Kinder vor einem Lagergebäude einer Kakao-Kooperative in Côte d’Ivoire

Wirtschaftliche Situation Wirtschaftsfaktor Kakao

Côte d’Ivoire verfügt über eine hoch entwickelte Agrarindustrie. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist das Land der größte Kakaoproduzent der Welt.

Weitere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Cashewnüsse, Palmöl, Kautschuk, Baumwolle und Kaffee. Außerdem verfügt das Land über mineralische Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Gold, Mangan und Nickel.

Standbild aus dem Video: Minister Müller startet Kakao- und Kaffeeinitiative mit Côte d'Ivoire

Minister Müller startet Kakao- und Kaffeeinitiative mit Côte d'Ivoire 

Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist wirtschaftlich vom Kakaoanbau abhängig. Es gibt zwar einen staatlich festgelegten Abnahmepreis, doch starke unternehmerische Einflussnahme und fehlende politische Steuerung sorgen dafür, dass dieses Geld häufig nicht vollständig bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt. Zudem wird nur ein geringer Anteil des geernteten Kakaos in Côte d’Ivoire selbst verarbeitet, dem Land entgeht daher ein großer Teil der Wertschöpfung.

Geschäftsklima bessert sich

Infolge der politischen Krise 2011 brach die Wirtschaft Côte d’Ivoires um 4,4 Prozent ein. Seitdem hat sich die Lage wieder stabilisiert. 2018 wuchs die Wirtschaft um 7,4 Prozent, für die Jahre 2019 und 2020 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) ebenfalls Werte über sieben Prozent.

Die Regierung ist bemüht, die staatlichen Einnahmen zu erhöhen und die Privatwirtschaft zu stärken. Auf dem Doing-Business-Index der Weltbank, der das Geschäftsklima in 190 Staaten analysiert, hat sich Côte d’Ivoire in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert (2020: Rang 110, 2019: 122, 2018: 139, 2017: 142).

Umwelt

Côte d’Ivoires wirtschaftlicher Erfolg basiert auf der ständigen Ausweitung der Agrarflächen. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa vier Fünftel der Waldflächen des Landes zugunsten der landwirtschaftlichen Nutzung abgeholzt wurden. Rund 30 Prozent des Kakaos werden illegal in geschützten Wäldern angebaut. Die ivorische Regierung hat eine Gesetzesreform angekündigt, um dies künftig zu verhindern. 2017 riefen zudem die wichtigsten Unternehmen der Kakao- und Schokoladenbranche die Initiative „Cacao et forêt“ (deutsch: Kakao und Wald) ins Leben. Sie soll sicherstellen, dass in Côte d’Ivoire und Ghana kein Kakaoanbau mehr in geschützten Waldgebieten erfolgt.