Straßenszene in Lima

Peru Zusammenarbeit für Demokratie, Klima­schutz und die Be­wahrung der Ressourcen

Peru hat sich seit der Jahrtausendwende von einem nahezu gescheiterten Staat zu einem Modell für demokratische Stabilisierung entwickelt, und gleichzeitig ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum erreicht. Es konnten bemerkenswerte Erfolge bei der Ar­muts­be­kämpfung erzielt werden: Während 2006 noch fast die Hälfte der Peruanerinnen und Peruaner unterhalb der nationalen Armutsgrenze lebte, gilt heute nur noch rund ein Fünftel der Bevölkerung als arm. Auch wenn das Wirtschaftswachstum 2017 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedriger war (2,6 Prozent), sagt die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) für die kommenden Jahre Wachstumsraten von drei bis vier Prozent voraus.

Allerdings gibt es erhebliche soziale und regionale Ungleichheiten: Während die Armutsquote 2014 in städtischen Gebieten bei 15 Prozent lag, waren es 46 Prozent in ländlichen Regionen. Große Bevölkerungsgruppen sind oft noch vom positiven Entwicklungsprozess ausgeschlossen. Und auch die geringe Präsenz und Leistungsfähigkeit des Staates in den entlegenen Regionen sind zentrale Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung des Landes.

Natürliche Ressourcen sind Basis des wirtschaftlichen Erfolgs

Das Wirtschaftswachstum basiert zu weiten Teilen auf der Nutzung der natürlichen und mineralischen Ressourcen des Landes. Hier kommt es regelmäßig zu Nutzungskonflikten zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und auch dem Staat. Beispiele sind Kleinbauern oder indigene Bevölkerungsgruppen, die ihre bisherige Lebensgrundlage gefährdet sehen und eine gerechte Teilhabe an den Rohstoffgewinnen fordern. Es fehlt bisher an effektiven Mechanismen, um solche Konflikte zu vermeiden oder friedlich zu lösen.

Peru besitzt nach Brasilien, Kongo und Indonesien die viertgrößte Tropenwaldfläche weltweit und ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Allerdings trägt die rasante wirtschaftliche Entwicklung zur Zerstörung dieses natürlichen Reichtums bei. Vor allem Abholzung, Brandrodung für die Landwirtschaft, zum Beispiel für Palmölplantagen, sowie illegale Bergbaupraktiken bedrohen Teile des Amazonas-Regenwalds und damit die große biologische Vielfalt des Landes.

Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit

Deutschland und Peru verbindet eine langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Das Land bildet traditionell einen Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Lateinamerika. Die Kooperation ist auf die Entwicklungsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ausgerichtet. In ihrem Zentrum stehen das Management natürlicher Ressourcen und der Schutz globaler öffentlicher Güter in Zeiten des Klimawandels, städtischer Umwelt- und Klimaschutz sowie die Stärkung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit.

Kathedrale von Lima

Bewegte jüngere Geschichte Interner Link

Peru wurde in den 1980er Jahren durch Terror von Guerillabewegungen maoistischer Prägung (Leuchtender Pfad) geprägt. Darauf folgte eine autoritäre Regierung unter Präsident Alberto Fujimori. 2001 kehrte das Land auf den demokratischen Weg zurück. Seitdem haben mehrere demokratische Regierungswechsel stattgefunden.

Ansicht von Lima

Erfolge bei der Armutsreduzierung aber weiterhin Ungleichheit Interner Link

Vermögen und Einkommen sind in Peru sehr ungleich verteilt. Auch wenn sich die Armut und die Ungleichheit im Land verringern, sind sie nach wie vor sehr große Herausforderungen für die wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe.

Eine ältere Frau schält eine Mango an einer Straße

Nicht alle profitieren vom Erfolg Interner Link

Die demokratische Konsolidierung Perus geht mit einem beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung einher. Allein zwischen 2002 und 2013 wuchs die peruanische Wirtschaft durchschnittlich um 6,1 Prozent pro Jahr.

Gletscher im Nationalpark Huascarán, Peru

Risiken durch Klimawandel Interner Link

Die peruanische Regierung versucht zunehmend, die wirtschaftliche mit der sozialen und ökologischen Dimension von Entwicklung in Einklang zu bringen. In ihrer langfristigen und kurzfristigen Planung sind der Schutz der Biodiversität und des Klimas verankert.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Peru

Peru und Deutschland verbindet eine lange und erfolgreiche Geschichte der Zusammenarbeit. Die Entwicklungszusammenarbeit mit Peru ist auf die Agenda 2030 ausgerichtet und konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
  • Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels
  • Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung

Zusätzlich engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit über Regional- und Sektorvorhaben in einer Vielzahl von Themenfeldern, wie Bergbau oder illegalen Finanzströme. Deutschland unterstützt überdies vielfältige Kooperationen mit privaten Trägern, politischen Stiftungen und der Wirtschaft. Im Bereich der Dreieckskooperationen gibt Peru seine Erfahrungen aus der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit an andere Entwicklungsländer weiter.

Eine enge Abstimmung innerhalb der Bundesregierung erfolgt mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das sich im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ebenfalls umfangreich in Peru engagiert.

Regenwald am Amazonas in Peru

Tropenwald durch nachhaltige Forstwirtschaft schützen Interner Link

Peru verfügt über die zweitgrößte Fläche an tropischem Regenwald in Südamerika. Er bietet nicht nur für viele Menschen eine Lebensgrundlage, sondern ist auch für das globale Klima von großer Wichtigkeit.

Straßenbild in Sullana, Peru

Infrastruktur zukunftssicher gestalten Interner Link

Die Zahl der Stadtbewohner wächst in Peru seit Jahrzehnten stark. Heute leben rund 79 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner in Städten, fast ein Drittel der Bevölkerung wohnt im Großraum der Hauptstadt Lima (rund zehn Millionen Einwohner).

Justizpalast in Lima, Sitz des obersten Gerichtshofs in Peru

Bürgernahe Verwaltung aufbauen Interner Link

Die Modernisierung der Verwaltungsstrukturen des Landes hat mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Perus nicht Schritt gehalten. Trotz des seit 2002 laufenden Demokratisierungsprozesses und zahlreicher Reformen leiden staatliche Institutionen noch unter Ineffizienz und unter mangelnder Akzeptanz durch die Bevölkerung. Deutschland unterstützt die peruanische Regierung dabei, den Staat grundlegend zu modernisieren und die Leistungsfähigkeit seiner Institutionen zu erhöhen.