Fußgänger mit Mobiltelefon in Windhuk, Namibia

Wirtschaftliche Situation In der Krise

Der Rohstoffreichtum des Landes und die im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut entwickelte Infrastruktur, etwa im Bereich der Telekommunikation, machen Namibia für Investoren interessant und bieten Unternehmen gute Voraussetzungen.

Nach Jahren des Wachstums befindet sich die namibische Wirtschaft jedoch seit 2016 in einer anhaltenden Rezession. Sie verursacht den Verlust tausender Arbeitsplätze und eine ansteigende Staatsverschuldung. Eine spürbare wirtschaftliche Erholung Namibias ist kurzfristig nicht absehbar. Zu den Gründen zählen sinkende Nachfrage und niedrige Rohstoffpreise, eine anhaltende Dürre sowie die schlechte ökonomische Entwicklung in Südafrika. Namibia ist mit der früheren Besatzungsmacht wirtschaftlich immer noch eng verflochten. Unter anderem ist der namibische Dollar direkt an den südafrikanischen Rand gekoppelt.

Erst mittelfristig erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Erholung der namibischen Wirtschaft mit Wachstumswerten zwischen einem und drei Prozent.

Hohe Arbeitslosigkeit

Auf dem namibischen Arbeitsmarkt fehlen gut ausgebildete Fachkräfte, gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit hoch: Offiziell liegt die Quote bei 33 Prozent, bei den 15- bis 24-Jährigen sogar bei mehr als 46 Prozent. Ein großer Teil der Einkommen wird im informellen Sektor erwirtschaftet.

Um die Wirtschaft zu beleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wirbt die namibische Regierung aktiv um Investitionen der Privatwirtschaft. Auf einem Wirtschaftsgipfel im Sommer 2019 kündigte sie Investitionszusagen und wirtschaftspolitische Reformen an. Vor den nächsten Wahlen ist allerdings nicht mit Fortschritten zu rechnen.

Entwicklungspotenziale

Große Chancen für eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Namibias liegen in der Förderung von mineralischen Rohstoffen, in der Fischerei und im Tourismus. Der Bergbau bildet das Rückgrat der namibischen Volkswirtschaft: Diamanten, Gold, Kupfer, Uran und andere Bodenschätze machen einen Großteil des Exportvolumens aus. Allerdings schafft ihr Abbau bislang im Land nur wenige Arbeitsplätze. Weitaus mehr langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten könnten entstehen, wenn die Bodenschätze vor Ort aufbereitet und weiterverarbeitet würden.

Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, der reichen Tier- und Pflanzenwelt und der kulturellen Vielfalt hat auch Namibias Tourismussektor große Wachstumschancen. Durch die Einrichtung und das nachhaltige Management von Nationalparks entstehen dauerhafte Arbeitsplätze und neue Einkommensmöglichkeiten. Besonders große Entwicklungspotenziale bietet der Bereich des Ökotourismus.

Flusspferd im Bwabwata-Nationalpark in Namibia

Flusspferd im Bwabwata-Nationalpark in Namibia

Flusspferd im Bwabwata-Nationalpark in Namibia