Mit Solaranlagen ausgestattetes Fußballstadion in Salvador da Bahia

Kernthema "Klima und Energie, Just Transition" Strom aus Wind und Sonne gewinnen

Brasilien verfügt aufgrund guter klima­tischer und geo­gra­phischer Voraus­setzungen über enorme Energie­ressourcen und ein großes Potenzial für den Ausbau erneuer­barer Energien. Im Jahr 2020 stammten etwa 48 Prozent des gesamten End­energie­verbrauchs aus erneuer­baren Energien. Im Strom­sektor beträgt der Anteil erneuer­baren Energien sogar knapp 85 Prozent. Deutsch­land unter­stützt Brasilien dabei, seine Energie­ver­sor­gung effi­zienter zu gestalten und den Anteil erneuer­barer Energien im Strom­mix auch bei wachsendem Energie­bedarf zu steigern.

Zurzeit erfolgt der über­wie­gende Teil der bra­silia­nischen Energie­versorgung über Groß­wasser­kraft­werke. Doch in Trocken­heits­phasen und bei erhöhter Energie­nach­frage kam es in der Ver­gangen­heit immer wieder zu Strom­ausfällen und massiven Preis­steige­rungen durch das Aus­weichen auf kost­spielige und klima­schäd­liche fossile Energie­träger. Der Bau neuer Groß­wasser­kraft­werke ist auf­grund negativer Folgen für die Umwelt und die lokale Be­völ­ke­rung proble­ma­tisch und stößt zudem an seine natür­lichen Grenzen. Wind- und Solar­energie haben sich als umwelt­freund­liche und auch kosten­günstige Alter­native erwiesen und gewinnen zuneh­mend an Bedeutung.

Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien
Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien

Im Rahmen der deutsch-brasilia­nischen Zusammen­arbeit werden das Energie­ministerium und andere ver­ant­wort­liche Behörden und Agenturen bei der Energie­wende beraten. Unter anderem wurde ein Ver­gütungs­modell entwickelt, das den Netz­anschluss von dezentralen Strom­erzeu­gungs­anlagen un­büro­kra­tisch ermöglicht. Um die Netz­stabilität und Ver­sor­gungs­sicher­heit zu ver­bessern, wird außer­dem der Einsatz von Energie­speicher­techno­lo­gien gefördert.

Aus- und Fortbildung

Zum besseren Austausch von Fach­wissen wird die Zusammen­arbeit zwischen öffent­lichen und privaten Akteuren im Energie­wesen gestärkt. Zudem arbeitet die GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit Berufs­bildungs­einrich­tungen und Uni­ver­si­täten zusammen, um Aus- und Fort­bildungs­programme im Bereich erneuer­bare Energien und Energie­effi­zienz zu entwickeln und aus­zu­weiten. Darüber hinaus ist die Unter­stützung eines bei der bra­silia­nischen Ent­wick­lungs­bank an­ge­siedelten Garantie­fonds in Vor­bereitung, mit dem Investi­tionen von kleinen und mittleren Unter­nehmen zur Steige­rung der Energie­effizienz gefördert werden sollen. Dadurch wird ein Beitrag sowohl zur Erreichung von Klima­schutz­zielen als auch zur Siche­rung der wirt­schaft­lichen Sta­bi­li­tät und zum Erhalt von Arbeits­plätzen geleistet. 

"Grüner" Wasserstoff

Seit Mitte 2021 wird das Energie­programm durch ein Vor­haben zu "grünem" Wasser­stoff ergänzt. Dabei werden die bra­silia­nischen Partner beraten, wie sie die recht­lichen und insti­tu­tio­nellen Rahmen­bedingungen ver­bessern können. Studien und Konferenzen ermöglichen einen ver­stärkten Wissens- und Erfah­rungs­austausch.

Darüber hinaus werden bra­silia­nische Uni­ver­si­täten durch die Ein­richtung von Laboren, Stipendien­programme und den Aus­tausch mit deutschen For­schungs­einrich­tungen unter­stützt. Die konkrete An­wen­dung von grünem Wasser­stoff wird durch Pilot­projekte gefördert. 


Nachhaltige Städte für Klimaschutz und inklusive Entwicklung

Der Anteil der städti­schen Be­völ­ke­rung Bra­si­liens ist in den ver­gangenen Jahren stetig gestiegen und liegt der­zeit bei 87 Prozent. In den Städten besteht ein großes Poten­zial, den Aus­stoß klima­schäd­licher Schad­stoffe zu ver­ringern und die Infra­struktur auf nach­haltige Weise aus­zu­bauen. 

Im Mittel­punkt des Engage­ments stehen der soziale und nach­haltige Woh­nungs­bau, die urbane Mobilität sowie die Wasser- und Sanitär­ver­sor­gung. So unter­stützt das BMZ den bra­silia­nischen Staat und die private Wirt­schaft dabei, Strom­spar­poten­ziale im Bereich der Stadt­ent­wick­lung zu nutzen. Mit einem Archi­tek­tur­wett­bewerb wurden beispiels­weise neue Proto­typen für den sozialen Woh­nungs­bau entwickelt, die eine ver­besserte Energie­effizienz aufweisen und so den Aus­stoß von Treib­haus­gasen verringern. 

Straßenbahn-Haltestelle in Rio de Janeiro, Brasilien
Straßenbahn-Haltestelle in Rio de Janeiro, Brasilien

Um die Lebens­bedingungen in den Städten zu ver­bessern und einen Beitrag zum Klima­schutz zu leisten, unter­stützt Deutsch­land auch den Ausbau des öffent­lichen Nah­verkehrs in Brasilien. Unter anderem förderte das BMZ über die KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die Finan­zie­rung der Straßen­bahn in Rio de Janeiro und der Metro in Salvador de Bahia. Die Zusammen­arbeit im Bereich der nach­haltigen Stadt­entwicklung soll in Zukunft aus­gebaut werden.