Berglandschaft bei Valbona, Nordalbanien

Albanien Auf dem Weg in die Europäische Union

Albanien war 1988 das erste Land in Südosteuropa, in dem sich die Bundesrepublik Deutschland entwicklungspolitisch engagierte. Seit 1990 hat sich Albanien von einer stalinistischen Diktatur in eine parlamentarische Demokratie gewandelt.

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Der Skanderbegplatz mit einer Skulptur des Nationalhelden Skanderbeg und dem Kulturpalast in der albanischen Hauptstadt Tirana

Im Land besteht ein politischer und gesellschaftlicher Grundkonsens im Hinblick auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft, NATO-Mitgliedschaft (seit 2009) und eine auf Verständigung ausgerichtete Regionalpolitik.

Das wichtigste außenpolitische Ziel Albaniens ist die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. 2014 wurde dem Land der EU-Kandidatenstatus verliehen, 2020 empfahl der Europäische Rat, Beitrittsverhandlungen aufzunehmen, seitdem sind jedoch noch keine weiteren Schritte seitens der EU erfolgt.

Zu den dringlichsten innenpolitischen Aufgaben zählen die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem in den ländlichen Regionen. Eine schlechte Infrastruktur, mangelhafte öffentliche Dienstleistungen und fehlende wirtschaftliche Perspektiven sorgen dafür, dass vor allem junge Menschen aus ländlichen Gebieten in die Städte oder ins Ausland abwandern.

Die Covid-19-Pandemie hat auch Albanien wirtschaftlich schwer getroffen. Deutschland unterstützt das Land im Rahmen der Corona-Soforthilfe seit Juni 2020, unter anderem durch die Aufstockung des albanischen Kreditgarantiefonds, um die Liquidität von kleinen Unternehmen zu stärken. Außerdem wurde eine Cash-for-Work-Initiative gestartet, die mehreren hundert Menschen für eine Übergangszeit ein Einkommen garantiert.


Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Albanien

Leitlinie der deutsch-albanischen Zusammenarbeit ist die Unterstützung beim EU-Beitrittsprozess und bei der Umsetzung einer sozialen und ökologischen Transformation des Landes aufbauend auf dem "Green Deal", der Klimaneutralität für die Europäische Union bis 2050 vorsieht.

Für die Entwicklungszusammenarbeit mit Albanien in den Jahren 2020 und 2021 hat die Bundesregierung 53 Millionen Euro für finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 5,2 Millionen Euro für technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bereitgestellt. Zusätzlich wurden 2020 und 2021 weitere 36,6 Millionen Euro zur Abfederung der Folgen der Corona-Pandemie und für das Programm "Perspektive Heimat" zugesagt.

Die deutsch-albanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Kernthemen:

  • Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs
  • Klima und Energie, Just Transition

Die nächsten Regierungsverhandlungen sind für Herbst 2022 geplant.

Albanien ist außerdem in zahlreiche länderübergreifende Regionalvorhaben des BMZ eingebunden. Beispiele dafür sind die offenen Regionalfonds zu den Themen Außenwirtschaft, Energieeffizienz, kommunale Dienste, EU-Integration und Biodiversität.

Ausbildung von Köchen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Kernthema "Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs" Perspektiven für junge Menschen schaffen Interner Link

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Albanien ist, dazu beizutragen, dass mehr und vor allem zukunftsfähige Jobs entstehen und die Menschen höhere Einkommen erhalten. Gemeinsam mit der albanischen Regierung wurde eine dazu eine Beschäftigungsförderungsstrategie erarbeitet, die nun umgesetzt wird.

Bau einer Hochspannungsleitung bei Shkoder, Albanien

Kernthema "Klima und Energie, Just Transition" Umweltfreundliche Stromversorgung und nachhaltige Stadtentwicklung Interner Link

Das deutsche Engagement in Albanien soll zu einer stabilen, nachhaltigen, kostendeckenden und sicheren Energieversorgung im Land und in der Region Südosteuropa sowie zum globalen Klimaschutz beitragen. Deutschland engagiert sich dazu auch für die nachhaltige Stadtentwicklung und die Verbesserung der Wasserver- sowie Abfall und Abwasserentsorgung in Albanien.

Aktuelle Situation

Der Skanderbegplatz mit einer Skulptur des Nationalhelden Skanderbeg und dem Kulturpalast in der albanischen Hauptstadt Tirana
Straßenhändlerinnen in Tirana, Albanien
Architektur in Tirana

Wirtschaftliche Situation Land im Aufschwung Interner Link

Stand: 22.06.2022