Soziale Situation Armut nimmt wegen Pandemie zu

Namibia vereint rund ein Dutzend Volksgruppen, denen die Verfassung kulturelle Eigenständigkeit garantiert. So gehört in Namibia die Sprachenvielfalt zum Alltag – ebenso der ständige Wechsel zwischen der jeweiligen Muttersprache, der Verkehrssprache Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch. Der nationale Rundfunksender NBC (Namibian Broadcasting Corporation) sendet Radioprogramme in zehn Sprachen.

Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck

Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck

Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck

Zu den großen Herausforderungen des Landes zählen die extrem ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Landbesitz sowie die weit verbreitete Armut. Knapp zwei Drittel der Bevölkerung verfügt nicht mal über eine sanitäre Basisausstattung, fast die Hälfte hat keinen Zugang zu Elektrizität. Etwa ein Fünftel der namibischen Bevölkerung war vor Ausbruch der Corona-Pandemie unterernährt. Der Anteil dürfte noch gestiegen sein, denn infolge der Krise stieg die Zahl der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Menschen weiter an.

HIV und Aids

Namibia gehört mit einer HIV-Infektionsrate von etwa 12 Prozent (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren, Stand 2020) zu den Ländern, die am schwersten von HIV und Aids betroffen sind. Die Infektionsrate innerhalb der jungen Bevölkerung nimmt jedoch ab und Namibia hat die Trendwende geschafft: Dank der Fortschritte im Kampf gegen Aids ist die durchschnittliche Lebenserwartung nach einem Tief von knapp 51 Jahren im Jahr 2003 inzwischen wieder auf fast 63,7 Jahre (2019) gestiegen (zum Vergleich Deutschland: 80,9 Jahre).