Straßenschild in der Namib-Wüste

Namibia Partnerland mit historischer Beziehung

Erst 1990 und nur nach starkem internationalem Druck erlangte Namibia (früher: Süd­west­afrika) seine Unabhängigkeit von Südafrika. Der Landesname leitet sich von der Wüste Namib ab. Diese bedeckt den gesamten Küstenstreifen des extrem dünn besiedelten Landes. Namibia ist fast zweieinhalbmal so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa 2,5 Millionen Einwohner.

Namibia verfügt über ein stabiles demokratisches System. Von der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wird Namibia in die Gruppe der Länder mit höherem mittlerem Einkommen eingestuft. Seit der Unabhängigkeit hat das Land große Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erzielt: der Anteil der Bevölkerung, der mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss, ist zwischen 2003 und 2015 von 31 auf 13 Prozent gesunken. Allerdings ist in kaum einem anderen Land der Welt das Ver­mögen so ungleich verteilt: Eine vorwiegend weiße Elite und eine neue schwarze Mittelschicht können einen annähernd europäischen Lebensstandard pflegen – weite Teile der überwiegend schwarzen Bevölkerung leben hingegen in deutlich bescheideneren Verhältnissen.  Auf dem aktuellen Index menschlicher Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) belegt das Land Platz 130 von 189 Staaten.

Gemeinsame Geschichte

Namibia und Deutschland verbindet aus historischen Gründen eine besonders enge Partnerschaft. Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

In dieser Zeit kam es zu einem Aufstand der Herero, Nama und Damara gegen die Ko­lon­ial­herrschaft. Er wurde von deutschen Truppen gewaltsam niedergeschlagen. Wie viele Tote es gab, ist historisch umstritten: Je nach Quelle variieren die Angaben zwischen 30 und 80 Prozent des Herero-Volkes. Viele der Überlebenden mussten Zwangsarbeit verrichten oder waren in Lagern interniert. Auch die Angehörigen vieler anderer Volksgruppen wurden vertrieben oder zur Arbeit auf deutschen Farmen gezwungen. 2014 vereinbarten die deutsche und die namibische Regierung einen Dialog zur Bewältigung der gemeinsamen Vergangenheit.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung bekennt sich zu der besonderen historischen und moralischen Verantwortung Deutschlands für Namibia und strebt an, die Partnerschaft zwischen beiden Ländern weiter zu stärken. Dies kommt auch im Umfang der deutschen Entwicklungsleistungen für Namibia zum Ausdruck: Deutschland ist einer der größten Geber des Landes.

Die Schwerpunkte der deutsch-namibischen Entwicklungszusammenarbeit liegen in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Transport.

Ansicht der namibischen Hauptstadt Windhuk

Partei mit Vormachtstellung

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Namibia ist eine stabile Demokratie; seit der Unabhängigkeit werden freie demokratische Wahlen abgehalten. Regiert wird das Land seit 1990 von der SWAPO, die als Partei aus der Unabhängigkeitsbewegung "South West Africa People's Organisation" hervorgegangen ist.

Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck

Armut und Ungleichheit Interner Link

Namibia vereint rund ein Dutzend Volksgruppen, denen die namibische Verfassung kulturelle Eigenständigkeit garantiert. So gehört in Namibia die Sprachenvielfalt zum Alltag – mit ständigem Wechsel zwischen der jeweiligen Muttersprache, der Verkehrssprache Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch.

Fußgänger mit Mobiltelefon in Windhuk, Namibia

In der Krise Interner Link

Der Rohstoffreichtum des Landes und die im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut entwickelte Infrastruktur, etwa im Bereich der Telekommunikation, machen Namibia für Investoren interessant und bieten Unternehmen gute Voraussetzungen. Nach Jahren des Wachstums befindet sich die namibische Wirtschaft jedoch seit 2016 in einer anhaltenden Rezession.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Namibia

Saara Kuugongelwa-Amadhila, die Premierministerin der Republik Namibia, und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Treffen in Windhoek am 29. August 2019

Saara Kuugongelwa-Amadhila, die Premier­mi­nis­te­rin der Re­pu­blik Namibia, und Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Gerd Müller bei ei­nem Tref­fen in Wind­hoek am 29. August 2019

Saara Kuugongelwa-Amadhila, die Premier­mi­nis­te­rin der Re­pu­blik Namibia, und Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Gerd Müller bei ei­nem Tref­fen in Wind­hoek am 29. August 2019

Die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia drückt sich auch im großen Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aus. Deutschland ist seit der Unabhängigkeit 1990 einer der wichtigsten Geber des Landes.

Die Kooperation konzentriert sich vorwiegend auf drei Schwerpunkte:

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Management natürlicher Ressourcen
  • Transport und Logistik

Gute Regierungsführung, berufliche Bildung, Anpassung an den Klimawandel und HIV-Prävention sind wichtige Querschnittsthemen der deutsch-namibischen Zusammenarbeit, die in allen Vorhaben berücksichtigt werden.

Leitstand der Wasseraufbereitungsanlage Goreangab in Windhuk, Namibia

Zugang zu Berufs­bildung und Finanz­dienst­leistungen Interner Link

Ziel des deutschen Engagements in diesem Schwerpunkt ist, zur Entwicklung einer wachstumsfähigen, sozialen Marktwirtschaft beizutragen und dadurch möglichst vielen Menschen die Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Ein Wasserspeicher mit Solarpumpe, der von dem Programm für kommunale Landentwicklung (PCLD) installiert wurde.

Natur schützen, Arbeit schaffen Interner Link

Namibia ist eines der trockensten Länder in Afrika südlich der Sahara. Das einzigartige Ökosystem der Wüste Namib ist durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Viele Böden in Namibia sind erosionsgefährdet; Wasser ist generell knapp und die Wassernutzung des Landes nicht nachhaltig. Große Gebiete sind von Wüstenbildung und Verbuschung betroffen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Namibian Ports Authory, Kavin Harry (rechts), Namibia, Walvis Bay, September 2019

Entwicklung braucht Infrastruktur Interner Link

Um allen Menschen Zugang zu lokalen Märkten, Bildungs-, Gesundheits- und Verwaltungseinrichtungen zu bieten und damit die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Namibias zu fördern, benötigt das Land eine leistungsfähige Transportinfrastruktur.