Gletscher im Nationalpark Huascarán, Peru

Umwelt Risiken durch Klimawandel

Die peruanische Regierung versucht zunehmend, die wirtschaftliche mit der sozialen und ökologischen Dimension von Entwicklung in Einklang zu bringen. In ihrer langfristigen und kurzfristigen Planung sind der Schutz der Biodiversität und des Klimas verankert.

So verpflichtete sich Peru auf nationaler und internationaler Ebene zu teils ambitionierten Zielen, wie den Nationalen Klimabeiträgen (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDC) und den Aichi-Zielen der Biodiversitätskonvention. Außerdem erbringt Peru im Rahmen der angestrebten OECD-Mitgliedschaft große Anstrengungen zur Verbesserung des Umweltsektors.

Das 2015 in Kraft getretene Forstgesetz sowie die Strategie für Wälder und Klimawandel sind auf den Schutz des Ökosystems Wald ausgerichtet. Vor allem Elemente zur Kontrolle von illegalem Holzeinschlag werden von den zuständigen Behörden auf nationaler und regionaler Ebene umgesetzt. Von einer nationalen, umfassenden Waldstrategie ist Peru jedoch immer noch weit entfernt. Zudem existieren nach wie vor große Defizite bei der Umsetzung gesetzlicher Umweltnormen. Es gibt kein überzeugendes Konzept zur Formalisierung der Forstwirtschaft und zur effektiven Bekämpfung der Entwaldung.

Aufgrund seiner geografischen Eigenschaften ist Peru von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Die globale Klimaerwärmung sorgt bereits jetzt für extreme Wetterereignisse, unregelmäßige Niederschläge, große Temperaturschwankungen und ein Abschmelzen der Andengletscher.

Schmelzwasser wird in weiten Teilen des Landes zur Bewässerung der Felder und für die Trinkwasserversorgung gebraucht. Wenn die Gletscher weiter zurückgehen und die Versorgungslücke im Wasserbereich größer wird, wird es zu einer bedrohlichen Wasserknappheit kommen. Davon betroffen ist vor allem die Trinkwasserversorgung der Küstenstädte. Denn die Küste Perus ist eine Wüstenregion, deren Wasserversorgung fast vollständig von den Zuflüssen aus den Anden abhängig ist.

Nach einer Überschwemmung in der peruanischen Stadt Piura im März 2017 versuchen Einwohner, ihr Hab und Gut zu bergen.

Nach einer Überschwemmung in der peruanischen Stadt Piura im März 2017 versuchen Einwohner, ihr Hab und Gut zu bergen.

Nach einer Überschwemmung in der peruanischen Stadt Piura im März 2017 versuchen Einwohner, ihr Hab und Gut zu bergen.

Dürren, Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen bedrohen immer wieder die Menschen in der Küsten- und Andenregion und sorgen für zunehmende Ernterisiken. Das Klimaphänomen "El Niño Costero" hat 2017 durch Starkregenfälle und Überschwemmungen mehreren hundert Menschen das Leben gekostet, Hunderttausende obdachlos gemacht und Milliardenschäden verursacht.