Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.

Ernährungssicherung Hunger beseitigen – Ernährung sichern

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Alle Staaten und Regierungen haben die Pflicht, dieses völkerrechtlich verankerte Recht für ihre Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen.

SDG 2: Kein Hunger

Hunger weltweit zu beenden und Ernährungssicherheit zu erreichen, wurde 2015 als zentrales Ziel in die international vereinbarte Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aufgenommen. Dennoch leiden laut Schätzungen des UN-Welternährungsberichts von 2021 (Externer Link) weltweit mehr als 800 Millionen Menschen an Hunger.

Mehr als 2,3 Milliarden leiden an "verstecktem Hunger", dem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen. Die Zahlen liegen weit höher, als die Schätzungen in den Vorjahren, denn die Corona-Pandemie hat die Situation deutlich verschärft.

Hauptursachen für Ernährungsunsicherheit sind, neben der aktuellen Pandemie, Armut, Kriege und Konflikte. Auch die Folgen des Klimawandels, etwa extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren, tragen dazu bei. In vielen Ländern wurde zudem die Entwicklung der ländlichen Regionen lange vernachlässigt – obwohl sie eine entscheidende Rolle bei der globalen Nahrungsproduktion haben.


24. Juni 2022 | Internationale Konferenz in Berlin Gemeinsam für globale Ernährungs­sicherheit

Außenministerin Annalena Baerbock, Entwicklungsministerin Svenja Schulze und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir vor der heutigen internationalen Konferenz für globale Ernährungssicherheit in Berlin 

Außenministerin Annalena Baerbock, Entwicklungsministerin Svenja Schulze und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir laden heute zu einer internationalen Konferenz für globale Ernährungssicherheit nach Berlin ein.

Über 50 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft beraten dort über eine koordinierte und wirksame Antwort auf die von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine dramatisch verschärfte globale Hungerkrise.

Die Konferenz "Uniting for Global Food Security" wird über UN Web TV (Externer Link) übertragen.

Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Welternährung

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die ohnehin angespannte Lage auf den globalen Agrarmärkten dramatisch verschärft. In der Ukraine können 2022 viele Felder nicht bestellt werden und Lieferungen von im Vorjahr geerntetem Getreide werden von Russland gezielt verhindert.

Erschwerend hinzu kommen die gestiegenen Energiekosten und Düngerpreise. Russland ist einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Düngemitteln.

Besonders den Entwicklungsländern drohen dadurch Hungersnöte und politische Destabilisierung. Je nach Dauer des russischen Kriegs in der Ukraine rechnet das Welternährungsprogramm mit einem weiteren Anstieg der Zahl der akut von Hunger betroffenen Menschen. Weiter verschärft wird die Lage durch Exportrestriktionen.

Deutschland hat 2022 den G7-Vorsitz und damit eine besondere Verantwortung, global koordinierte Lösungen für die Ernährungssicherheit zu entwickeln. Auf Initiative von Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze haben die G7-Entwicklungsministerinnen und -minister im Mai 2022 ein Bündnis für globale Ernährungssicherheit initiiert, um die Welt gegen die drohende Hungerkrise zu wappnen.

Deutsches Engagement Das Recht auf Nahrung verwirklichen

Cover Sachstand Umsetzung der Sondermittel für globale Ernährungssicherheit

Sachstand: Umsetzung der Sondermittel für globale Ernährungssicherheit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2022 | Dateigröße 206 KB, Seiten 6 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Deutschland hat sein entwicklungspolitisches Engagement für Ernährungssicherung in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. Es unterstützt seine Partnerländer intensiv dabei, die Ernährungslage ihrer Bevölkerung zu verbessern und zu sichern. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in diesem Sektor trägt außerdem dazu bei, ländliche Räume zu entwickeln und natürliche Ressourcen zu schützen. Pro Jahr investiert Deutschland dafür rund zwei Milliarden Euro aus dem Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  (BMZ).

Mit dem Kernthema "Leben ohne Hunger – Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme" rückt das deutsche Engagement die Ernährungssicherheit in den Mittelpunkt der internationalen Zusammenarbeit. Es geht darum, allen Menschen das Recht auf sichere, ausreichende und ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Dazu müssen Ernährungssysteme effektiver und effizienter werden und gleichzeitig muss ökonomisch und sozial nachhaltig gehandelt werden, um Wohlstand und neue Arbeitsplätze für junge Menschen und insbesondere für Frauen zu schaffen.

Das Entwicklungsministerium stellt allein in diesem Jahr 880 Millionen Euro Sondermittel zusätzlich für den weltweiten Kampf gegen den Hunger und die am stärksten betroffenen Länder bereit. Zusammen mit den ohnehin vom BMZ durchgeführten Maßnahmen und den Mitteln für humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts investiert Deutschland 2022 damit rund vier Milliarden Euro in globale Ernährungssicherheit.

Eine Frau in Togo erntet Salat. Sie trägt ein Kleinkind auf dem Rücken.

Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" Interner Link

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" (SEWOH) leistet als Teil des Kernthemas "Leben ohne Hunger" seit 2014 einen Beitrag zur Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme. Im Rahmen dieser Initiative werden mehr als 300 Projekte in Ländern umgesetzt, die besonders stark von Hunger und Mangelernährung betroffen sind.

Eine Bäuerin in Malawi vor einer Solaranlage, die den Strom für die Pumpe eines Tröpfchenbewässerungssystems liefert

Nachhaltige Landwirtschaft Interner Link

Eine nachhaltig betriebene Landwirtschaft muss dazu beitragen, auch den kleinbäuerlichen Familien eine ausgewogene Ernährung und ein Einkommen zu sichern und sie bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen. Darum ist ein wichtiges Arbeitsfeld der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, eine nachhaltigere Landwirtschaft und Ernährungssysteme zu fördern, die sowohl Produzenten als auch Konsumenten einbeziehen. 

Junge Maispflanze in einem Forschungslabor

Agrarforschung und Innovation Interner Link

Kleinbäuerinnen und -bauern in Entwicklungsländern benötigen innovative Techniken, verbesserte Pflanzensorten und Kenntnisse über nachhaltige landwirtschaftliche Anbaupraktiken – eine Aufgabe für die internationale öffentliche Agrarforschung, die das BMZ im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit fördert.

Züchtung von Weizen im Gewächshaus des Agrarforschungsinstitutes CIMMYT in Texcoco, Mexiko

Grüne Innovationszentren Interner Link

Im Rahmen seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" hat das BMZ in 16 Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Grüne Innovationszentren ins Leben gerufen. Ziel der Zentren ist, durch Innovationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft die regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln zu verbessern, das Einkommen von kleinbäuerlichen Betrieben zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen.

Drei Fischer mit Fischernetz in Bangladesch

Nachhaltige Fischerei und Aquakultur Interner Link

Das BMZ fördert in seinen Partnerländern die handwerkliche Fischerei und Fischzucht (Aquakultur), das nachhaltige Management der Fischbestände und Fischfarmen, einen nachhaltigen Fischkonsum und die Bekämpfung der illegalen Fischerei.

Lösungsansätze der deutschen Entwicklungspolitik

Hilfe zur Selbsthilfe

Ein bolivianischer Bauer in einem Weizenfeld. Durch den Bau von Steinwällen wird Ackerland vor Erosion geschützt.

Ein bolivianischer Bauer in einem Weizenfeld. Durch den Bau von Steinwällen wird Ackerland vor Erosion geschützt.

Ein bolivianischer Bauer in einem Weizenfeld. Durch den Bau von Steinwällen wird Ackerland vor Erosion geschützt.

Zur Sicherung der Ernährung sind in den meisten von Hunger und Mangelernährung betroffenen Staaten umfangreiche Reformprozesse im gesamten Ernährungssystem notwendig, zum Beispiel in der Regierungsführung, in der Wirtschaft, dem Gesundheitssektor, der sozialen Sicherung, den Handelsbeziehungen oder auch bei der Raumplanung.

Unterstützung von außen reicht für diese Prozesse nicht aus: Sie können nur gelingen, wenn die Entwicklungsländer dafür selbst Verantwortung übernehmen. Sie benötigen den politischen Willen, das Menschenrecht auf Nahrung zu verwirklichen, sowie eine angemessene finanzielle, technische und personelle Ausstattung. Leitgedanke der deutschen Entwicklungspolitik ist daher die Hilfe zur Selbsthilfe.

BMZ-Publikationen

Cover Sachstand Umsetzung der Sondermittel für globale Ernährungssicherheit

Sachstand: Umsetzung der Sondermittel für globale Ernährungssicherheit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2022 | Dateigröße 206 KB, Seiten 6 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelblatt: Gemeinsam für globale Ernährungssicherheit

Gemeinsam für globale Ernährungssicherheit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 05/2022 | Dateigröße 706 KB
Cover: Berlin Ministerial Conference "Uniting for Global Food Security" | Conclusions by the Chairs

Berlin Ministerial Conference "Uniting for Global Food Security" on 24 June 2022

Conclusions by the Chairs

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2022 | Dateigröße 659 KB, Seiten 3 Seiten
EINEWELT ohne Hunger ist möglich | Sieben Jahre gemeinsame Aktion

EINEWELT ohne Hunger ist möglich

Sieben Jahre gemeinsame Aktion | BMZ fundiert

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2021 | Dateigröße 39 MB, Seiten 52 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelseite der BMZ-Kernthemenstrategie BMZ-Kernthemenstrategie: "Eine Welt ohne Hunger"

BMZ-Kernthemenstrategie: "Eine Welt ohne Hunger"

BMZ-Strategie | BMZ-Papier 5 | 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2021 | Dateigröße 3 MB, Seiten 29 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelblatt: Factsheet: Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger"

Factsheet: Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger"

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2019 | Dateigröße 483 KB, Seiten 2 Seiten
Titelblatt: Factsheet "Faire Lieferketten sind möglich"

Factsheet: Faire Lieferketten sind möglich

Nachhaltige Agrarlieferketten vom Produktionsland bis ins Konsumland

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 12/2020 | Dateigröße 265 KB, Seiten 2 Seiten
Titelblatt: Factsheet "Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)"

Factsheet: Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Eine Plattform von Akteuren aus Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2019 | Dateigröße 833 KB, Seiten 2 Seiten