Frauen beim Elternabend einer Grundschule in Côte d’Ivoire

Soziale Situation Große Unterschiede zwischen Nord und Süd

Côte d’Ivoire zählt zwar zu den größten Volkswirtschaften Westafrikas, doch die Mehrheit der Bevölkerung hat keinen Anteil an den wirtschaftlichen Erfolgen des Landes.

Fast die Hälfte der rund 24 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner lebt unterhalb der nationalen Armuts­grenze, ein Fünftel der Bevölkerung ist unterernährt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 57 Jahren. Die Armut ist in den ländlichen Regionen deutlich höher als in den Städten und im Norden wesentlich höher als im Süden.

Defizite bei Bildung und Gesundheit

Ein Mädchen in Pakistan wird gegen Masern geimpft.

In den Bereichen Bildung und Gesundheit sind Fortschritte zu verzeichnen, doch noch immer investiert der Staat zu wenig in die Grundversorgung der Bevölkerung.

Die Analphabetenquote liegt bei 53 Prozent. Nach Angaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) werden nur 90 Prozent der Kinder eingeschult, lediglich 79 Prozent schließen die Grundschule ab. Kinderarbeit ist weit verbreitet, insbesondere auf den Kakaoplantagen des Landes.

Deutlich weniger als die Hälfte der ivorischen Bevölkerung verfügt über einen Trink­wasser­an­schluss, die sanitäre Grundversorgung ist noch schlechter. Im Januar 2019 hat die Regierung eine sozialpolitische Initiative angekündigt, die unter anderem eine bessere Ge­sund­heits­ver­sorgung für besonders arme Familien, den Bau von Sozialwohnungen und eine Verbesserung der Wasser- und Stromversorgung umfassen soll.

Bevölkerungswachstum

Die Bekämpfung der Armut wird durch die hohe Geburtenrate erschwert. Derzeit wächst die ivorische Bevölkerung jährlich um 2,5 Prozent, mehr als 40 Prozent der Ivorerinnen und Ivorer sind unter 15 Jahre alt. Seit Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1960 hat sich die Bevölkerung versiebenfacht.

Frauenrechte

Bild aus einem Hörsaal des Instituts für angewandte Agrarforschung und Ausbildung in Katibougou, Mali. In der Bildmitte zwei Frauen, um sie herum Männer

Die Frauenrechte sind in der Verfassung Côte d’Ivoires festgeschrieben. Vor allem im Familien-, Erb- und Bodenrecht gibt es jedoch noch Regelungen, die Frauen diskriminieren. Trotz eines gesetzlichen Verbots ist vor allem im Norden des Landes weibliche Genital­ver­stümmelung weit verbreitet.

Um die politische Teilhabe der Frauen zu verbessern, wurde im März 2019 ein Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, dass bei Parlaments-, Regional- und Kommunalwahlen künftig 30 Prozent der Kandidaten weiblich sein müssen. Derzeit beträgt der Frauenanteil in der Nationalversammlung elf Prozent.