Motorrad-Taxis stehen in zwei langen Reihen nebeneinander auf einer Straße in Delhi, Indien.

Indien

Mit etwa 1,46 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern (2025) ist Indien das bevölkerungsreichste Land und die größte Demokratie der Welt. Aufgrund seiner großen wirtschaftlichen, ökologischen und geopolitischen Bedeutung nimmt Indien eine Schlüsselrolle bei der Lösung globaler Entwicklungsfragen ein: Die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Ziele des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) können nur gemeinsam mit Indien erreicht werden.

Indien vereint enorme Gegensätze: Auf der einen Seite die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, eine boomende Digitalwirtschaft, ein ehrgeiziges Weltraumprogramm, ein wachsender Ausbau erneuerbarer Energien und zukunftsweisende Modelle für die Landwirtschaft. Auf der anderen Seite die weltweit höchste Zahl extrem armer Menschen und der höchste Anteil mangelernährter Kinder, veraltete Industrieanlagen, der dritthöchste Ausstoß von Treibhausgasen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) nach China und den USA sowie eine ressourcenzehrende industrialisierte Landwirtschaft.

Um die Zusammenarbeit bei diesen globalen Themen auszuweiten, haben Deutschland und Indien 2022 eine „Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung (Externer Link)“ (GSDP) geschlossen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat diese Partnerschaft maßgeblich gestaltet und richtet seine Zusammenarbeit mit Indien an ihr aus. Auch andere Ministerien arbeiten bei der GSDP dieser Partnerschaft mit.

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Herausforderungen

Laut dem Index der mehrdimensionalen Armut von 2023 (Global Multidimensional Poverty Index, MPI (Externer Link)) verringerte sich der Anteil der Armen in Indien zwischen 2005 und 2021 von 55 auf etwa 16 Prozent. Der MPI wird vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und der Oxford Poverty and Human Development Initiative (OPHI) herausgegeben. Er bemisst Armut auf Basis verschiedener Kennzahlen aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lebensstandard. Die Lebensbedingungen von mehr als 400 Millionen Inderinnen und Indern haben sich demnach im genannten Zeitraum stark verbessert.

Einer wachsenden Mittel- und Oberschicht standen jedoch 2022 immer noch rund 170 Millionen Menschen gegenüber, die umgerechnet mit weniger als 2,15 US-Dollar pro Tag auskommen mussten. Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben sich die Fortschritte in der Armutsbekämpfung verlangsamt.

Die größten Herausforderungen für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Indiens sind die Beseitigung von Armut und sozialer Ungleichheit, eine nachhaltige Stadtentwicklung, eine sozial gerechte Energie-, Verkehrs- und Agrarwende, die Bewältigung der Folgen des Klimawandels und der Schutz der natürlichen Ressourcen.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Indien

Indiens Premierminister Narendra Modi und der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz am 2. Mai 2022 nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Indien über die Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung

Indiens Premierminister Narendra Modi und der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz am 2. Mai 2022 nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Indien über die Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung

Indiens Premierminister Narendra Modi und der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz am 2. Mai 2022 nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Indien über die Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung
Screenshot der Website zur deutsch-indischen Zusammenarbeit

Indien gehört zu den „Globalen Partnern“ des BMZ. Bei der Zusammenarbeit setzt das Ministerium den Fokus auf strukturbildende Programme: Die Vorhaben knüpfen an indische Initiativen und Reformprogramme an und erfolgen, wenn möglich, in Zusammenarbeit mit der EU (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) oder EU-Mitgliedsstaaten und anderen multilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Partnern. Sie zeigen modellhafte Lösungen auf, helfen bei der Kapazitätsentwicklung, unterstützen bei Mobilisierung von Finanzen und versetzen die beteiligten Partner so in die Lage, die Vorhaben eigenständig weiterzuführen und auszuweiten.

Mit der im Mai 2022 von Premierminister Narendra Modi und Bundeskanzler Olaf Scholz unterzeichneten „Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung“ wird die deutsch-indische Zusammenarbeit konsequent an der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)der Vereinten Nationen und dem Pariser Klimaabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ausgerichtet. In diesem Rahmen soll die bilaterale (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Kooperation verstärkt und die Zusammenarbeit mit multilateralen Akteuren, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ausgebaut werden. Das BMZ hat den Abschluss der Partnerschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium federführend vorangetrieben.

Anders als in Ländern mit einem niedrigeren Bruttoinlandsprodukt werden die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit mit Indien zu rund 90 Prozent in Form zinsvergünstigter Darlehen zur Verfügung gestellt. Indien zahlt seine Kreditschulden pünktlich und verzinst zurück.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Das BMZ arbeitet mit Indien daran, dass erneuerbare Energien stärker genutzt und Energiesysteme effizienter werden. Gemeinsam tragen wir Sorge dafür, dass der Personen- und Güterverkehr weniger Treibhausgase und Abgase ausstößt und Städte und die Menschen, die in ihnen leben, widerstandsfähiger werden gegenüber den negativen Folgen des Klimawandels. Darüber hinaus schützen wir natürliche Lebensgrundlagen (Wald, Wasser, Böden), fördern Start-ups und nachhaltige Agrarlieferketten und mobilisieren privates Kapital, zum Beispiel über Kohlenstoffmärkte und Versicherungslösungen für Klimarisiken.

So schaffen wir auf der einen Seite dazu bei, dass das Leben der Menschen in Indien – insbesondere auch von Frauen und Kindern, besser wird und gleichzeitig profitieren Menschen in Deutschland davon, wenn beispielsweise Klimaziele erreicht und nachhaltig produzierte Produkte angeboten werden.

Indien als Leuchtturm für wirtschaftliche Zusammenarbeit

In der Zusammenarbeit mit dem Schwellenland Indien setzt das BMZ stark auf wirtschaftliche Zusammenarbeit: Staatliche Entwicklungszusammenarbeit und privatwirtschaftliches Handeln verstärken sich gegenseitig. Durch die Entwicklungszusammenarbeit werden Chancen für deutsche Unternehmen eröffnen. Indirekt, weil wir dazu beitragen, Indien zu einem attraktiven, sicheren und lebenswerten Produktions- und Absatzmarkt machen und ganz direkt, weil Unternehmen von Investitionen und Beratung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit profitieren. Gleichzeitig steigert das privatwirtschaftliche Engagement die Wirkung der Entwicklungszusammenarbeit.

Dreieckskooperationen

Deutschland und Indien fördern zudem entwicklungspolitische Dreieckskooperationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit Drittländern. So wird Peru beim Aufbau eines Geoinformationssystems zur Steuerung von Sozialprogrammen unterstützt. Drei Pilotvorhaben mit Ghana zu Unternehmensgründung im Bambussektor, Kamerun zur Förderung von Kartoffelsaatgut-Produktion, Malawi zur Förderung unternehmerischer Beteiligung von Frauen wurden erfolgreich abgeschlossen und werden skaliert.

Eine Solaringenieurin überprüft eine solarbetriebene Straßenlaterne in Indien.

Schwerpunkt „Erneuerbare Energien, Energieeffizienz“ Indiens Energiewende fördern Interner Link

Indien hat das ehrgeizige Ziel verkündet, die Nutzung erneuerbarer Energien deutlich auszuweiten und bis 2030 die Hälfte seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Deutschland unterstützt Indien dabei, seine Energieversorgung technisch und wirtschaftlich effizient sowie sozial und ökologisch nachhaltig zu gestalten.

Symbolbild: Pendler in einer U-Bahn in Mumbai, Indien

Schwerpunkt „Nachhaltige Stadtentwicklung“ Lebensqualität in Städten steigern klimafreundlichen urbane Mobilität fördern Interner Link

Etwa ein Drittel der indischen Bevölkerung lebt in Städten. Schätzungen zufolge wird die Stadtbevölkerung von derzeit rund 520 Millionen Menschen auf mehr als 600 Millionen bis 2030 und auf mehr als 800 Millionen Menschen bis 2050 anwachsen. Schon jetzt sind die Städte häufig nicht in der Lage, eine ausreichende Infrastruktur bereitzustellen. Deutschland unterstützt darum Programme der indischen Regierung im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung und der grünen urbanen Mobilität.

Mangroven in Indien

Schwerpunkt „Klimaresilienz, Agrarökologie, Umwelt- und Ressourcenschutz“ Ökosysteme schützen, nachhaltige Wertschöpfung steigern, an Klimawandel anpassen Interner Link

Der Schutz natürlicher Lebensgrundlagen auf dem indischen Subkontinent ist eine Aufgabe von nationaler wie globaler Bedeutung. Infolge des Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Verstädterung und der Industrialisierung steigt die Belastung der Ökosysteme und der natürlichen Ressourcen wie Wälder, Wasser und Böden. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt die indischen Anstrengungen, der hohen Umweltbelastung entgegenzuwirken, die Lebensgrundlagen zu sichern, nachhaltige Wertschöpfung zu steigern und die Folgen des Klimawandels abzufedern.

Aktuelle Situation

Entwicklungspolitische Kennzahlen

  • Indien
  • Deutschland

Allgemeine Informationen

Hinweise für die Nutzung

Klicken Sie sich durch die oben angeordneten verschiedenen Rubriken und finden Sie aktuelle Zahlen aus Indien sowie – zum Vergleich – aus Deutschland.

Weitere Informationen zu den einzelnen Daten und die Quellenangabe können Sie mithilfe des i-Zeichens abrufen.

Indien Hauptstadt Neu-Delhi

Gesamtbevölkerung

in Millionen (2025)
1.463,87
83,49

Fläche

in Quadratkilometern
3.287.263
357.680

Rang im HDI

Index der menschlichen Entwicklung (HDI), 193 Länder (Ränge können mehrfach belegt sein)
130
BD
Flagge von Bangladesch
130
IN
Flagge von Indien
132
SV
Flagge von El Salvador
4
DK
Flagge von Dänemark
5
DE
Flagge von Deutschland
5
SE
Flagge von Schweden

Stand: 09.10.2026