Passanten in einem Slum in Neu-Delhi, Indien, in dem die Bevölkerung hauptsächlich vom Müllsammeln lebt.

Soziale Situation Extremer Reichtum, extreme Armut

Indien ist ein Land extremer Gegensätze: Man findet dort boomende Zentren wie Mumbai, Delhi oder Bangalore und eine wachsende Zahl an Milliardären, aber gleichzeitig auch Millionen Menschen, die in extremer Armut leben.

Fast 15 Prozent der Inderinnen und Inder sind unterernährt. Mehr als ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leidet wegen chronischer Unterernährung an Wachstumsverzögerungen. Die Kindersterblichkeit ist höher als in den Nachbarländern Nepal und Bangladesch, die zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) gehören. Der Welthunger-Index 2019 bewertet die Situation in Indien als "ernst".

Die öffentlichen Ausgaben für Bildung und Gesundheit reichen bislang nicht aus, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen. Auch die Qualität der Angebote ist oft noch zur gering. Mängel bestehen auch in der Infrastruktur: So haben fast 100 Millionen Menschen keinen Stromanschluss, etwa ein Viertel der Bevölkerung hat keinerlei Zugang zu Toiletten.

Obwohl die Geschlechtergleichheit in der Verfassung verankert ist, werden Mädchen und Frauen in der indischen Gesellschaft weiterhin erheblich benachteiligt. Ihr Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen hat sich zwar deutlich verbessert. In vielen Familien werden die männlichen Mitglieder jedoch bei der Ernährung, medizinischen Versorgung und Bildung immer noch bevorzugt. Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet.