Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation verbessern können. Ein Schwerpunkt des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Mosambik liegt darum auf der Grund- und der beruflichen Bildung.

Mosambik Gemeinsam Wege aus der Krise finden

Nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1992 verbesserten sich die politische und wirtschaftliche Situation in Mosambik kontinuierlich – wenn auch auf niedrigem Niveau.

Seit 2015 hat sich die Lage jedoch wieder verschlechtert. Aktuell durchlebt das Land eine schwere Krise und ist mit tief greifenden Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören teils mit Waffengewalt ausgetragene innenpolitische Konflikte, eine extrem angespannte Wirtschaftslage, die weit verbreitete Korruption und hohe Staatsschulden.

Außerdem ist Mosambik immer wieder von extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen, Dürren und Zyklonen betroffen. 2016 erlebte das Land infolge des Klimaphänomens El Niño die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. Experten gehen davon aus, dass Mosambik vom Klimawandel stark betroffen sein wird.

Extreme Armut

Obwohl die Wirtschaft zwischen 1992 und 2015 insgesamt deutlich gewachsen ist, gehört Mosambik zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut Angaben der Weltbank leben dort 46 Prozent der Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung gilt als unterernährt; die Lebenserwartung liegt bei nur 58 Jahren (Deutschland: 81 Jahre).

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) belegt Mosambik Platz 180 von 189 Ländern.

Entwicklungszusammenarbeit

Das wichtigste Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik ist die Unterstützung des Landes bei der Armutsreduzierung. Die Wirtschaft Mosambiks soll sich nachhaltig entwickeln und die gesamte Bevölkerung soll an dieser Entwicklung teilhaben. Um das zu erreichen ist es wichtig, dass alle jungen Menschen Zugang zu Bildung und Ausbildung bekommen und eine Perspektive auf Beschäftigung haben. Zudem muss die Bevölkerung Vertrauen in die öffentlichen Institutionen aufbauen und Zugang zu staatlichen Dienstleistungen erhalten.

Deutschland arbeitet in drei Schwerpunktbereichen mit Mosambik zusammen: Grund- und Berufsbildung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sowie Dezentralisierung und öffentliche Finanzen.

Zusätzlich engagiert sich Deutschland für die Verbesserung der Energieversorgung, für die Anpassung an den Klimawandel und für den Erhalt der natürlichen Ressourcen in Mosambik.

Straßenszene in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik

Schwieriger Prozess der Demokratisierung Interner Link

Mosambik hatte einen schweren Start in die Selbstständigkeit. Nach jahrhundertelanger portugiesischer Kolonialherrschaft erkämpfte die Befreiungsbewegung FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) 1975 die Unabhängigkeit des Landes.

Gemüsehändlerin in Mosambik

Große Herausforderungen, positive Trends Interner Link

Das Leben der Menschen in Mosambik ist von Armut geprägt. Das jährliche Bruttonationaleinkommen pro Kopf liegt bei nur 460 US-Dollar (2018).

Ein Bauarbeiter trägt Stahlrohre über eine Baustelle in Mosambiks Hauptstadt Maputo.

Probleme trotz großer Potenziale Interner Link

Mosambiks Wirtschaft ist in den Jahren 2011 bis 2014 um jeweils mehr als sieben Prozent gewachsen. Ab 2015 sank die Rate auf zuletzt 3,7 Prozent im Jahr 2017.

Standbild aus einem BMZ-Video über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Mosambik

An den Klimawandel anpassen, Ressourcen schonen Interner Link

Mosambik wird in Zukunft stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein. Das zeigt sich bereits heute vor allem durch eine Zunahme extremer Wetterereignisse.

Ent­wick­lungs­po­ten­zia­le

Bislang wird in Mosambik nur ein Bruchteil des fruchtbaren Ackerlandes gewinnbringend genutzt. Der Agrarsektor trägt nur etwa 22 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes bei, obwohl dort etwa 73 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind. Die meisten Bäuerinnen und Bauern kultivieren das Land vorwiegend zur Selbstversorgung (Subsistenzwirtschaft). Bisher werden nur wenige Produkte für den Export angebaut, zum Beispiel Tabak, Zucker, Tee, Baumwolle und Cashew-Nüsse.

Potenzial hat auch der Tourismus: Mosambik verfügt über eine mehr als 2.700 Kilometer lange Küste am Indischen Ozean und über eine große Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen. Deutschland unterstützt mit der Transfrontier Conservation Area Great Limpopo (Externer Link) ein Naturschutzgebiet, das auch Chancen für einen sozial- und umweltverträglichen Tourismus bietet.

Gute Voraussetzungen hat Mosambik außerdem im Bereich der erneuerbaren Energien. Zur Versorgung ländlicher Gebiete, die bisher kaum Zugang zu Energie haben, könnten regenerative Energiequellen wie Sonnenlicht und Wind, Biomasse und Erdwärme eingesetzt werden. Deutschland unterstützt Mosambik gemeinsam mit anderen Geberländern im Rahmen des Regionalprogramms "Energising Development" dabei, die Versorgung mit erneuerbaren Energien auf lokaler Ebene voranzutreiben.

Gemüseanbau in Mosambik

Gemüseanbau in Mosambik

Gemüseanbau in Mosambik

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Mosambik

Deutschland und Mosambik arbeiten seit 1977 entwicklungspolitisch zusammen. Die Kooperation baut auf den Zielsetzungen des Marshallplans mit Afrika und der Agenda 2063 der Afrikanischen Union (Externer Link) auf.

Das übergeordnete Ziel der Zusammenarbeit mit Mosambik ist eine nachhaltige Armutsreduzierung. Dazu setzt sie an den zentralen Entwicklungshemmnissen Mosambiks an: den großen Qualitätsdefiziten in der Grund- und Berufsbildung und den schlechten Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement.

Regional konzentriert sich die Kooperation auf die Provinzen Inhambane und Sofala.

Bei Regierungsverhandlungen, die im Oktober 2018 in Berlin stattfanden, sagte die Bundesregierung 90,4 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik neu zu. Davon werden 59,7 Millionen Euro für Vorhaben der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Verfügung gestellt und 30,7 Millionen Euro für Vorhaben der technischen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Im Jahr 2017 waren 24 Millionen Euro für die finanzielle Zusammenarbeit zugesagt worden.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • ​Grund- und Berufsbildung
  • Dezentralisierung und öffentliche Finanzen
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Weitere wichtige Arbeitsfelder der Zusammenarbeit sind der Erhalt der natürlichen Ressourcen wie zum Beispiel der Biodiversität, die Verbesserung der Versorgung mit nachhaltig erzeugter Energie sowie die Anpassung an den Klimawandel.

Im Rahmen der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" unterstützt das BMZ Mosambik außerdem durch ein Grünes Innovationszentrum. Ziel der Einrichtung ist, die Produktivität kleinbäuerlicher Betriebe nachhaltig zu steigern und deren Einkommen zu erhöhen, neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen und die lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln zu verbessern.

Kinder einer Schulklasse in Mosambik

Lehrkräfte ausbilden, Klassenräume bauen Interner Link

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation aus eigener Kraft verbessern können. Doch in Mosambik – einem Land, in dem 45 Prozent der Menschen jünger als 15 Jahre alt sind – gibt es zu wenige Schulen, zu wenig Lehrmaterial und auf jede Lehrkraft kommen 55 Grundschulkinder.

Ein Techniker repariert die Straßenbeleuchtung in Chimoio, Mosambik

Leistungsfähigkeit der Verwaltung verbessern Interner Link

Mosambik ist ein Flächenstaat mit geringer Bevölkerungsdichte. Für die staatlichen Institutionen ist es daher schwierig, auf lokaler Ebene präsent zu sein und Dienstleistungen zu erbringen. Die Regierung Mosambiks hat einen Dezentralisierungsprozess eingeleitet, durch den Verantwortung an die Distrikte und Gemeinden übertragen wird.

Fahrradwerkstatt in Mosambik

Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen fördern Interner Link

In Mosambik kommen jährlich rund 300.000 neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt. Nur sehr wenige von ihnen finden eine reguläre Beschäftigung. Für ein nachhaltiges und breitenwirksames Wirtschaftswachstum und für mehr reguläre Arbeitsplätze sind Entwicklungsimpulse für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMUs) notwendig.