Waldlandschaft mit Flussarmen im Bundesstaat Amazonas, Brasilien

Brasilien Schwellenland in schwierigen Zeiten

Brasilien ist das größte Land Südamerikas, flächenmäßig der fünftgrößte und in Bezug auf die Einwohnerzahl der sechstgrößte Staat der Erde.

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Reinigungskraft am Busbahnhof in Sao Paulo

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1.445 Milliarden US-Dollar (2020) zählt Brasilien zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Das Land beherbergt die größte Artenvielfalt, den größten noch verbliebenen Regenwald und mit dem Amazonas den wasserreichsten Fluss der Welt.

In der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik, im Welthandel und vor allem beim globalen Wald- und Klimaschutz spielt Brasilien eine wichtige Rolle. In Lateinamerika war das Land lange Vorbild und Meinungsführer und nimmt weiterhin eine herausragende Stellung ein. Brasilien engagiert sich im Länderverbund BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sowie in der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und strebt den Beitritt zur OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) an.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie prägen die wirtschaftliche und soziale Situation Brasiliens. Die Staatsverschuldung ist angestiegen, für die kommenden Jahre wird mit einem schwachen Wirtschaftswachstum gerechnet. Auch die Zahl der in Armut lebenden Menschen sowie die Ernährungsunsicherheit haben zugenommen.


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit mit Brasilien

Titelblatt: Zukunft gemeinsam gestalten – strategische Zusammenarbeit mit Globalen Partnern

Zukunft gemeinsam gestalten – strategische Zusammenarbeit mit Globalen Partnern

BMZ Positionen | BMZ Papier 3 | 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2021 | Dateigröße 1 MB, Seiten 16 Seiten

Brasilien ist aufgrund seiner Schlüsselrolle in der internationalen Politik ein wichtiger globaler Partner des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Aufgrund der strategischen Bedeutung des Landes für den Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz wird die Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung mit Brasilien trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen aufrechterhalten und von einem engen politischen Dialog begleitet.

Das Land ist ein zentraler Partner beim Ausbau von erneuerbaren Energien (beispielsweise „grüner“ Wasserstoff). Gleichzeitig werden die stark angestiegene Entwaldung und ihre nationalen und globalen Auswirkungen mit großer Sorge beobachtet. Das BMZ äußert diesbezüglich klare Erwartungen an sicht- und messbare Erfolge bei der Entwaldungsbekämpfung und stellt die Grundprinzipien der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit in den Mittelpunkt des Dialogs.

Die Entwicklungszusammenarbeit mit Brasilien verfolgt weiterhin als gemeinsames langfristiges und übergeordnetes Ziel, globale Güter und globale Werte im Sinne des Abkommens von Paris (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu schützen. Nach dem Grundsatz „niemanden zurücklassen“ („leave no one behind“) stehen benachteiligte Bevölkerungsgruppen sowie der Schutz der Menschenrechte – insbesondere der Rechte indigener Völker und traditioneller Bevölkerungsgruppen – im besonderen Fokus des deutschen Engagements.

Die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Kernthemen:

  • Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen
    Aktionsfelder: Waldschutz, Biodiversität
  • Klima und Energie, Just Transition
    Aktionsfelder: erneuerbare Energien und Energieeffizienz, nachhaltige Stadtentwicklung

Zusätzlich engagiert sich das BMZ in den Bereichen berufliche Bildung sowie „grüne Finanzierung“.

Im Rahmen der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit werden angesichts der Leistungsfähigkeit des Landes neben technischer Beratung und finanziellen Zuschüssen für brasilianische Programme und Fonds vor allem zinsverbilligte Darlehen für entwicklungsfördernde Maßnahmen vereinbart.

Im November 2021 wurden Brasilien von Deutschland Mittel in Höhe von bis zu 283,77 Millionen Euro neu zugesagt. Davon entfallen 257,5 Millionen Euro auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 26,27 Millionen auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Luftaufnahme des Regenwaldes im Nationalpark Anavilhanas in Manaus, Brasilien

Kernthema “Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen” Entwaldung stoppen, Einkommen der länd­lichen Bevölke­rung sichern Interner Link

Mit einer Fläche von knapp fünf Millionen Quadratkilometern umfassen die brasilianischen Tropenwälder etwa zwölf Prozent der weltweiten Waldfläche. Sie beherbergen die größte Artenvielfalt weltweit. Das BMZ unterstützt die brasilianische Regierung seit den 1990er Jahren auf vielfältige Weise dabei, den tropischen Regenwald zu schützen und verantwortungsbewusst zu nutzen.

Mit Solaranlagen ausgestattetes Fußballstadion in Salvador da Bahia

Kernthema “Klima und Energie, Just Transition Strom aus Wind und Sonne gewinnen Interner Link

Brasilien verfügt aufgrund guter klimatischer und geographischer Voraussetzungen über enorme Energieressourcen und ein großes Potenzial für den Ausbau erneuerbarer Energien. Deutschland unterstützt Brasilien dabei, seine Energieversorgung effizienter zu gestalten und den Anteil erneuerbarer Energien im Strommix auch bei wachsendem Energiebedarf zu steigern.

Dreiecks­koope­ra­tio­nen: Neue Formen der Zusammen­arbeit

Symbolbild: Brücke in Hanoi, Vietnam

Brasilien ist ein wichtiger Partner des BMZ bei der Förderung gemeinsamer Entwicklungsvorhaben in Drittländern, sogenannten Dreieckskooperationen. Dabei steht der Austausch von Erfahrungen zwischen einem Schwellen-, einem Industrie- und einem ärmeren Land im Mittelpunkt.

So fördern Deutschland und Brasilien gemeinsam Programme in Afrika, Lateinamerika und der Karibik – unter anderen in den Bereichen Umwelttechnologie, dezentrale Energieerzeugung und landwirtschaftliche Produktion.

Aktuelle Situation

Politische Situation
Reinigungskraft am Busbahnhof in Sao Paulo
Wirtschaftliche Situation
Stadtansicht von Sao Paulo
Soziale Situation
Kinder auf einem Spielplatz in der Favela Mangueira in Rio de Janeiro
Umwelt und Klima