Côte d’Ivoire Reformpartner in Westafrika

Côte d’Ivoire (oft wird auch die frühere deutsche Bezeichnung "Elfenbeinküste" verwendet) zählt zu den Wirtschaftsmotoren Westafrikas. Das Land ist der weltweit größte Kakaoproduzent und ein wichtiger Exporteur von Kaffee, Cashewnüssen, Palmöl und Kautschuk.

In den vergangenen 25 Jahren prägten politische Krisen, bewaffnete Konflikte und ethnische Spannungen das Land und warfen es in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Die Nachwirkungen sind bis heute spürbar.

Es gilt nun, Côte d’Ivoire politisch zu festigen, gesellschaftlich zu befrieden und zu gewährleisten, dass alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere Arme und sozial Benachteiligte, vom Wirtschaftswachstum profitieren.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deutschland arbeitet seit 1975 ent­wick­lungs­po­li­tisch mit Côte d’Ivoire zusammen. Auf­grund der politischen In­sta­bi­li­tät des wes­tafrika­nischen Landes schränkte das Bundes­mi­nis­te­rium für wir­tschaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wicklung (BMZ) die bilaterale Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit zwischen 2002 und 2011 ein. Seitdem wurde sie schrittweise wiederaufgenommen.

Aufnahme des afrikanischen Kontinents vom Weltraum aus

2017 schloss Deutschland eine sogenannte Re­form­partner­schaft mit Côte d’Ivoire. Re­form­partner­schaf­ten sind ein wichtiger Baustein des Marshallplans mit Afrika und bilden den bilateralen Beitrag der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit zur G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative "Compact with Africa".

Inhaltlich konzentriert sich die Partnerschaft auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Als weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit wurde der Bereich ländliche Wirtschaftsentwicklung und Erhalt der Biodiversität vereinbart.


Aktuelle Situation

Junge Fußballer des Vereins ASEC Mimosas in Abidjan, Côte d’Ivoire

Streben nach Stabilität und Entwicklung Interner Link

Seit dem Ende eines bewaffneten Konflikts 2011 hat Côte d’Ivoire große politische Fortschritte gemacht: Es wurden freie und friedliche Wahlen abgehalten, eine neue Verfassung wurde verabschiedet und die Transparenz und Effektivität des Regierungshandelns hat sich verbessert. Die Wirtschaft des Landes hat sich deutlich erholt.

Ehemalige Kriegsteilnehmer erhalten eine Ausbildung

Jahre der Spaltung und der Gewalt Interner Link

Nachdem Côte d’Ivoire 1960 unabhängig von der Kolonialmacht Frankreich geworden war, wurde das Land mehr als 30 Jahre lang von Präsident Félix Houphouët-Boigny und seiner Einheitspartei "Parti Démocratique de Côte d’Ivoire" (PDCI) beherrscht.

Frauen beim Elternabend einer Grundschule in Côte d’Ivoire

Große Unterschiede zwischen Nord und Süd Interner Link

Côte d’Ivoire zählt zwar zu den größten Volkswirtschaften Westafrikas, doch die Mehrheit der Bevölkerung hat keinen Anteil an den wirtschaftlichen Erfolgen des Landes.

Kinder vor einem Lagergebäude einer Kakao-Kooperative in Côte d’Ivoire

Wirtschaftsfaktor Kakao Interner Link

Côte d’Ivoire verfügt über eine hoch entwickelte Agrarindustrie. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist das Land der größte Kakaoproduzent der Welt.

Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Côte d’Ivoire

Nachdem die Entwicklungszusammenarbeit aufgrund der Krise im Land zwischen 2002 und 2011 eingeschränkt werden musste, arbeitet Deutschland inzwischen wieder intensiver mit Côte d’Ivoire zusammen. Das westafrikanische Land gehört zu den ersten Staaten, mit denen das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eine Reformpartnerschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) vereinbart hat. In ihrem Mittelpunkt stehen der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz.

Einen weiteren Schwerpunkt der deutsch-ivorischen Zusammenarbeit bilden die ländliche Wirtschaftsentwicklung und der Erhalt der Biodiversität. Darüber hinaus unterstützt Deutschland Vorhaben zur Stärkung des Gesundheitssystems und im Bereich Familienplanung und HIV-Prävention.

2017 sagte das BMZ Côte d’Ivoire insgesamt 156 Millionen Euro zu, davon 100 Millionen Euro im Rahmen der Reformpartnerschaft. 2018 und 2019 erfolgten weitere Zusagen in Höhe von 18,9 und 108 Millionen Euro für Reformvorhaben.

Das westafrikanische Land profitiert außerdem von mehreren Regionalvorhaben. Gefördert werden unter anderem eine verbesserte Stromübertragung und eine höhere Transparenz im Rohstoffsektor.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Treffen mit Alassane Ouattara, dem Präsidenten der Republik Côte d’Ivoire, in Abijan

Reformpartnerschaft Interner Link

2017 schlossen Deutschland und Côte d’Ivoire eine Re­form­partner­schaft im Rahmen der G20-Initiative "Compact with Africa".  Ziel der Initiative ist, die Rah­men­be­ding­ungen für pri­vat­wirt­schaft­liches En­ga­ge­ment zu ver­bessern, eine hoch­wertige Aus­bil­dung zu fördern und so Arbeits­plätze und Ein­kom­men zu schaffen. Côte d’Ivoire wurde vom BMZ auf­grund der po­li­ti­schen Fort­schritte seit 2011 und der wirt­schafts­orientierten Re­form­politik der Regierung für eine Re­form­partner­schaft aus­gewählt.

Produktion steigern, Artenvielfalt erhalten Interner Link

Ziel der Zusammenarbeit in diesem Schwerpunkt ist zum einen, die Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmethoden der kleinbäuerlichen Betriebe zu verbessern und so die Einkünfte der ländlichen Bevölkerung spürbar zu erhöhen. Zum anderen sollen die Schutzgebiete und ihre Artenvielfalt erhalten bleiben.