Ein Bauarbeiter trägt Stahlrohre über eine Baustelle in Mosambiks Hauptstadt Maputo.

Wirtschaftliche Situation Probleme trotz großer Potenziale

Mosambiks Wirtschaft ist in den Jahren 2011 bis 2014 um jeweils mehr als sieben Prozent gewachsen. Ab 2015 sank die Rate auf zuletzt 3,7 Prozent im Jahr 2017.

Verschärft hat sich die Wirtschaftskrise, seit im Frühjahr 2016 bekannt wurde, dass Mosambiks Regierung von 2012 bis 2014 Kredite von Staatsunternehmen in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar auf verfassungswidrige Weise durch Staatsgarantien abgesichert hatte. Es kam zu einer Vertrauenskrise, die internationalen Geber stellten ihre Budgethilfe an die Regierung ein und der Internationale Währungsfonds (IWF) stoppte sein Unterstützungsprogramm. Die finanziellen Handlungsspielräume der aktuellen Regierung sind dadurch extrem eingeschränkt. Aktuelle Einschätzungen deuten allerdings auf eine Verbesserung der makroökonomischen Lage in den Jahren 2018 und 2019 hin.

Wirtschaftliche Potenziale

Mosambik hat enorme wirtschaftliche Potenziale: Es verfügt über bedeutende Kohlevorräte und, wie seit 2011 bekannt ist, auch über enorme Gasvorkommen. Dazu findet man im Land weitere Bodenschätze wie Titan, Tantal, Graphit, sogenannte Seltene Erden, Gold, Diamanten und Uran. Die Voraussetzungen für Energieerzeugung aus Wasserkraft sind ebenfalls gut. Große Ackerflächen mit guten Böden eröffnen die Chance, die landwirtschaftliche Produktion erheblich zu steigern. Und die geografische Lage des Landes bietet die Möglichkeit, Transportkorridore für Nachbarstaaten ohne eigenen Küstenzugang anzubieten.

Die Rahmenbedingungen für Investitionen sind jedoch schwierig. Es fehlt an Rechtssicherheit, Infrastruktur, gesicherter Energieversorgung und an gut ausgebildeten Arbeitskräften.

In ihrem aktuellen Regierungsprogramm hat sich die Regierung das Ziel gesetzt, die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft, zu steigern und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Die Infrastruktur soll erweitert werden, der Zugang zu Energie und die Qualifizierung von Arbeitskräften sollen verbessert, bürokratische Hürden abgebaut werden. Mit nennenswerten staatlichen Einnahmen aus der Erdgasförderung, die für diese Ziele eingesetzt werden könnten, ist aber frühestens ab 2025 zu rechnen.

Kohleabbau in Mosambik

Kohleabbau in Mosambik

Kohleabbau in Mosambik