Stadtansicht von Sao Paulo

Wirtschaftliche Situation Talsohle durchschritten

Nach einer langen Periode stabilen Wachstums rutschte Brasilien ab 2014 in eine Wirtschaftskrise. 2015 und 2016 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um jeweils 3,5 Prozent. Der Staat ist hoch verschuldet, die Arbeitslosigkeit ist massiv gestiegen (2018: 12 Prozent). 

2017 wurde eine leichte wirtschaftliche Erholung verzeichnet, das BIP wuchs um ein Prozent. Für die Jahre ab 2018 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit weiter steigenden Wachstumsraten. Mit über 200 Millionen Einwohnern bleibt der starke Binnenmarkt mit über 80 Prozent Anteil am BIP der Hauptkonjunkturmotor. Sorgen bereiten zum einen die geringe Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie, zum anderen das zuletzt deutlich angestiegene Haushaltsdefizit Brasiliens. Zugleich bleibt Brasilien ein attraktiver Standort für ausländische Investitionen, wie der deutliche Zuwachs an Direktinvestitionen in Höhe von rund 60 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 belegt.

Langfristig ist das wirtschaftliche Potenzial Brasiliens groß: Das Land ist reich an natürlichen Ressourcen und gut ausgebildeten Arbeitskräften. Die Landwirtschaft trägt zwar nur noch knapp fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, leistet jedoch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welternährung. Brasilien gehört zu den größten Kaffee-, Zucker-, Fleisch- und Sojaproduzenten der Welt.