Wirtschaftliche Situation Nicht alle profitieren vom Erfolg

Die demokratische Konsolidierung Perus geht mit einem beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung einher. Allein zwischen 2002 und 2013 wuchs die peruanische Wirtschaft durchschnittlich um 6,1 Prozent pro Jahr. In den vergangenen Jahren hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, vor allem wegen fallender Preise für Rohstoffe wie Kupfer und der wirtschaftlichen Folgen des Klimaphänomens "El Niňo Costero", das starke Überschwemmungen im Jahr 2017 ausgelöst hat.

Eine ältere Frau schält eine Mango an einer Straße

Eine ältere Frau schält eine Mango an einer Straße

Eine ältere Frau schält eine Mango an einer Straße

Hauptträger des Wirtschaftswachstums sind der Außenhandel und die umfangreichen Investitionen in Bergbau und Erdgasförderung. Peru profitiert von der Nachfrage für seine Exportgüter, vor allem für mineralische Rohstoffe wie Gold, Kupfer, Silber und Zink. Mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf von circa 6.000 US-Dollar pro Jahr gehört Peru mittlerweile zu den Ländern mit höherem mittlerem Einkommen (upper middle-income country).

Doch der Rohstoffsektor bietet nur relativ wenige direkte Arbeitsplätze. Bergbauvorhaben führen zudem oft zu sozialen Konflikten. Sie entzünden sich vor allem an Nutzungskonflikten, Umweltfragen und an der Verteilung der Erlöse. Die indigene Bevölkerung profitiert nur wenig vom wirtschaftlichen Aufschwung – und hat teilweise sogar unter ihm zu leiden: Betriebliche Landwirtschaft, Holzeinschlag und Bergbau dringen immer weiter in die Siedlungsgebiete indigener Völker und Gemeinschaften ein und bedrohen ihre Lebensgrundlagen. Um der indigenen Bevölkerung die Mitsprache bei Investitionsentscheidungen für Großprojekte zu ermöglichen, hat die peruanische Regierung 2011 ein Konsultationsgesetz verabschiedet.

Der Regierung gelingt es bisher nur ansatzweise, auch ärmere Bevölkerungsteile vom Wirtschaftswachstum profitieren zu lassen. Die bestehenden Sozialprogramme und ein Finanzausgleich zwischen Nationalstaat und Regionen konnten bisher nur einen begrenzten Beitrag zur Entwicklung der ländlichen Räume leisten.

Organisierte Kriminalität

Eine große Herausforderung für den weiteren Ausbau des Rechtsstaats und die Stabilisierung Perus ist die Organisierte Kriminalität. Das Land ist nach Kolumbien der weltweit zweitgrößte Kokaproduzent. Illegaler Handel mit Gold, Holz und bedrohten Arten sowie Menschenhandel sind weitere lukrative Geldquellen. Die kriminellen Gewinne befördern illegale Finanzströme, Korruption und Geldwäsche, die den Rechtsstaat untergraben und dem Land wichtige Entwicklungsressourcen entziehen. Dem Staat gelingt es in einigen Regionen nicht, sein Gewaltmonopol durchzusetzen und wirksam gegen schwer bewaffnete kriminelle Netzwerke vorzugehen.