Eine Solaringenieurin überprüft eine solarbetriebene Straßenlaterne in Indien.
Urheberrecht© Abbie Trayler-Smith/DFID, via flickr, CC BY-NC-ND 2.0
Schwerpunkt „Erneuerbare Energien, Energieeffizienz“ Indiens Energiewende fördern
Der Energieverbrauch Indiens steigt aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums deutlich. Noch wird die in Indien genutzte Energie zu knapp 75 Prozent aus fossilen Brennstoffen erzeugt, vor allem aus Kohle. Die vorhandenen Kraftwerke sind teils veraltet, erzeugen viele Treibhausgase (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und können den gestiegenen Bedarf nicht immer vollständig decken. Indien baut allerdings in enormem Tempo Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Quellen auf. Damit diese tatsächlich genutzt werden und fossile Energien ersetzen kann, ist jedoch auch ein enormerstarker Ausbau des Stromnetzes nötig.
Indien ist derzeit das Land mit dem drittgrößten Kohlendioxidausstoß der Welt. Die indische Energiepolitik hat also direkten Einfluss auf das Weltklima. Der Pro-Kopf-Ausstoß ist in Indien jedoch vergleichsweise niedrig: Nach Angaben des Global Carbon Projects (Externer Link)(GCP) lag er 2022 bei zwei Tonnen Kohlendioxid (zum Vergleich: Deutschland: 8,9 Tonnen, weltweiter Durchschnitt: 4,7 Tonnen). Mit einem Anteil an der Weltbevölkerung von knapp 18 Prozent war Indien demnach nur für 7,6 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Zudem wird der Strombedarf in Indien aufgrund des Bevölkerungszuwachses und der zunehmenden Industrialisierung noch stark anwachsen – auch Klimaanlagen verbrauchen wegen starker Hitze mehr.
Partnerschaft für erneuerbare Energien
Deutschland unterstützt Indien beim klimagerechten und sozialverträglichen Umbau seiner Energieversorgung. Gefördert wird unter anderem der Bau von Solarparks und Windanlagen sowie von Übertragungsleitungen („grüne Energiekorridore“), die eine Anbindung von Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken an das nationale Stromnetz ermöglichen sowie der Energieverteilung an die Endkunden. Die Mittel werden größtenteils in Form von vergünstigten Darlehen der KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), aber auch im Rahmen der technischen Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt.
2015 wurde die „Deutsch-indische Solarpartnerschaft“ auf den Weg gebracht. Darauf aufbauend hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) im Mai 2022 eine „Partnerschaft für erneuerbare Energien“ mit Indien abgeschlossen. Themen der Partnerschaft sind die breitenwirksame Anwendung von erneuerbaren Energien, auch in der Landwirtschaft, ihre Einbindung in das Stromnetz und die Nutzung innovativer Speichertechnologien.
Mit deutscher Unterstützung wurden bereits rund neun Gigawatt zusätzliche Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Quellen installiert und 7.800 km Grüne Energiekorridore für rund 41 Millionen Menschen gebaut. Diese werden laufend um weitere 3.000 km für rund 19 Millionen Menschen erweitert. Durch das gesamte Portfolio der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Energiesektor mit Indien werden jährlich Emissionen von rund 16,6 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Das entspricht fast drei Viertel der jährlichen CO2-Emissionen Dänemarks.
Stand: 09.10.2026