Frieden Ziviler Friedensdienst – Fachleute im Einsatz für den Frieden

Im Projekt "Jemand hört mir zu!" erarbeiten Schüler und Lehrer im Libanon gemeinsam ein Theaterstück, das dazu auffordert, über Vorurteile gegenüber anderen nachzudenken. Es werden keine Lösungen vorgegeben, sondern das Publikum wird angeregt, selbst zu reflektieren.
Im Projekt Jemand hört mir zu! erarbeiten Schüler und Lehrer im Libanon gemeinsam ein Theaterstück, das dazu auffordert, über Vorurteile gegenüber anderen nachzudenken. Es werden keine Lösungen vorgegeben, sondern das Publikum wird angeregt, selbst zu reflektieren.

Der Zivile Friedensdienst (ZFD (Externer Link)) wird von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

ZFD-Fachkräfte unterstützen weltweit in Krisenregionen örtliche Partnerorganisationen dabei, die Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden zu schaffen. Sie vermitteln in Konflikten, bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit, begleiten ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben, arbeiten mit traumatisierten Opfern von Gewalt oder helfen bei der Reintegration von Flüchtlingen. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Zahlen und Fakten

Der ZFD gilt als Erfolgsmodell der Kooperation von staatlichen und nicht staatlichen Trägern der Entwicklungs- und Friedensarbeit. Seit Programmbeginn im Jahr 1999 waren rund 1.500 Friedensfachkräfte im Rahmen mehrjähriger Einsätze in über 60 Ländern aktiv. Aktuell arbeiten rund 350 Fachkräfte in 45 Ländern.

Von 1999 bis 2019 hat das BMZ die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes mit rund 513 Millionen Euro gefördert; derzeit wird er mit 55 Millionen Euro pro Jahr unterstützt. Der Zivile Friedensdienst leistet unter anderem einen wichtigen Beitrag zur BMZ-Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“.

Zur Überprüfung der langfristigen Wirkungen des ZFD wurde im April 2011 eine breit angelegte Evaluierung abgeschlossen, die unter anderem auf acht Länderfallstudien basierte. Auf Grundlage der Evaluierungsempfehlungen haben das BMZ und die ZFD-Trägerorganisationen den Friedensdienst reformiert – unter anderem durch die systematische Einführung von trägerübergreifenden Länderstrategien, ein effizienteres Antragswesen und ein verbessertes internes Monitoring- und Evaluierungssystem. Die Reform hat dazu beigetragen, die Wirksamkeit des Friedensdienstes zu verbessern.

Aufgaben

Fei­er­li­che bud­dhis­ti­sche Ze­re­mo­nie zur Wür­di­gung von Op­fern des Khmer-Rouge-Re­gimes in Kam­bo­dscha im Rah­men ei­nes Ver­söh­nungs­dia­logs von Ju­gend­li­chen und Über­le­ben­den
Fei­er­li­che bud­dhis­ti­sche Ze­re­mo­nie zur Wür­di­gung von Op­fern des Khmer-Rouge-Re­gimes in Kam­bo­dscha im Rah­men ei­nes Ver­söh­nungs­dia­logs von Ju­gend­li­chen und Über­le­ben­den

Ziel des ZFD ist, dauerhafte gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu bewirken. Die Aufgaben der Friedensfachkräfte sind entsprechend vielfältig und erfordern für jeden ZFD-Einsatz unterschiedliche Fähigkeiten. Unter anderem müssen die Fachkräfte zur interkulturellen Kommunikation in der Lage sein und Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung erfolgreich einsetzen können, Sprachkenntnisse werden ebenfalls vorausgesetzt.

Der ZFD arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die

  • über Konfliktlinien hinweg Kooperations- und Dialogstrukturen aufbauen (und dabei zum Beispiel auch traditionelle Schlichtungsinstanzen stärken),
  • Anlaufstellen und gesicherte Räume schaffen, in denen sich Konfliktparteien begegnen können,
  • Informations- und Kommunikationsstrukturen stärken, die den Ursachen und Auswirkungen gewaltsamer Konflikte nachspüren (unter anderem durch Förderung von Friedensjournalismus, Vernetzung von Friedensorganisationen und Beobachtung von Konfliktverläufen),
  • von Gewalt besonders betroffene Gruppen unterstützen und sie wieder in die Gesellschaft integrieren (etwa durch psychosoziale Unterstützung oder Arbeit mit traumatisierten Menschen),
  • zu Methoden und Konzepten ziviler Konfliktbearbeitung beraten und ausbilden,
  • Friedenspädagogik betreiben und Feindbilder abbauen,
  • die Rechtssicherheit vor Ort stärken und für Menschenrechte eintreten.

Bewerbung als Friedensfachkraft

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Freiwilligendienst von lebens- und berufserfahrenen Frauen und Männern. Der Einsatz erfolgt auf der Grundlage des Entwicklungshelfergesetzes (Externer Link). Voraussetzungen für die Tätigkeit als Friedensfachkraft sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, mehrjährige Berufserfahrung in einem für den ZFD relevanten Arbeitsfeld, gute Sprachkenntnisse in mindestens einer internationalen Verkehrssprache und zivilgesellschaftliches Engagement. Dazu kommen weitere Qualifikationen, die sich aus dem jeweiligen Einsatzbereich ergeben.

Stellenangebote finden Sie unter: www.ziviler-friedensdienst.org/de/jobs (Externer Link)

Die Trägerorganisationen des Zivilen Friedensdienstes

Bo­ni­face Cis­sé und Jean de Dieu Dem­bé­lé, Mit­ar­bei­ter der ma­li­schen ZFD/EI­RE­NE-Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen OR­FED und ASE­FOD bei ei­ner Ak­ti­on an der Gren­ze zwi­schen Ma­li und Bur­ki­na Fa­so
Bo­ni­face Cis­sé und Jean de Dieu Dem­bé­lé, Mit­ar­bei­ter der ma­li­schen ZFD/EI­RE­NE-Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen OR­FED und ASE­FOD bei ei­ner Ak­ti­on an der Gren­ze zwi­schen Ma­li und Bur­ki­na Fa­so

Die Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes werden im Auftrag des BMZ von den staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten übernommen, die sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst (Konsortium ZFD) zusammengeschlossen haben:

Die administrative Abwicklung des Programms erfolgt über die Servicegesellschaft Engagement Global (Externer Link). Über das Gesamtprogramm und alle Projekte des ZFD entscheidet das BMZ im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt.

Weitere Informationen zu den vielfältigen Projektaktivitäten finden Sie unter www.ziviler-friedensdienst.org (Externer Link).

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