Windräder ragen hinter Kaffeepflanzen in der vietnamesischen Provinz Gia Lai im zentralen Hochland auf.
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Klimawandel und Entwicklungspolitik Klima- und Entwicklungspartnerschaften
Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) arbeitet eng mit ambitionierten Partnerländern zusammen – sowohl im bilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Rahmen mit Klima- und Entwicklungspartnerschaften als auch über Zusammenschlüsse von mehreren Beteiligten wie die Just Energy Transition Partnerships (JETPs), die eine Initiative der G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind.
Ziel ist es, gemeinsam mit Partnerländern das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) einzuhalten und gleichzeitig Fortschritte bei den globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (SDGs) zu erreichen. Die Partnerschaften orientieren sich an den Plänen und Strategien der Partnerländer – etwa den nationalen Klimabeiträgen (NDCs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), in welchen die Länder ihre Klimaziele festhalten. Partnerländer sind sowohl Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit hohen Treibhausgasemissionen als auch Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die sich klimapolitisch besonders engagieren.
Mit den Klima- und Entwicklungspartnerschaften baut Deutschland starke Allianzen auf, um dem Klimawandel als globale Herausforderung zu begegnen – denn kein Land kann den Klimawandel allein bewältigen, es braucht internationale Zusammenarbeit.
Da erhebliche Investitionen erforderlich sind, um die Ziele der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, sollen die finanziellen Zusagen im Rahmen der Partnerschaften gebündelt und dadurch gesteigert werden, unter anderem durch Einbindung der Entwicklungsbanken, der privaten Wirtschaft und philanthropischer Organisationen.
Eine weitere wichtige Partnerschaft ist die von Bundesregierung und internationalen Partnern gegründete globale NDC-Partnerschaft (Externer Link).
Das breite Netzwerk dieser Partnerschaft umfasst mehr als 260 Mitglieder und unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer dabei, ihre Klimaziele umzusetzen und gleichzeitig Fortschritte bei den SDGs zu erzielen.
Just Energy Transition Partnerships (JETPs)
Eine zentrale Voraussetzung für Erfolge im Kampf gegen die Klimakrise ist die weltweite Energiewende. Um diese voranzubringen, haben die G7-Staaten die Just Energy Transition Partnerships (JETPs) ins Leben gerufen. Dabei arbeiten sie mit Ländern zusammen, deren Energiepolitik entscheidend für den globalen Klimaschutz ist – mit dem Ziel, fossile Energieträger zu ersetzen und den Umstieg auf erneuerbare Energien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sozial gerecht zu gestalten.
Es bestehen Partnerschaften mit Südafrika (2021), Indonesien und Vietnam (2022) sowie mit Senegal (2023).
Just Energy Transition Partnership Beispiel Indonesien
Indonesien, ein wichtiges Partnerland Deutschlands, kämpft als Archipel besonders mit den Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig hat Indonesien ein großes Wirtschaftswachstum und gehört weltweit zu den Ländern, die am meisten Treibhausgase (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ausstoßen. Daher ist die dortige Energiewende besonders relevant, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
Die im November 2022 geschlossene JETP ebnet Indonesien den Weg zu einer ambitionierten Energiewende. In der Gruppe internationaler Partner arbeiten unter der Co-Leitung von Deutschland und Japan Dänemark, die Europäische Union, Frankreich, Kanada, Italien, Norwegen und das Vereinigte Königreich mit Indonesien zusammen, um den Kohleausstieg des Landes zu beschleunigen und erneuerbare Energien auszubauen.
Durch diese gemeinsame Leitung übernimmt Deutschland eine besondere Verantwortung bei der indonesischen Energiewende. Dabei spielt auch die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) eine wichtige Rolle. Ein Beispiel für eine gemeinsame Finanzierung durch öffentliche und private Mittel ist das schwimmende Solarkraftwerk Saguling auf der Insel Java, auf der über die Hälfte der indonesischen Bevölkerung lebt. Das Kraftwerk wird die Stromproduktion aus Solarenergie in Indonesien künftig um 13 Prozent steigern, Emissionen einsparen und somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Indonesien leisten.
Bilaterale Klima- und Entwicklungspartnerschaften
Im Rahmen von zwischenstaatlich vereinbarten Klima- und Entwicklungspartnerschaften arbeitet das BMZ mit Partnerländern zusammen, um deren Klimaziele zu erreichen. Derzeit bestehen Partnerschaften mit Pakistan, Ruanda, Indien, Peru, Kenia, Kolumbien, Côte d’Ivoire, Brasilien, Mosambik, Marokko und Bangladesch sowie eine regionale Partnerschaft mit dem Westbalkan.
Neben der Minderung von Treibhausgasemissionen ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ein zentrales Thema der bilateralen Klima- und Entwicklungspartnerschaften. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit richten sich an den Prioritäten der Partnerländer aus, etwa Energie, natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder und Moore, nachhaltige Landwirtschaft oder Stadtentwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).
Ausgangspunkt ist das Verständnis, dass eine grüne und sozial gerechte Transformation eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Sie kann nur gelingen, wenn alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereiche und Gruppen angemessen beteiligt sind. Deshalb gehen Klima- und Entwicklungspartnerschaften über die reine Regierungszusammenarbeit hinaus und binden Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Privatwirtschaft und Wissenschaft ein.
Regionale Klima- und Entwicklungspartnerschaft Beispiel Westbalkan
Beim zweiten Ministertreffen zur Grünen Agenda für die sechs Westbalkanstaaten kamen die Teilnehmer am 14. und 15. Oktober 2025 im kroatischen Dubrovnik zusammen.
Im Rahmen der regionalen Klima- und Entwicklungspartnerschaft mit dem Westbalkan arbeitet Deutschland eng mit regionalen Organisationen, Regierungen, Zivilgesellschaft und dem Privatsektor in der direkten EU (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Nachbarschaft zu Themen wie Energie, Klima und Kreislaufwirtschaft zusammen. Da Klima- und Umweltprobleme nicht an Landesgrenzen Halt machen, stärkt die Partnerschaft sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der Region als auch zwischen Deutschland und dem Westbalkan. Die Partnerschaft verbindet politischen Dialog mit technischer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und finanzieller (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Zusammenarbeit, um die Umsetzung der Green Agenda for the Western Balkans (Externer Link) sowie den Prozess der EU-Integration zu fördern. Ziel ist die Erreichung von CO2-Neutralität, die Stärkung der Klimaresilienz sowie weniger Umweltverschmutzung in der Region im Einklang mit EU-Standards. Dafür unterstützt sie Reformen, die zu sauberer Luft, mehr erneuerbarer Energie, resilienteren (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und nachhaltigeren Städten und mehr Biodiversitätsschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) beitragen.
Die Aktivitäten der Partnerschaft reichen von der regionalen zur nationalen sowie lokalen Ebene. Während auf regionaler Ebene gemeinsame Strategien, Standards und grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert werden, unterstützen nationale und lokale Maßnahmen deren konkrete Umsetzung. Beispielsweise sorgen 168 Kilometer neuer Übertragungsleitungen dafür, dass mehr Strom produziert und grenzüberschreitend gehandelt wird, was die Region besser vernetzt. Kleine lokale Projekte machen die Energiewende im Alltag greifbar. Dazu gehören Solaranlagen, die Schulen und Kindergärten in Albanien sowie öffentliche Gebäude im Kosovo und in Serbien mit Elektrizität versorgen. Hinzu kommen Energieeffizienzmaßnahmen in Bosnien und Herzegowina sowie in Montenegro. Gemeinsam senken diese Projekte Emissionen, reduzieren Betriebskosten und stärken die lokale Infrastruktur, indem sie diese sauberer, inklusiver und widerstandsfähiger machen.
Stand: 28.08.2026