Kernthema „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung“ Perspektiven für junge Menschen schaffen

Albanien wächst, doch Armut (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und hohe Jugendarbeitslosigkeit belasten das Land. Größte Herausforderung ist die starke Abwanderung und damit Rückgang der produktiven Bevölkerung bei gleichzeitig weiter bestehendem „Skills-Mismatch“. Die deutsch-europäische Zusammenarbeit mit dem Land fördert deshalb Beschäftigung, Innovation und regionale Entwicklung.

Ausbildung von Köchen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Ausbildung von Köchen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Ausbildung von Köchen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Albanien verzeichnet ein solides Wirtschaftswachstum – laut der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) lag das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2024 bei etwa 3,9 Prozent, mit einer Prognose von rund 3,2 Prozent für 2025. Gleichzeitig bleibt die Einkommenslage angespannt: Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung lebt weiterhin unter relativer Armut; das Pro-Kopf-Einkommen liegt deutlich unter den EU-Durchschnittswerten und mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts wird im informellen Sektor erwirtschaftet.

Zugleich kämpft das Land mit tiefgreifenden strukturellen Problemen. So zählen die hohe Jugendarbeitslosigkeit – rund ein Fünftel der 15- bis 29-Jährigen hat keine Arbeit – und die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte zu den größten Herausforderungen. Ganze Dörfer im Norden und Osten verlieren ihre jungen Menschen an westeuropäische Arbeitsmärkte, während eine alternde Bevölkerung die Sozialsysteme beansprucht. Zudem hinkt die berufliche Aus- und Weiterbildung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) den Anforderungen des Arbeitsmarktes hinterher. Viele junge Menschen erhalten nicht die Qualifikationen, die Unternehmen dringend benötigen. Diese Kluft zwischen Ausbildung und Realität gilt als zentrales Hindernis für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und bremst die Chancen auf breitere Beschäftigung und Wachstum im Land.

Ziel der Zusammenarbeit

IT-Ausbildung von Jugendlichen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

IT-Ausbildung von Jugendlichen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

IT-Ausbildung von Jugendlichen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Die deutsch-europäische Zusammenarbeit mit Albanien zielt darauf ab, wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, Beschäftigung zu fördern und das Land schrittweise an den EU-Binnenmarkt heranzuführen. Langfristig soll so ein stabiler, inklusiver und nachhaltiger Wirtschaftsraum entstehen, der soziale Teilhabe stärkt, regionale Ungleichheiten verringert und den europäischen Integrationsprozess festigt.

Projektbeispiele

  • Die BMZ-geförderte Albanian Development Guarantee Foundation (ADGF) erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Krediten und stärkt so Beschäftigung und Einkommen. Ein spezielles Förderfenster „Green Finance“ schafft Anreize für Investitionen in Energieeffizienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und klimafreundliche Technologien.

  • Ein Programm der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums steigert die Innovationskraft in Landwirtschaft und Tourismus: Biologische Anbaumethoden und nachhaltige Tourismusangebote erhöhen Einkommen und Wettbewerbsfähigkeit.

  • Das Multifunctional Centre in Kamza verbessert die Arbeitsmarktrelevanz der Berufsausbildung in Albanien. Der Ausbau des Campus, moderne Ausstattung und praxisnahe Lehrangebote qualifizieren Jugendliche gezielter für den Arbeitsmarkt.

  • Das Projekt ProSEED 2.0 modernisiert Lehrpläne, integriert digitale und grüne Kompetenzen und fördert rund 5.500 Menschen in „Green Skills“. Etwa 800 Unternehmen profitieren von Beratungen zur Digitalisierung und Nachhaltigkeit, während neue Strategien im Wirtschafts- und Innovationsministerium entwickelt werden.

  • Der Enterprise Innovation Fund unterstützt junge, wachstumsstarke Unternehmen im Digital- und Technologiesektor des Westbalkans mit Eigenkapital. So fördert er Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung und verbessert zugleich die finanziellen Rahmenbedingungen für Start-ups.

  • Der Regional Challenge Fund (RCF) stärkt die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen durch praxisnahe Berufsbildungs-Programme, die Schulen und Unternehmen gemeinsam entwickeln. Moderne Ausstattung, Beratungsleistungen und der Austausch zu arbeitsplatzbezogener Ausbildung steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, fördern grüne Kompetenzen und stärken die regionale Integration.

Fortschritte vor Ort:

  • Im Bereich der Berufsbildung konnten über 6000 Teilnehmende nach der Beendigung von Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich eine Beschäftigung aufnehmen. 35 Prozent der Absolventen sind Frauen, 17 Prozent sind Rückkehrer, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt nun wiederfinden.

  • Über den Regional Challenge Fund der KfW wurden im Rahmen von 21 Projekten zur Verbesserung der Berufsausbildung insgesamt 128 Unternehmen (einige davon sind Ableger deutscher Unternehmen) mit Eigenbeiträgen in Berufsschulen eingebunden.

  • Der durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit aufgebaute Agrotourismus hat sich zu einem eigenständigen Erfolgsmodell entwickelt: Die über 100 von Deutschland unterstützen Unternehmen haben sich etabliert und das Konzept verbreitet sich inzwischen auch ohne systematische Begleitung weiter.

Stand: 16.06.2023