Kinder auf einem Spielplatz in der Favela Mangueira in Rio de Janeiro

Soziale Situation Große Entwicklungserfolge und große Herausforderungen

Unter der Regierung von Luiz Inácio Lula da Silva (2003 bis 2010) und Dilma Rousseff (2010 bis 2016) erzielte Brasilien beachtliche gesellschaftspolitische Erfolge: Es wurden Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, die Mindestlöhne und -renten wurden kontinuierlich erhöht, die Einkommen stiegen. Brasilien legte das größte Armutsbekämpfungsprogramm der Welt auf und ließ in großem Stil Sozialwohnungen errichten. Zudem wurden große Landesteile an das Stromnetz angeschlossen und die Reform der Landbesitzverhältnisse wurde vorangetrieben.

Während 1992 noch ein Fünftel der brasilianischen Bevölkerung in extremer Armut lebte, lag dieser Wert 2014 bei nur noch 2,8 Prozent. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Armen jedoch wieder gestiegen. Betroffen sind vor allem junge, gut ausgebildete Erwachsene in den Städten, die aufgrund der jüngsten Wirtschaftskrise ihre Arbeit verloren haben. Weiterhin bestehen erhebliche regionale Ungleichheiten; zudem zählt Brasilien nach wie vor zu den Ländern mit einer der größten Ungleichheiten in der Einkommensentwicklung. Der Gini-Koeffizient (Externer Link), der die Ungleichheit in der Einkommensentwicklung misst, ist nach wie vor einer der höchsten der Welt.

Menschenrechte

Die brasilianische Regierung sieht sich international dem Schutz der Menschenrechte verpflichtet. Bei der Gewährleistung aller Individualrechte im Inland besteht erheblicher Handlungsbedarf. Die Gewalt- und Mordraten Brasiliens zählen zu den höchsten der Welt. Vor allem in den Megastädten Rio de Janeiro und São Paulo gehören Drogen- und Bandenkriminalität für viele Menschen zum Alltag. Die Polizei reagiert häufig mit exzessiver Gewalt. Menschenrechtsbeobachter berichten regelmäßig über Hinweise auf extralegale Hinrichtungen durch Polizeikräfte.