Waldlandschaft mit Flussarmen im Bundesstaat Amazonas, Brasilien

Brasilien Land der Superlative

Brasilien ist das größte Land Südamerikas, flächen- und bevölkerungsmäßig der fünftgrößte Staat der Erde. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1.909 Milliarden US-Dollar (2018) ist Brasilien die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt circa 9.140 US-Dollar. Das Land beherbergt die größte Artenvielfalt, den größten noch verbliebenen Regenwald und mit dem Amazonas den wasserreichsten Fluss der Welt.

In den Bereichen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik, im Welthandel sowie beim globalen Klima- und Umweltschutz ist Brasilien ein wichtiger Akteur. In Lateinamerika gilt das Land als Vorbild und Meinungsführer. Zwischen den Industrieländern und der Gruppe der 77 (G77 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), einem Zusammenschluss von Entwicklungs- und Schwellenländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), wirkt Brasilien als Brückenbauer.

Entwicklungszusammenarbeit

Brasilien ist einer der globalen Entwicklungspartner des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und eine der sogenannten Gestaltungsmächte nach dem Konzept der Bundesregierung Globalisierung gestalten – Partnerschaften ausbauen – Verantwortung teilen (Externer Link).

In den vergangenen Jahren wurde die entwicklungspolitische Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage gestellt, um dem Entwicklungsstand und der gewachsenen globalen und regionalen Bedeutung Brasiliens gerecht zu werden.

Es wurde vereinbart, die Kooperation auf zwei der größten globalen Herausforderungen zu konzentrieren: Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der Schutz des Tropenwaldes und die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

Reinigungskraft am Busbahnhof in Sao Paulo

Krise führt zu politischem Richtungswechsel Interner Link

Nach einer "goldenen Dekade" (2003 bis 2013) des Wachstums und der erfolgreichen Armutsbekämpfung durchlebt Brasilien aktuell eine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Krise.

Kinder auf einem Spielplatz in der Favela Mangueira in Rio de Janeiro

Große Entwicklungserfolge, große Herausforderungen Interner Link

Während 1992 noch ein Fünftel der brasilianischen Bevölkerung in extremer Armut lebte, lag dieser Wert 2014 bei nur noch 2,8 Prozent. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Armen jedoch wieder gestiegen.

Stadtansicht von Sao Paulo

Talsohle durchschritten Interner Link

Nach einer langen Periode stabilen Wachstums rutschte Brasilien ab 2014 in eine Wirtschaftskrise. 2017 wurde eine leichte wirtschaftliche Erholung verzeichnet. Für die Jahre ab 2018 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit weiter steigenden Wachstumsraten.

 Regenwald in Jaraqui, Brasilien

Ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen Interner Link

Als bevölkerungs- und ressourcenreiches Schwellenland spielt Brasilien eine Schlüsselrolle bei der Lösung globaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme.

Ipanema-Strand in Rio de Janeiro

Ipanema-Strand in Rio de Janeiro

Ipanema-Strand in Rio de Janeiro

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Brasilien

Als bevölkerungs- und ressourcenreiches Schwellenland spielt Brasilien eine Schlüsselrolle bei der Lösung globaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme. Das Land engagiert sich im Länderverbund BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sowie in der G20 und strebt den Beitritt zur OECD an.

Brasilien zählt aufgrund seiner wichtigen Rolle in der internationalen Politik zu den globalen Entwicklungspartnern des BMZ. Seit 2015 besteht eine strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Brasilien. In ihrem Zentrum stehen gemeinsame Anstrengungen für eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung.

Die deutsch-brasilianische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Dazu wird in folgenden Schwerpunktbereichen kooperiert:

  • Schutz und nachhaltige Nutzung des Tropenwalds
  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Angesichts der Leistungsfähigkeit des Landes werden neben technischer Beratung und finanziellen Zuschüssen für brasilianische Programme und Fonds vor allem zinsgünstige Kredite vereinbart. Dafür wurden Brasilien Ende 2017 Mittel in Höhe von insgesamt 332,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. 313 Millionen davon entfallen auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 19,4 Millionen auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Luftaufnahme des Regenwaldes im Nationalpark Anavilhanas in Manaus, Brasilien

Entwaldung stoppen, Einkommen der Bauern sichern Interner Link

Mit einer Fläche von 4,8 Millionen Quadratkilometer umfassen die brasilianischen Tropenwälder rund zehn Prozent der weltweiten Tropenwaldfläche und mit 2,5 Millionen Tier- und Pflanzenarten machen sie Brasilien zum artenreichsten Land weltweit. Das BMZ unterstützt die brasilianische Regierung auf vielfältige Weise dabei, den Regenwald zu schützen und verantwortungsbewusst zu nutzen. Deutschland kooperiert seit den 90er Jahren mit Brasilien zum Erhalt der Tropenwälder und engagiert sich zum Beispiel beim Schutzgebietsmanagement, bei Bodenrechtsfragen oder bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.

Mit Solaranlagen ausgestattetes Fußballstadion in Salvador da Bahia

Strom aus Wind und Sonne gewinnen Interner Link

Deutschland unterstützt Brasilien dabei, seine Energieversorgung zu dezentralisieren und den Anteil von Elektrizität aus Wind- und Solarkraft im Strommix zu erweitern. Das Energieministerium und andere verantwortliche Behörden und Agenturen werden dabei beraten, die erforderlichen technischen Grundlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen. Unter anderem wurden die Regeln für den Bau von Windkraftanlagen verbessert.

Dreieckskooperationen: Neue Formen der Zusammenarbeit

Brasilien ist wichtiger Partner des BMZ bei der Förderung von Entwicklungsvorhaben in Drittländern, sogenannten Dreieckskooperationen. Dabei steht der Austausch von Erfahrungen zwischen einem Schwellen-, einem Industrie- und einem Entwicklungsland im Mittelpunkt.
So fördern Deutschland und Brasilien gemeinsam Programme in Afrika, Lateinamerika und der Karibik – unter anderen in den Bereichen Photovoltaik, Energieeffizienz, Landwirtschaft und Management von Schutzgebieten.

Blick vom Fernsehturm in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia

Blick vom Fernsehturm in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia

Blick vom Fernsehturm in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia