Polsterer in Togo

Togo Große Herausforderungen – ambitionierte Ziele

Nach fast 40 Jahren Diktatur befindet sich Togo in einer Phase der Demokratisierung und gesellschaftlichen Öffnung. Entwicklungspolitisch steht das westafrikanische Land vor immensen Herausforderungen.

Togo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem aktuellen Entwicklungsindex der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) belegt es Rang 167 von 189 Ländern.

In ihrer "Vision Togo 2030" hat sich die Regierung das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 zu einem Land mittleren Einkommens aufzusteigen. 2018 wurde Togo in die G20-Initiative "Compact with Africa" aufgenommen. Die Initiative wurde 2017 unter deutscher G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen und fördert privatwirtschaftliche Investitionen in Afrika.


Der togoische Außenminister Robert Dussey und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung in Berlin

Reformpartnerschaft Minister Müller: "Reformpartnerschaft mit Togo ist Meilenstein für Ausbau der Beziehungen" Interner Link

18. März 2021 |

Mehr Zu­sam­men­ar­beit für Wachs­tum und Be­schäf­ti­gung – Deutsch­land und Togo wollen eine Re­form­partner­schaft abschließen. 

Togo zählt zu den Ko­opera­tions­ländern der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit, mit denen die Bundes­republik auf Basis zwischen­staatlich ver­ein­barter Ver­träge eng zu­sam­men­ar­beitet. Zukünftig wollen Deutschland und Togo im Rahmen einer Reformpartnerschaft kooperieren, Bundesentwicklungsminister Müller und der togoische Außenminister Robert Dussey haben dazu im März 2021 eine Absichtserklärung unterzeichnet.

1993 hatte Deutschland – wie die meisten westlichen Geber – die staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit der togoischen Regierung unterbrochen. In den folgenden Jahren wurden nur regierungsferne Projekte zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Organisationen gefördert, die unmittelbar der Bevölkerung zugutekamen. 2012 hat Deutschland die zwischenstaatliche Kooperation wieder aufgenommen und würdigt damit den von der togoischen Regierung angestoßenen Reformprozess. Die Bundesrepublik ist der größte bilaterale Geber des Landes.

Weitere Informationen zur deutsch-togoischen Zusammenarbeit finde Sie weiter unten (Externer Link).

Aktuelle Situation

Wähler in Togo bei den Parlamentswahlen 2013

Ermutigende Reformschritte Interner Link

In den vergangenen Jahren hat der Demokratisierungsprozess in Togo Fortschritte gemacht. Obwohl es bei der Regierungsführung und der Achtung der Menschenrechte noch Defizite gibt, sind ermutigende Schritte erfolgt.

Menschen in Sokodé, Togo

Fortschritte und Herausforderungen Interner Link

Die Regierung Togos zeigt sich reform- und dialogbereit. Allerdings mangelt es zurzeit noch an starken und unabhängigen Institutionen und auch der Kampf gegen die weitverbreitete Korruption bleibt eine Herausforderung.

Kind in einem Krankenhaus in Togo

Große Defizite in der Grundversorgung Interner Link

Die politischen Reformen und das stabile Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre wirken sich bislang nur wenig auf den Lebensalltag der Bevölkerung aus. Etwa die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner Togos lebt in extremer Armut.

Hafen von Lomé, Togo

Handelsdrehscheibe am Golf von Guinea Interner Link

Die togoische Regierung strebt erkennbar nach wirtschaftlicher Stabilität und einer Erhöhung der staatlichen Einnahmen. In ihrer aktuellen Entwicklungsstrategie hat sie das Ziel formuliert, Togo zur Logistik- und Handelsdrehscheibe in Westafrika zu entwickeln.

Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Togo

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einer Begegnung mit Faure Gnassingbé, dem Präsidenten der Republik Togo (Oktober 2018)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einer Begegnung mit Faure Gnassingbé, dem Präsidenten der Republik Togo (Oktober 2018)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einer Begegnung mit Faure Gnassingbé, dem Präsidenten der Republik Togo (Oktober 2018)

Nach fast 20-jähriger Unterbrechung hat Deutschland 2012 die staatliche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit mit Togo wieder auf­genommen. 2016 sagte Bundes­ent­wick­lungs­minister Gerd Müller zu, die Ko­operation zu vertiefen und auf alle fünf Regionen des Landes aus­zu­weiten. Im Sinne des Marshallplans mit Afrika will das Bundes­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) in Togo Per­spek­tiven für junge Menschen schaffen und einen Beitrag zu nach­haltiger Ent­wick­lung in einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt leisten.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Arbeits­schwer­punkte: 

  • Gute Regierungsführung/Dezentralisierung
     
  • Landwirtschaft/Ländliche Entwicklung
     
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung mit Fokus Berufliche Bildung/Jugendbeschäftigung

Darüber hinaus fördert das BMZ die Stärkung des togoischen Gesundheitssystems, insbesondere in den Bereichen Mutter-Kind-Gesundheit und Familienplanung, und den Aufbau einer dezentralen und klimafreundlichen Energieversorgung im ländlichen Raum.

Bei Regierungsverhandlungen im März 2019 sagte Deutschland dem Kooperationsland eine Unterstützung in Höhe von 49,7 Millionen Euro für zwei Jahre zu. Davon entfallen 33,7 Millionen Euro auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 16 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Zusätzlich stellt das BMZ bis zu 16,8 Millionen Euro im Rahmen seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" zur Verfügung.

Markt in Togo

Bessere Infrastruktur und Dienstleistungen in den Kommunen Interner Link

Zu Beginn der 1990er Jahre hatte die Regierung Togos einen Dezentralisierungsprozess in Gang gesetzt. Dieser geriet jedoch ins Stocken. Seit 2016 ist eine neue Dynamik zu verzeichnen: Die Regierung hat einen Fahrplan zur Dezentralisierung beschlossen, die Verwaltungsstruktur reformiert und neue Kommunen geschaffen.

Eine Frau in Togo bei der Salaternte

Ernährung sichern, Perspektiven schaffen Interner Link

Die Landwirtschaft ist für die ökonomische Entwicklung, die Ernährungssicherung und die Arbeitsmarktlage in Togo von großer Bedeutung. Noch ist sie allerdings sehr traditionell geprägt – also wenig technisiert und vor allem auf die Eigenversorgung ausgerichtet.

Schüler des Ausbildungsganges Kfz-Mechanik der Berufsschule in Sokodé (Togo) reparieren ein Motorrad.

Ausbildungs- und Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen Interner Link

Obwohl die Wirtschaft unter Fachkräftemangel leidet, finden Jugendliche in Togo nur sehr schwer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Das Berufsbildungssystem weist große Defizite auf. Es fehlt an Geld und Ausstattung, an praxisnah ausgebildeten Lehrkräften und an ausreichenden Angeboten für Mädchen und junge Frauen sowie Menschen mit Behinderungen. Die Ausbildungsinhalte entsprechen zudem oft nicht den Bedürfnissen der Wirtschaft.