Côte d’Ivoire Reformpartner in Westafrika

Côte d’Ivoire (oft wird noch die frühere deutsche Bezeichnung „Elfenbeinküste“ verwendet) zählt zu den Wirtschaftsmotoren Westafrikas. Das Land ist der weltweit größte Kakaoproduzent, einer der wichtigsten Exporteure von Kaffee, Cashewnüssen, Palmöl und Kautschuk des afrikanischen Kontinents und hat einen im regionalen Vergleich gut entwickelten Dienstleistungssektor.

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Junge Fußballer des Vereins ASEC Mimosas in Abidjan, Côte d’Ivoire

In den vergangenen 25 Jahren prägten politische Krisen, ein fünf Jahre währender Bürgerkrieg, eine Regierungskrise nach den Präsidentschaftswahlen 2010 und ethnische Spannungen das Land und warfen es in seiner Entwicklung erheblich zurück. Die Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Es gilt nun, Côte d’Ivoire politisch weiter zu festigen, gesellschaftlich zu befrieden und zu gewährleisten, dass alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere Arme und sozial Benachteiligte, vom anhaltend hohen Wirtschaftswachstum profitieren.

Auf dem aktuellen Entwicklungsindex der Vereinten Nationen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Côte d’Ivoire auf Rang 159 von 191 Ländern .


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Côte d’Ivoire

Mobile Solarmodule werden zur Stromversorgung kleiner elektrischer Geräte in Gebieten eingesetzt, in denen es keinen Zugang zu Strom gibt.

Aufgrund der politischen Instabilität des westafrikanischen Landes schränkte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Côte d'Ivoire zwischen 2002 und 2011 ein. Seitdem wurde sie schrittweise wiederaufgenommen.

2017 schlossen Deutschland und Côte d’Ivoire eine Reformpartnerschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Rahmen der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative „Compact with Africa“, um das Umfeld für private Investitionen attraktiver zu machen und die Aus- und Weiterbildung dringend benötigter Fachkräfte zu unterstützen.

Inhaltlich konzentrierte sie sich anfangs auf den Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz, wurde jedoch mittlerweile auf die Förderung guter Regierungsführung für mehr Investitionen und Beschäftigung ausgeweitet.

Bei Regierungsverhandlungen im Juni 2021 sagte das BMZ dem Partnerland 72,91 Millionen Euro neu zu, weitere Zusagen wurden in Aussicht gestellt.

Die Kernthemen der künftigen Zusammenarbeit sind:

  • Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie
    Aktionsfeld: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs
    Aktionsfelder: noch in Abstimmung; voraussichtlich berufliche Bildung sowie Privatsektor- und Finanzsystementwicklung
  • Schutz unserer Lebensgrundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen
    Aktionsfelder: Biodiversität und Waldschutz

Darüber hinaus unterstützt Deutschland auch Vorhaben in den Bereichen Governance (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie Bevölkerungsentwicklung und Familienplanung, die dazu beitragen, die Zahl ungewollter Schwangerschaften zu reduzieren, medizinisch begleitete Schwangerschaften und Geburten zu gewährleisten und die Mutter-Kind-Gesundheit zu verbessern.

Corona-Sofortprogramm

Um die ivorische Regierung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu unterstützen, hat das BMZ ein Vorhaben zur Stärkung des Gesundheitssystems um drei Millionen Euro aufgestockt. Zudem werden zwei Millionen Euro dafür eingesetzt, E-Learning-Angebote in der beruflichen Bildung einzuführen. 30 Millionen Euro wurden für einen neuen staatlichen Covid-Fonds zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bereitgestellt.

Auch innerhalb der Sonderinitiativen „Ausbildung und Beschäftigung“ sowie „EINEWELT ohne Hunger“ wird auf die Pandemiesituation reagiert, zum Beispiel wird zusätzlich daran gearbeitet, Arbeitsplätze zu erhalten und Arbeitsabläufe an die veränderten Gegebenheiten anzupassen.

Mobile Solarmodule werden zur Stromversorgung kleiner elektrischer Geräte in Gebieten eingesetzt, in denen es keinen Zugang zu Strom gibt.

Reformpartnerschaft: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz Zuverlässige Strom­ver­sor­gung, Klima­schutz, mehr Be­schäfti­gung Interner Link

Die Regierung von Côte d’Ivoire hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) am Strommix bis 2030 auf 16 und bis 2050 auf 42 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig sollen bis 2025 alle Haushalte über einen Stromanschluss verfügen.

Kernthema Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs Berufliche Bil­dung ver­bes­sern, Job­per­spek­ti­ven schaffen Interner Link

Eine Zusammenarbeit im Kernthema „Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs“ wurde bei den Regierungsverhandlungen im Juni 2021 beschlossen. Dieses Kernthema ist integraler Bestandteil der Reformpartnerschaft.

Holztransport in Côte d‘Ivoire

Kernthema Schutz unserer Lebens­grund­lagen – Umwelt und natürliche Ressourcen Wälder schützen, Arten­viel­falt erhalten Interner Link

Um die Landwirtschaft auszuweiten, wurden in den vergangenen 25 Jahren rund 60 Prozent der Waldflächen in Côte d'Ivoire gerodet. Schutzgebiete und ihre Biodiversität sind durch die fortschreitende Entwaldung akut bedroht.

Aktuelle Situation

Politische Situation
Junge Fußballer des Vereins ASEC Mimosas in Abidjan, Côte d’Ivoire

Streben nach Stabilität und Entwicklung Interner Link

Seit Amtsantritt von Präsident Alassane Ouattara 2011 hat sich die politische Lage in Côte d’Ivoire stabilisiert. Es wurden freie und friedliche Wahlen abgehalten, eine neue Verfassung wurde verabschiedet und die Transparenz und Effektivität des Regierungshandelns hat sich verbessert.

Historischer und politischer Hintergrund
Ehemalige Kriegsteilnehmer erhalten eine Ausbildung

Jahre der Spaltung und der Gewalt Interner Link

Nachdem Côte d’Ivoire 1960 unabhängig von der Kolonialmacht Frankreich geworden war, wurde das Land mehr als 30 Jahre lang von Präsident Félix Houphouët-Boigny und seiner Einheitspartei „Parti Démocratique de Côte d’Ivoire“ (PDCI) beherrscht.

Soziale Situation
Frauen beim Elternabend einer Grundschule in Côte d’Ivoire

Große Unterschiede zwischen Nord und Süd Interner Link

Côte d’Ivoire zählt zwar zu den größten Volkswirtschaften Westafrikas, doch die Mehrheit der Bevölkerung hat keinen Anteil an den wirtschaftlichen Erfolgen des Landes.

Wirtschaftliche Situation
Kinder vor einem Lagergebäude einer Kakao-Kooperative in Côte d’Ivoire

Wirtschaftsfaktor Kakao Interner Link

Côte d’Ivoire ist mit einem Marktanteil von etwa 45 Prozent der größte Kakaoproduzent der Welt. Weitere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Cashewnüsse, Palmöl, Kautschuk, Baumwolle und Kaffee.