Stadtansicht von Sao Paulo

Wirtschaftliche Situation Großes Potenzial, strukturelle Schwächen

Nach einer langen Periode stabilen Wachstums rutschte Brasilien ab 2014 in eine Wirt­schafts­krise. 2015 und 2016 sank das Brutto­inlands­produkt (BIP) um mehr als drei Prozent. Der Staat ver­schuldete sich stark, die Arbeits­losig­keit stieg massiv. In den Jahren 2017 bis 2019 wurde eine leichte Erholung ver­zeichnet.

Seit 2020 ist die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung durch die Corona-Pandemie geprägt. Durch kredit­finan­zierte Über­brückungs­hilfen für Unter­nehmen ist es der bra­silia­nischen Regierung besser als vielen anderen Staaten der Region gelungen, den wirt­schaft­lichen Einbruch in Grenzen zu halten. Die Staats­verschul­dung ist infolge der Hilfs­maß­nahmen jedoch weiter angestiegen.

Besonders stark von der Pandemie betroffen sind be­nach­teiligte und vulnerable (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Be­völ­ke­rungs­gruppen – Armut und Ungleich­heit haben sich deut­lich ver­schärft (siehe auch: Soziale Situation). Für die kommenden Jahre rechnet der Inter­natio­nale Wäh­rungs­fonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) nur mit einer schwach wachsenden Wirt­schaft in Brasilien.

Export­orientierte Land­wirt­schaft

Langfristig ist das wirt­schaft­liche Potenzial des Landes groß. Brasilien ist reich an natür­lichen Ressourcen und verfügt über eine breit auf­ge­stellte Industrie und gut aus­gebildete Arbeits­kräfte. Die Land­wirt­schaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welt­ernährung. Brasilien gehört zu den größten Kaffee-, Zucker-, Fleisch- und Soja­produ­zenten der Welt. Dabei bleibt die Heraus­forderung, Strategien für eine nach­haltige Nutzung der umfang­reichen Natur­ressourcen zu entwickeln und umzusetzen, die in Einklang mit dem Erhalt der Natur­wälder steht.