahren.

Um die Einhaltung der Konvention sicherzustellen, wurde der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in San José, Costa Rica, eingerichtet. An ihn können sich Personen wenden, um die in der Konvention festgeschriebenen Rechte gegenüber den Mitgliedsstaaten einzuklagen.

Das Zusatzprotokoll von San Salvador

Um auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte auf interamerikanischer Ebene zu verankern, wurde 1988 das Zusatzprotokoll von San Salvador verabschiedet, das 1999 in Kraft trat. Es wurde bisher von 18 mittel- und südamerikanischen Staaten ratifiziert (Stand: März 2024). Das Zusatzprotokoll orientiert sich am UN-Sozialpakt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und enthält unter anderen die Rechte auf Bildung und auf Arbeit. Stellenweise geht das Zusatzprotokoll im Umfang über den UN-Sozialpakt hinaus.

Eine achtköpfige Arbeitsgruppe überwacht die Einhaltung des Protokolls und begutachtet die regelmäßigen Berichte der Mitgliedsstaaten.

Externe Links:

Die Andengemeinschaft (Comunidad Andina de Naciones, CAN) ist ein Zusammenschluss der vier südamerikanischen Staaten Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru. Sie löste 1997 die Zusammenarbeit im Rahmen des Andenpakts (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ab. Ziele der Andengemeinschaft sind unter anderem eine intensive regionale Zusammenarbeit auf politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Ebene, die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, der schrittweise Aufbau eines gemeinsamen Marktes und die bessere Positionierung der Region auf dem Weltmarkt.

1969 vereinbarten die südamerikanischen Staaten Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru im Übereinkommen von Cartagena eine regelmäßige regionale Zusammenarbeit. Das Abkommen und die anschließende politische Zusammenarbeit wurden in der Folge als Andenpakt (Pacto Andino) bezeichnet. Der Andenpakt ging 1997 über in die Andengemeinschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Comunidad Andina de Naciones, CAN).

Die Arabische Charta der Menschenrechte wurde 2004 von den Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga beschlossen und trat 2008 in Kraft. Sie beruft sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen und sichert jedem Individuum grundlegende bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte zu. Dazu zählen die Rechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit, auf Meinungsäußerungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte auf Arbeit, soziale Sicherung, eine saubere Umwelt und Entwicklung.

Die Umsetzung der Charta wird von einem Expertenausschuss kontrolliert, dem die Staaten regelmäßig Bericht erstatten. Ein Gerichtshof, an den sich Personen wenden können, um die in der Charta festgeschriebenen Rechte gegenüber den Mitgliedsstaaten einzuklagen, existiert bislang nicht.

Die Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste (AGdD) wurde 1993 als Dachverband der sieben Entwicklungsdienste in Deutschland gegründet. Mitglieder der AGdD sind AGIAMONDO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (bis 2019: AGEH), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), Dienste in Übersee, Coworkers – Christliche Fachkräfte International (CFI), EIRENE, Weltfriedensdienst und das Forum Ziviler Friedensdienst (forum ZFD).

Die sieben Organisationen sind vom BMZ als „Träger des Entwicklungsdienstes“ anerkannt und unterstützen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit durch die Entsendung von berufserfahrenen Fachkräften. Rechtliche Grundlage ihrer Arbeit ist das Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Zur AGdD gehört auch das Förderungswerk für rückkehrende Fachkräfte der Entwicklungsdienste. Es unterstützt Entwicklungshelferinnen und -helfer bei der beruflichen Wiedereingliederung in Deutschland.

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Ziel 1 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) lautet, Armut in jeder Form und überall zu beenden.

Der Entwicklungsausschuss der OECD (DAC) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) versteht unter Armut die Unfähigkeit, menschliche Grundbedürfnisse zu befriedigen. Zu diesen Bedürfnissen gehören vor allem der Konsum und die Sicherheit von Nahrungsmitteln (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Gesundheitsversorgung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Bildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Ausübung von Rechten, Mitsprache (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Sicherheit und Würde sowie menschenwürdige Arbeit.

Als absolute Armut ist dabei ein Zustand definiert, in dem sich ein Mensch die Befriedigung seiner wirtschaftlichen und sozialen Grundbedürfnisse nicht leisten kann. Relative Armut beschreibt Armut im Verhältnis zum jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld eines Menschen.

Armut ist ein dynamischer Prozess und keine Eigenschaft. In der Regel sind es einschneidende familiäre Ereignisse (zum Beispiel Krankheitsfälle, Todesfälle, das Aufbringen einer Mitgift für eine Hochzeit) oder größere Krisen (wie bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen, Wirtschaftsflauten), die Menschen in Armut stürzen.

Vielen Menschen gelingt es, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft so zu verbessern, dass sie sich aus der Armut befreien können. Lediglich ein Viertel bis ein Drittel der von Armut betroffenen Menschen sind Schätzungen zufolge chronisch – also Zeit ihres Lebens – arm.

Die Reduzierung der Armut ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Der Einsatz gegen Armut und für weltweit bessere Lebensbedingungen ist eine der wichtigsten Aufgaben der internationalen und auch der deutschen Politik.

Armut messen

Armut zu messen ist schwierig, jeder empfindet sie anders. Hunger (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Krankheiten oder Angst sind schwer messbar. Darum gibt es international akzeptierte Kriterien, die dabei helfen zu erfassen, was Armut ist und wer als arm gilt.

Bei der Messung von Armut haben sich verschiedene Ansätze durchgesetzt. Nach der Definition der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind Menschen extrem arm, wenn sie weniger als 2,15 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Bei diesem Ansatz wird die Kaufkraft des US-Dollars in lokale Kaufkraft umgerechnet. Das heißt, dass extrem arme Menschen nicht in der Lage sind, sich täglich die Menge an Gütern zu kaufen, die in den USA 2,15 US-Dollar kosten würden. Die 2,15-Dollar-Grenze wird als finanzielles Minimum angesehen, das eine Person zum Überleben braucht. Demnach lebten im Jahr 2022 nach Schätzungen bis zu 750 Millionen Menschen in extremer Armut. Durch die Umrechnung in lokale Kaufkraft können die Armutsquoten international verglichen werden.

Zunehmend gibt es Versuche, auch andere Dimensionen von Armut statistisch abzubilden. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) berechnet zum Beispiel den mehrdimensionalen Armutsindex (Multidimensional Poverty Index, MPI). Er misst, wie stark ein Haushalt unter Entbehrungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lebensstandard leidet. Auch der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) versucht, mehrere Dimensionen entlang einer Skala von 0 bis 1 abzubilden, beschreibt dabei jedoch nicht den Zustand einzelner Haushalte, sondern den Entwicklungsstand eines Landes. Indikatoren für den HDI sind unter anderem die Lebenserwartung bei der Geburt, die Alphabetisierungsrate, das Bildungsniveau und die reale Kaufkraft pro Kopf in einem Land.

Das ASA-Programm unter dem Dach der gemeinnützigen Gesellschaft Engagement Global (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist ein entwicklungspolitisches Lern- und Qualifizierungsprogramm. Es entstand 1960 aus einer Initiative von Studentinnen und Studenten – damals unter dem Namen Programm für Arbeits- und Studienaufenthalte. Es umfasst Trainingsseminare und drei- oder sechsmonatige Praxisaufenthalte in Afrika, Lateinamerika, Asien oder Südosteuropa. Das Programm richtet sich an Menschen zwischen 21 und 30 Jahren, die studieren oder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Ein aktives Netzwerk ermöglicht den Austausch von Wissen und Erfahrungen und fördert das Engagement in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Im Jahr 2012 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinigung südostasiatischer Länder (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN) eine gemeinsame Menschenrechtserklärung. Sie ist rechtlich unverbindlich. Es gibt keine Gremien, die die Umsetzung kontrollieren oder an die sich Personen wenden können, um die in der Erklärung festgeschriebenen Rechte einzuklagen.

Die Erklärung beinhaltet mehrere Menschenrechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verankert sind. Darüber hinaus beinhaltet sie ausdrücklich die Rechte auf Wasser und Sanitärversorgung sowie die Rechte auf Solidarität, Entwicklung, eine saubere Umwelt und Frieden.

Die Asiatische Entwicklungsbank (Asian Development Bank, ADB) ist eine regionale Einrichtung zur Entwicklungsfinanzierung. Sie stellt Mittel für soziale und wirtschaftliche Projekte bereit, die die Lebensbedingungen der Menschen in Asien und im pazifischen Raum verbessern sollen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Themen Armutsbekämpfung, Geschlechtergerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Anpassung an den Klimawandel, lebenswerte Städte, ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit, gute Regierungsführung sowie regionale Zusammenarbeit.

Deutschland ist Gründungsmitglied der Asiatischen Entwicklungsbank.

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Der Asiatische Entwicklungsfonds (Asian Development Fund, ADF) ist ein Finanzierungsinstrument der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Aus dem ADF erhalten ärmere regionale ADB-Mitglieder zinsgünstige Kredite und Zuschüsse.

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Menschen, die in ein anderes Land eingereist sind und einen Antrag auf ihre Anerkennung als Flüchtlinge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gestellt haben, werden als Asylsuchende bezeichnet.

Solange über ihren Asylantrag noch nicht entschieden wurde, sind sie noch keine offiziell anerkannten Flüchtlinge. Sie stehen aber unter dem Schutz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Externer Link), die in Artikel 14.1 besagt: „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen“. Die Allgemeine Erklärung der Menschenechte hat jedoch keinen völkerrechtlich bindenden Status – die dort definierten Rechte können nicht unter Berufung auf die Erklärung eingeklagt werden.

Der Ausschuss für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und humanitäre Hilfe ist ein Gremium des Deutschen Bundestags. Er gehört zu den ständigen Ausschüssen, die der Bundestag in seiner aktuellen Wahlperiode eingesetzt hat. In Ausschüssen konzentrieren sich die Abgeordneten jeweils auf ein Teilgebiet der Politik und bereiten Bundestagsentscheidungen fachlich vor.

Die zentralen Aufgaben des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sind die Überprüfung der Menschenrechtspolitik der Bundesregierung im In- und Ausland sowie die Beratung von parlamentarischen Initiativen mit Menschenrechtsbezug. Auch die humanitären Folgen von Naturkatastrophen und Kriegen werden im Ausschuss diskutiert, um die deutsche Beteiligung an Hilfsmaßnahmen besser beurteilen zu können. Der Ausschuss behandelt vorwiegend Menschenrechtsfragen in Schwellen- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) ist ein Gremium des Deutschen Bundestages. Er gehört zu den ständigen Ausschüssen, die der Bundestag in der aktuellen Wahlperiode eingesetzt hat und befasst sich mit Fragen der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Der AwZ hat unter anderem die Aufgabe, Verhandlungen und Entscheidungen des Parlaments vorzubereiten und zu vertiefen. Dazu führt er auch öffentliche Anhörungen durch.

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Die Außenrevision des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) prüft, ob die Fördermittel des BMZ von den Empfängerorganisationen wirtschaftlich, effektiv und zweckentsprechend verwendet werden. Dazu werden die Geschäfts- und Buchungsunterlagen der Organisationen kontrolliert. Die Überprüfungen finden sowohl in Deutschland als auch in den Kooperationsländern statt. Nicht zweckentsprechend verwendete Gelder müssen mit Zinsen zurückgezahlt werden.

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AWO International koordiniert die internationalen Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die Arbeit basiert auf den in der Arbeiterbewegung verankerten Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Themenschwerpunkte sind Kinder- und Jugendrechte, Klimawandel und Ernährungssicherheit, Migration und Menschenhandel, Geschlechtergerechtigkeit, Katastrophenvorsorge und humanitäre Nothilfe.

AWO International wird vom BMZ gefördert und engagiert sich in Mittelamerika, Afrika, im Nahen Osten sowie in Süd- und Südostasien.

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Im November 1995 wurde auf einer Außenministerkonferenz in Barcelona die Euro-Mediterrane Partnerschaft ins Leben gerufen. Ziel der Partnerschaft war, zwischen den damals 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und zwölf Anrainerstaaten des Mittelmeerraumes eine Zone des Friedens, der Demokratie, der Stabilität, der Zusammenarbeit und des Wohlstands zu schaffen. Diese Partnerschaft wird auch Barcelona-Prozess genannt. Sie wurde 2008 zur Union für den Mittelmeerraum (UfM) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erweitert.

Das Programm „Beigeordnete Sachverständige“ (englisch: Junior Professional Officers, JPO) bietet deutschen Nachwuchskräften die Möglichkeit, internationale Berufserfahrung zu sammeln und so ihre Chancen auf eine Beschäftigung bei einer internationalen Organisation deutlich zu erhöhen. Sie sind für einen befristeten Zeitraum (in der Regel 24 Monate) bei den Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit ihren verschiedenen Unter- und Sonderorganisationen, der Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) oder anderen Finanzinstitutionen im Einsatz. Deutschland hat mit etwa 30 internationalen Organisationen Abkommen zur Entsendung von Beigeordneten Sachverständigen geschlossen.

Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) federführend für das JPO-Programm verantwortlich.

Unter dem Dach der Servicegesellschaft Engagement Global (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützt die Beratungsstelle für private Träger in der Entwicklungszusammenarbeit (bengo) deutsche Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) dabei, öffentliche Fördermittel für Entwicklungsvorhaben zu erhalten. Die Beratung umfasst alle Projektphasen – von der Prüfung der Fördervoraussetzungen über die Antragstellung bis zur Projektdurchführung und Finanzabwicklung.

Seit dem 1. Januar 2019 ist bengo allerdings nicht mehr für die Beratung von Erstantragstellern (maximale Fördersumme 50.000 Euro) zuständig. Diese Aufgabe hat das Bundesentwicklungsministerium (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der W.P. Schmitz-Stiftung und der Stiftung Nord-Süd-Brücken übertragen.

Seit 1990 veröffentlicht das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (United Nations Development Programme, UNDP) jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung (Human Development Report, HDR). Ein unabhängiges Expertenteam untersucht dafür entwicklungspolitische Fragen von globaler Bedeutung.

Zentraler Bestandteil des Berichts ist der Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI), eine Rangliste, die den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Länder der Welt aufzeigt.

Ergänzend zum globalen HDR erscheinen regionale, nationale und lokale Berichte sowie Sonderpublikationen zu verschiedenen Aspekten menschlicher Entwicklung.

Das Berufsfeld Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bietet im In- und Ausland vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Ein Engagement in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist unter anderem als Entwicklungshelfer, Fachkraft oder Gutachter möglich. Hinzu kommen Angebote für befristete Arbeits- oder Studienaufenthalte und Programme der entwicklungspolitischen Nachwuchsförderung. Die Bandbreite der Berufe ist sehr groß, sie reicht von Ärzten und Pflegern über Handwerker und Ingenieure bis hin zu Juristen und Pädagogen. Auch in Deutschland bietet die Entwicklungszusammenarbeit viele berufliche Chancen, unter anderem für Bürofachkräfte und Sachbearbeiter, Betriebswirte und Wissenschaftler, Journalisten und Mediengestalter.

Als Arbeitgeber kommen zahlreiche nationale und internationale Organisationen in Frage. Dazu zählen staatliche Institutionen wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und die Durchführungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie multilaterale Organisationen wie die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Wichtige Akteure der Entwicklungszusammenarbeit sind außerdem die international tätigen Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen über Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten beim BMZ finden Sie hier.

Für die deutsche Bundesregierung ist die berufliche Bildung ein Schlüsselbereich ihres entwicklungspolitischen Engagements. Die Förderung zielt in erster Linie darauf ab, praxisorientierte und an den Bedarf der Wirtschaft angepasste Berufsbildungssysteme zu entwickeln.

Die Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) stützt sich dabei auf die erfolgreichen Merkmale der dualen Berufsausbildung in Deutschland, die je nach Partnerland bedarfsgerecht angepasst werden: enge Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft, Lernen im Arbeitsprozess, gesellschaftliche Akzeptanz allgemeinverbindlicher Standards, Qualifizierung von Berufsbildungspersonal und begleitende Berufsbildungsforschung.

Die Vermittlung hochwertiger und nachfrageorientierter beruflicher Bildung folgt dem entwicklungspolitischen Ziel, die Chancen auf Beschäftigung und Einkommen für eine große Anzahl von Menschen in den Partnerländern zu erhöhen.

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Jeder Mensch hat das Recht auf uneingeschränktes körperliches und seelisches Wohlbefinden in allen Bereichen der Sexualität und Fortpflanzung. Staatliche Maßnahmen, die die Größe, das Wachstum und die räumliche Verteilung der Einwohnerschaft beeinflussen, bedeuten einen Eingriff in die intimsten Bereiche des menschlichen Lebens.

Andererseits hängen viele Entwicklungsprobleme wie Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Ressourcenknappheit oder Konflikte eng mit dem Bevölkerungswachstum (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zusammen. Eine ethisch legitimierte Bevölkerungspolitik muss daher sowohl die individuellen Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) schützen als auch eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fördern. Sie darf nicht nur die Verminderung der Geburtenraten zum Ziel haben, sondern muss die Verbesserung der Lebensqualität anstreben.

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Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (United Nations Population Fund, UNFPA) beschäftigt sich mit Fragen der reproduktiven Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Bevölkerungsentwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Seine Aufgabe ist es, weltweit das Bewusstsein für diese Themen zu fördern. Der UNFPA unterstützt Programme, die insbesondere jungen Menschen bei der Familienplanung helfen und ungewollte Schwangerschaften verhindern. Er setzt sich für eine qualifizierte Betreuung von Schwangerschaften und Geburten ein und hilft, durch Aufklärungsarbeit die Verbreitung von HIV (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)/Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten einzudämmen. Außerdem setzt sich der Bevölkerungsfonds für Chancengleichheit ein und bekämpft Gewalt gegen Frauen.

Der UNFPA veröffentlich jährlich den Weltbevölkerungsbericht. Dieser erläutert aktuelle Themen der Bevölkerungsentwicklung und enthält demografische und sozioökonomische Daten für alle Länder und Regionen der Erde.

Weitere Informationen über die Zusammenarbeit des BMZ mit dem UNFPA finden Sie hier.

Innerhalb der vergangenen hundert Jahre hat sich die Menschheit nahezu vervierfacht. Seit Ende 2011 leben erstmals mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wird sich das Bevölkerungswachstum fortsetzen: Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung demnach auf 9,7 Milliarden Menschen ansteigen.

Das Bevölkerungswachstum ist jedoch regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es findet fast ausschließlich in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) statt. In einigen afrikanischen und südasiatischen Ländern wird sich die Bevölkerung innerhalb der nächsten Jahrzehnte höchstwahrscheinlich verdoppeln.

Die Folgen dieses Wachstums sind nicht eindeutig abzuschätzen, aber viele Entwicklungsprobleme wie Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), fehlende Bildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), mangelnde Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), gewalttätige Konflikte oder die Zerstörung der Umwelt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind eng mit dem Anstieg der Bevölkerung verbunden.

Damit alle Menschen selbstbestimmt und würdevoll leben können und eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) möglich wird, muss das Wachstum der Weltbevölkerung abgeschwächt werden. Die Verwirklichung sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist dafür eine entscheidende Voraussetzung. Dabei müssen vor allem die Rechte von Frauen und Mädchen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gestärkt und ihre Bildungschancen verbessert werden, damit sie gleichberechtigt über Schwangerschaft, Familien- und Lebensplanung mitentscheiden können.

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Bilaterale Zusammenarbeit (von lateinisch „beidseitig“) ist die direkte, vertraglich vereinbarte Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zwischen Deutschland und einem Partnerland – etwa, wenn die Bundesrepublik einem Entwicklungsland (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) einen günstigen Kredit vermittelt oder wenn deutsche Expertinnen und Experten kleinbäuerliche Betriebe in Afrika beraten. Diese Form der Zusammenarbeit beruht im Wesentlichen auf zwei Instrumenten: der finanziellen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der technischen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen zur bilateralen Zusammenarbeit des BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) finden Sie hier.

Bildung ist ein Menschenrecht. Auf der Basis von Bildung entwickelt sich die kulturelle Identität des Einzelnen und der Gesellschaft. Sie ist eine Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Verringerung der weltweiten Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und für ein friedliches Zusammenleben. Bildung befähigt Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Bildung für alle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)“ ist daher das Ziel der internationalen und auch der deutschen Entwicklungspolitik. Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) engagiert sich in seinen Partnerländern sowohl im Bereich der Grundbildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als auch im Bereich der beruflichen Bildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Hochschulbildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Bereich Bildung finden Sie hier.

Im März 1990 veranstaltete die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) die erste Weltkonferenz zum Thema „Bildung für alle“. Die Teilnehmer verabschiedeten dabei die Weltdeklaration „Bildung für alle“ (Education for All, EFA), zu deren Zielen unter anderem der allgemeine Zugang zur Primarschulbildung, die qualitative Verbesserung der Grundbildung und die Senkung der Analphabetenrate bei Erwachsenen gehörten.

Die Erkenntnisse und Ziele der Weltkonferenz „Bildung für alle“ wurden auf zwei Weltbildungsforen in den Jahren 2000 und 2015 bestätigt und konkretisiert. Auch in die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurde die Bildung aufgenommen. Ziel 4 lautet: „Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern“.

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Bereich Bildung finden Sie hier.

Das Bildungswerk wurde 1974 als gemeinnützige Weiterbildungsorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gegründet. Seine Aufgabe ist die allgemeine, politische und gewerkschaftliche Wissensvermittlung. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung der Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, der Einsatz für Menschen- und Gewerkschaftsrechte und die Durchsetzung von sozialen Mindeststandards (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Kernarbeitsnormen. In Zusammenarbeit mit Gewerkschaften sowie europäischen und internationalen Projektpartnern führt das Bildungswerk Entwicklungs- und Beratungsprojekte durch.

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Voraussetzung für den Flüchtlingsstatus ist, dass die jeweilige Person eine international anerkannte Grenze überschritten hat. Menschen, die in anderen Landesteilen ihres Herkunftsstaates Zuflucht finden, fallen daher nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention und das UNHCR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Mandat. Für den Schutz von Binnenvertriebenen (englisch: Internally Displaced Persons, IDP) sind die jeweiligen Staaten selbst verantwortlich, die dieser Aufgabe aber häufig nicht nachkommen können oder wollen. Internationale Unterstützung erhalten Binnenvertriebene nur, wenn ihre Regierung dem zustimmt.

Um die Rechte von Binnenvertriebenen zu stärken, haben die Vereinten Nationen Leitlinien zu Binnenvertreibung (Externer Link) (Guiding Principles on Internal Displacement) entwickelt. Bei den Leitlinien handelt es sich jedoch nur um Empfehlungen für Regierungen und Flüchtlingsorganisationen. Sie sind rechtlich nicht bindend.

Der Begriff Biodiversität oder biologische Vielfalt umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, der Tier- und Pflanzenarten und die genetische Vielfalt. Nach wissenschaftlichen Schätzungen befinden sich rund 80 Prozent der heute auf der Erde vorhandenen biologischen und genetischen Ressourcen in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Doch seit einigen Jahrzehnten vermindert sich weltweit die Biodiversität mit bedenklicher Geschwindigkeit: Natürliche Lebensräume werden vernichtet und die Aussterberate von Tieren und Pflanzen ist heute durch menschlichen Einfluss bis zu zehntausendmal höher als unter natürlichen Bedingungen.

Zusammen mit der Bewältigung des Klimawandels (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist der Erhalt der biologischen Vielfalt eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Die Lösung beider Herausforderungen entscheidet darüber, welche Entwicklungs- und Anpassungsmöglichkeiten wir nachfolgenden Generationen offen halten.

Der Erhalt der Biodiversität ist in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ein Querschnittsthema, das bei allen Vorhaben berücksichtigt wird, und zugleich ein eigenes entwicklungspolitisches Arbeitsfeld. In diesem Arbeitsfeld werden Strategien und Arbeitsweisen entwickelt, um Ökosysteme in ihrer Gesamtheit zu bewahren und nachhaltig zu nutzen.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze zum Erhalt der Biodiversität finden Sie hier.

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Das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz der Biodiversität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD), auch als Biodiversitätskonvention bekannt. Es wurde 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet. Bislang sind dem Abkommen 196 Staaten (inklusive der Europäischen Union) beigetreten (Stand: März 2024).

Die drei gleichberechtigten Ziele der Konvention sind der Schutz und die nachhaltige (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Nutzung der biologischen Vielfalt sowie die gerechte Aufteilung der Gewinne, die aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen. Grundgedanke ist dabei, dass die biologische Vielfalt nur dann langfristig erhalten werden kann, wenn die Chancen und Gewinne aus der nachhaltigen Nutzung der Natur allen beteiligten Gruppen gleichermaßen zugutekommen.

In regelmäßigen Abständen treffen sich die Vertragsstaaten der CBD, um den Stand der Umsetzung zu diskutieren und dem Prozess neue Impulse zu verleihen. Die Ziele der CBD stehen im Mittelpunkt des entwicklungspolitischen Engagements Deutschlands im Arbeitsfeld Umwelt- und Ressourcenschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Mit der Anwendung gentechnischer Methoden in der Landwirtschaft werden große Hoffnungen für die Welternährung verknüpft. Ihre Einführung kann jedoch weitreichende ökologische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Konsequenzen haben. Deshalb müssen die von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ausgehenden Risiken überprüft werden, bevor diese in den Verkehr gebracht werden.

Die biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Organismen ist ein wichtiger Bereich des entwicklungspolitischen Engagements Deutschlands im Arbeitsfeld Umwelt- und Ressourcenschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Deutschland unterstützt seine Partnerländer bei der Umsetzung des Cartagena-Protokolls (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), in dem verbindliche Regeln über den grenzüberschreitenden Handel mit GVO festgelegt sind.

Der Boden ist als Grundlage für Ackerbau und Viehwirtschaft eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen des Menschen. Doch vor allem in den Trockengebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas werden Böden großflächig durch eine zu intensive landwirtschaftliche Nutzung zerstört. Derartig übernutzte Böden können nicht mehr genügend Wasser speichern, werden vom Wind abgetragen, versalzen oder versanden. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) setzt sich aktiv für den Erhalt der Böden ein. Deutsche Expertinnen und Experten beraten zum Beispiel Regierungen bei der Erarbeitung von Bodenreformen und entwickeln gemeinsam mit Bauern und Viehzüchtern schonende Verfahren der Bewirtschaftung.

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Bereich Boden finden Sie hier.

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Der Boden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist als Grundlage für Ackerbau und Viehwirtschaft eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen des Menschen. Doch gutes Acker- und Weideland wird immer knapper: In den vergangenen 30 Jahren wurden auf rund 30 Prozent der weltweiten Landoberfläche Böden so geschädigt, dass sie ihre ökologischen und ökonomischen Funktionen nur noch vermindert oder gar nicht mehr erfüllen können.

Dieser Prozess wird als Bodendegradation bezeichnet. Laut Definition der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) können sechs spezifische Phänomene dazu beitragen: Wassererosion, Winderosion, Vernässung und Versalzung, chemische Degradation, physikalische Degradation und biologische Degradation. Im Unterschied zum umfassenderen Begriff der Desertifikation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bezieht sich Bodendegradation vorrangig auf die Fruchtbarkeit und Produktivität des Bodens.

Bodendegradation kann natürliche Ursachen haben, ist aber in zunehmendem Maße vom Menschen verursacht. Einseitiger Anbau, falsche Bewässerung, unverhältnismäßiger Einsatz von Pestiziden, intensive Bebauung oder übermäßige Nutzung als Folge von Bevölkerungswachstum (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) stören das biologische Gleichgewicht und können Böden unbrauchbar machen. Besonders in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind sehr viele Menschen davon betroffen, da sie direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig sind. Der Schutz der Böden und der Kampf gegen Bodendegradation und Desertifikation sind daher wichtige Aufgaben der Entwicklungspolitik. Deutschland ist in diesem Bereich einer der größten Geber weltweit.

Ausführliche Informationen über das Thema Bodenschutz finden Sie hier.

Die Bremer Arbeitsgemeinschaft für Überseeforschung und Entwicklung (Bremen Overseas Research and Development Association, BORDA) ist eine zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Organisation, die 1977 von entwicklungspolitisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Bremen gegründet wurde. BORDA strebt die Verbesserung der Lebensqualität benachteiligter Gruppen an. Dazu baut sie in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) dezentrale Dienstleistungen und Infrastruktur zur Grundversorgung auf. Arbeitsschwerpunkte von BORDA sind unter anderem Wasser- und Energieversorgung im ländlichen Raum, Abwasser- und Abfallmanagement sowie sanitäre Grundversorgung.

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Im Juli 1944 kamen im US-amerikanischen Bretton Woods die Vertreter von 44 Staaten zu einer Konferenz zusammen. Vor dem Hintergrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Lage zum Ende des Zweiten Weltkriegs verhandelten sie darüber, wie die internationalen Währungs-, Handels- und Wirtschaftsbeziehungen stabilisiert werden könnten.

Die Gesamtheit der damals geschaffenen Übereinkommen und Institutionen wird auch als Bretton-Woods-System bezeichnet. Dessen Kern war das Bretton-Woods-Abkommen. Es sah vor, dass der US-Dollar als Leitwährung in einem System fester Wechselkurse den internationalen Zahlungsverkehr absichern sollte. Das Abkommen wurde jedoch zu Beginn der siebziger Jahre aufgegeben. Andere Vereinbarungen, etwa die Gründung der sogenannten Bretton-Woods-Institutionen Internationaler Währungsfonds (IWF) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie die Schaffung von Regeln für den internationalen Handel, sind bis heute gültig oder wurden weiterentwickelt.

Deutschland trat den Bretton-Woods-Institutionen 1952 als 54. Mitglied bei. Inzwischen umfasst der IWF 190, die Weltbank 189 Mitgliedsstaaten.

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Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst ist das Entwicklungswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Es entstand aus dem Zusammenschluss des bei der Diakonie angesiedelten Hilfswerks „Brot für die Welt“ mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). In mehr als 90 Ländern befähigt Brot für die Welt arme und ausgegrenzte Menschen, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern. Zentraler Arbeitsschwerpunkt ist die Ernährungssicherung.

Unter Budgethilfe versteht man den direkten Transfer von Finanzmitteln in den Staatshaushalt eines Partnerlandes. Das Geld wird nicht für einzelne, exakt definierte Projekte der Entwicklungszusammenarbeit bewilligt. Stattdessen kann die Partnerregierung selbst entscheiden, wie sie die Mittel für die nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ihres Landes einsetzt. Budgethilfe soll die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit verbessern und die Eigenverantwortung der Partnerregierung stärken.

Korruption und Misswirtschaft in Empfängerländern führten in der Vergangenheit dazu, dass viele Geberländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ihre Budgethilfe vorübergehend oder ganz einstellten. Wird sie bewilligt, ist sie daher in der Regel mit Auflagen, Maßnahmen zur Förderung einer guten Regierungsführung und einem engen politischen Dialog verbunden.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist eine Fachbehörde des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie unterstützt Bundesministerien und nachgeordnete Behörden, EU-Institutionen und die Wirtschaft in Fachfragen. Die BGR ist die Durchführungsorganisation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) des BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) für die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Geosektor. Sie führt im Auftrag des BMZ Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern durch, zum Beispiel in den Bereichen Bergbau, Umweltgeologie und Georessourcenmanagement (Wasser, Boden, mineralische Rohstoffe und Energierohstoffe).

Die Bundesentwicklungsministerin ist verantwortlich für die politische Leitung und Steuerung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Seit Dezember 2021 ist Svenja Schulze Bundesentwicklungsministerin.

Weitere Informationen über die Bundesentwicklungsministerin finden Sie hier.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist zuständig für die deutsche staatliche Entwicklungspolitik. Zu seinen Aufgaben zählt es, Leitlinien und Konzepte zu entwickeln, langfristige Strategien für die Kooperation mit Partnern festzulegen und Regeln für die Umsetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu definieren.

Politisch und finanziell liegt der Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik auf der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit mit ausgewählten Entwicklungsländern. Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit der Realisierung der Vorhaben und kontrolliert die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Das BMZ setzt sich darüber hinaus auf europäischer und globaler Ebene für eine zukunftsweisende Ausgestaltung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ein. Das Ministerium bringt die Positionen der Bundesregierung in die multilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Institutionen ein und engagiert sich für eine effizientere Arbeitsweise. Außerdem kooperiert das BMZ eng mit nichtstaatlichen Akteuren wie politischen Stiftungen, kirchlichen Einrichtungen und weiteren Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Bundesministerin Svenja Schulze leitet das BMZ. Das BMZ beschäftigt im Inland gegenwärtig rund 1.230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Etwa 51 Prozent der Stellen sind am ersten Dienstsitz in Bonn angesiedelt, die übrigen 49 Prozent in Berlin. Ein Teil der Belegschaft verlässt zudem regelmäßig für einige Jahre das Ministerium, um für die Entwicklungspolitik weltweit tätig zu sein. Dies sind derzeit rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMZ.

Ausführliche Informationen über das BMZ finden Sie hier.

Das Büro der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Reduzierung von Katastrophenrisiken (United Nations Office for Disaster Risk Reduction, UNDRR; früher: United Nations International Strategy for Disaster Reduction, UNISDR) wurde im Anschluss an die Internationale Dekade zur Reduzierung von naturinduzierten Katastrophen (1990–1999) gegründet. Das UNDRR-Büro in Genf koordiniert alle Aktivitäten der verschiedenen UN-Einrichtungen zur Reduzierung von Katastrophenrisiken. Es entwickelt Strategien für Katastrophenrisikomanagement und setzt sich dafür ein, dass das Thema international mehr Beachtung findet. Das UNDRR unterstützt die Umsetzung, Überprüfung und internationale Koordination des Sendai-Rahmenwerks für Katastrophenvorsorge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Office of the High Commissioner for Human Rights, OHCHR) ist das zentrale Organ der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (UN) für den Menschenrechtsschutz. Es soll unter anderem weltweit den Schutz der Grundrechte fördern, die Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen koordinieren und Regierungen bei der Umsetzung von Menschenrechten beraten. Das Büro wird vom Hochkommissar für Menschenrechte geleitet und gehört zum UN-Sekretariat, dem ständigen Verwaltungsorgan der Vereinten Nationen.

Das Büro für Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) vereint mehrere, ehemals getrennte UN-Programme unter einem Dach. Hauptarbeitsbereiche des UNODC sind: Analyse- und Forschungsarbeit zu Drogen- und Verbrechensfragen und Polizeiarbeit, Begleitung der Umsetzung internationaler Abkommen und die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit Staaten im Kampf gegen Drogen, Korruption (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Verbrechen und Terrorismus.

Das UNODC gehört zu den wichtigsten Partnern Deutschlands im Bereich der „Alternativen Entwicklung“. Ziel dieses Konzepts ist, legale wirtschaftliche Alternativen zum Anbau von Drogenpflanzen zu schaffen, die den Lebensunterhalt der kleinbäuerlichen Familien in den Drogenanbaugebieten sichern.

Das Büro für Projektdienste der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (United Nations Office for Project Services, UNOPS) mit Sitz in Kopenhagen ist eine unabhängige Dienstleistungsorganisation innerhalb des UN-Systems. Es verbindet UN-Grundsätze mit privatwirtschaftlicher Effizienz. Das UNOPS finanziert selbst keine Projekte, sondern wird von UN-Einrichtungen und anderen Gebern mit der Durchführung von Entwicklungsprogrammen beauftragt. Außerdem nimmt das UNOPS eine zentrale Rolle im Beschaffungswesen des UN-Systems ein. Das Büro finanziert sich über seine Einnahmen vollständig selbst.

Capacity Development (frei übersetzt: Kapazitätsaufbau) beschreibt einen Prozess, durch den Menschen, Organisationen und Gesellschaften ihre Fähigkeiten mobilisieren, anpassen und ausbauen, um ihre eigene Entwicklung nachhaltig (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu gestalten und sich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Hierzu gehört es, Entwicklungshindernisse zu erkennen, Lösungsstrategien zu entwickeln und diese dann erfolgreich umzusetzen.

Der Begriff ist zu einem festen Bestandteil der entwicklungspolitischen Fachsprache geworden.

Der Deutsche Caritasverband ist ein Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Deutschland. Caritas international ist das weltweit tätige Hilfswerk des Verbandes. Es hilft nach Naturkatastrophen und in Krisengebieten das Überleben der Menschen zu sichern. Mit sozialen Projekten unterstützt Caritas international vor allem Menschen, die besonders schutzbedürftig sind: Kinder und Jugendliche, alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderungen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Das internationale Abkommen über die biologische Sicherheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) trat 2003 in Kraft und wird nach dem Ort der letzten Verhandlungsrunde im kolumbianischen Cartagena kurz Cartagena-Protokoll genannt. Das Abkommen legt völkerrechtlich verbindliche Regeln für den grenzüberschreitenden Handel, die Handhabung und den Umgang mit lebenden gentechnisch veränderten Organismen fest. Erstmals hat dabei der Schutz von Gesundheit und Umwelt Vorrang vor wirtschaftspolitischen Erwägungen. Es gibt dementsprechend Vertragsstaaten das Recht, Auflagen oder Verbote für die Einfuhr von gentechnisch veränderten Organismen zu verhängen, auch ohne dass endgültige Beweise zu den möglichen Gefahren vorliegen. Das Cartagena-Protokoll verankert somit das Vorsorgeprinzip.

Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt erfahrene deutsche und europäische Fachkräfte in die Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Mittel- und Osteuropas. Darüber hinaus unterstützt das CIM aus Deutschland zurückkehrende Migrantinnen und Migranten aus Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Existenzgründung in ihrer Heimat. Auch die Beratung der Politik zu den Themen Migration und Arbeitsmobilität zählt zu den Aufgabenfeldern. Ziel ist, die Chancen, die globale Migration für die Entwicklung bietet, besser zu nutzen.

Das CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Die Charta der Vereinten Nationen ist der Gründungsvertrag der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie schreibt die Ziele und Grundsätze der Staatengemeinschaft fest, zu denen sich alle 193 UN-Mitgliedsstaaten bekennen. Die Charta wurde 1945 von den 50 Gründungsstaaten unterzeichnet und trat im selben Jahr in Kraft. Die Vereinten Nationen sind demnach „fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“ (Präambel). In Artikel 1 setzen sie sich das Ziel, „den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren“ und „eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied [...] zu fördern und zu festigen“.

Der Verein Christliche Fachkräfte International (CFI, seit 2021 unter der Dachmarke Coworkers) ist seit 1985 ein staatlich anerkannter Entwicklungsdienst. Er vermittelt Fachleute, die weltweit evangelische Kirchen und christliche Organisationen bei ihren Entwicklungsprojekten unterstützen. Zu den Arbeitsfeldern zählen unter anderem Landwirtschaft, Gesundheitsdienst, technische und handwerkliche Ausbildung, Beratung und Bildung. Schwerpunkt ist die Förderung und Ausbildung einheimischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Clean Development Mechanism (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung, CDM) war Bestandteil des 1997 beschlossenen Kyoto-Protokolls (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zum Schutz des Klimas (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Er wurde eingeführt, um Industrieländern das Erreichen ihrer im Kyoto-Protokoll vereinbarten Ziele zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu erleichtern und gleichzeitig den Technologietransfer in Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu fördern. Demnach konnten Industrieländer ihren Pflichten zur Emissionsminderung auch nachkommen, indem sie entsprechende Projekte in Entwicklungsländern finanzierten. Die dort nachweislich eingesparten Emissionen konnten sie dann ihrem eigenen Emissionsbudget gutschreiben lassen.

Mit dem 2015 verabschiedeten Klimaabkommen von Paris (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurde ein Nachfolgeinstrument für den CDM geschaffen: der Mechanismus zur Minderung der Emissionen von Treibhausgasen und zur Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung.

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Um die Auswirkungen verschiedener Treibhausgase vergleichen zu können, wurde die Maßeinheit CO2-Äquivalent geschaffen. Mit ihr wird die Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase im Vergleich zu derjenigen von Kohlendioxid ausgedrückt.

Compact with Africa (CwA, übersetzt: Pakt mit Afrika) ist eine Initiative der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie wurde 2017 unter deutscher Präsidentschaft ins Leben gerufen, um wirtschaftliche Rahmenbedingungen und das Geschäftsumfeld für private Investitionen in reformorientierten afrikanischen Ländern zu verbessern. Gemeinsam werden dafür Reformprozesse angestoßen.

Die Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) ist eine globale Partnerschaft von mehr als 30 Entwicklungsorganisationen (darunter BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die sich dafür einsetzt, dass arme Menschen Zugang zu finanziellen Dienstleistungen wie Sparkonten und Krediten erhalten. Sie ist in Form eines Treuhandfonds bei der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) angesiedelt. CGAP erforscht aktuelle Themen und Trends im Bereich der Mikrofinanzierung und macht die Ergebnisse international zugänglich. Zu den Themen zählen zum Beispiel soziale Standards für Mikrofinanzierung, Mikroversicherungen, die Förderung von Frauen und der Einsatz digitaler Technologien in der Mikrofinanzierung.

Corporate Social Responsibility (Unternehmerische Sozialverantwortung, CSR) ist eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch verantwortungsvolle Unternehmensführung, die dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) folgt. Unternehmen, die sich zu CSR bekennen, verpflichten sich zur Einhaltung ethischer, sozialer und umweltrelevanter Grundsätze bei ihrer Arbeit und ihren Beziehungen zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Lieferanten und anderen Akteuren. So kann CSR dazu beitragen, die Produktionsbedingungen und die Lebenssituation der Menschen in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu verbessern. Wichtige Bereiche sind dabei unter anderem Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung und fairer Handel.

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Das Partnerschaftsabkommen von Cotonou regelt die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Gruppe der Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Es wurde im Jahr 2000 für eine Dauer von 20 Jahren geschlossen und führt die Tradition der Partnerschaftsabkommen von Yaoundé (1965 bis 1975) und Lomé (1975 bis 2000) fort.

Folgeabkommen

Die Verhandlungen für eine neue vertiefte und modernisierte Partnerschaft zwischen der EU und den AKP-Staaten, das sogenannte Post-Cotonou-Abkommen, sind bereits abgeschlossen. Derzeit laufen die Prozesse zur Unterzeichnung und vorläufigen Anwendung des Abkommens, nach seiner vollständigen Ratifizierung tritt es offiziell in Kraft.

Das Post-Cotonou-Abkommen ist erneut für 20 Jahre angelegt und verbindet die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit verstärkter regionaler Kooperation – insbesondere mit Afrika. Hauptziel des Abkommens ist eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen der EU und den AKP-Staaten sowie die Umsetzung der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Pariser Klimaziele (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Schwerpunktthemen der Kooperation sind:

  • Menschenrechte, Demokratie und Regierungsführung
  • Frieden und Sicherheit
  • menschliche und soziale Entwicklung
  • inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Entwicklung
  • Umwelt und Klimawandel
  • Migration und Mobilität

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Der Begriff „debt swap“ (auf Deutsch: Schuldenumwandlung) bezeichnet eine Entschuldung mit bestimmten Auflagen. Das Prinzip: Ein Entwicklungsland (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verpflichtet sich gegenüber Deutschland, Entwicklungsprojekte im eigenen Land zu finanzieren und erhält dafür im Gegenzug von Deutschland einen Schuldenerlass in mindestens gleicher Höhe.

Schuldenumwandlungen haben sich als wichtiges entwicklungspolitisches Instrument bewährt. Deutschland führt seit 1993 Schuldenumwandlungen auf bilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Ebene durch.

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Der Begriff „demografische Dividende“ beschreibt einen wirtschaftlichen Entwicklungsschub, der durch die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung eines Landes hervorgerufen wird.

In Ländern mit geringer wirtschaftlicher Entwicklung sind die Geburtsraten oft hoch und die durchschnittliche Lebenserwartung ist vergleichsweise gering. Wenn sich die allgemeinen Lebensbedingungen verbessern, nimmt die Sterblichkeit insbesondere unter Kindern ab, wodurch die Lebenserwartung steigt. Weil die Geburtenrate zunächst hoch bleibt, wächst die Bevölkerung für einige Jahrzehnte schnell. Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung sinken dann die Geburtenraten und damit langfristig auch das Bevölkerungswachstum.

Im Laufe dieses Prozesses wandelt sich die Altersstruktur einer Gesellschaft: Wenn die Geburtenraten sinken, steigt der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung (15 bis 65 Jahre). Gleichzeitig müssen zunächst weniger alte Menschen und Kinder versorgt werden. Dadurch steht mehr Arbeitskraft und mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung – was einen wirtschaftlichen Wachstumsschub ermöglicht.

Damit eine demografische Dividende eintritt, muss der Staat aktiv die Voraussetzungen dafür schaffen, das Potenzial der veränderten Altersstruktur zu nutzen. Vor allem muss er für ein leistungsfähiges Bildungssystem und ausreichend Arbeitsplätze sorgen und eine gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Frauen ermöglichen.

Demokratie ist das bisher einzige politische System, das Menschen politische und bürgerliche Freiheiten und das Recht auf politische Teilhabe garantiert. Wesentliche Merkmale von Demokratien sind Gewaltenteilung und -kontrolle, Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), freie und faire Wahlen, Mehrparteiensysteme, gesellschaftliche Beteiligung an politischen Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen (Partizipation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Achtung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Keine Staatsform hat sich als erfolgreicher, menschlicher und entwicklungsförderlicher erwiesen als die Demokratie.

Um politische Reformprozesse zu unterstützen, hat Deutschland mit zahlreichen Partnerländern eine Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der guten Regierungsführung (Good Governance (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) vereinbart. Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) engagiert sich insbesondere für den Schutz der Menschenrechte, die politische Teilhabe aller Bevölkerungsschichten und die Medienfreiheit.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze zur Förderung der Demokratie finden Sie hier.

Trockengebiete machen rund 40 Prozent der Landfläche der Erde aus. Sie bilden den Lebensraum für einen großen Teil der Weltbevölkerung. Von Desertifikation spricht man, wenn in diesen Gebieten die natürlichen Ressourcen Boden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wasser (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Vegetation beeinträchtigt oder zerstört werden und sich nicht regenerieren können. Starkes Bevölkerungswachstum (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zwingen viele Menschen dazu, Acker- und Weideflächen zu stark zu beanspruchen. Die Folge: Die Böden laugen aus, versalzen oder versanden, die Vegetation geht zurück, die Wasserreserven schwinden. Das Land wird unfruchtbar und verödet.

Die 50 am wenigsten entwickelten Länder der Welt (Least Developed Countries, LDC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) sind besonders von diesem Prozess der schleichenden Wüstenbildung betroffen. Durch Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen in ihren Kooperationsländern zielt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit darauf ab, den Teufelskreis aus Armut und Bodenzerstörung zu durchbrechen.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze zur Bekämpfung der Desertifikation finden Sie hier.

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Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH entstand am 1. Januar 2011 durch die Fusion der drei staatlichen Durchführungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), Deutscher Entwicklungsdienst (DED (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und InWEnt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH). Die GIZ bündelt die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen dieser drei Organisationen.

Als Bundesunternehmen unterstützt die GIZ die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie fördert die internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die internationale Bildungsarbeit. Grundlage sind die Grundsätze und Ziele, die das BMZ für die deutsche Entwicklungspolitik formuliert.

Die GIZ hat Sitze in Bonn und Eschborn sowie weitere Standorte in verschiedenen Bundesländern.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gibt es seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr. Sie ist – gemeinsam mit dem DED (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Deutscher Entwicklungsdienst) und InWEnt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) – in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) aufgegangen.

Die GTZ war seit 1975 weltweit auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Sie war ein privatwirtschaftliches Unternehmen im Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ist ein Tochterunternehmen der KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Ihre Aufgabe ist es, private unternehmerische Initiativen in Entwicklungs- und Reformländern zu fördern. Dazu stellt sie privaten Unternehmen langfristiges Kapital für Investitionen in diesen Ländern zur Verfügung. Sie engagiert sich dabei ausschließlich in Projekten, die entwicklungspolitisch sinnvoll sowie umwelt- und sozialverträglich sind.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Er hat die Aufgabe, die Hochschulbeziehungen mit dem Ausland durch den Austausch von Studierenden und Graduierten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern. Seine Programme richten sich an Menschen im In- und Ausland.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) unterstützt entwicklungspolitisch orientierte Programme des DAAD mit eigenen Haushaltsmitteln.

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Den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) gibt es seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr. Er ist – gemeinsam mit der GTZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) und InWEnt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) – in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) aufgegangen.

Der DED war einer der führenden europäischen Personalentsendedienste. Er wurde 1963 als gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Gesellschafter war die Bundesrepublik Deutschland.

Als Dachverband deutscher Genossenschaftsorganisationen vertritt der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) seine Mitglieder in wirtschafts-, rechts- und steuerpolitischen Belangen. In der Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sieht der DGRV seine Aufgabe darin, wirtschaftliche und soziale Entwicklung durch den Auf- und Ausbau sozialer Strukturen zu fördern. Er setzt auf lokale unternehmerische Initiative, genossenschaftlich organisierte Selbsthilfe und lokale Wirtschaftskraft. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Finanzsektor, insbesondere im Bereich Mikrofinanzen: Mit Hilfe von Spar- und Kreditgenossenschaften soll benachteiligten Personengruppen der Zugang zu sicheren Finanzdienstleistungen ermöglicht werden.

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Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist die unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Deutschlands. Es ist gemäß den Pariser Prinzipien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen bei der Globalen Allianz der Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (GANHRI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) mit A-Status akkreditiert. Zu den Aufgaben des Instituts gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Es wird vom Deutschen Bundestag finanziert. Zu den Aufgaben des Instituts zählt auch, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der UN-Kinderrechtskonvention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Deutschland zu überwachen. Es hat dafür entsprechende Monitoring-Stellen eingerichtet.

Als Mitglied der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hilft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Menschen, die in Not geraten sind, etwa durch Naturkatastrophen oder bewaffnete Konflikte. Es leistet humanitäre Hilfe und unterstützt den Wiederaufbau. In Zusammenarbeit mit lokalen Schwestergesellschaften engagiert sich das DRK darüber hinaus in langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Ziel ist die Stärkung der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen in den Bereichen Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wasser (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Hygiene sowie Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Die Development Gateway Foundation (DGF) wurde 2001 gegründet, um durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) die „digitale Kluft“ zwischen Entwicklungs- und Industrieländern zu verringern. Die Stiftung bringt öffentliche und private Partner im Internet zusammen, um ihnen Zugang zu entwicklungsrelevantem Wissen zu verschaffen. Dazu entwickelt sie Instrumente, die es diesen Einrichtungen ermöglichen, Daten zu sammeln, zu analysieren und auszuwerten, um fundierte entwicklungsförderliche Entscheidungen treffen zu können.

Externer Link: Website der Development Gateway Foundation (englisch) (Externer Link)

Dezentralisierung bedeutet nach dem Verständnis der deutschen Entwicklungspolitik, politische Entscheidungsbefugnisse, Verwaltungszuständigkeiten und staatliche Gelder von der nationalen Regierungsebene auf die Regionen und Kommunen eines Landes zu übertragen. Dadurch können staatliche Dienstleistungen verbessert, öffentliche Ressourcen transparenter, wirksamer und bedarfsgerechter eingesetzt und politische Beteiligungsprozesse gestärkt werden.

Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) betrachtet Dezentralisierung als Schlüsselfaktor für Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und gute Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Deutschland fördert in zahlreichen Kooperationsländern Dezentralisierungsprozesse, damit die Bedürfnisse der Bevölkerung bei politischen Entscheidungen besser berücksichtigt werden.

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Bereich Dezentralisierung finden Sie hier.

Der Begriff Diaspora (altgriechisch für „Zerstreuung“) bezeichnete ursprünglich eine Gruppe von Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten und über mehrere fremde Länder verstreut wurden, beziehungsweise das Gebiet, in dem diese Gruppe dann als Minderheit lebte. Lange Zeit bezog sich der Begriff vor allem auf das Exil des jüdischen Volkes. Heutzutage wird der Begriff zunehmend für Gruppen von Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verwendet, die sich durch ihre gemeinsame Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Kultur verbunden fühlen.

So definiert die Internationale Organisation für Migration (IOM) Diaspora als „Migranten oder Nachkommen von Migranten, deren Identität und Zugehörigkeitsgefühl durch ihre Migrationserfahrung und ihren Hintergrund geprägt wurden. Sie unterhalten Verbindungen zu ihren Heimatländern und zueinander, die auf einem gemeinsamen Gefühl von Geschichte, Identität oder gemeinsamen Erfahrungen im Zielland beruhen“.

Do no harm“ heißt übersetzt „richte keinen Schaden an“. Nach dem Do-no-harm-Prinzip sollen mögliche negative Folgen von Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) frühzeitig erkannt, vermieden und abgefedert werden. Ungewollte Wirkungen können zum Beispiel durch das Auftreten von ausländischen Expertinnen und Experten, die Verteilung von Fördermitteln und die Auswahl lokaler Kooperationspartnern erzeugt werden. In Kriegs- oder Spannungsgebieten kann Entwicklungszusammenarbeit so schlimmstenfalls zur Eskalation von Konflikten beitragen. Vor allem Programme in Krisensituationen müssen daher nach diesem Prinzip „konfliktsensibel“ gestaltet werden.

Eine Dreieckskooperation ist ein Entwicklungsprojekt, das von drei Partnern gemeinsam geplant, finanziert und umgesetzt wird:

  1. einem begünstigten Entwicklungsland (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), das Unterstützung bei der Bewältigung einer konkreten Entwicklungsherausforderung angefragt hat,
  2. einem Hauptpartner, der im eigenen Land Erfahrungen bei der Bewältigung einer solchen Herausforderung gesammelt hat und seine finanziellen Ressourcen und sein Wissen teilt,
  3. einem unterstützenden Partner, der dabei helfen kann, die anderen Partner zu verbinden, sowie diese Partnerschaft finanziell und/oder mit fachlicher Expertise unterstützt.

Haupt- und unterstützender Partner können sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer sein. Die Rollen in einer Dreieckskooperation sind nicht starr festgelegt, jeder der beteiligten Partner kann sowohl Begünstigter als auch Wissensträger oder Unterstützer sein.

Ausführliche Informationen über Dreieckskooperation finden Sie hier.

Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen mit der Umsetzung der entwicklungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Zu den Aufgaben dieser Organisationen gehören unter anderem:

Die einzelnen Durchführungsorganisationen haben hoch spezialisierte Fähigkeiten entwickelt und kooperieren bei ihrer Arbeit in den Partnerländern miteinander.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) engagiert sich auch international in der Erwachsenenbildung. In Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Transformationsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fördert das Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV International) mit Unterstützung des BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die Grund- und Weiterbildung von Jugendlichen und Erwachsenen, die Aus- und Fortbildung von Fachkräften sowie die Stärkung von Strukturen der Erwachsenenbildung.

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Die DW Akademie ist Deutschlands führende Organisation für internationale Medienentwicklung. Sie ist eine Einrichtung des öffentlich-rechtlichen Auslandssenders Deutsche Welle (DW).

In Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika, im Nahen Osten und in Zentralasien fördert die DW Akademie die Entwicklung freier und transparenter Mediensysteme. Gemeinsam mit lokalen Partnern setzt sie sich für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein, stärkt verantwortungsvollen und vielfältigen Journalismus und unterstützt die Aus- und Fortbildung von Medienschaffenden.

Die internationale Bildungsinitiative Education for All Fast Track Initiative (sinngemäß: Bildung für alle – Schnellspur-Initiative, EFA-FTI) wurde 2002 gestartet, um allen Kindern weltweit den Zugang zu qualitativ hochwertiger und kostenfreier Grundbildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu ermöglichen.

2011 wurde EFA-FTI in Global Partnership for Education (Globale Partnerschaft für Bildung, GPE (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) umbenannt.

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Im jährlichen Bundeshaushaltsplan der Bundesrepublik Deutschland wird der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Einzelplan 23 geführt. Er führt alle Einnahmen und Ausgaben des BMZ nach Herkunft und Bestimmung auf.

Für das Haushaltsjahr 2024 stehen dem BMZ insgesamt rund 11,22 Milliarden Euro zur Verfügung.

Ausführliche Informationen über den BMZ-Haushalt finden Sie hier.

EITI steht für „Extractive Industries Transparency Initiative“, auf Deutsch „Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft“. Ziel von EITI ist es, die Transparenz der Geldströme bei der Förderung von Öl, Gas, Kohle und anderen mineralischen Rohstoffen zu erhöhen und dadurch den Zivilgesellschaften (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu ermöglichen, den Verbleib der Gelder zu kontrollieren. Die Initiative wurde 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Johannesburg ins Leben gerufen.

Der Begriff Empowerment stammt ursprünglich aus dem Bereich der Psychologie und Sozialpädagogik, er lässt sich am besten mit „Selbstbemächtigung“ oder auch „Selbstkompetenz“ übersetzen. Empowerment umfasst Strategien und Maßnahmen, die Menschen dabei helfen, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. Durch Empowerment sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Belange zu vertreten und zu gestalten.

In der Entwicklungszusammenarbeit versteht man unter Empowerment vor allem einen Prozess, der das Selbstvertrauen benachteiligter Bevölkerungsgruppen stärkt und sie in die Lage versetzt, ihre Interessen zu artikulieren und sich am politischen Prozess zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der vorhandenen Potenziale der Menschen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Veränderungen der sozialen, ökonomischen, rechtlichen und politischen Institutionen innerhalb der Gesellschaft notwendig. Die Entwicklungszusammenarbeit fördert solche Reformen.

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Ohne Energie ist Entwicklung nicht möglich. Energie ist Voraussetzung dafür, dass Betriebe produzieren können und Arbeitsplätze entstehen. Sie wird benötigt, um Lebensmittel anzubauen, Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und um sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Energie ermöglicht weltweite Kommunikation und Mobilität.

Weltweit haben jedoch etwa 860 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Mehr als 2,6 Milliarden Menschen stehen keine sauberen Kochgelegenheiten zur Verfügung – sie verfeuern Holz, Kohle oder Kerosin, um Mahlzeiten zuzubereiten. Der Auf- und Ausbau einer nachhaltigen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Energieversorgung in den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung und somit für die Verwirklichung der globalen Entwicklungsziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Zugleich müssen entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, um den weltweiten Energieverbrauch zu senken, den Klimawandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) aufzuhalten und die lokale Umwelt zu schonen.

Eine langfristige Lösung kann nur der Aufbau eines nachhaltigen Energiesystems sein, das sozialen, ökologischen, und ökonomischen Zielen gerecht wird. Die Hauptverantwortung für eine weltweite Energiewende liegt zwar bei den Industriestaaten, doch auch die Energiemärkte in den Entwicklungsländern müssen dazu beitragen. Die Industriestaaten besitzen die Mittel und die Innovationskraft, um die Märkte für erneuerbare Energie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Effizienztechnologien zu entwickeln. Dadurch können die Kosten für diese Technologien gesenkt werden, um sie für arme Länder erschwinglicher zu machen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) fördert in zahlreichen Partnerländern Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energie und zur Verbesserung der Energieeffizienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Auch regionale und globale Programme mit dieser Zielsetzung werden unterstützt.

Ausführliche Informationen über das Thema Energie finden Sie hier.

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Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines nachhaltigen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Energiesystems ist die Energieeffizienz. Energie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) muss auf eine Weise erzeugt, übertragen und genutzt werden, bei der mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Leistung erreicht wird. Dazu muss unter anderem der Wirkungsgrad von Kraftwerken verbessert werden und Transportverluste durch veraltete Leitungssysteme und Verschwendung durch ineffiziente Endgeräte oder falsches Nutzerverhalten müssen vermindert werden. In solchen vermeidbaren Energieverlusten liegt ein riesiges Einsparpotenzial. Deutschland berät seine Partnerländer beim Aufbau effizienter Versorgungssysteme und unterstützt sie bei der Modernisierung von Stromnetzen und Kraftwerken.

Ausführliche Informationen über das Thema Energieeffizienz finden Sie hier.

Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen ist seit Januar 2012 die zentrale Servicestelle der Bundesregierung für zivilgesellschaftliches (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und kommunales Engagement. Ihre Aufgabe ist es, engagierten Akteurinnen und Akteuren Information, Beratung, Förderung und Qualifizierung aus einer Hand anzubieten. Die Servicestelle bündelt alle Förderprogramme für Kommunen, Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Vereine, Unternehmen, Schulen und Einzelpersonen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit oder der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit engagieren wollen.

Mit dem Begriff Enklavenökonomie (auch: Wirtschaftsenklave) bezeichnet man den Einschluss eines Wirtschaftskomplexes in eine regionale oder nationale Wirtschaft, ohne dass daraus eine Wertschöpfungskette (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) entsteht. Dieser Wirtschaftsbereich besteht abgekoppelt von Gesellschaft und sonstiger Ökonomie und ist oft den Preisschwankungen auf den Weltmärkten ausgesetzt. Wird zum Beispiel der Bergbau in einem Land als Enklavenökonomie bezeichnet, bedeutet dies, dass der Sektor kaum in vor- oder nachgelagerte lokale Wirtschaftsbereiche eingebunden ist. Weder werden die für den Abbau notwendigen Maschinen und Werkzeuge im Land hergestellt, noch die gewonnenen Rohstoffe dort weiterverarbeitet.

Hohe Schulden stellen in vielen armen Ländern ein Entwicklungshindernis dar: Durch die Verpflichtung zu erheblichen Zins- und Tilgungszahlungen fehlt ihnen das Geld für dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur. Ziel einer Entschuldung ist, das Maß der Schuldenlast auf ein ökonomisch tragbares Niveau zu senken und so einen wirtschaftlichen Neubeginn möglich zu machen. Die Erfahrungen mit der 1996 gestarteten Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete arme Länder („heavily indebted poor countries“; HIPC-Initiative (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) haben gezeigt, dass der Schuldenerlass ein wirkungsvoller Weg ist, arme Länder zu entlasten und frei werdende Mittel der Armutsbekämpfung zuzuführen. An Entschuldung sind strenge Auflagen geknüpft.

Zahlen die Entwicklungsländer ihre Schulden aus den von Deutschland gewährten Krediten zurück?

Ja, grundsätzlich zahlen die Entwicklungsländer ihre Schulden aus den von Deutschland gewährten Krediten zurück. Das ist auch im Eigeninteresse der Länder. Sie bewahren so das Vertrauen aller Gläubiger. Ansonsten könnten sie ihren Zugang zu Finanzmärkten verlieren und weniger attraktiv für Investitionen werden. Das könnte ihrer wirtschaftlichen Entwicklung dauerhaft schaden.

Es liegt aber auch in der Verantwortung der Gläubiger, ihre Kreditvergabe derart zu gestalten, dass sie nicht die Schuldentragfähigkeit eines Landes untergraben. Die G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Länder haben hierzu 2017 unter deutscher G20-Präsidentschaft die „G20 Operational Guidelines for Sustainable Financing“ verabschiedet.

Können Schulden auch mal nicht zurückgezahlt werden?

Es kann Situationen geben, in denen Staaten ihre Verpflichtungen nicht begleichen können. Beispielsweise können Naturkatastrophen, Pandemien oder Kriege öffentliche Haushalte aus der Bahn werfen, wenn Steuereinnahmen einbrechen oder zusätzliche Ausgaben erforderlich sind.

Wenn Staaten in Zahlungsschwierigkeiten geraten, müssen in Abwesenheit eines geregelten Staateninsolvenzverfahrens auf politischer Ebene Möglichkeiten ausgelotet werden, Umschuldungen oder, falls notwendig, auch Erlasse mit den Schuldnerländern zu vereinbaren. Deutschland handelt in solchen Situationen nicht alleine, sondern gemeinsam mit anderen internationalen Gebern und Finanzinstitutionen (wie Internationaler Währungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), um faire Lösungen zu finden. Umschuldungen oder Schuldenerlasse dienen nicht nur der wirtschaftlichen Stabilisierung von Schuldnerländern. Sie sind auch im Interesse der Gläubiger, die so sicherstellen, dass ein Teil der Schulden zurückbezahlt wird, die betroffenen Staaten handlungsfähig bleiben und wirtschaftliche Beziehungen zum beiderseitigen Vorteil aufrechterhalten werden können.

Schuldenumwandlungen

Deutschland bietet in ausgewählten Fällen auch bilaterale Schuldenumwandlungen, sogenannte „Debt Swaps (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)“, an. Bei Schuldenumwandlungen handelt es sich primär um ein entwicklungspolitisches Instrument. Es kommt nur für Länder infrage, die nicht überschuldet sind. Das jeweilige Land kann einen Teil seiner Schulden gegen die Verpflichtung eintauschen, Investitionen in nachhaltige Entwicklung im gleichen Wert vorzunehmen. Ein Beispiel sind „Debt-for-Climate Swaps“, bei denen sich beide Staaten auf konkrete Projekte zum Klimaschutz oder zur Klimaanpassung einigen. Erst nachdem die Projekte erfolgreich umgesetzt sind, gelten die Schuldendienstleistungen gegenüber Deutschland in derselben Höhe als beglichen. Das Geld wird also reinvestiert. Deutschland kann Partnerländern jährlich Schuldenumwandlungen in Höhe von insgesamt bis zu 150 Millionen Euro anbieten.

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Die entwicklungspolitische Zielsetzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) führte 1961 zur Einrichtung eines Fachausschusses für Entwicklungszusammenarbeit (englisch: Development Assistance Committee, DAC). Dem Ausschuss gehören mittlerweile 32 der 38 OECD-Mitgliedsländer an. Ihr Ziel ist, die Entwicklungszusammenarbeit qualitativ und quantitativ zu verbessern. Kernfunktionen des DAC sind:

  • die Festlegung von Qualitätsstandards für die Entwicklungszusammenarbeit,
  • die Erarbeitung und Abstimmung von Grundsätzen und Leitlinien für wichtige Bereiche der Entwicklungspolitik,
  • die regelmäßige Überprüfung der Entwicklungspolitik der DAC-Mitglieder auf Grundlage der gemeinsamen Standards und Leitlinien („Peer Reviews“),
  • die Festlegung, Überprüfung und Weiterentwicklung der Kriterien für die Anrechenbarkeit der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Veröffentlichung der offiziellen ODA-Statistik sowie die Analyse der Ergebnisse und Trends.

Das deutsche Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG) definiert den Begriff des Entwicklungshelfers als Person, die in Entwicklungsländern ohne Erwerbsabsicht einen mindestens einjährigen Dienst leistet, „um in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zum Fortschritt dieser Länder beizutragen“. Das Gesetz bestimmt die Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung und Förderung der Träger des Entwicklungsdienstes. Darüber hinaus gibt es die Rahmenbedingungen für die Dienstverträge mit den Entwicklungshelfern vor und regelt deren soziale Absicherung.

In Deutschland gibt es sieben staatlich anerkannte Träger des Entwicklungsdienstes, die Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer entsenden dürfen. Sie haben sich in der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste (AGdD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) zusammengeschlossen.

Für den Begriff „Entwicklungsländer“, der in Deutschland seit den 1950er Jahren verwendet wird, gibt es keine einheitliche Definition. Die Mehrzahl dieser Staaten weist jedoch einige dieser gemeinsamen Merkmale auf:

  1. eine schlechte Versorgung großer Gruppen der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, dadurch Unterernährung und Hunger
  2. ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen, Armut
  3. keine oder nur eine mangelhafte Gesundheitsversorgung, eine hohe Kindersterblichkeitsrate und eine geringe durchschnittliche Lebenserwartung
  4. mangelhafte Bildungsmöglichkeiten, eine hohe Analphabetenquote
  5. hohe Arbeitslosigkeit, ein insgesamt niedriger Lebensstandard, eine oft extrem ungleiche Verteilung der vorhandenen Güter

Die Wirtschaft der meisten Entwicklungsländer ist von einer Struktur geprägt, bei der traditionelle Produktionsweisen – vorwiegend in der Landwirtschaft – einem modernen dynamischen Sektor – meistens im Industriebereich – gegenüberstehen. Da viele Entwicklungsländer hoch verschuldet sind, leidet ihre Wirtschaft oft unter Kapitalmangel und außenwirtschaftlichen Schwierigkeiten.

In der Regel findet international die Liste der Entwicklungsländer des Entwicklungsausschusses (DAC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) Anwendung. Sie unterteilt die Länder nach Pro-Kopf-Einkommen in vier Kategorien und wird alle drei Jahre aktualisiert. Leistungen von Geberländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) an Länder dieser Liste gelten als öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

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Rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 160 Ländern trafen sich 2011 zum vierten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Busan (Südkorea). Die Konferenz bestätigte die Gültigkeit der Prinzipien, die auf den vorangegangenen Foren in Paris (2005) und Accra (2008) beschlossen worden waren.

Darüber hinaus wurde mit der Abschlusserklärung von Busan die „Globale Partnerschaft für wirksame Entwicklungszusammenarbeit“ („Global Partnership for Effective Development Cooperation“) ins Leben gerufen. Um messbare Ergebnisse bei der Armutsbekämpfung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der nachhaltigen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu erzielen, bezieht die Partnerschaft alle entwicklungspolitischen Akteure ein: Industriestaaten, Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), internatioale Entwicklungsorganisationen, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) ist ein 2005 gestartetes Förderprogramm für Schulpartnerschaften mit Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. ENSA wird im Auftrag des BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von der gemeinnützigen Gesellschaft Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ausgeführt.

ENSA steht allen Schulformen (Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen sowie Gymnasien) offen. Jugendliche aus Deutschland, Transformations- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) arbeiten gemeinsam in Projekten zu entwicklungspolitischen Themen. Im Anschluss an die Begegnungsreisen setzen sie sich als Multiplikatoren für das Bildungskonzept des „Globalen Lernens“ ein. Ziel von ENSA ist es, ein wachsendes Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern aufzubauen, die sich für eine globale nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) engagieren.

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Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (United Nations Development Programme, UNDP) ist ein Ausschuss der Hauptversammlung der Vereinten Nationen und die zentrale Organisation der UN-Entwicklungsfonds und -programme. Es hat eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und auch bei der Umsetzung von Reformen innerhalb des UN-Systems.

Das UNDP unterstützt Partnerländer mit Politikberatung und dem Auf- beziehungsweise Ausbau von Fähigkeiten/Kapazitäten in den Bereichen Armutsbekämpfung, struktureller Wandel für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie Krisenvorsorge und Konfliktbewältigung.

Zudem veröffentlicht das UNDP jährlich den Bericht über die menschliche Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Human Development Report, HDR). Er enthält umfangreiche Informationen zum Entwicklungsstand und zum Lebensstandard in den verschiedenen Ländern, basierend auf dem Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Human Development Index, HDI).

Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat die Aufgabe, den Menschen die Freiheit zu geben, ohne materielle Not selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten und ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Sie leistet Beiträge zur nachhaltigen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Verbesserung der weltweiten wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse. Sie bekämpft die Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und fördert Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Entwicklungszusammenarbeit trägt zur Prävention von Krisen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und gewalttätigen Konflikten bei. Sie fördert eine sozial gerechte, ökologisch tragfähige und damit nachhaltige Gestaltung der Globalisierung.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit basiert auf dem Grundsatz, aus ethischer Verantwortung und internationaler Solidarität zu handeln. Sie ist damit von humanistischen Werten geleitet, dient aber gleichzeitig auch dem Bestreben, die Zukunft Deutschlands zu sichern.

Als Sammelbegriff fasst Entwicklungszusammenarbeit die Leistungen der technischen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), finanziellen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und personellen Zusammenarbeit zusammen. Entwicklungszusammenarbeit ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, die von privaten und öffentlichen Einrichtungen erfüllt wird. Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit können in materieller Form (als Kredite oder Zuschüsse) oder auch in immaterieller Form (zum Beispiel durch Bereitstellung von Know-how oder Aus- und Fortbildung) erbracht werden.

Entwicklungszusammenarbeit oder Entwicklungshilfe?

Die deutsche Regierung betrachtet die Länder und Organisationen, mit denen sie entwicklungspolitisch zusammenarbeitet, nicht als Empfänger von Hilfsleistungen, sondern als gleichberechtigte Partner. Die Ziele der Zusammenarbeit werden gemeinsam festgelegt, die Maßnahmen werden gemeinsam geplant und verwirklicht und auch die Verantwortung für Erfolge und Misserfolge wird gemeinsam getragen. Die Partner beteiligen sich außerdem in vielen Fällen an der Finanzierung der Programme.

Darüber hinaus profitieren Deutschland und die anderen Geberstaaten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) auch selbst von Entwicklungszusammenarbeit. Sie bietet eine gute Möglichkeit, kulturelle und wirtschaftliche Kontakte zu den Partnerländern aufzubauen und verbessert die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit beschreibt diese intensive, gleichberechtigte Partnerschaft viel besser als der früher übliche Begriff Entwicklungshilfe.

Ausführliche Informationen über die Arbeitsweise der deutschen Entwicklungszusammenarbeit finden Sie hier.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verabschiedete 1986 eine Erklärung über das Recht auf Entwicklung. Demnach haben alle Menschen und Völker Anspruch darauf, an einer wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Entwicklung gleichberechtigt teilzuhaben, in der alle Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gewährt werden. Sie haben das Recht, diese Entwicklung selbst zu gestalten und aus ihr Nutzen zu ziehen.

Die deutsche Entwicklungspolitik wird systematisch an den Menschenrechten und dem Recht auf Entwicklung ausgerichtet. Prinzipien wie Partizipation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Transparenz, Rechenschaftspflicht und Nichtdiskriminierung fördern eine selbstbestimmte Entwicklung in den Kooperationsländern.

Die Erklärung der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) über die Rechte der indigenen Völker (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurde im September 2007 durch die UN-Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) angenommen. Sie würdigt die jahrelangen Anstrengungen der Vertretungen indigener Völker, innerhalb der internationalen Gemeinschaft ein stärkeres Bewusstsein für die Situation der Indigenen zu schaffen. Ein Drittel der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) steht im Zusammenhang mit der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker. Die Erklärung ist völkerrechtlich nicht bindend, dient aber international als Empfehlung und Orientierungshilfe.

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Die Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen verabschiedete 1986 eine Erklärung über das Recht auf Entwicklung. Demnach haben alle Menschen und Völker Anspruch darauf, an einer wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Entwicklung teilzuhaben, in der alle Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gewährt werden. Sie haben das Recht, diese Entwicklung selbst zu gestalten und aus ihr Nutzen zu ziehen. Zu Beginn des Jahres 2020 legte eine zwischenstaatliche Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) einen Entwurf für ein verbindliches Abkommen zum Recht auf Entwicklung vor, der verhandelt werden soll.

Zwei Jahre nach dem ersten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Rom (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fand 2005 eine Folgekonferenz in Paris statt. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern, von internationalen Entwicklungsorganisationen und aus Wirtschaft und Gesellschaft einigten sich in der „Erklärung von Paris“ („Paris Declaration on Aid Effectiveness“) auf fünf Grundprinzipien der wirksamen Zusammenarbeit:

  • Die Eigenverantwortung der Entwicklungsländer soll gestärkt werden („Ownership“).
  • Die Geber sollen Institutionen der Kooperationsländer nutzen und ihre Programme an den Strategien und Verfahren der Partner ausrichten („Alignment“).
  • Die Geber sollen ihre Programme und Verfahren untereinander abstimmen („Harmonisation“).
  • Der Erfolg der Maßnahmen soll nach konkreten Ergebnissen bemessen werden („Managing for Results“), nicht am finanziellen Einsatz.
  • Geber- und Kooperationsländer sollen gemeinsam über ihr entwicklungspolitisches Handeln gegenüber der Öffentlichkeit und den Parlamenten Rechenschaft ablegen („Accountability“).

Trotz beachtlicher Fortchritte und weitreichender Reformen in den Folgejahren ergab ein Evaluierungsbericht der OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), dass nur eine der zwölf vereinbarten Zielvorgaben tatsächlich bis 2010 erreicht wurde. Insbesondere bei der Ergebnisorientierung und der gegenseitigen Rechenschaftspflicht wurden nur geringe Fortschritte erzielt.

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2003 fand in Rom das erste hochrangige Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit statt. Industrie- und Entwicklungsländer diskutierten dort über Wege, die Zusammenarbeit effizient zu gestalten und möglichst große Wirkungen zu erzielen – auch in Krisenzeiten. In der Erklärung von Rom („Rome Declaration“) verpflichteten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Entwicklungszusammenarbeit künftig an Strategien und Strukturen der Entwicklungsländer anzupassen und stärker aufeinander abzustimmen.

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Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Alle Staaten und Regierungen haben die Pflicht, dieses völkerrechtlich verankerte Recht für ihre Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen. Dennoch hatten laut dem Welternährungsbericht der FAO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von 2020 im Jahr 2019 weltweit rund zwei Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichenden, sicheren und nahrhaften Lebensmitteln. Fast 690 Millionen Menschen litten 2019 unter Hunger (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die Hauptursachen für diese Situation sind Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Kriege und Konflikte. Aber auch die Folgen des Klimawandels (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) tragen dazu bei.

Ernährungssicherung ist ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie unterstützt die Partnerländer dabei, die Ernährungslage ihrer Bevölkerung zu verbessern und langfristig zu sichern, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen und Katastrophen zu erhöhen, die ländlichen Räume (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu entwickeln und die natürlichen Produktionsgrundlagen (Fischgründe, Wasser, Boden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Klima (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), biologische Vielfalt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) zu erhalten.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze zur Ernährungssicherung finden Sie hier.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) ist die größte Sonderorganisation der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie hat das Ziel, weltweit zu einem höheren Lebensstandard, zur Verbesserung der Ernährung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie zur Überwindung von Hunger (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Unterernährung beizutragen. Sie sammelt und veröffentlicht Informationen zur weltweiten Entwicklung der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft, um Versorgungskrisen rechtzeitig zu erkennen. Außerdem erarbeitet sie Strategien zur Ernährungssicherung und startet eigene Entwicklungsprogramme und -projekte.

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Erneuerbare Energien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) werden aus Quellen gewonnen, die sich kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Zu diesen nachhaltig (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Verfügung stehenden Energiequellen zählen Sonnenenergie, Windkraft, Erdwärme, Wasserkraft und die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biomasse. Die Nutzung von erneuerbaren Energien erhöht nicht die Konzentration von Treibhausgasen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in der Atmosphäre. Sie ist darum eines der wichtigsten Instrumente zum Klimaschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Kleinkraftwerke auf Basis von Sonne, Wasser, Biogas oder Erdwärme können in vielen Fällen dezentral und auf wirtschaftliche sowie umwelt- und klimaschonende Weise den lokalen Energiebedarf decken. In Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) können sie somit einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung und zugleich zur Armutsminderung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) leisten.

Ausführliche Informationen über das Thema erneuerbare Energien finden Sie hier.

Die 27 Mitglieder der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – jeweils eines aus jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – werden als EU-Kommissare bezeichnet. Eines der Kommissionsmitglieder übernimmt das Amt der Präsidentin oder des Präsidenten der EU-Kommission und überträgt jedem der weiteren Kommissarinnen und Kommissare die Verantwortung für ein bestimmtes Ressort, zum Beispiel für „Entwicklung“.

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Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (European Bank for Reconstruction and Development, EBRD) unterstützt die Länder Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens beim Übergang zu demokratischen Strukturen und zur Marktwirtschaft. Durch ihre Investitionen fördert sie den privaten und öffentlichen Sektor, die Stärkung der Finanzinstitute und Rechtssysteme sowie Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr, Energie und Telekommunikation.

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Am 4. Juni 2021 beschloss der Rat der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die Reform der europäischen Finanzarchitektur zur Förderung der Entwicklung (European Financial Architecture for Development, EFAD). Bis dahin wurde die Kooperation der EU-Finanzinstitutionen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit als ungeordnet und übermäßig kompliziert kritisiert.

Im Rahmen des Team-Europe-Ansatzes (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sollen vor allem die Europäische Investitionsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) künftig stärker miteinander sowie mit den (Finanz-) Institutionen der Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten. Dadurch sollen Mittel für Investitionen in Partnerländern gebündelt werden, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit soll steigen und das finanzielle Engagement der EU soll öffentlich sichtbarer werden.


Die Europäische Gemeinschaft entstand 1957 mit den Römischen Verträgen als Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Mit Gründung der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Jahre 1993 (Vertrag von Maastricht) wurde die EWG in EG umbenannt. Bis 2009 verfügte die EG innerhalb der Europäischen Union über eine eigene Rechtspersönlichkeit und damit völkerrechtliche Handlungsfähigkeit. Erst mit dem Vertrag von Lissabon 2009 wurde die Existenz der EG beendet, ihre Rechtsnachfolgerin wurde die Europäische Union (EU).

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Die Europäische Investitionsbank (EIB) nimmt seit 1963 entwicklungspolitische Aufgaben wahr. Ihre Hauptaufgabe ist die Finanzierung von Investitionen, die das politische und wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas fördern und den Zielen der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) dienen. Die EIB fördert Vorhaben in den potenziellen EU-Beitrittsländern, den Ländern des Nachbarschaftsraums, in Asien und dem Pazifik, Lateinamerika und der Karibik sowie in Afrika.

Insbesondere im Bereich des Klimaschutzes gehört die EIB zu den weltweit größten Gebern. Als Klimabank der EU setzt sie sich dafür ein, die Klimaziele innerhalb der Europäischen Union sowie weltweit umzusetzen. Dafür beteiligt sie sich an der Finanzierung von Klimaschutz-, Anpassungs- und anderen klimabezogenen Projekten.

Das außereuropäische Geschäft der EIB wird unter anderem durch das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI-GE) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und dessen Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung Plus (EFSD+) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) finanziert. Schwerpunktthemen sind dabei Klima und Umwelt, Infrastruktur, Privatsektorenwicklung, Innovation sowie – seit der Covid-19-Pandemie – auch Gesundheit.

Die Europäische Kommission ist ein politisch unabhängiges Organ, das die Interessen der gesamten Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) vertritt. Sie legt dem Europäischen Parlament (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und dem Rat der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Gesetzesvorschläge zur Abstimmung vor, setzt alle Beschlüsse um und überwacht die Einhaltung europäischen Rechts und die fristgerechte Umsetzung von Gemeinschaftsrecht in nationales Recht. Ferner führt sie den EU-Haushalt aus und verwaltet die EU-Programme. Die Kommission wurde bewusst übernational angelegt und soll von den nationalen Interessen einzelner Regierungen unabhängig sein.

Das politisch verantwortliche Beschlussgremium der Kommission ist das Kollegium der Kommissare (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), in das jedes Mitgliedsland eine Person entsendet. Zurzeit besteht das Gremium daher aus 27 Personen einschließlich der Kommissionspräsidentin. Die EU-Kommissarinnen und -Kommissare sind jeweils für fünf Jahre im Amt.

Die EU-Präsidentin beziehungsweise der Präsident der Europäischen Kommission wird vom Europäischen Rat (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ernannt. In Abstimmung mit ihr oder ihm setzt der Europäische Rat auch die anderen Kommissarinnen und Kommissare ein. Das Europäische Parlament muss der Ernennung der Präsidentin oder des Präsidenten und der Kommissare zustimmen und ist zudem allein befugt, die Kommissionsmitglieder zu entlassen. Seit Dezember 2019 ist die deutsche Politikerin Ursula von der Leyen Präsidentin der Europäischen Kommission.

Das auswärtige Handeln der EU koordiniert seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags (2009) die Hohe Vertreterin oder der Hohe Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Zurzeit bekleidet der spanische Politiker Josep Borrell das Amt. Er führt den Vorsitz im Rat für Auswärtige Angelegenheiten und ist gleichzeitig Vizepräsident der EU-Kommission. Unterstützt wird er vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Die Generaldirektionen

Die Generaldirektionen sind Verwaltungseinheiten der Europäischen Kommission, die jeweils für einen bestimmten Politikbereich zuständig sind. Jeder Kommissar steht mindestens einer Generaldirektion der EU-Kommission vor.

Richtungsweisend für die EU-Entwicklungszusammenarbeit ist vor allem die Generaldirektion „Internationale Partnerschaften“ (INTPA, zuvor: DEVCO). Seit 2019 ist sie EU-Kommissarin Jutta Urpilainen zugeordnet. Die Generaldirektion befasst sich mit der Vorbereitung und fachlichen Umsetzung aller entwicklungspolitisch relevanten EU-Maßnahmen. Eine Abstimmung erfolgt unter anderem mit dem EAD und der Generaldirektion für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen. Zu ihren Aufgaben zählt außerdem die Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Gebern und Institutionen, den Partnerländern und mit der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, wie die Europäische Menschenrechtskonvention offiziell heißt, wurde1950 vom Europarat (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verabschiedet und trat 1953 in Kraft. Seitdem wurde sie durch eine Reihe von Protokollen geändert und erweitert.

Basierend auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen definiert die Europäische Menschenrechtskonvention Grundrechte und -freiheiten. Dazu zählen unter anderem die Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit, auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und auf Achtung des Privat- und Familienlebens sowie das Verbot von Folter, Sklaverei, Zwangsarbeit und Diskriminierung.

Die Konvention wurde von allen Mitgliedern des Europarats ratifiziert. In der Bundesrepublik Deutschland trat sie 1953 in Kraft.
Um die Einhaltung der Konvention sicherzustellen, wurde der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Straßburg eingerichtet.

Die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) ist das zentrale Instrument der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (EU) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und ihren Nachbarstaaten. Sie wurde 2004 im Zusammenhang mit der Erweiterung der EU um zehn Mitgliedsländer entwickelt und 2015 überarbeitet. Ziel der ENP ist es, die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und so die Entstehung neuer Trennlinien zwischen der EU und den Nachbarn zu verhindern. Die ENP richtet sich an die Staaten im südlichen und östlichen Mittelmeerraum, an Weißrussland, die Republik Moldau, die Ukraine sowie die Kaukasusstaaten Armenien, Aserbaidschan und Georgien.

Mit der ENP bietet die EU diesen Staaten eine privilegierte Partnerschaft an, die auf dem Bekenntnis zu gemeinsamen Werten (Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), gute Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), marktwirtschaftliche Prinzipien und nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) basiert. In bilateralen Aktionsplänen, die individuell auf die einzelnen Kooperationsländer zugeschnitten sind, werden Zielvereinbarungen und Handlungsprioritäten formuliert.

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Die Europäische Union umfasst derzeit 27 Mitgliedsstaaten. Diese haben einen Teil ihrer Hoheitsrechte an europäische Institutionen übertragen, die die gemeinschaftlichen, die nationalen und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten. Insgesamt gibt es sieben EU-Organe:

Entwicklungszusammenarbeit

Die Europäische Union betreibt eine eigenständige entwicklungspolitische Zusammenarbeit, die Teil der EU-Außenbeziehungen ist. Sie wird aus dem Haushalt der EU sowie dem gesondert bestehenden Europäischen Entwicklungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) finanziert. Die Umsetzung erfolgt durch die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die EU ist in sämtlichen Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit eigenen Delegationen vertreten.

Die EU und ihre Mitglieder stellen weltweit die meisten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bereit (2018: etwa 57 Prozent der weltweiten ODA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Die Mitgliedsstaaten stimmen sich in internationalen Prozessen ab, um als EU mit einer Stimme zu sprechen. Ebenso wird die konkrete Entwicklungszusammenarbeit in den Partnerländern mit Blick auf ein arbeitsteiliges Vorgehen koordiniert.

Ausführliche Informationen über die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union und die deutsche Mitwirkung daran finden Sie hier.

Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) ist der diplomatische Dienst der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Er wurde in seiner jetzigen Form durch den Vertrag von Lissabon (2009) geschaffen und unterstützt den Hohen Vertreter der EU (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bei der Umsetzung der Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Der EAD setzt sich aus Expertinnen und Experten des Rates der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der nationalen diplomatischen Dienste der Mitgliedsstaaten zusammen. Außerhalb ihrer Grenzen unterhält die Europäische Union in verschiedenen Ländern Vertretungsbüros (EU-Delegationen), die eine ähnliche Funktion wie Botschaften haben. Gemeinsam mit der Generaldirektion Internationale Partnerschaften (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) koordiniert der EAD die Entwicklungszusammenarbeit der EU.

Der Europäische Entwicklungsfonds war ein vom Haushalt der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) getrenntes Sondervermögen. Über den EEF wurde die Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der EU mit vielen Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) finanziert.

Seit 2021 wird die Funktion des EEF hauptsächlich durch das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI-GE) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erfüllt. Vorhaben, die vor 2021 im Rahmen des EEFs zugesagt wurden, werden jedoch weiter umgesetzt.

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Die EU-Mitgliedsstaaten einigten sich 2005 auf den Europäischen Entwicklungskonsens, um grundlegende Prinzipien und Ziele der gemeinsamen Entwicklungsstrategie festzulegen. Er soll als Leitfaden aller gemeinsamen Maßnahmen dienen. Als Hauptziel wurde die weltweite Armutsbekämpfung definiert.

2017 einigte man sich auf eine Überarbeitung, um den Konsens in Einklang mit der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und dem Pariser Klimaabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu bringen. Die Beseitigung von Armut steht weiterhin im Mittelpunkt. Stärker berücksichtigt werden nun außerdem Aspekte des sozial gerechten Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit. Zusätzlich werden Zusammenhänge zu den Themen Migration, humanitäre Hilfe, Frieden und Sicherheit berücksichtigt. Der neue Europäische Entwicklungskonsens setzt folgende Schwerpunktthemen:

  • Jugend
  • Geschlechtergleichstellung
  • Mobilität und Migration
  • nachhaltige Energieversorgung und Klimawandel
  • Investitionen und Handel
  • verantwortungsvolle Staatsführung
  • Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte
  • innovative Zusammenarbeit mit weiter fortgeschrittenen Entwicklungsländern
  • Mobilisierung und Nutzung der eigenen Ressourcen

Der Europäische Konsens zielt zudem auf eine Stärkung der gemeinsamen Programmplanung (Joint Programming (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und mehr politische Abstimmung (Kohärenz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) ab.


Der Europäische Fonds für nachhaltige Entwicklung Plus (European Fund for Sustainable Development plus, EFSD+) wurde im Juni 2021 im Rahmen des neuen EU-Instruments für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICIGlobal Europe) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) eingerichtet. Zusammen mit der Garantie für Außenmaßnahmen (External Action Guarantee, EAG) bildet der Fonds ein Finanzpaket. Dieses soll den Partnerländern der europäischen Entwicklungszusammenarbeit einen besseren Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, etwa Zuschüssen oder Haushaltsgarantien, bieten. Insbesondere sollen mit dem Paket zusätzliche Finanzmittel für eine nachhaltige Entwicklung aus dem öffentlichen Sektor und der privaten Wirtschaft mobilisiert werden.

Alle geförderten Maßnahmen müssen sich an den Zielsetzungen sowie politischen und geografischen Schwerpunkten des NDICIGlobal Europe ausrichten. Der für den EFSD+ reservierte Garantierahmen beträgt mindestens 39,8 Milliarden Euro, wovon 26,7 Milliarden Euro für Vorhaben der Europäischen Investitionsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) reserviert wurden.


Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg nahm 1959 seine Arbeit auf. Er ist ein Organ des Europarats (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), dem 47 Staaten mit mehr als 800 Millionen Einwohnern angehören.

Vor dem Gerichtshof können Personen gegen Mitgliedsstaaten des Europarats Klage führen. Meist geht es dabei um Verletzungen von Rechten, die durch die Europäische Menschenrechtskonvention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) garantiert werden. In seltenen Fällen behandelt der EGMR auch Beschwerden der Mitgliedsstaaten gegeneinander. Außerdem erstellt er Gutachten zur Auslegung der Europäischen Menschenrechtskonvention. Urteile des EGMR sind für die Prozessparteien verbindlich.

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In der Regel zweimal pro Halbjahr treten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als Europäischer Rat zusammen. Der Europäische Rat ist eines der sieben Organe der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Präsident der Europäischen Kommission nehmen an den Sitzungen des Rates beratend teil.

Der Europäische Rat gibt der Union die für ihre Entwicklung erforderlichen Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen und Prioritäten fest. Die durch ihn definierten Positionen bilden die Richtschnur für die Arbeit der Kommission und der Regierungen der Mitgliedsstaaten. Der Europäische Rat selbst wird nicht gesetzgeberisch tätig.

Der Präsident des Europäischen Rates wird von den Staats- und Regierungschefs für zweieinhalb Jahre gewählt.

Soweit in den Verträgen nicht anders festgelegt, entscheidet der Europäische Rat im Konsens. Je nach den Bestimmungen für das jeweilige Politikfeld werden Entscheidungen einstimmig oder mit qualifizierter Mehrheit getroffen.

Das Europäische Parlament ist das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden von den EU-Bürgerinnen und ‑Bürgern für fünf Jahre gewählt, zuletzt im Mai 2019. Das Parlament hat drei wesentliche Aufgaben: Gesetzgebung, Haushaltskontrolle und parlamentarische Kontrolle der EU-Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und des Rats der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (2009) kann das Parlament auch selbst Änderungen in EU-Verträgen vorschlagen. Zudem muss es an anderen wichtigen Entscheidungen, wie dem Beitritt neuer Länder zur EU, beteiligt werden.

Gesetzgebung

Die große Mehrheit aller Gesetze der EU werden vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gemeinsam und gleichberechtigt erlassen. Nur in besonderen Fällen hat das Parlament lediglich eine beratende Funktion. Beim sogenannten ordentlichen Gesetzgebungsverfahren legt die EU-Kommission dem Parlament und dem Rat einen Vorschlag für eine Verordnung, eine Richtlinie oder einen Beschluss vor. In jeweils bis zu zwei Lesungen können das Parlament und der Rat Änderungen an dem vorgeschlagenen Gesetzestext einbringen. Erzielen beide Organe in zweiter Lesung keine Einigung, wird ein Vermittlungsausschuss einberufen. Ist die vom Ausschuss vereinbarte Fassung in dritter Lesung für beide Organe annehmbar, wird der Rechtsakt erlassen.

Haushaltskontrolle

Das Parlament bestimmt gleichberechtigt mit dem Rat über den gesamten EU-Haushalt. Es kann so in allen Politikbereichen darüber mitentscheiden, wie viel Geld wofür ausgegeben wird. Das Parlament begutachtet auch die Haushaltsführung der Kommission.

Parlamentarische Kontrolle

Der Lissabon-Vertrag stärkt die Kontrollfunktion des Parlaments gegenüber den anderen Institutionen der EU. So wurde das Mitspracherecht bei der Auswahl des Führungspersonals der EU deutlich erweitert. Das Parlament wählt den Präsidenten beziehungsweise die Präsidentin der Europäischen Kommission auf Grundlage eines Vorschlags der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der Mitgliedsstaaten. Auch der Hohe Vertreter/die Hohe Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) benötigt die Zustimmung des Parlaments.

Eine neue EU-Kommission kann erst dann ihre Arbeit beginnen, wenn sie vom Parlament bestätigt wurde. Die Abgeordneten können die Kommission insgesamt ablehnen. Durch einen Misstrauensantrag kann das Parlament auch den Rücktritt einer amtierenden Kommission einfordern.

Entwicklungsausschuss

Innerhalb des Parlaments ist der Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit (Committee on Development, DEVE) ein besonders wichtiger Ansprechpartner für die deutsche Entwicklungspolitik. Die Mitglieder des Ausschusses übernehmen die parlamentarische Kontrollarbeit im Bereich der gesamteuropäischen Entwicklungspolitik und treten in Dialog mit den Partnerländern.

Der Europarat wurde 1949 als erste europäische Organisation der Nachkriegszeit gegründet. Ihm gehören heute 46 Staaten an, darunter auch die Türkei. Russland wurde aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine im März 2022 aus dem Europarat ausgeschlossen (Stand: März 2024).

Der Europarat ist kein Organ der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sitz der Organisation ist Straßburg in Frankreich.

Ziel des Europarats ist die Förderung der Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie der Schutz der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Er hat mehr als 200 Verträge und Konventionen erarbeitet. Die Unterzeichnung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist für jeden Mitgliedsstaat verpflichtend. Beim Europarat angesiedelt ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Das Europäische Amt für Zusammenarbeit (EuropeAid) wurde 2001 gegründet und war die zentrale Stelle für die praktische Umsetzung der europäischen Entwicklungspolitik. Anfang 2011 wurde EuropeAid mit der Generaldirektion Entwicklung der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fusioniert. Inzwischen lautet die Bezeichnung der Fachabteilung Generaldirektion Internationale Partnerschaften (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie ist für die gesamte Programmierung und Umsetzung der europäischen Entwicklungszusammenarbeit verantwortlich.

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Der Europäische Grüne Deal (European Green Deal, EGD) ist ein politisches Projekt der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), das 2019 beschlossen wurde. Ziel des Maßnahmenpakets ist, bis 2050 Klimaneutralität in Europa zu erreichen. Bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen bereits um 55 Prozent gesenkt werden. Der EGD soll zu nachhaltigem Wachstum führen und verknüpft soziale, ökologische und wirtschaftliche Faktoren. Er ist damit ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und weist Europa eine globale Vorreiterrolle zu.

Entwicklungspolitisch bedeutsame Initiativen enthält der European Green Deal in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, erneuerbare Energien, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, entwaldungsfreie Lieferketten und nachhaltige Lebensmittelproduktion.

Ausführliche Informationen zum Thema Klimawandel und Entwicklung finden Sie hier.

Das Wort Evaluierung beziehungsweise Evaluation stammt ursprünglich aus der lateinischen Sprache und bedeutet Bewertung oder Beurteilung. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sind Evaluierungen umfassende und systematische Erfolgskontrollen von entwicklungspolitischen Programmen, Instrumenten und Strategien. Sie dokumentieren und beurteilen, ob und wie Entwicklungsmaßnahmen ihre Ziele erreicht haben und ob sie als erfolgreich gelten können.

Für jede Evaluierung wird auf Grundlage eines allgemeingültigen Rasters ein individueller Plan erstellt. Dieses Verfahren macht es möglich, die Evaluierungsergebnisse unterschiedlicher Vorhaben miteinander zu vergleichen. Dadurch können Erfahrungen, die bei einem einzelnen Programm gesammelt wurden, auch auf andere Maßnahmen übertragen werden.

Um die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unabhängig von außen prüfen zu lassen, hat das BMZ 2012 das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) ins Leben gerufen.

Ausführliche Informationen über die Evaluierung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit finden Sie hier.

Im Bergbau und in der Geologie wird unter diesem Begriff die Suche nach Rohstoffen in der Erdkruste und die Erschließung von entsprechenden Lagerstätten verstanden.

Die staatliche Genehmigung zur Suche nach Rohstoffen auf einer bestimmten Fläche wird als Explorationskonzession bezeichnet.

Exportkreditgarantien, auch bekannt als Hermes-Bürgschaften, sind staatliche Instrumente der Außenwirtschaftsförderung. Die Bundesrepublik Deutschland sichert damit einheimische Exporteure und Banken gegen wirtschaftliche und politische Risiken ab. Ohne diese Staatsgarantien wäre es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht möglich, sich auch in schwierigen Märkten zu engagieren – sie wären im internationalen Wettbewerb benachteiligt.

Ein großer Teil der deutschen Ausfuhren in Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wird von Hermes-Bürgschaften gedeckt. Die Bewilligung von Exportkreditgarantien ist daher unter anderem an die Berücksichtigung entwicklungspolitischer Belange geknüpft.

Der extraktive Sektor (vom lateinischen „extrahere“ = herausziehen, entnehmen) ist der Bereich der Wirtschaft, der sich mit dem Abbau beziehungsweise der Förderung und der Verarbeitung von Rohstoffen befasst. Er umfasst die mineralischen Rohstoffe (Metallrohstoffe wie Eisen und Stahl sowie Nichtmetallrohstoffe wie Steine und Erden) sowie die Energierohstoffe (fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle; Kernbrennstoffe wie Uran). Nicht zum extraktiven Sektor gehören land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe.

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Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzentinnen und Produzenten und Arbeiterinnen und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Die beteiligten Handelsorganisationen vereinbaren mit den Erzeugern (Produktionsgenossenschaften, Kooperativen, sozial engagierte Unternehmen) jährlich bestimmte Mindestabnahmemengen und einen Preis für ihre Ware, der die Kosten einer sozial und ökologisch nachhaltigen Produktion abdeckt. Das BMZ unterstützt den fairen Handel in Deutschland unter anderem durch Informationskampagnen.

Ausführliche Informationen über fairen Handel finden Sie hier .

siehe Weibliche Genitalverstümmelung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (englisch: Female Genital Mutilation, FGM)

Die Financial Action Task Force (FATF) ist das wichtigste weltweite Gremium zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie wurde im Jahr 1989 durch die G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegründet und hat heute 39 Mitglieder und neun Regionalorganisationen (FATF-Style Regional Bodies, FSRB). Deutschland ist Gründungsmitglied der FATF und wird in dem Gremium durch das Bundesministerium der Finanzen vertreten.

Die FATF hat insgesamt 40 international anerkannte Standards zur Vorbeugung und Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation) formuliert. Um die Integrität des internationalen Finanzsystems zu schützen, fördert die FATF die weltweite Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Standards. In regelmäßigen Abständen überprüfen die FATF und die FSRBs den Stand der Umsetzung in ihren Mitgliedsstaaten.

Mitgliedsstaaten, die strategische Defizite in ihren Regelungen zu Geldwäsche, Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung aufweisen, werden öffentlich benannt. Die identifizierten Länder sind angehalten die festgestellten Mängel anhand eines mit der FATF erarbeiteten Aktionsplans anzugehen. Mehr als 200 Länder und Gerichtsbarkeiten haben sich verpflichtet, die FATF-Standards umzusetzen.

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Ein funktionsfähiges Finanzsystem ist das Rückgrat jeder Volkswirtschaft. Es trägt entscheidend zum Wirtschaftswachstum eines Landes und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung bei. Durch das Angebot von maßgeschneiderten Finanzdienstleistungen – Sparkonten, Kredite, Versicherungen und Zahlungsverkehr – können arme Bevölkerungsschichten unmittelbar bei ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung unterstützt werden.

In manchen Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Transformationsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist das Finanzsystem für diese Aufgabe noch nicht ausreichend differenziert, leistungsfähig und stabil. Das hemmt die Investitionstätigkeit und die Entwicklung. Denn unter einem unzureichendem Zugang zu Finanzdienstleistungen leiden oft die Bereiche, die besonders große Bedeutung für den Erfolg einer Volkswirtschaft haben: die Landwirtschaft, die Kommunalverwaltungen und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert verantwortungsvolle und leistungsfähige Finanzsysteme für Einzelpersonen, Haushalte, Unternehmen und den Staat.

Die finanzielle Zusammenarbeit hat die Aufgabe, Investitionen der Entwicklungsländer zu fördern. Das BMZ stellt hierfür günstige Kredite, Beteiligungskapital oder Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, zur Verfügung. Verantwortliche Organisation für die finanzielle Zusammenarbeit ist die KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) kümmert sich auf Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention um die Belange von Flüchtlingen und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen. Das UNHCR koordiniert die internationale Flüchtlingshilfe und arbeitet dazu eng mit den UN-Schwesterorganisationen Welternährungsprogramm (WFP), Kinderhilfswerk (UNICEF) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen.

Informationen über die Zusammenarbeit des BMZ mit dem UNHCR finden Sie hier.

Laut Artikel 1A der Genfer Flüchtlingskonvention (Externer Link) ist ein Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will“.

Ob die Furcht vor Verfolgung begründet ist, wird in einem Asylverfahren festgestellt. Diese Verfahren unterscheiden sich von Land zu Land. Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben, über den noch nicht entschieden wurde, werden als Asylsuchende (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bezeichnet.

Der Wirkungsbereich der Genfer Flüchtlingskonvention ist umstritten. Die meisten großen Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre wurden durch Bürgerkriege ausgelöst.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) vertritt die Position, dass nicht der Urheber der Verfolgung ausschlaggebend ist, sondern die Tatsache, dass eine Person internationalen Schutz benötigt, weil ihr eigener Staat diesen nicht mehr garantieren kann oder will. Diese Auffassung wird auch in der afrikanischen Flüchtlingskonvention und in der lateinamerikanischen Erklärung von Cartagena vertreten.

International gibt es keine einheitliche Definition fragiler Staatlichkeit. Generell werden jene Staaten als instabil (fragil) angesehen, in denen die Regierung nicht willens oder in der Lage ist, Grundfunktionen im Bereich Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), soziale Grundversorgung und Legitimität zu erfüllen. Die staatlichen Strukturen und Einrichtungen in fragilen Staaten sind sehr schwach oder vom Zerfall bedroht; die Bevölkerung leidet unter großer Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Gewalt und politischer Willkür. Da fragile Staaten ein regionales und globales Sicherheitsrisiko darstellen, muss die Staatengemeinschaft behutsam auf eine Verbesserung der Lage hinwirken. Dabei spielt die Entwicklungspolitik eine wichtige Rolle.

Ausführliche Informationen über das entwicklungspolitische Engagement in fragilen Staaten finden Sie hier.

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Ein Grundsatz der Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist ihre Universalität, also ihre Allgemeingültigkeit: Die Menschenrechte gelten überall und für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht oder anderen Eigenschaften. Werden Frauen benachteiligt, ist das ein Verstoß gegen ihre Menschenrechte. Dennoch geschieht das noch immer in allen Regionen der Welt. So sind Frauen zum Beispiel einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt – die Mehrheit der in Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) lebenden Menschen ist weiblich. Weltweit erledigen Frauen den deutlich größeren Teil der Arbeit, verdienen durchschnittlich aber etwa 20 Prozent weniger als Männer. Nur etwa ein Viertel aller Parlamentsabgeordneten der Welt sind Frauen; nur wenige Frauen bekleiden das Amt einer Staats- oder Regierungschefin.

Die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter ist ausdrückliches Ziel, übergreifende Aufgabe und Querschnittsthema der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fördert deshalb vielfältige Maßnahmen zum Abbau der Diskriminierung von Mädchen und Frauen. Mehr zum Thema finden Sie hier.

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Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Volunteers, UNV) ist Teil des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Seine Zentrale ist in Bonn. Das UNV rekrutiert und vermittelt berufserfahrene Expertinnen und Experten aus Entwicklungs- und Industrieländern als Freiwillige für Einsätze in der Entwicklungszusammenarbeit. Neben der Arbeit im Bereich der technischen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind die Freiwilligen auch im Bereich der humanitären Hilfe und der Friedensarbeit sowie bei Menschenrechts- und Wahlmissionen im Einsatz. Partner sind dabei vor allem UN-Organisationen, aber auch andere internationale Organisationen oder Regierungen.

Frieden ist die Abwesenheit von gewaltsamen Konflikten oder Krieg. Er bezeichnet einen Zustand, in dem auftretenden Differenzen zwischen Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten auf Basis von Rechten und Gesetzen und ohne Gewalt begegnet wird. Frieden und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden und bedingen einander.

Ein Krieg kann die Entwicklung eines Landes oder einer Region um Jahrzehnte zurückwerfen: Der Verlust von Menschenleben kann nicht wiedergutgemacht werden und die Kosten für den Wiederaufbau der Infrastruktur sind enorm hoch. Im Rahmen ihres Einsatzes gegen Armut, Gewalt und Unrecht unterstützt die deutsche Entwicklungspolitik ihre Partnerländer bei der Friedensentwicklung durch Krisenprävention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Konfliktbewältigung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Friedensförderung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen zum BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Engagement für den Frieden finden Sie hier.

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Um langfristig Frieden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu schaffen, reicht es nicht, die sichtbare Gewalt zu beenden. Werden die Ursachen eines Konflikts nicht beseitigt, kann er immer wieder ausbrechen. Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützt darum im Rahmen der Friedensförderung nicht nur die Wiederherstellung von zerstörter Infrastruktur. Es fördert auch die Arbeit von Wahrheits- und Menschenrechtskommissionen, die juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen sowie Versöhnungsprojekte und Programme zur psychologischen Betreuung von Kriegsopfern.

Ausführliche Informationen über das entwicklungspolitische Engagement zur Friedensförderung finden Sie hier.

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Die 1925 gegründete Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist die älteste politische Stiftung Deutschlands. Sie steht der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) nahe. Benannt ist sie nach Friedrich Ebert, dem ersten demokratisch gewählten deutschen Reichspräsidenten. Die Stiftung engagiert sich für die politische und gesellschaftliche Bildung und trägt zur internationalen Verständigung bei.

Die FES verfügt über mehr als 100 Außenvertretungen. Im Mittelpunkt ihrer internationalen Arbeit steht die Förderung von sozialer Gerechtigkeit, Demokratie, Frieden und Sicherheit. Ein Schwerpunkt ist die Stärkung freier Gewerkschaften.

Die Stiftung ist nach dem liberalen Politiker Friedrich Naumann benannt. Nach dem Ersten Weltkrieg war er der erste Vorsitzende der neu gegründeten Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit steht der Freien Demokratischen Partei (FDP) nahe. Auf Grundlage der Idee des Liberalismus trägt sie zur politischen Bildung bei und unterstützt Menschen dabei, sich aktiv ins politische Geschehen einzubringen. In mehr als 60 Ländern fördert die Stiftung den Aufbau demokratischer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), marktwirtschaftlicher und rechtsstaatlicher (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Strukturen.

Das 2020 von der Gruppe der 20 (G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) verabschiedete „Common Framework for Debt Treatments“ ermöglicht für bestimmte Länder fallweise Schuldenrestrukturierungen, die bei Bedarf auch einen Erlass umfassen können.

Die Prinzipien des Common Framework entsprechen weitestgehend denen des Pariser Clubs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), insbesondere die Durchführung eines IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Programms, Gläubigergleichbehandlung auch unter Einbindung privater Gläubiger und Schuldentransparenz. Dass durch die G20-Initiative China und andere nicht im Pariser Club organisierten Ländern in Restrukturierungen eingebunden werden, ist ein Erfolg.

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Die Impfallianz Gavi ist eine öffentlich-private Partnerschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit dem Ziel, Menschen in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) durch Impfungen gegen vermeidbare Krankheiten zu schützen. Dazu unterstützt Gavi unter anderem den Ausbau nationaler Impfprogramme, die Einführung neuer Impfstoffe und die nachhaltige Finanzierung von Impfkampagnen.

Alle wichtigen Entscheidungsträger im Immunisierungsbereich arbeiten dabei partnerschaftlich zusammen: die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, die Weltgesundheitsorganisation (WHO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Impfstoffhersteller, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens und Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), etwa die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Das BMZ unterstützt die Arbeit der Impfallianz seit 2006.

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Geberländer sind Staaten, die internationale Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) finanzieren. Hierzu gehören die Mitglieder des Entwicklungsausschusses (DAC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Auch die Europäische Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist Mitglied des Ausschusses und zählt zu dieser Gruppe von Gebern. Zu den Geberländern gehören außerdem Saudi-Arabien und ein Teil der Golfstaaten, einzelne Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wie die Türkei und Brasilien sowie einige Mitgliedsländer der Gruppe der 77 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Volksrepublik China. Diese Länder sind Empfänger von öffentlicher finanzieller und technischer Unterstützung, finanzieren aber auch selbst Projekte in Entwicklungsländern.

Es gibt Investmentfonds, die darauf spezialisiert sind, gezielt und zu einem möglichst stark reduzierten Preis Staatsanleihen von Ländern zu erwerben, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden.

Verfügt das Land, etwa nach einem Schuldenerlass durch andere Gläubiger, wieder über größeren finanziellen Handlungsspielraum, klagen die Fonds die Rückzahlung der vollen Summe einschließlich hoher Verzugs- und Strafzinsen ein und erzielen so hohe Renditen.

Der von Kritikern dieser Geschäftspraxis verwendete Name „Geierfonds“ soll darauf hindeuten, dass solche Investoren Interesse an der finanziellen Notlage der verschuldeten Länder haben, um daraus Vorteile zu erzielen.

Schuldenrestrukturierungsverhandlungen wurden von „Geierfonds“ in der Vergangenheit in verschiedenen Fällen boykottiert. Als potenzielle Trittbrettfahrer untergraben sie auch die Kooperationsbereitschaft anderer Gläubiger. Einige Länder haben bereits nationale Gesetze verabschiedet, um diese Praxis zu unterbinden.

Der Gemeinsame Markt Ost- und Südafrikas (Common Market for Eastern and Southern Africa, COMESA) ist ein Zusammenschluss afrikanischer Staaten zur Förderung von Handel, Wirtschaft und regionaler Kooperation. Die Aktivitäten des COMESA umfassen unter anderem den Ausbau einer Freihandelszone und einer Zollunion sowie weitere Maßnahmen zur Förderung des regionalen Handels.

Die Mitgliedsstaaten sind (Stand: März 2024): Ägypten, Äthiopien, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Eritrea, Eswatini, Kenia, Komoren, Libyen, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Ruanda, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Somalia, Sudan, Tunesien und Uganda.

Der Gemeinsame Südamerikanische Markt (Mercado Común del Sur, MERCOSUR) ist ein regionaler Zusammenschluss der fünf südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela. (Die Mitgliedschaft von Venezuela ist seit 2017 suspendiert.) Bolivien, Chile, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru und Suriname sind assoziierte Mitglieder, Bolivien befindet sich in Beitrittsverhandlungen (Stand: Februar 2024).

Der MERCOSUR wurde 1991 gegründet und hat zum Ziel, durch politische, soziale und wirtschaftliche Zusammenarbeit die regionale Integration zu fördern. Politische Schwerpunkte sind die Stärkung des freien Verkehrs von Dienstleistungen, Produktionsmitteln und Waren, die Ausgestaltung einer gemeinsamen Außenhandels- und Wirtschaftspolitik und die Harmonisierung der Gesetzgebung in den jeweiligen Bereichen. Die Zusammenarbeit innerhalb des MERCOSUR wird schrittweise um kulturelle, soziale und wissenschaftliche Aspekte erweitert.

Die Europäische Union (EU) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der MERCOSUR haben sich im Juni 2019 auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Es ist Teil eines umfassenderen Assoziationsabkommens‚ über das noch verhandelt wird.

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Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS, UNAIDS) wurde 1994 ins Leben gerufen, um koordiniert und konzentriert gegen die HIV (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)/Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Pandemie vorzugehen. Es ersetzte das seit 1987 bestehende Global Programme on AIDS (GPA).

Das Programm hat die Aufgabe, weltweit die Bemühungen um die Eindämmung der Pandemie zu steuern, zu stärken und zu stützen. Ziel ist, die Verbreitung von HIV und Aids zu verhindern, die Behandlung und Betreuung der Kranken zu fördern und die gesellschaftlichen und persönlichen Folgen der Pandemie abzufedern. UNAIDS baut dazu Wissensstationen und Netzwerke auf, bündelt Erfahrungen und unterstützt Organisationen und Institutionen auf allen politischen Ebenen.

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Die englische Sprache unterscheidet das biologische Geschlecht („sex“) vom sozialen Geschlecht („gender“), der gesellschaftlich geprägten und individuell erlernten Geschlechterrolle. Diese Geschlechterrolle wird durch die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Organisation einer Gesellschaft und durch die in ihr geltenden rechtlichen und ethisch-religiösen Normen und Werte bestimmt. Die Rollenzuweisungen können in verschiedenen Gesellschaften und auch innerhalb einer Gesellschaft stark variieren. Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht sind die Geschlechterrollen von Frauen und Männern wandelbar.

Entwicklungspolitische Gender-Maßnahmen bauen auf dieser Flexibilität auf. Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern und die Tatsache, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Anders als bei einer reinen Frauenförderung werden bei solchen Maßnahmen die Männer in die Strategie einbezogen und für die Ziele der Frauen sensibilisiert.

Gender-Mainstreaming ist ein strategischer Ansatz zur Förderung und Durchsetzung der Gleichstellung aller Geschlechter. Bei politischen und gesellschaftlichen Vorhaben und Entscheidungen werden im Rahmen dieses Ansatzes immer die unterschiedlichen Lebenslagen und Interessen von Frauen, Männern und Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten berücksichtigt (siehe Gender (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Eine ungleiche Behandlung der verschiedenen Geschlechter soll dadurch von vornherein verhindert werden.

Dieses Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit basiert auf der Erkenntnis, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt und dass die unterschiedlichen Geschlechter in unterschiedlicher Weise von politischen Entscheidungen und Verwaltungsakten betroffen sein können. Das Leitbild umfasst ausdrücklich alle Lebensbereiche, nicht nur Maßnahmen, die sich gezielt der Gleichstellung widmen (siehe Mainstreaming (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Laut dem Vertrag von Amsterdam ist Gender-Mainstreaming ein offizielles Ziel der Europäischen Union. In der Entwicklungszusammenarbeit erhöht Gender-Mainstreaming nicht nur die Zielgenauigkeit und Wirksamkeit der Vorhaben, sondern auch die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Generaldirektionen sind Verwaltungseinheiten der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die jeweils für einen bestimmten Politikbereich zuständig sind. Aufgabe der Generaldirektionen ist es, Strategien, Rechtsvorschriften und Förderprogramme der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu entwickeln, umzusetzen und zu verwalten. Jeder Generaldirektion steht ein EU-Kommissar vor.

Für die Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der EU ist die Generaldirektion Internationale Partnerschaften (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zuständig.

Die Generaldirektion (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Internationale Partnerschaften ist innerhalb der Europäischen Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) für die Bereiche Entwicklung und internationale Hilfe zuständig. Die europäische Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte:

  1. Stärkung von Menschenrechten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Good Governance (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)
  2. Förderung einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)

Zu den Aufgaben der Generaldirektion Internationale Partnerschaften gehört auch, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu vertiefen, um die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen.

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Mit dem Generalised Scheme of Preferences (GSP, deutsch: Allgemeines Präferenzsystem, APS) gewähren Industriestaaten Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)einseitig Handelserleichterungen und tragen damit zu nachhaltiger Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Armutsreduzierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bei. Das System wurde unter dem Dach der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) entwickelt und seitdem in unterschiedlichen Formen in verschiedenen Industrieländern eingeführt.

Das GSP der Europäischen Union gibt es seit 1971. Es sieht drei Stufen von Zollpräferenzen vor, die sich nach dem Entwicklungsstand des begünstigten Landes richten:

  • Das Standard-GSP für Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Sie erhalten Zollermäßigungen für zwei Drittel der in die EU eingeführten Waren, sofern sie 15 Kernkonventionen zu Menschen- und Arbeitsrechten einhalten.
  • GSP+: eine als Anreiz dienende Sonderregelung für nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Staatsführung. GSP+ senkt die entsprechenden Zölle auf null Prozent für Länder, die 27 internationale Konventionen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte Umwelt- und Klimaschutz sowie verantwortungsvolle Staatsführung umsetzen.
  • Everything but Arms (EBA, deutsch: Alles außer Waffen): eine Sonderregelung für die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die ihnen zoll- und quotenfreien Zugang zum EU-Markt für alle Produkte außer Waffen und Munition gewährt.

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Für den Schutz von Flüchtlingen bestehen umfassende völkerrechtliche Regelungen.

Das wichtigste Abkommen ist die Genfer Flüchtlingskonvention (Externer Link) von 1951. Sie legt fest, wer ein Flüchtling (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist und welche Rechte und Pflichten er gegenüber dem Aufnahmeland hat. Ein Kernprinzip der Konvention ist das Verbot, einen Flüchtling in ein Land zurückzuweisen, in dem sie oder er Verfolgung fürchten muss. Bestimmte Gruppen – zum Beispiel Kriegsverbrecher – sind vom Flüchtlingsstatus ausgeschlossen.

Die Genfer Flüchtlingskonvention war zunächst darauf beschränkt, hauptsächlich europäische Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg zu schützen. Durch das Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1967 (Externer Link) wurde der Wirkungsbereich der Konvention sowohl zeitlich als auch geographisch erweitert.

Auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ist der Flüchtlingsschutz verankert. In Artikel 14 ist das Recht auf Asyl (Externer Link) definiert. Dieses kann jedoch nicht eingeklagt werden, weil die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte keinen völkerrechtlich bindenden Status hat.

Außerdem gibt es verschiedene regionale Instrumente zum Schutz von Flüchtlingen.

Das gegenwärtige Ausmaß der Fluchtbewegungen, die ungleiche Verteilung der Flüchtlinge und die damit einhergehende Überlastung von Aufnahmeländern ist eine große Herausforderung für die Umsetzung des völkerrechtlich verbürgten Flüchtlingsschutzes.

Das in Bonn ansässige German Institute of Development and Sustainability (IDOS) befasst sich mit entwicklungspolitischer Forschung, Politikberatung und Ausbildung. Gesellschafter der Einrichtung sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen. Das Institut erstellt unter anderem Gutachten zu entwicklungspolitischen Themen für das BMZ und andere öffentliche Einrichtungen im In- und Ausland.

IDOS wurde 1964 als Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) gegründet. Seit Juni 2022 trägt es den Namen German Institute of Development and Sustainability (IDOS).

Der Begriff der Geschlechtsidentität beschreibt das subjektive Empfinden eines Menschen, dem männlichen, weiblichen oder einem dritten Geschlecht anzugehören oder zwischen den Geschlechtern zu stehen. Die Geschlechtsidentität kann vom biologischen Geschlecht und von der gesellschaftlich zugewiesenen Geschlechterrolle abweichen.

Siehe auch:

Trotz großer Fortschritte bei der Reduzierung der Kindersterblichkeit sterben jeden Tag Tausende Mädchen und Jungen unter fünf Jahren an Krankheiten, die vermeidbar wären oder geheilt werden könnten. Etwa 800 Mädchen und Frauen sterben täglich an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, weil sie nicht ausreichend medizinisch betreut wurden. Millionen Menschen in den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) leiden unter HIV (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Tuberkulose, Malaria und anderen Tropenkrankheiten, aber auch zunehmend unter nicht übertragbaren Krankheiten wie Herzkreislauferkrankungen, Krebs oder Diabetes. Die Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation ist eine der wichtigsten Aufgaben der internationalen und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen zum Engagement des BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Gesundheitssektor finden Sie hier.

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Mit der Strategie „Global Gateway“ will die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Rahmen des Team-Europe-Ansatzes (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) umfangreiche private und öffentliche Investitionen in Gang setzen, um bis 2027 zusammen mit ihren Partnerländern die Entwicklung der globalen Infrastruktur voranzutreiben.

Die Strategie finanziert sich unter anderem aus dem Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI-Global Europe) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und dessen Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung Plus (EFSD+) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Gefördert werden insbesondere die Bereiche

  • digitale Vernetzung,
  • nachhaltig ausgebaute und krisentaugliche Verkehrsnetze,
  • saubere Energie und Klimaschutz,
  • globale Gesundheit und verlässliche pharmazeutische Lieferketten,
  • Bildung und Forschung.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Inklusion von Mädchen und Frauen und anderen benachteiligten Gruppen.

Die Strategie Global Gateway ist zugleich der Beitrag der EU und ihrer Mitgliedsstaaten zur G7-Partnerschaft für Globale Infrastruktur und Investitionen (PGII).

Weitere Informationen zum Engagement des BMZ für Infrastruktur-Initiativen finden Sie hier.

1993 verabschiedeten die Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die Pariser Prinzipien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die den UN-Mitgliedsstaaten die Einrichtung einer nationalen Menschenrechtsinstitution (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) empfehlen. Die Globale Allianz der Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (GANHRI) ist der Dachverband dieser nationalen Einrichtungen. Sie interpretiert die Pariser Prinzipien und akkreditiert die einzelnen nationalen Institutionen nach festgelegten Regeln. Die Akkreditierung und Zuerkennung des (höchsten) A-Status ist Voraussetzung für eine aktive Mitwirkung und ein Rederecht in den Gremien der Vereinten Nationen.

Im April 2023 gehörten dem Dachverband GANHRI 120 Mitglieder an – 88 mit A-Status und 32 mit B-Status. Das Deutsche Institut für Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verfügt seit seiner Gründung 2001 über den A-Status.

Die Globale Fazilität zur Verringerung und Bewältigung von Katastrophen (Global Facility for Disaster Reduction and Recovery, GFDRR) wurde auf Initiative der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegründet. Als globale Partnerschaft von Geberländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und internationalen Organisationen ist die GFDRR darauf spezialisiert, nach einer Katastrophe Schäden und Verluste zu ermitteln und den Wiederaufbau zu fördern. Sie unterstützt einkommensschwache Entwicklungsländer mithilfe von Fördergeldern, technischer Hilfe und dem Aufbau von Kapazitäten. Außerdem zielt sie darauf ab, alle Weltbank-Programme zunehmend katastrophenpräventiv auszurichten.

Die GFDRR ist auf internationalen Konferenzen zum Thema Katastrophenrisikomanagement sowie zu eng verwandten Themen (etwa Klimawandelanpassung) vertreten und dient zusammen mit dem UNDRR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als wichtiger Impulsgeber auf internationaler Ebene.

2018 wurde durch Unterstützung Deutschlands ein Programm ins Leben gerufen, das die Verknüpfung der Bereiche Katastrophenrisikomanagement, Konfliktprävention und Friedensförderung unterstützt, um so die Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegenüber Krisen und Katastrophen zu erhöhen.

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Verschiedene internationale Agrarforschungszentren schlossen sich 1971 zur Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung (Consultative Group on International Agricultural Research, CGIAR) zusammen. Heute bezeichnet sich das Netzwerk als globale Forschungspartnerschaft für eine ernährungssichere Zukunft und umfasst 15 Zentren auf fünf Kontinenten. Dazu zählen unter anderem das internationale Reisforschungsinstitut, das Mais- und Weizenforschungsinstitut sowie Forschungsinstitute, die auf Trockengebiete spezialisiert sind.

Die Institute erarbeiten vor allem Lösungsmöglichkeiten für die Ernährungsprobleme der Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie erforschen die wichtigsten Nahrungskulturen oder suchen nach Verbesserungen beim Management natürlicher Ressourcen in der Landwirtschaft. Die Ergebnisse der Forschungszentren sind allgemein zugänglich und dürfen nicht patentiert werden.

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Die Globale Partnerschaft für Bildung (Global Partnership for Education, GPE) ist ein Zusammenschluss von Geber- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie internationalen staatlichen und nicht staatlichen Organisationen, Stiftungen und der Privatwirtschaft. Sie strebt an, allen Kindern weltweit den Zugang zu qualitativ hochwertiger und kostenfreier Grundbildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu ermöglichen.

Die GPE besteht seit 2011 in Nachfolge der internationalen Bildungsinitiative Education for All Fast Track Initiative (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (EFA-FTI).

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Die Globale Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF) fördert Projekte in Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die dem globalen Umweltschutz zugutekommen. Die GEF stellt Mittel für die Bereiche Klimawandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Biodiversität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Landdegradierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)/Wüstenbekämpfung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), internationale Gewässer, Chemikalien und Wälder (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Verfügung. Die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) sind für die Durchführung der GEF-Projekte verantwortlich. Darüber hinaus beteiligen sich weitere multilaterale Organisationen, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie nationale und bilaterale Durchführungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) an der Umsetzung von GEF-Projekten.

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Das BMZ arbeitet mit acht Globalen Partnern an der Lösung globaler Zukunftsfragen und dem Schutz globaler Güter:

Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Peru, Südafrika und Vietnam.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Tuberkulose und Malaria (Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria, kurz: The Global Fund) wurde 2001 von der UN-Sondergeneralversammlung zu HIV (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Aids ins Leben gerufen, um diese drei und andere übertragbare Krankheiten zurückzudrängen. Der Fonds legt keine eigenen Programme auf, sondern finanziert nationale Maßnahmen gegen die Krankheiten und zur Stärkung der Gesundheitssysteme. Er setzt somit auf die Eigenverantwortung der Regierungen und fördert die Mitwirkung der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der privaten Wirtschaft.

Nach eigenen Angaben retteten die vom Globalen Fonds geförderten Programme zwischen 2002 und 2018 rund 32 Millionen Menschen das Leben. In den Ländern, in denen der Globale Fonds investierte, ging die Zahl der an Aids, Tuberkulose oder Malaria gestorbenen Menschen um 40 Prozent zurück.

Seit der Gründung des Globalen Fonds hat ihm Deutschland mehr als drei Milliarden Euro (Stand: März 2020) zur Verfügung gestellt. Mit einem Beitrag von insgesamt einer Milliarde Euro für die Jahre 2020 bis 2022 ist Deutschland der viertgrößte staatliche Geber (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) des Fonds.

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Der Globale Flüchtlingspakt wurde im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung angenommen und soll die internationale Zusammenarbeit beim Flüchtlingsschutz fördern und eine gerechtere Verantwortungsteilung innerhalb der Staatengemeinschaft erreichen.

Ein wichtiges Ziel des Globalen Flüchtlingspakts ist die noch bessere Verzahnung von humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung. So soll eine gut aufeinander abgestimmte und somit nachhaltigere Krisenbewältigung möglich werden, die Flüchtlingen und Aufnahmeländern langfristige Perspektiven eröffnet.

Der Pakt umfasst vier zentrale Ziele:

  • den Druck auf die Aufnahmeländer mindern,
  • die Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen fördern,
  • den Zugang zu Drittstaatenlösungen verbessern (zum Beispiel durch die Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge),
  • die Bedingungen fördern, die eine Rückkehr in das Heimatland in Sicherheit und Würde ermöglichen.

Der Pakt besteht aus zwei Teilen, einem umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen (Comprehensive Refugee Response Framework, CRRF), dem die Mitgliedsstaaten durch die New Yorker Erklärung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bereits zugestimmt haben, und einem Aktionsplan.

Zur Umsetzung des Globalen Flüchtlingspakts fand vom 17. bis 18. Dezember 2019 das erste Globale Flüchtlingsforum in Genf statt. Die Bundesregierung ist Mitveranstalter des Forums. Das Forum soll als wichtigste Plattform zur Umsetzung des Paktes künftig alle vier Jahre auf Ministerebene tagen.

Das BMZ leistet wichtige Beiträge zur Umsetzung des Flüchtlingspaktes. Vor allem mit der strukturbildenden Übergangshilfe als Instrument der Krisenbewältigung sowie der Sonderinitiative „Geflüchtete und Aufnahmeländer“ stärkt das BMZ die Resilienz von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinden gleichermaßen und schafft langfristige Strukturen und Zukunftsperspektiven.

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Der „Globale Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration“ wurde im Dezember 2018 von der UN-Konferenz in Marrakesch (Marokko) angenommen. Mit dem Pakt wurden erstmals globale Leitlinien für die internationale Migrationspolitik verabredet.

Durch den Pakt soll die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Migration verbessert werden und die Rahmenbedingungen für Migration humaner gestaltet werden. Außerdem sollen die Hauptursachen für irreguläre Migration behoben werden. Der Pakt ist rechtlich nicht bindend, die Souveränität der Staaten bleibt bei der Migrationspolitik erhalten.

Der Migrationspakt enthält 23 Ziele, die sich die Staaten setzen, um die Herausforderungen globaler Migration zu bewältigen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Lebensbedingungen weltweit so verbessern, dass mehr Menschen in ihrer Heimat bleiben können
  • Verbesserung der Verfügbarkeit und Flexibilität der Wege für eine reguläre Migration
  • Migranten besser gegen Ausbeutung, Missbrauch und die Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten schützen
  • Bessere internationale Koordination von Rettungseinsätzen, um den Tod und die Verletzung von Migranten zu verhindern
  • Grenzübergreifende Bekämpfung von Schleuserbanden und Menschenhandel
  • Sichere und würdevolle Rückkehr von Migranten ermöglichen

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Die Begriffe „Globaler Süden“ und „Globaler Norden“ werden hauptsächlich in der Entwicklungspolitik und in den Sozial- und Geisteswissenschaften benutzt. Sie lösen zunehmend Bezeichnungen wie Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und den früher häufig verwendeten Begriff „Dritte Welt“ ab.

Die Bezeichnungen sollen die Situation von Ländern in der globalisierten Welt möglichst wert- und hierarchiefrei beschreiben. In diesem Sinne ist ein Land des Globalen Südens ein politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich benachteiligter Staat. Die Länder des Globalen Nordens befinden sich dagegen in einer privilegierten Position, was Wohlstand, politische Freiheit und wirtschaftliche Entwicklung angeht. Damit sollen auch die Ungleichheit und die dadurch bedingten Abhängigkeitsverhältnisse herausgestellt werden.

Die Bezeichnungen sollen nicht zur Verallgemeinerung der Verhältnisse in allen entsprechenden Ländern dienen. Sie sind zudem nur bedingt geografisch zu verstehen. So werden Australien und Neuseeland dem Globalen Norden zugeordnet, während Länder wie Afghanistan und die Mongolei zum Globalen Süden gezählt werden. Auch die neuen Begriffe werden dafür kritisiert, dass sie die Perspektive der Industrieländer einnehmen.

Als Globalisierung wird die zunehmende wirtschaftliche, politische und kulturelle Verflechtung von Gesellschaften, Staaten und Weltregionen bezeichnet. Ausgangspunkt sind dabei wirtschaftliche Prozesse, zum Beispiel die Internationalisierung der Güter- und Finanzmärkte. Diese Prozesse haben sich durch die Entwicklung der Verkehrs- und Kommunikationstechnik in den vergangenen Jahren beschleunigt. So wächst zum Beispiel der Welthandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) schneller als die Güterproduktion. Auch viele ökologische Probleme wie Klimawandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Desertifikation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) haben globalen Charakter.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Es ist unter anderem für die Pflege der internationalen kulturellen Zusammenarbeit zuständig. Im Rahmen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit veranstaltet das Goethe-Institut unter anderem Treffen für ehemalige Fortbildungsteilnehmer, damit diese ihre Kontakte aktiv pflegen können.

Wörtlich übersetzt bedeutet der englische Begriff Good Financial Governance „gute finanzielle Steuerung“. Er steht für transparente und leistungsfähige öffentliche Finanzsysteme, die sowohl die Seite der Einnahmen (vor allem Steuerpolitik, Steuererhebung, Schuldenaufnahme, Vermögensbewirtschaftung, Verwaltung internationaler Zuflüsse) als auch die Seite der Ausgaben (Haushaltsplanung, Haushaltsvollzug, Beschaffung, Rechnungslegung, Rechnungsprüfung) umfassen.

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei, die eigenen Einnahmen zu erhöhen und öffentliche Mittel verantwortungsvoll und entwicklungsorientiert einzusetzen.

Ausführliche Informationen über entwicklungspolitische Ansätze im Bereich Good Financial Governance finden Sie hier.

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Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „gute Staatsführung“ oder auch „gute Regierungsführung“. Gemeint ist die Art und Weise, in der in einem Staat Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Good Governance beschränkt sich nicht auf die Regierung, sondern gilt für alle Betroffenen und Beteiligten. Gute Regierungsführung ist verantwortungsvolle Regierungsführung und hat unter anderem folgende Charakteristika: Sie ist transparent und effektiv. Sie legt Rechenschaft ab. Sie beteiligt alle Menschen und berücksichtigt die Meinung von Minderheiten und die Bedürfnisse von Schwachen.

Ausführliche Informationen zum deutschen Engagement für gute Regierungsführung finden Sie hier.

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Ziel von Grundbildung ist es, grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten für den Alltag und die Arbeitswelt aufzubauen und so die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und weiteres Lernen zu schaffen. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) umfasst die erweiterte Grundbildung folgende Elemente:

  • die frühkindliche Bildung (Kindergarten/Vorschule),
  • die Primarschulbildung (Grundschule),
  • die untere Sekundarschulbildung (bis zum ersten Schulabschluss, der für eine berufliche Ausbildung qualifiziert)
  • und die nachholende Grundbildung für Jugendliche und Erwachsene.

In der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) hat die Staatengemeinschaft vereinbart, bis zum Jahr 2030 sicherzustellen, dass alle Mädchen und Jungen gleichberechtigt eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung abschließen können, die zu brauchbaren und effektiven Lernergebnissen führt.

Doch laut Weltbildungsbericht 2019 der UNESCO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gingen im Jahr 2017 weltweit rund 64 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule. Etwa 61 Millionen Jugendliche besuchten nach Abschluss der Grundschule keine weiterführende Schule – eine erhebliche Einschränkung ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten.

Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, den Zugang zu Grundbildung – insbesondere für Mädchen – zu erweitern, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und außerschulische Bildungsaktivitäten zu fördern.

Ausführliche Informationen zu den BMZ-Aktivitäten im Bereich Grundbildung finden Sie hier.

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Die sogenannten „Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ wurden im Rahmen der BMZ-Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ ins Leben gerufen. In 15 Partnerländern tragen die Zentren dazu bei, Konzepte für die Verbesserung der regionalen Versorgung mit Nahrungsmitteln zu entwickeln, das Einkommen von kleinbäuerlichen Betrieben zu steigern und Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich, beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung zu schaffen.

Die Zentren bieten den Bäuerinnen und Bauern Beratung und Ausbildung, eröffnen ihnen Zugang zu Finanzdienstleistungen und fördern die Verbreitung technischer Neuerungen in der Landwirtschaft. Außerdem unterstützen sie die Landwirte bei der Gründung von Erzeugergemeinschaften und Interessenverbänden.

Mehr zum Thema finden Sie hier.

Als „grün“ wird Wasserstoff bezeichnet, der klimaneutral gewonnen wurde. Dazu wird – unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energiequellen – Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der freigesetzte Wasserstoff wird aufgefangen und ist vielseitig einsetzbar: Das Gas dient dazu, Energie zu speichern und zu transportieren. In der Industrie lässt sich grüner Wasserstoff zum Beispiel anstelle von Kohle und Erdöl einsetzen, über Brennstoffzellen kann er Strom und Wärme für Gebäude liefern.

Durch Zugabe von Kohlenstoffdioxid (CO₂) kann grüner Wasserstoff in klimaneutrales Brenngas (Power-to-Gas) oder in synthetischen Kraftstoff (Power-to-Liquid) für Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge umgewandelt werden. Derartige Folgeprodukte werden unter dem Begriff „Power-to-X“ (PtX) zusammengefasst.

Grüner Wasserstoff gilt als Treibstoff der Zukunft und als unverzichtbarer Baustein für das Erreichen der Klimaziele des Pariser Abkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die Technologie ist noch in der Entwicklung. Für die Herstellung und Verarbeitung werden große Mengen an erneuerbarer Energie benötigt.

Mehr zum Engagement des BMZ für grünen Wasserstoff finden Sie hier.

Die Gruppe der 7 (G7) ist – wie die G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – keine internationale Organisation, sondern ein informelles Forum von Staats- und Regierungschefs.

Die Gruppe wurde 1975 von den damals bedeutendsten Industrienationen gegründet: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Vereinigte Staaten von Amerika; Kanada kam 1976 dazu. Die Europäische Union hat einen Beobachterstatus.

1998 wurde die Gruppe durch die Aufnahme von Russland zur G8. Aufgrund des Vorgehens Russlands in der Ukraine sagten die übrigen G8-Mitglieder ihre Teilnahme am ursprünglich in Sotschi geplanten G8-Gipfel 2014 ab und beschlossen, sich bis auf Weiteres wieder im G7-Format ohne Russland zu treffen.

Die Mitglieder kommen mindestens einmal im Jahr zu einem Gipfeltreffen zusammen. Dort diskutieren sie Schlüsselfragen der Weltpolitik, tauschen ihre Standpunkte aus und entwickeln gemeinsam konstruktive Lösungen. Die Gipfeltreffen sind Ausgangspunkt verschiedener, auch entwicklungspolitischer Initiativen. Der Vorsitz innerhalb der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern. 2022 hatte Deutschland die Präsidentschaft inne.

Die Länder der G7 stellen etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaften etwa 45 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Sie gehören zu den größten Beitragszahlern in internationalen Organisationen und finanzieren rund 75 Prozent der von der OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erfassten weltweiten öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (ODA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Die Entscheidungsfindung innerhalb der G7 findet im Konsens statt. Auch wenn ihre Beschlüsse und Selbstverpflichtungen keine rechtliche Bindung haben, ist ihre weltweite Wirkung nicht zu unterschätzen. Umgesetzt werden sie über bilaterale Maßnahmen der G7-Staaten und über deren großen Einfluss in vielen multilateralen Organisationen.

Informationen über die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 finden Sie hier.

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Der G20 gehören die 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und seit 2023 auch die Afrikanische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) an. Die Mitglieder sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA.

Die G20-Staaten erwirtschaften etwa 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), wickeln drei Viertel des Welthandels (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ab und stellen rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 wurde die G20 von einem Format auf Finanzminister-Ebene, als das sie seit 1999 bestand, um die Ebene der Staats- und Regierungschefs erweitert.

Im Jahr 2010 wurde eine G20-Arbeitsgruppe für entwicklungspolitische Themen (Development Working Group) eingerichtet sowie eine G20-Entwicklungsagenda mit einem mehrjährigen Aktionsplan verabschiedet. Seither ist Entwicklungspolitik als eigenständiges Thema fest im G20-Prozess verankert. Die neun Säulen des Aktionsplans umfassen unter anderem die Themen Infrastruktur, Ernährungssicherung, berufliche Bildung und soziale Sicherung.

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Die Gruppe der 77 (G77) ist der größte Zusammenschluss von Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) innerhalb der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie existiert seit der ersten Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die 1964 in Genf stattfand. Damals zählte die Gruppe 77 Mitglieder, heute gehören ihr 134 Länder an. Ziel der Gruppe ist es, die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder international zu vertreten und sich für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung einzusetzen. Die G77 fördert außerdem die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Entwicklungsländer untereinander.

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Die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) wurde 1967 gegründet. Sie steht der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU) nahe und ist nach dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Hanns Seidel benannt. Die Stiftung sieht ihre Aufgabe darin, politische Zusammenhänge zu analysieren, Demokratie (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Frieden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu fördern, wissenschaftliche Grundlagen für politisches Handeln zu erarbeiten und Menschen auf nationaler und internationaler Ebene zu motivieren und zu befähigen, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Gesellschaften einzubringen.

Ziel ihrer auf christlich-sozialen Werten basierenden entwicklungspolitischen Arbeit ist die Förderung menschenwürdiger Lebensverhältnisse in der Welt, um damit einen Beitrag zur Überwindung der Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu leisten. Die Stiftung engagiert sich in rund 60 Ländern für gute Regierungsführung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Demokratie, Rechtsstaatlichkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Dezentralisierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Die Heinrich-Böll-Stiftung ist nach dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll benannt und steht der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahe. Vorrangige Aufgabe der Stiftung ist die politische Bildung im In- und Ausland zur Förderung der demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung. Sie arbeitet mit mehr als 100 Partnerprojekten in 60 Ländern zusammen. Insbesondere fördert die Stiftung Rechtsstaatlichkeit und gerechte Verhältnisse zwischen allen Geschlechtern, die Gleichberechtigung kultureller und ethnischer Minderheiten und die soziale wie politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten. Die Grundwerte der Stiftung sind Ökologie und Nachhaltigkeit, Demokratie, Solidarität und Gewaltfreiheit.

1996 beschlossen die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Internationale Währungsfonds (IWF) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) auf Betreiben der G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Staaten eine Initiative zur Entschuldung hoch verschuldeter armer Länder („heavily indebted poor countries“, HIPC).

Sie ermöglichte erstmals ein koordiniertes Vorgehen bei der Gewährung von Schuldenerleichterungen. Die Durchführung der Entschuldungsinitiative ist nahezu abgeschlossen. Insgesamt haben sich 49 hoch verschuldete Länder für eine Teilnahme an der HIPC-Initiative qualifiziert. 36 von ihnen wurden bereits umfassend entschuldet.

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Die Abkürzung HIV steht für „humanes Immunschwäche-Virus“ (englisch: Human Immunodeficiency Virus). Eine Ansteckung mit dem HI-Virus führt – wenn keine Behandlung mit Medikamenten erfolgt, die die Virusvermehrung hemmen – nach einer meist mehrjährigen Inkubationszeit zur fortschreitenden Zerstörung des Immunsystems (Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Ausführliche Informationen über HIV und Aids und über das deutsche entwicklungspolitische Engagement für die Bekämpfung der Aids-Pandemie finden Sie hier.

Wissenschaft und Forschung sind für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes unverzichtbar. Viele ärmere Länder können das international verfügbare Wissen jedoch nicht nutzen. Im Rahmen seiner Entwicklungspolitik fördert Deutschland die Aus- und Weiterbildung von akademischen Fachkräften in besonders entwicklungsrelevanten Forschungszweigen wie Natur- und Agrarwissenschaften, Umweltschutz, Ingenieurs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

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Durch den Vertrag von Lissabon wurde das Amt des Hohen Vertreters der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) für Außen- und Sicherheitspolitik geschaffen (umgangssprachlich: EU-Außenminister). Durch diese Institution soll das auswärtige Handeln der EU an Wirksamkeit und Kohärenz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gewinnen. Seit Dezember 2019 übt der Spanier Josep Borrell dieses Amt aus.

Der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik ist auch Vizepräsident der EU-Kommission (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und vertritt die EU im Bereich der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Er führt im Namen der Union den politischen Dialog mit Drittländern und vertritt den Standpunkt der Union in internationalen Organisationen und auf internationalen Konferenzen.

Im Rat für Auswärtige Angelegenheiten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) führt er den Vorsitz. Er trägt durch seine Vorschläge zur Festlegung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei und stellt sicher, dass die vom Europäischen Rat (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erlassenen Beschlüsse umgesetzt werden.

Bei der Erfüllung seiner Aufgaben wird der Hohe Vertreter durch den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützt. Als eine vom Rat und von der Kommission unabhängige Institution ergänzt er die diplomatischen Dienste der Mitgliedsstaaten.

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Laut Definition der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) hungert ein Mensch, wenn er weniger zu essen hat, als er täglich braucht, um sein Körpergewicht zu erhalten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten. Im Jahr 2022 litten nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) etwa 735 Millionen Menschen unter Hunger. Deutschland engagiert sich in enger Zusammenarbeit mit anderen Gebern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) intensiv im Kampf gegen Hunger und Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die Sicherung der Ernährung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen – sind wichtige Ziele der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Kampf gegen den Hunger finden Sie hier.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

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Das Wort „indigen“ geht auf die lateinische Sprache zurück und bedeutet fachsprachlich „in einem bestimmten Gebiet geboren“ oder „in einem bestimmten Gebiet beheimatet“. Für den zusammengesetzten Begriff „indigene Völker“ gibt es keine allgemein anerkannte Definition. Die Vereinten Nationen haben Kriterien formuliert, die sich insbesondere auf die Selbstidentifikation beziehen. Demnach sind indigene Völker

  • Nachfahren der Erstbewohnerinnen und -bewohner eines Gebietes, auch „autochthone Völker“ genannt;
  • Völker, die eine kulturelle Besonderheit bewahren wollen, die sich von der nationalen Gesellschaft unterscheidet;
  • Völker, die sich selbst als eigene, indigene und somit abgegrenzte Gruppe in der Gesellschaft identifizieren;
  • Völker, die die Erfahrung von Unterdrückung, Diskriminierung, Marginalisierung und Enteignung bis hin zur Ausrottung gemacht haben.

In etwa 90 Staaten der Welt leben rund 5.000 indigene Völker, denen insgesamt mehr als 476 Millionen Menschen angehören. Trotz international verbriefter kollektiver Rechte werden indigene Völker in den meisten Staaten vom politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben weitgehend ausgeschlossen.

Informationen über das deutsche Engagement für die Rechte indigener Völker finden Sie hier.

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie Internet und Mobilfunk erleichtern die Kommunikation im Alltag, machen Wissen zugänglich, eröffnen neue Austauschmöglichkeiten, ermöglichen die Erschließung neuer Märkte und erleichtern die Datenverwaltung. IKT sind auch für die Entwicklungszusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unverzichtbare Werkzeuge für die Projektplanung und Koordination.

Trotz der schnellen technischen Entwicklung gibt es weltweit noch viele Menschen, die von diesen Techniken und den damit verbundenen Möglichkeiten abgeschnitten sind. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) will diesem Defizit entgegenwirken und die Chancen des digitalen Wandels für alle nutzbar machen. Daher setzt es sich dafür ein, den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien zu verbessern und die Nutzung von IKT in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern.

Der informelle Sektor ist der Teil einer Volkswirtschaft, dessen wirtschaftliche Tätigkeit nicht staatlich erfasst, reguliert und kontrolliert wird. Nach Schätzungen der OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der ILO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) arbeiten mehr als 60 Prozent der Beschäftigten weltweit im informellen Sektor. In Entwicklungs- und Schwellenländern beträgt der Anteil 70 Prozent. Formelle Arbeitsplätze sind dort häufig nur im öffentlichen Dienst, in der gering ausgebauten Industrie und in internationalen Großunternehmen zu finden.

Beispiele für Tätigkeiten im informellen Sektor sind der Direktverkauf von Produkten aus eigener Herstellung, Transportdienstleistungen, kleine Handwerksarbeiten, Tagelöhnerjobs und Kinderarbeit. In der Landwirtschaft sind mehr als 90 Prozent der Beschäftigten informell tätig.

Kennzeichen des informellen Sektors

  • kleine Betriebsgrößen (meist Einzel- oder Familienunternehmen)
  • keine rechtliche Absicherung (Arbeitsvertrag, Arbeitsschutz, Kündigungsschutz, Mindestlohn, Urlaubsanspruch, Mutterschutz, Recht auf Fort- und Weiterbildung)
  • keine soziale Absicherung (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Unfallversicherung)
  • arbeitsintensive Produktion, Verwendung einheimischer Ressourcen und einfacher Techniken
  • schlechte Bezahlung, oft menschenunwürdige Arbeitsbedingungen
  • geringe Qualifikation
  • kaum gewerkschaftlich organisiert

Da die Beschäftigten im informellen Sektor weder direkte Steuern noch Sozialabgaben zahlen, entgehen dem Staat wichtige Einnahmen. Andererseits bringt der informelle Sektor viel unternehmerische Initiative und Kreativität hervor. Informelle Kleinbetriebe bilden mehr Arbeitskräfte aus als das formale Bildungssystem und produzieren Güter und Dienstleistungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen.

Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) benötigen finanzielle Unterstützung, um die international vereinbarten Entwicklungsziele zu erreichen. Um langfristig stabile und für die Entwicklungsländer berechenbare Zahlungsströme gewährleisten zu können, sind innovative Finanzierungsinstrumente erforderlich, die möglichst unabhängig von der jeweiligen Haushaltssituation der Geberländer sind. Zurzeit konzentriert sich die internationale Diskussion über die Einführung solcher Modelle vor allem auf folgende Finanzierungsinstrumente: Versteigerung von Emissionszertifikaten, Mobilisierung privater Investoren, Internationale Finanzfazilität für Impfprogramme (IFFIm), Abnahmegarantien für Impfstoffe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Besteuerung von internationalen Finanztransaktionen und eine Flugticketabgabe.

Das Instrument für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-Accession Assistance, IPA) ist ein entwicklungspolitisches Finanzierungsprogramm der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die EU unterstützt damit Beitrittskandidaten (Türkei, Albanien, Montenegro, Serbien, Nordmazedonien) und potenzielle Bewerberländer (Bosnien und Herzegowina, Kosovo) bei der Einführung von EU-Standards in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das IPA setzt sich aus fünf Komponenten zusammen: Aufbau von Institutionen und Demokratisierung, grenzübergreifende Zusammenarbeit, regionale Entwicklung, Entwicklung der Humanressourcen und Kampf gegen Diskriminierung sowie ländliche Entwicklung.

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Das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit – Europa in der Welt (Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument, NDICIGlobal Europe ) wurde 2021 von der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) geschaffen. Es vereint die bis dahin stark verästelten Finanzierungsprogramme der EU wie zum Beispiel das Europäische Nachbarschaftsinstrument (ENI) oder den Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Insgesamt wurde es mit 79,5 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2027 ausgestattet. Mit dem Instrument verfolgt die EU folgende Ziele:

Zu diesen Zwecken ist das Instrument auf drei Säulen aufgebaut:

  1. die geografische Säule fördert die Beziehungen zu den Partnerländern
  2. die thematische Säule fördert Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene
  3. die Krisenreaktionssäule dient Maßnahmen zur Krisenbewältigung, Konfliktverhütung und Friedensförderung

Eine finanzielle Reserve soll eine schnelle Reaktion auf neue Herausforderungen ermöglichen und dient in solchen Fällen der finanziellen Aufstockung der oben genannten Säulen.

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Der Ansatz der Integrierten Sicherheit vereint alle Themen und Instrumente, die für die Sicherheit eines Staates relevant sind.

Sicherheit ist in diesem Sinn Bestandteil und Ziel aller Politikbereiche: Jeder Bereich ist von einer verschlechterten Sicherheitslage betroffen, jeder kann zur Verbesserung der Sicherheit beitragen.

Integrierte Sicherheit geht über Abstimmung, Koordinierung und Vernetzung hinaus. Sie formuliert durch die gezielte und tiefe Verschränkung unterschiedlicher Politikfelder Antworten auf komplexe Bedrohungen und identifiziert die jeweils passenden Instrumente.

Die intensiven Wechselwirkungen zwischen innerer und äußerer Sicherheit führen dazu, dass der Schutz eines Staates nach außen nur funktioniert, wenn er auch im Inneren gefestigt und abwehrfähig ist. Die Stärkung der Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sowie der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind daher zentrale Elemente der Integrierten Sicherheit.

Der Ansatz umfasst vorbeugendes, eingreifendes und nachsorgendes Handeln und richtet sich schon heute auch auf mittel- bis langfristige Herausforderungen aus.

Die deutsche Politik der Integrierten Sicherheit soll gemeinsam mit den deutschen Nachbarstaaten, Partnern und Verbündeten noch stärker als bisher zur Sicherheit in Europa und der Welt beitragen.

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Das international vereinbarte Leitbild des Integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM) betrachtet die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und das Ökosystem jeweils ganzheitlich und gleichberechtigt. Das Konzept berücksichtigt sämtliche – oft auch überregionale – Nutzungsinteressen und Aktivitäten, die sich auf die Wasserhaushalte auswirken können. Dabei werden die Ansprüche und Perspektiven aller Nutzergruppen in einem Wassereinzugsgebiet betrachtet, um einen fairen Interessenausgleich zu erreichen.

Wichtige Ziele des IWRM sind, Wasserressourcen nachhaltig zu nutzen, Konflikte um Wasser friedlich zu lösen, Armen bezahlbaren Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen und Krankheiten einzudämmen, die durch unsauberes Wasser hervorgerufen werden.

Ausführliche Informationen über Integriertes Wasserressourcen-Management finden Sie hier.

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Die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank (Inter-American Development Bank, IDB) ist die größte multilaterale Finanzinstitution in Lateinamerika. Oberstes Ziel der Bank ist die Armutsbekämpfung und die Förderung sozialer Gerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik sowie die regionale Integration. Die Bankengruppe besteht aus der Bank (IDB), der Interamerikanischen Investitionsgesellschaft (IDB Invest) und dem Multilateralen Investitionsfonds (FOMIN).

Das BMZ hat 2004 ein Partnerschaftsabkommen mit der Bank geschlossen, um gezielt erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz in der Region zu fördern.

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Zum amerikanischen Menschenrechtssystem gehören die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte und der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (Corte Interamericana de Derechos Humanos) mit Sitz in San José, Costa Rica. Beide Institutionen nahmen 1979 ihre Arbeit auf. Sie überwachen die Einhaltung der interamerikanischen Menschenrechtsverträge, insbesondere der Amerikanischen Konvention über Menschenrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Bislang haben nur lateinamerikanische Staaten diese Konvention ratifiziert und die Zuständigkeit des Gerichtshofs für Individualbeschwerden anerkannt.

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Der Zwischenstaatliche Sachverständigenrat für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) ist ein wissenschaftliches Gremium, das aktuelle Informationen der weltweiten Klimaforschung sammelt und bewertet. Der IPCC präsentiert regelmäßig in Berichten und Stellungnahmen seine Einschätzungen zu den Folgen des Klimawandels (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sowie Strategien zur Reaktion darauf. Seine Arbeiten dienen auch als Grundlage für die internationalen Klimaverhandlungen.

Der IPCC wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) ins Leben gerufen. Er steht allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Mitwirkung und als Beratungsgremium offen.

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Entwicklungsorientierte Agrarforschung hat für die Ernährungssicherung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), den Ressourcenschutz und die Anpassung an den Klimawandel (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) eine herausragende Bedeutung. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die Erträge wichtiger Kulturpflanzen zu steigern, angepasste Verfahren im Umgang mit Wasser und Boden (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu entwickeln, geeignete Anbaumethoden für Standorte mit ungünstigen naturräumlichen Bedingungen zu erproben und eine wirtschaftlich effiziente Agrarvermarktung zur Steigerung ländlicher Einkommen zu unterstützen. Darüber hinaus leistet die Agrarforschung einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Agrobiodiversität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), indem sie Genbanken aufbaut und pflegt und damit den Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) einen kostenlosen Zugang zu genetischen Ressourcen verschafft.

Über bilaterale Kooperationsverträge fördert das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die Arbeit von internationalen Agrarforschungszentren. Zudem werden deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, insbesondere Nachwuchskräfte, mit verschiedenen Förderprogrammen dabei unterstützt, an internationalen Forschungseinrichtungen zu arbeiten.

Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement im Bereich der internationalen Agrarforschung finden Sie hier.

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Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) ist die älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie wurde 1919 gegründet. Als einzige UN-Organisation setzt sie sich nicht ausschließlich aus Staaten zusammen. Neben den Regierungen der Mitgliedsstaaten gehören ihr auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen an.

Zu den wesentlichen Aufgaben der ILO gehören die Normensetzung, die Überwachung der Einhaltung der ILO-Normen in den Mitgliedsstaaten, die technische Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern sowie die Verbreitung von Informationen und Forschungsergebnissen. Seit ihrer Gründung werden von der ILO internationale Arbeitsstandards in Form von Übereinkommen und Empfehlungen ausgearbeitet und auf den internationalen Arbeitskonferenzen verabschiedet.

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Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development, IBRD) wurde 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als Teil der Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegründet. Eine der Hauptaufgaben der IBRD ist es, die wirtschaftliche Entwicklung in Ländern mit mittlerem Einkommen und in kreditwürdigen armen Ländern zu fördern. Dazu vergibt sie Kredite zu marktähnlichen Konditionen.

Deutschland gehört der IBRD seit 1952 an.

Die für die ärmsten Länder der Welt zuständige Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association, IDA) ist Teil der Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und spielt eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Armutsbekämpfung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie ist in rechtlicher und finanzieller Hinsicht selbstständig, wird jedoch vom Personal der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) verwaltet. Die IDA verfolgt die gleiche Zielsetzung wie die IBRD, gewährt ihre Kredite jedoch zu weitaus günstigeren Bedingungen und vergibt außerdem Zuschüsse.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Gebern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Internationalen Entwicklungsorganisation.

Die Internationale Finanz-Corporation (International Finance Corporation, IFC) ist Teil der Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie hat die Aufgabe, die Privatwirtschaft in Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schwellenländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu fördern. Dazu bietet sie Kredite, Eigenkapitalbeteiligungen, Garantien und eine Reihe innovativer Finanzierungsprodukte zu kommerziellen Bedingungen an. Ergänzend berät die IFC Regierungen und Firmen zu Fragen der Wirtschafts- und Unternehmensentwicklung. Die IFC nimmt international eine Führungsrolle bei der Erarbeitung und Umsetzung von Sozial- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Umweltstandards (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ein.

Deutschland ist Gründungsmitglied der Internationalen Finanz-Corporation.

Die Internationale Föderation geplanter Elternschaft (International Planned Parenthood Federation, IPPF) ist ein weltweiter Dachverband von unabhängigen Mitgliedsorganisationen, die sich in mehr als 140 Ländern für die Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Durchsetzung und Verankerung der zugrunde liegenden Rechte und für die Verbesserung des Zugangs zu entsprechenden Diensten vor allem für arme, benachteiligte und unterversorgte Bevölkerungsgruppen einsetzen.

Das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützt die Organisation seit Jahrzehnten sowohl mit freiwilligen Beiträgen zum Kernbudget als auch zusätzlich mit Treuhandmitteln für die Finanzierung einzelner Projekte.

InWEnt, die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, gibt es seit 1. Januar 2011 nicht mehr. Sie ist – gemeinsam mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) – in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) aufgegangen.

InWEnt war eine Organisation für Personalentwicklung, Weiterbildung und Dialog. Sie entstand 2002 durch die Fusion der Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE).

Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (International Fund for Agricultural Development, IFAD) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und spezialisiert auf die Armutsbekämpfung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in ländlichen Gebieten. Dazu vergibt er zinsgünstige Kredite an Entwicklungsländer. Deutschland ist eines der Gründungsmitglieder des IFAD und zählt zu den größten Gebern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) des Fonds.

Der 1946 geschaffene Internationale Gerichtshof (IGH) hat seinen Sitz in Den Haag (Niederlande). Er ist das wichtigste Rechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Vor dem Internationalen Gerichtshof werden zwischenstaatliche Streitigkeiten verhandelt – sofern sich alle beteiligten Staaten der Gerichtsbarkeit des IGH unterwerfen. Außerdem erstellt der Gerichtshof Rechtsgutachten zu völkerrechtlichen Fragen für die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen.

Der IGH besteht aus 15 Richterinnen und Richtern, die aus verschiedenen Ländern kommen. Alle drei Jahre wird ein Drittel der Mitglieder von der Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und dem Sicherheitsrat (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen neu gewählt, die Amtszeit der Richterinnen und Richter beträgt neun Jahre.

Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt) wurde 1966 gemeinsam mit dem Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) von der Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen verabschiedet und trat 1976 in Kraft. Der Zivilpakt garantiert Schutz- und Freiheitsrechte, darunter die Rechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit, auf Schutz vor Folter, Sklaverei sowie staatlicher Willkür, die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Rechte auf Gedanken-, Religions- und Weltanschauungs-, Meinungsäußerungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Der Pakt schützt die Rechte von Minderheiten und formuliert ein allgemeines Diskriminierungsverbot.

Als Kontrollorgan überwacht der UN-Zivilpaktausschuss (Externer Link) die Einhaltung des Pakts. Alle Staaten, die den Zivilpakt ratifiziert haben, müssen dem Ausschuss regelmäßig berichten, wie sie den Pakt umsetzen.

Zusatzprotokolle

Ergänzt wird der Zivilpakt durch zwei Zusatzprotokolle. Das erste sieht die Möglichkeit der Individualbeschwerde vor: Personen, die ihre bürgerlichen und politischen Rechte als verletzt ansehen und den nationalen Rechtsweg erfolglos durchlaufen haben, können Beschwerde beim UN-Zivilpaktausschuss einlegen. Im zweiten Zusatzprotokoll haben sich die Staaten zur Abschaffung der Todesstrafe verpflichtet.

Der Zivilpakt wurde von 174 Staaten ratifiziert, das erste Zusatzprotokoll von 116, das zweite von 90 Staaten (Stand: März 2024). Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik ratifizierten den Pakt 1973. Deutschland hat das erste Zusatzprotokoll 1993 und das zweite Zusatzprotokoll 1992 ratifiziert.

Externe Links:

Der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) wurde 1966 gemeinsam mit dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) von der Generalversammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen verabschiedet.

Der Sozialpakt enthält

  • wirtschaftliche Rechte,
    etwa das Recht, einer Einkommen schaffenden Tätigkeit nachzugehen (Recht auf Arbeit), das Recht auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, die Gewerkschaftsfreiheit und das Streikrecht,
  • soziale Rechte
    wie den Schutz der Familie, das Recht auf soziale Sicherheit und das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard (Unterkunft, Nahrung, Gesundheit, Wasser- und Sanitärversorgung) sowie
  • kulturelle Rechte
    wie das Recht auf Bildung, das Recht auf Teilnahme am kulturellen Leben und auf Schutz des geistigen Eigentums.

Der Sozialpakt legt eine stufenweise Umsetzung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte fest: Vertragsstaaten müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Rechte fortschreitend für alle zu verwirklichen. Als Kontrollorgan überwacht der UN-Sozialpaktausschuss (Externer Link) die Einhaltung des Pakts. Alle Staaten, die den Sozialpakt ratifiziert haben, müssen dem Ausschuss regelmäßig berichten, wie sie ihn umsetzen.

Zusatzprotokoll

2008 verabschiedete die UN-Generalversammlung ein Zusatzprotokoll zum Sozialpakt, das seit 2013 in Kraft ist. Das Protokoll sieht die Möglichkeit der Individualbeschwerde vor: Personen, die ihre wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Rechte als verletzt ansehen und den nationalen Rechtsweg ausgeschöpft haben, können Beschwerde beim UN-Sozialpaktausschuss einlegen.

Der Sozialpakt wurde von 172 Staaten ratifiziert, das Zusatzprotokoll von 29 Staaten. Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik haben den Sozialpakt 1973 ratifiziert. Dem Zusatzprotokoll ist Deutschland 2023 beigetreten (Stand: März 2024).

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Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im niederländischen Den Haag ist seit 2003 für die Verfolgung besonders schwerer Straftaten wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression zuständig. Der IStGH soll dazu beitragen, das humanitäre Völkerrecht und das internationale Völkerstrafrecht wirksamer durchzusetzen und gravierende Lücken bei der Strafverfolgung zu schließen.

Das Mandat des IStGH erlaubt es nur, die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Individuen festzustellen, nicht von Staaten. Der Gerichtshof wird nur dann tätig, wenn die nationalen Strafverfolgungsbehörden nicht willens oder nicht in der Lage sind, entsprechende Verbrechen zu verfolgen. Einige Staaten lehnen den IStGH ab, weil sie Eingriffe in die eigene staatliche Souveränität befürchten. So erkennen die USA, Russland und China die Legitimität des Gerichtshofs nicht an. Deutschland spricht sich für eine universelle Anerkennung des IStGH aus.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF, englisch: International Monetary Fund, IMF) wurde im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen in Bretton Woods (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (USA) zusammen mit der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gegründet. Er ist seit 1947 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen.

Der IWF hat die Aufgabe, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu stärken, die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik zu fördern, das Wachstum des Welthandels zu erleichtern sowie seinen Mitgliedern in Währungs- und Finanzkrisen durch Kredite zu helfen.

Das Internationale Handelszentrum (International Trade Centre, ITC) ist ein gemeinsames Organ der Welthandelsorganisation (WTO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Ziel des Handelszentrums ist, Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bei der Förderung ihres Außenhandels zu unterstützen. Hauptzielgruppe ist die Privatwirtschaft. Zu den Aufgaben des Internationalen Handelszentrums zählen die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Unterstützung und Beratung von Handelskammern und Handelsagenturen sowie die Beratung von Politik und Verwaltung.

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Das Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Centre for Settlement of Investment Disputes, ICSID) ist eine unabhängige Einrichtung innerhalb der Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Seine Aufgabe ist die Schlichtung von Investitionsstreitigkeiten zwischen Regierungen und ausländischen Investoren. Außerdem übernimmt das ICSID im Zusammenhang mit den gesetzlichen Bestimmungen für Auslandsinvestitionen auch Beratungsdienste, Forschungs- und Publikationsaufgaben.

Die Bundesrepublik Deutschland ist seit der Gründung des ICSID im Jahre 1966 Mitglied.