Côte d’Ivoire Reformpartner in Westafrika

Côte d’Ivoire (oft wird noch die frühere deutsche Bezeichnung "Elfenbein­küste" verwendet) zählt zu den Wirtschafts­motoren Westafrikas. Das Land ist der weltweit größte Kakao­produzent, einer der wichtigsten Exporteure von Kaffee, Cashew­nüssen, Palmöl und Kautschuk des afrikanischen Kontinents und hat einen im regionalen Vergleich gut entwickelten Dienst­leistungs­sektor.

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Junge Fußballer des Vereins ASEC Mimosas in Abidjan, Côte d’Ivoire

In den vergangenen 25 Jahren prägten politische Krisen, ein fünf Jahre währender Bürger­krieg, eine Regierungs­krise nach den Präsident­schafts­wahlen 2010 und eth­nische Spannungen das Land und warfen es in seiner Ent­wick­lung erheblich zurück. Die Nach­wirkungen sind bis heute spürbar. Es gilt nun, Côte d’Ivoire politisch weiter zu festigen, gesellschaft­lich zu befrieden und zu ge­währ­lei­sten, dass alle Bevölkerungs­gruppen, insbesondere Arme und sozial Be­nach­tei­ligte, vom anhaltend hohen Wirtschafts­wachstum profitieren.

Auf dem aktuellen Entwicklungs­index der Vereinten Nationen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Côte d’Ivoire auf Rang 162 von 189 Ländern .


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Côte d’Ivoire

Aufgrund der politischen Instabilität des west­afrikanischen Landes schränkte das Bundes­ministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwick­lung (BMZ) die bilaterale Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit mit Côte d'Ivoire zwischen 2002 und 2011 ein. Seitdem wurde sie schritt­weise wieder­aufge­nommen.

2017 schlossen Deutschland und Côte d’Ivoire eine  Reform­partnerschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Rahmen der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative "Compact with Africa", um das Umfeld für private Investi­tionen attraktiver zu machen und die Aus- und Weiter­bildung dringend benötigter Fach­kräfte zu unter­stützen. 

Inhaltlich konzentrierte sie sich anfangs auf den Bereich erneuer­bare Energien und Energie­effizienz, wurde jedoch mittlerweile auf die Förderung guter Regierungs­führung für mehr Investitionen und Beschäf­tigung ausgeweitet.

Bei Regierungs­verhand­lungen im Juni 2021 sagte das BMZ dem Partner­land 72,91 Millionen Euro neu zu, weitere Zusagen wurden in Aus­sicht gestellt. 

Die Kernthemen der künftigen Zusammen­arbeit sind:

  • Verantwor­tung für unseren Planeten – Klima und Energie
    Aktionsfeld: Erneuer­bare Energien und Energieeffizienz
  • Ausbildung und nach­haltiges Wachstum für gute Jobs 
    Aktionsfelder: noch in Abstimmung; voraussichtlich berufliche Bildung sowie Privat­sektor- und Finanz­system­entwicklung
  • Schutz unserer Lebens­grundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen 
    Aktionsfelder: Biodiversi­tät und Waldschutz

Darüber hinaus unterstützt Deutschland auch Vorhaben in den Bereichen Governance (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie Bevölkerungs­entwicklung und Familien­planung, die dazu beitragen, die Zahl ungewollter Schwanger­schaften zu reduzieren, medizinisch begleitete Schwanger­schaften und Geburten zu gewährleisten und die Mutter-Kind-Gesundheit zu verbessern.

Corona-Sofort­programm

Um die ivorische Regierung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu unter­stützen, hat das BMZ ein Vor­haben zur Stärkung des Ge­sund­heits­systems um drei Millionen Euro auf­ge­stockt. Zu­dem werden zwei Millionen Euro dafür ein­ge­setzt, E-Learning-An­ge­bote in der be­ruf­li­chen Bildung ein­zu­führen. 30 Millionen Euro wurden für einen neuen staat­lichen Covid-Fonds zur Unter­stützung kleiner und mittlerer Unter­nehmen bereitgestellt.

Auch innerhalb der Sonder­initiativen "Ausbildung und Beschäftigung"  sowie "EINEWELT ohne Hunger"  wird auf die Pan­demie­situation reagiert, zum Beispiel wird zu­sätz­lich daran ge­arbeitet, Arbeits­plätze zu er­halten und Arbeits­ab­läufe an die ver­än­der­ten Ge­geben­heiten anzupassen.
 

Mobile Solarmodule werden zur Stromversorgung kleiner elektrischer Geräte in Gebieten eingesetzt, in denen es keinen Zugang zu Strom gibt.

Reformpartnerschaft: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz Zuverlässige Strom­ver­sor­gung, Klima­schutz, mehr Be­schäfti­gung Interner Link

Die Regierung von Côte d’Ivoire hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) am Strommix bis 2030 auf 16 und bis 2050 auf 42 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig sollen bis 2025 alle Haushalte über einen Stromanschluss verfügen.

Kernthema Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs Berufliche Bil­dung ver­bes­sern, Job­per­spek­ti­ven schaffen  Interner Link

Eine Zusammenarbeit im Kern­thema "Aus­bil­dung und nach­hal­tiges Wachs­tum für gute Jobs" wurde bei den Re­gie­rungs­ver­hand­lungen im Juni 2021 be­schlossen. Dieses Kern­thema ist in­te­graler Bestand­teil der Re­form­partner­schaft.

Holztransport in Côte d‘Ivoire

Kernthema Schutz unserer Lebens­grund­lagen – Umwelt und natürliche Ressourcen Wälder schützen, Arten­viel­falt erhalten  Interner Link

Um die Landwirtschaft aus­zu­weiten, wurden in den ver­gan­genen 25 Jahren rund 60 Prozent  der Wald­flächen in Côte d'Ivoire ge­rodet. Schutz­ge­biete und ihre Bio­di­ver­si­tät sind durch die fort­schrei­ten­de Ent­wal­dung akut bedroht. 

Aktuelle Situation

Politische Situation
Junge Fußballer des Vereins ASEC Mimosas in Abidjan, Côte d’Ivoire

Streben nach Stabilität und Entwicklung Interner Link

Seit Amtsantritt von Präsident Alassane Ouattara 2011 hat sich die politische Lage in Côte d’Ivoire sta­bi­lisiert. Es wurden freie und fried­liche Wahlen ab­ge­halten, eine neue Ver­fassung wurde ver­ab­schiedet und die Trans­pa­renz und Effek­ti­vi­tät des Re­gie­rungs­handelns hat sich verbessert.

Historischer und politischer Hintergrund
Ehemalige Kriegsteilnehmer erhalten eine Ausbildung

Jahre der Spaltung und der Gewalt Interner Link

Nachdem Côte d’Ivoire 1960 un­ab­hängig von der Kolonial­macht Frank­reich ge­worden war, wurde das Land mehr als 30 Jahre lang von Präsi­dent Félix Houphouët-Boigny und seiner Ein­heits­partei "Parti Démocratique de Côte d’Ivoire" (PDCI) beherrscht.

Soziale Situation
Frauen beim Elternabend einer Grundschule in Côte d’Ivoire

Große Unterschiede zwischen Nord und Süd Interner Link

Côte d’Ivoire zählt zwar zu den größten Volks­wirt­schaften West­afrikas, doch die Mehr­heit der Be­völ­ke­rung hat keinen Anteil an den wirt­schaft­lichen Er­folgen des Landes.

Wirtschaftliche Situation
Kinder vor einem Lagergebäude einer Kakao-Kooperative in Côte d’Ivoire

Wirtschaftsfaktor Kakao Interner Link

Côte d’Ivoire ist mit einem Marktanteil von etwa 45 Prozent der größte Kakaoproduzent der Welt. Weitere wichtige land­wirt­schaft­liche Er­zeug­nisse sind Cashew­nüsse, Palmöl, Kautschuk, Baumwolle und Kaffee.