Polsterer in Togo

Togo Große Herausforderungen – ehrgeizige Ziele

Nach fast 40 Jahren Diktatur befindet sich Togo in einer Phase der Demokratisierung und gesellschaftlichen Öffnung. Entwicklungspolitisch steht das westafrikanische Land vor immensen Herausforderungen.

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Menschen in Sokodé, Togo

Togo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem aktuellen Entwicklungsindex der Vereinten Nationen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) belegt es Rang 167 von 189 Ländern.

In ihrer "Vision Togo 2030" hat sich die Regierung das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 zu einem Land mittleren Einkommens aufzusteigen. Sie hat in den vergangenen Jahren große Reformanstrengungen unternommen. 2018 wurde Togo in die G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative "Compact with Africa" aufgenommen. Die Initiative wurde 2017 unter deutscher G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen und fördert privatwirtschaftliche Investitionen in Afrika.


Reformkurs unterstützen

Bislang wirken sich die eingeleiteten Reformen noch nicht umfassend auf den Lebensalltag der Bevölkerung in Togo aus. Armut, Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel sind weit verbreitet. Korruption und innenpolitische Spannungen hemmen die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes.

Deutschland will den eingeschlagenen Reformkurs unterstützen und hat darum im Mai 2021 eine Reformpartnerschaft mit Togo vereinbart.

Weitere Informationen zur deutsch-togoischen Reformpartnerschaft finden Sie weiter unten.

Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Togo


Bundesminister Gerd Müller und der togoischen Staatspräsidenten Fauré Gnassingbé bei ihrem Treffen am 14. Juni 2021 in Lomé; die beiden begrüßen sich mit einer Berührung ihrer Fäuste.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der togoischen Staatspräsidenten Fauré Gnassingbé bei ihrem Treffen am 14. Juni 2021 in Lomé

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der togoischen Staatspräsidenten Fauré Gnassingbé bei ihrem Treffen am 14. Juni 2021 in Lomé

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Togo war ab 1993 für fast 20 Jahre unterbrochen. Erst nachdem das Land deutliche Fortschritte in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte vorweisen konnte, wurde sie im Jahr 2012 wieder aufgenommen. Aktuell ist Deutschland der größte bilaterale Geber des Landes.

Bei Regierungsverhandlungen im Mai 2021 sagte Deutschland zuletzt 53,6 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zu. Weitere 89,3 Millionen Euro wurden in Aussicht gestellt.

Im Zuge des Reformprozesses BMZ 2030 wurde die deutsch-togoische Entwicklungszusammenarbeit neu strukturiert. Sie konzentriert sich künftig auf folgende Kernthemen:

  • Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs
    (Aktionsfelder: Berufliche Bildung, Förderung des Privat- und Finanzsektors)
  • Eine Welt ohne Hunger
    (Aktionsfelder: Ernährungssicherung, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft)
  • Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
    (Aktionsfeld: Gute Regierungsführung)

Darüber hinaus fördert das BMZ die Stärkung des togoischen Gesundheitssystems, insbesondere in den Bereichen Mutter-Kind-Gesundheit und Familienplanung, und den Aufbau einer dezentralen und klimafreundlichen Energieversorgung im ländlichen Raum.

Siehe auch
Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Corona-Sofortprogramm

Das BMZ unterstützt Togo auch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Dazu wurden Mittel der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) umgewidmet und ein Gesundheitsvorhaben der GIZ aufgestockt.

Zusätzlich wurden Sachspenden zur Verfügung gestellt, etwa Laborausrüstung und Beatmungsgeräte. In der Region Kara wurde mit deutscher Unterstützung ein Pandemieaktionsplan umgesetzt und ein Isolierzentrum aufgebaut.

Reformpartnerschaft mit Togo

Pressemitteilung vom 14. Juni 2021
Bundesminister Gerd Müller trifft den togoischen Staatspräsidenten Fauré Gnassingbé in Lomé.

Im November 2020 nahm das BMZ Verhandlungen über eine Reformpartnerschaft mit Togo auf. Die Partnerschaft soll eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung unterstützen und zu Stabilität und politischer Teilhabe in dem westafrikanischen Land beitragen.

Als Schwerpunkte der Partnerschaft wurden das Aktionsfeld "Gute Regierungsführung" und das Kernthema "Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs" festgelegt. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Gebern, insbesondere der Europäischen Union, ist geplant.

Mit den Reformpartnerschaften unterstützt das Bundesentwicklungsministerium reformorientierte Staaten dabei, privatwirtschaftliches Engagement zu fördern, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Damit setzt das BMZ den Marshallplan mit Afrika und die G20-Initiative Compact with Africa (Externer Link) konkret um. Reformpartnerschaften folgen dem Grundsatz "fördern und fordern": Zusagen und Auszahlungen werden in der Regel an konkrete Reformfortschritte geknüpft.

Schüler des Ausbildungsganges Kfz-Mechanik der Berufsschule in Sokodé (Togo) reparieren ein Motorrad.

Kernthema "Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs" Ausbildungs- und Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen Interner Link

Die deutsch-togoische Entwicklungszusammenarbeit will dazu beitragen, jungen Menschen eine qualitativ hochwertige, arbeitsmarktgerechte Berufsausbildung zu bieten und die Attraktivität des Landes für private Investoren zu steigern.

Eine Frau in Togo bei der Salaternte

Kernthema "Eine Welt ohne Hunger" Ernährung sichern, Perspektiven schaffen Interner Link

Die Landwirtschaft ist für die ökonomische Entwicklung, die Ernährungssicherung und die Arbeitsmarktlage in Togo von großer Bedeutung. Noch ist sie allerdings sehr traditionell geprägt – also wenig technisiert und vor allem auf die Eigenversorgung ausgerichtet.

Markt in Togo

Kernthema "Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt" Bessere Infrastruktur und Dienstleistungen in den Kommunen Interner Link

Zu Beginn der 1990er Jahre hatte die Regierung Togos einen Dezentralisierungsprozess in Gang gesetzt. Dieser geriet jedoch ins Stocken. Seit 2016 ist eine neue Dynamik zu verzeichnen: Die Regierung hat einen Fahrplan zur Dezentralisierung beschlossen, die Verwaltungsstruktur reformiert und neue Kommunen geschaffen.

Aktuelle Situation

Wähler in Togo bei den Parlamentswahlen 2013

Ermutigende Reformschritte Interner Link

In den vergangenen Jahren hat der Demokratisierungsprozess in Togo Fortschritte gemacht. Obwohl es bei der Regierungsführung und der Achtung der Menschenrechte noch Defizite gibt, sind ermutigende Schritte erfolgt.

Menschen in Sokodé, Togo

Fortschritte und Herausforderungen Interner Link

Die Regierung Togos zeigt sich reform- und dialogbereit. Allerdings mangelt es zurzeit noch an starken und unabhängigen Institutionen und auch der Kampf gegen die weitverbreitete Korruption bleibt eine Herausforderung.

Kind in einem Krankenhaus in Togo

Große Defizite in der Grundversorgung Interner Link

Die politischen Reformen und das stabile Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre wirken sich bislang nur wenig auf den Lebensalltag der Bevölkerung aus. Etwa die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner Togos lebt in extremer Armut .

Hafen von Lomé, Togo

Handelsdrehscheibe am Golf von Guinea Interner Link

Die togoische Regierung strebt wirtschaftliche Stabilität und einer Erhöhung der staatlichen Einnahmen an. In ihrer aktuellen Entwicklungsstrategie hat sie das Ziel formuliert, Togo zur Logistik- und Handelsdrehscheibe in Westafrika zu entwickeln.