Pendler in der U-Bahn in Mumbai, Indien

Schwerpunkt Nachhaltige Stadtentwicklung Versorgung armer Menschen sicherstellen

Etwa ein Drittel der indischen Bevölkerung lebt in Städten, davon ein Viertel unter schlechten Bedingungen in Slums. Die Stadtbevölkerung wächst zurzeit jährlich um 2,3 Prozent – Schätzungen zufolge wird sie in den nächsten 15 Jahren um mehr als 140 Millionen Menschen anwachsen. Doch schon jetzt sind die indischen Städte nicht in der Lage, eine ausreichende Infrastruktur bereitzustellen.

Die indische Regierung hat darum zahlreiche Initiativen im Bereich Stadtentwicklung angestoßen, darunter eine "Smart Cities Initiative" und ein Programm zur Reinigung des Ganges. Deutschland engagiert sich im Bereich der Sanitärversorgung und beim Management von Abwasser und Abfall in Haushalten und in der Industrie. Im Bereich Stadtplanung/städtische Governance werden Verantwortliche auf nationaler, Bundesstaats- und lokaler Ebene zu Themen wie Raumplanung, soziale Wohnungspolitik und Slum-Modernisierung beraten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch im Slum des Stadtviertels Seemapur, Neu Delhi, im April 2017

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch im Slum des Stadtviertels Seemapur, Neu Delhi, im April 2017

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch im Slum des Stadtviertels Seemapur, Neu Delhi, im April 2017

Grüne urbane Mobilität

Mit Abstand das größte Handlungsfeld im Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit im Bereich klimafreundliche städtische Mobilität. Im November 2019 wurde eine Absichtserklärung zur Gründung einer deutsch-indischen Partnerschaft für grüne urbane Mobilität unterzeichnet. In deren Rahmen wird das BMZ Indien über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Derzeit wächst die Motorisierungsrate in Indien mehr als fünf Mal so schnell wie die Bevölkerung. Der Transportsektor zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasen und die Luftverschmutzung in vielen indischen Städten ist bereits heute akut gesundheitsgefährdend.

Die neue Partnerschaft ‎soll einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten: Bis 2022 sollen mit deutscher Unterstützung täglich mehr als sechs Millionen Menschen zusätzlich durch den öffentlichen Personennahverkehr befördert werden. Dazu unterstützt das BMZ ausgewählte Städte und Bundesstaaten dabei, ihre Stadtplanung nachhaltig zu gestalten und intelligente Lösungen zu entwickeln, um sowohl die Elektromobilität als auch den Fahrrad- und Fußgängerverkehr zu fördern.