Regenwald in Jaraqui, Brasilien

Umwelt und Klima Ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen

Der größte Teil des Amazonasregenwalds liegt in Brasilien. Er spielt als Wasser- und Kohlenstoffspeicher eine zentrale Rolle für das globale Klima und die wirtschaftliche Entwicklung in Südamerika. Doch jedes Jahr werden ausgedehnte Waldflächen – zum Großteil illegal – abgeholzt, um neues Acker- oder Weideland zu gewinnen. Auch der illegale Bergbau richtet im Regenwald enorme Schäden an.

Seit 2012 ist die Entwaldungsrate kontinuierlich gestiegen. Im Zeitraum von August 2020 bis Juli 2021 erreichte sie einen weiteren Negativrekord: 13.235 Quadratkilometer Wald wurden zerstört, das entspricht einem Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr (zum Vergleich: die Fläche von Thüringen beträgt rund 16.200 Quadratkilometer).

Ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen, gehört zu den wichtigsten Zielen der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die brasilianische Regierung hat angekündigt, die illegale Entwaldung bis 2028 zu beenden. Noch fehlen allerdings konkrete Umsetzungsstrategien.

Klimaschutz und Agenda 2030

Als einer der ersten Staaten weltweit hat Brasilien das Pariser Klimaabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ratifiziert und sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen gegenüber 2005 um 37 Prozent bis 2025 und um 43 Prozent bis 2030 zu reduzieren. Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien hat das Land großes Potenzial, eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierung einzunehmen und damit einen entscheidenden Beitrag für den globalen Klimaschutz zu leisten. Konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz sind hierfür von zentraler Bedeutung.

Die „Arbeitsgruppe der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)“ (Grupo de Trabalho da Sociedade Civil para a Agenda 2030), der 60 Nichtregierungsorganisationen angehören, veröffentlicht jährlich einen Bericht zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele in Brasilien („Relatório Luz“). 2021 kam sie zu dem Ergebnis, dass bei keinem der 169 Unterziele der Agenda 2030 ausreichende Fortschritte erzielt wurden. Bei mehr als der Hälfte kam es sogar zu Rückschlägen.


Stand: 21.04.2022