Hafen von Lomé, Togo

Wirtschaftliche Situation Handelsdrehscheibe am Golf von Guinea

Die togoische Regierung strebt wirtschaftliche Stabilität und eine Erhöhung der staatlichen Einnahmen an. In ihrer aktuellen Entwicklungsstrategie hat sie das Ziel formuliert, Togo zur Logistik- und Handelsdrehscheibe in Westafrika zu entwickeln.

So dient der gut ausgebaute Tiefwasserhafen der Hauptstadt Lomé als Umschlagplatz für den Warenverkehr in die Sahelländer und nach Nordafrika. Außerdem wurden der internationale Flughafen und zahlreiche Überlandstraßen ausgebaut.

Private Investitionen benötigt

Die hohen Ausgaben für den Ausbau der Infrastruktur haben allerdings zu einem finanziellen Engpass in Togo geführt. 2019 mussten nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) zwei Drittel der Staatseinnahmen für den öffentlichen Schuldendienst aufgewendet werden. In einem Abkommen mit dem IWF hat sich die Regierung 2017 verpflichtet, die öffentlichen Ausgaben drastisch zu senken. Sie ist daher bemüht, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern.

Der Doing-Business-Report (Externer Link) 2020 der Weltbank, der das Geschäftsklima in 190 Staaten bewertet, benennt Togo als eines der zehn reformfreudigsten Länder weltweit. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte es sich um 40 Plätze und liegt nun auf Rang 97. Gewürdigt werden insbesondere Fortschritte in den Bereichen Unternehmensgründung, Eigentumsregistrierung und Kreditaufnahme. Potenzielle Investoren werden jedoch oftmals durch politische Spannungen, Rechtsunsicherheit und Korruption abgeschreckt.

Corona-Pandemie lässt Wirtschaft einbrechen

Siehe auch

Das togoische Wirtschaftswachstum lag in den vergangenen Jahren bei vier bis sechs Prozent. 2020 wuchs die Wirtschaft infolge der Corona-Pandemie nur um 0,7 Prozent. Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie haben dazu geführt, dass Felder nicht bestellt werden konnten, Geschäfte und Märkte geschlossen wurden und Handelsumsätze eingebrochen sind. Allein zwischen Mai und Juni 2020 gingen die Verkäufe um geschätzte 51 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Betroffen von diesen Auswirkungen sind besonders die vielen kleinen und mittleren Betriebe, die teilweise zwischen 75 und 100 Prozent weniger als vor Ausbruch der Krise verkaufen. Ab 2021 rechnet der IWF mit einer Erholung der Wirtschaft.

Mehr Wertschöpfung im Land

Einziger bedeutender Rohstoff des Landes ist Phosphat – Togo verfügt über die viertgrößten Vorkommen der Welt. Der Rohstoff wird für Mineraldünger in der Landwirtschaft benötigt und weltweit stark nachgefragt.

Exportiert werden bislang vor allem unverarbeitete Rohstoffe, entsprechend anfällig ist Togo für Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. Die Regierung fördert eine stärkere Weiterverarbeitung im eigenen Land und baut landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten mit hohem Beschäftigungs- und Exportpotenzial aus. Zurzeit dienen die meisten Agrarbetriebe ausschließlich der Selbstversorgung.