Kinder vor einem Lagergebäude einer Kakao-Kooperative in Côte d’Ivoire

Wirtschaftliche Situation Wirtschaftsfaktor Kakao

Côte d’Ivoire ist mit einem Marktanteil von etwa 45 Prozent der größte Kakao­produzent der Welt. Weitere wichtige landwirtschaft­liche Erzeugnisse sind Cashew­nüsse, Palmöl, Kautschuk, Baumwolle und Kaffee. Außerdem verfügt das Land über mineralische Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Gold, Mangan und Nickel.

Etwa sieben Millionen Menschen sind wirtschaftlich vom Kakaoanbau abhängig. Es gibt zwar einen staatlich fest­gelegten Abnahme­preis, doch starke unternehmer­ische Einflussnahme und fehlende politische Steuerung sorgen dafür, dass dieses Geld häufig nicht vollständig bei den Bäuer­innen und Bauern ankommt. Zudem wird nur ein geringer Anteil des geernteten Kakaos in Côte d’Ivoire selbst verarbeitet, dem Land entgeht daher ein großer Teil der Wert­schöpf­ung. 

Geschäftsklima bessert sich

Von 2015 bis 2019 wuchs die ivorische Wirtschaft im Schnitt um 7,3 Prozent. Auch in der Corona-Pandemie hat sie sich bislang vergleichsweise krisenfest gezeigt. Nach Angaben des Inter­nationalen Währungs­fonds  (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) sank der Wert 2020 zwar auf 2,3 Prozent. Ab 2021 erwartet der IWF jedoch wieder Wachstums­raten von mindestens sechs Prozent.

Die Regierung verfolgt das Ziel, das Land durch Industri­alisierung und eine Stärkung der Privat­wirtschaft weiterzuentwickeln. Auf dem Doing-Business-Index der Weltbank, der das Geschäfts­klima in 190 Staaten analysiert, hat sich Côte d’Ivoire in den vergangenen Jahren kontinu­ierlich verbessert und lag 2020 auf Rang 110 (2017: 142 ). Zu den Entwicklungs­hemm­nissen zählen weiterhin eine ineffiziente Verwaltung, hohe büro­kratische Hürden bei der Geschäfts­gründung, Korruption und Vettern­wirtschaft sowie die anhaltenden politischen Macht­kämpfe .

Umwelt

Côte d’Ivoires wirtschaftlicher Erfolg basiert auf der ständigen Aus­weitung der Agrar­flächen. Untersuch­ungen haben gezeigt, dass etwa vier Fünftel der Wald­flächen des Landes zugunsten der landwirtschaft­lichen Nutzung abgeholzt wurden. Mindestens 30 Prozent des Kakaos werden illegal in geschützten Wäldern angebaut. 2017 riefen die wichtigsten Unternehmen der Kakao- und Schokoladenbranche die Initiative "Cacao et forêt" (deutsch: Kakao und Wald) ins Leben. Sie soll sicherstellen, dass in Côte d’Ivoire und Ghana kein Kakao­anbau mehr in ge­schützten Wald­gebieten erfolgt.

2019 wurde in Côte d’Ivoire ein neues Wald­gesetz erlassen. Es sieht vor, dass die bereits weit­gehend zerstörten Gebiete offiziell für die agro­industrielle Nutzung freigegeben werden, während die noch erhaltenen Natur­schutz­gebiete unter stärkeren Schutz gestellt werden sollen. Durch Wieder­aufforst­ungen soll die Waldfläche bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der Landes­fläche fast verdoppelt werden.