Straßenszene in Lima

Peru

Das BMZ fokussiert seine Zusammenarbeit mit Peru als aufstrebende Volkswirtschaft auf wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie auf den Schutz und die Bereitstellung der globalen öffentlichen Güter Klima und Umwelt. Peru ist ein megadiverses Land, zweitgrößter Amazonasanrainer und zentraler Akteur für die Bewahrung der weltweiten Biodiversität und die Stabilisierung des Weltklimas. Gleichzeitig gehört es zu den am stärksten durch die Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Ländern.

Im November 2024 verabschiedete die peruanische Regierung die Nationale Strategie zur Bewältigung des Klimawandels bis zum Jahr 2050 mit den Zielen der Klimaneutralität und der Anpassung an den Klimawandel. Peru ist Partner bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und ambitioniertes Mitglied der NDC-Partnerschaft (Externer Link).

Die Entwicklung Perus von der Jahrtausendwende bis 2016 war beeindruckend: Von einem nahezu gescheiterten Staat hin zu einem Modell für demokratische Stabilisierung mit beeindruckendem Wirtschaftswachstum. Auch bei der Armutsbekämpfung hatte Peru bemerkenswerte Erfolge vorzuweisen, die Zahl der Peruanerinnen und Peruaner unterhalb der nationalen Armutsgrenze fiel von fast 50 Prozent im Jahr 2006 auf rund 20 Prozent im Jahr 2019.

Doch durch die fragile politische Lage in den vergangenen Jahren und die Corona-Krise ist Peru stark zurückgeworfen worden: 2020 stieg die Armutsquote rapide auf rund 30 Prozent an. Vor allem in den Städten (wo zwei Drittel der Armen leben) war der Anstieg deutlich zu spüren, innerhalb eines Jahres verdoppelte sich die urbane Armutsquote fast auf 26 Prozent. Auch die wirtschaftliche Entwicklung erhielt durch die Corona-Krise einen Dämpfer, erholt sich seit 2021 aber langsam und hat sich im Jahr 2024 mit einem Wachstum von 3,2 Prozent weiter positiv entwickelt.

Im Land bestehen weiterhin erhebliche sozio-ökonomische Ungleichheiten: Bei großen Bevölkerungsgruppen kommen positive Ergebnisse des Entwicklungsprozesses nicht an und viele Regionen fühlen sich von den Entwicklungen der Hauptstadt Lima abgehängt. Auch die hohe Informalität der Wirtschaft sowie die geringe Präsenz und Leistungsfähigkeit des Staates in der Fläche des Landes bleiben zentrale Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung Perus. Diese Aspekte werden im OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Beitrittsprozess, in dem sich Peru seit 2022 offiziell befindet, adressiert und wurden in der Vergangenheit auch bereits unter anderem von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt.


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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Peru

Peru und Deutschland verbindet eine lange und erfolgreiche Geschichte der Zusammenarbeit. 2024 sagte Deutschland der peruanischen Regierung Mittel in Höhe von 352,5 Millionen Euro neu zu. Von dieser Summe entfallen 322 Millionen Euro auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 30,5 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Angesichts der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Perus handelt es sich bei den Zusagen überwiegend um zurückzuzahlende Kredite.

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru ist auf die Agenda 2030 (Externer Link) mit besonderem Fokus auf den Schutz globaler öffentlicher Güter wie Klima, Umwelt, Wald und Biodiversität ausgerichtet. Diese Schwerpunkte sind von großer Relevanz für die Erreichung nationaler sowie gleichermaßen internationaler Klimaziele angesichts der zentralen Bedeutung der Wälder Perus – zweitgrößter Amazonasanrainer – als wichtige Kohlenstoffsenke. Diese wichtige Zusammenarbeit wurde mit dem Abschluss der deutsch-peruanischen Klimapartnerschaft im Jahr 2022 noch einmal vertieft. Im Rahmen dieser Partnerschaft erfolgt eine enge Abstimmung des Engagements mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Darüber hinaus werden auch Allianzen mit weiteren Ländern genutzt, um den Schutz globaler öffentliche Güter und eine nachhaltige Entwicklung in Peru zu fördern. So wurde im Februar 2026 eine Gemeinsame Absichtserklärung der sogenannten GNU-Partner (Germany – Norway – United Kingdom) mit Peru zur Unterstützung Perus bei der Erreichung seiner Ziele im Waldschutz verlängert.

Darüber hinaus wird sich die Entwicklungszusammenarbeit mit Peru zukünftig stärker auf eine nachhaltige wirtschaftliche Zusammenarbeit fokussieren. Dies erfolgt sowohl in der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit als auch über weitere Instrumente – beispielsweise durch die Förderung von develoPPP-Vorhaben (Externer Link) sowie Kammer- und Verbandspartnerschaften. Zudem unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Peru bei der Verbesserung von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Kontext des Beitrittsprozesses Perus zur OECD.

Zusätzlich engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit über Regional- und Sektorvorhaben in einer Vielzahl von Themenfeldern, wie Bergbau oder illegale Finanzströme. Deutschland unterstützt überdies vielfältige Kooperationen mit privaten Trägern, politischen Stiftungen und der Wirtschaft. Im Bereich der Dreieckskooperationen (Externer Link) gibt Peru seine Erfahrungen aus der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit an andere Entwicklungsländer weiter.

Regenwald am Amazonas in Peru

Kernthema „Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen“ Waldschutz und Biodiversität Interner Link

Das deutsche Engagement für den Erhalt der natürlichen Ressourcen Perus konzentriert sich auf das Management von Schutzgebieten, den Waldschutz, die Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und das Ressourcenmanagement sowie auf Umweltpolitik und Umweltstandards.

Straßenbild in Sullana, Peru

Kernthema „Klima und Energie, Just Transition Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Stadtentwicklung Interner Link

Klimaschutz ist in Peru von ebenso großer Relevanz wie die Anpassung an den Klimawandel. Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, durch strategische, sektorübergreifende Zusammenarbeit klimapolitische Reformen zu ermöglichen. Die Unterstützung von integriertem, klimasensitivem Wasserressourcenmanagement ist einer der Ansatzpunkte dafür.

Justizpalast in Lima, Sitz des obersten Gerichtshofs in Peru

Kernthema „Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ Gute Regierungsführung Interner Link

Die Modernisierung der Verwaltungsstrukturen des Landes hat mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Perus nicht Schritt gehalten. Trotz des seit 2002 laufenden Demokratisierungsprozesses und zahlreicher Reformen leiden staatliche Institutionen noch unter Ineffizienz und unter mangelnder Akzeptanz durch die Bevölkerung. Deutschland unterstützt die peruanische Regierung dabei, den Staat grundlegend zu modernisieren und die Leistungsfähigkeit seiner Institutionen zu erhöhen.

Aktuelle Situation

Entwicklungspolitische Kennzahlen

  • Peru
  • Deutschland

Allgemeine Informationen

Hinweise für die Nutzung

Klicken Sie sich durch die oben angeordneten verschiedenen Rubriken und finden Sie aktuelle Zahlen aus Peru sowie – zum Vergleich – aus Deutschland.

Weitere Informationen zu den einzelnen Daten und die Quellenangabe können Sie mithilfe des i-Zeichens abrufen.

Peru Hauptstadt Lima

Gesamtbevölkerung

in Millionen (2024)
34,22
83,52

Fläche

in Quadratkilometern
1.285.215,6
357.680

Rang im HDI

Index der menschlichen Entwicklung (HDI), 193 Länder (Ränge können mehrfach belegt sein)
78
CN
Flagge der Volksrepublik China
79
PE
Flagge von Peru
80
GD
Flagge von Grenada
4
DK
Flagge von Dänemark
5
DE
Flagge von Deutschland
5
SE
Flagge von Schweden

Stand: 06.03.2026