Stadtansicht von Sao Paulo

Wirtschaftliche Situation Land in der Krise, erhebliches Potenzial

Nach einer langen Periode stabilen Wachs­tums rutschte Brasilien ab 2014 in eine Wirt­schafts­krise. 2015 und 2016 sank das Brutto­inlands­produkt (BIP) um mehr als drei Pro­zent. Der Staat ver­schul­dete sich hoch, die Arbeits­losig­keit stieg massiv.

In den Jahren 2017 bis 2019 wurde eine leichte wirt­schaft­liche Erholung ver­zeichnet. Das Jahr 2020 war durch die Corona-Pandemie geprägt – das BIP ging um 4,1 Prozent zurück. Durch kredit­finanzierte Über­brückungs­hilfen für Unter­nehmen und corona­bedingt arbeitslos gewordene Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer ist es der brasilia­nischen Regierung aller­dings besser als vielen anderen Staaten der Region gelungen, den wirt­schaft­lichen Einbruch in Grenzen zu halten. 

Sorgen bereiten zum einen die geringe Wett­bewerbs­fähig­keit der heimischen Industrie, zum anderen das während der Corona-Pandemie massiv angestiegene Haus­halts­defizit Brasiliens. Die aus­ländischen Direkt­investitionen sind in den vergangenen beiden Jahren um 45 bis 50 Prozent eingebrochen.

Langfristig ist das wirt­schaft­liche Potenzial Brasiliens groß. Das Land ist reich an natür­lichen Ressourcen und gut aus­gebildeten Arbeits­kräften. Die Land­wirt­schaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welt­ernährung. Brasilien gehört zu den größten Kaffee-, Zucker-, Fleisch- und Soja­produzenten der Welt. Hervor­zu­heben ist das große Engage­ment der mehr als tausend deutschen beziehungs­weise deutsch-brasilia­nischen Unter­nehmen im Land.