Skyline von Hyderabad, Indien

Wirtschaftliche Situation Geschäftsklima deutlich verbessert

In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete Indien ein stabiles Wirtschaftswachstum. 2018 wuchs die Volkswirtschaft um 6,8 Prozent, für 2019 und 2020 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) ​mit leicht abgeschwächten Werten von etwa sechs Prozent.

In einigen Bereichen gehört das Land inzwischen zur Weltspitze – zum Beispiel in der Informationstechnik, der Pharmazie, der Raumfahrt und der Biotechnologie. Im "Doing Business"-Bericht der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der das Geschäftsklima in 190 Staaten bewertet, verbesserte sich Indien in den vergangenen Jahren deutlich und liegt jetzt auf Rang 63 (2019: 77, 2018: 100).

Hoher Bedarf an Jobs und Ausbildungsangeboten

Noch ist die indische Volkswirtschaft durch ein deutliches Missverhältnis geprägt: Der Anteil einzelner Wirtschaftsbereiche am Bruttoinlandsprodukt (BIP) spiegelt sich nicht in der Zahl der Arbeitsplätze wider. Mehr als 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt – die aber nur noch knapp 15 Prozent zum BIP beiträgt.

Wachstum und Wohlstand sind vor allem dem Dienstleistungssektor zu verdanken (BIP-Anteil: 49 Prozent). Er bietet jedoch nur etwa einem Drittel der Bevölkerung eine Beschäftigung. Rund 90 Prozent der indischen Erwerbstätigen sind im informellen Sektor tätig.

Um die Armut im Land zu überwinden, müssen sehr viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden – vor allem für nicht oder gering qualifizierte Arbeitskräfte. Auch das Ausbildungsangebot muss stark ausgebaut und qualitativ verbessert werden.

Eine Mitarbeiterin eines Pharmaunternehmens im indischen Bangalore bei der Arzneimittelherstellung

Arzneimittelherstellung in einem Pharmaunternehmen im indischen Bangalore

Arzneimittelherstellung in einem Pharmaunternehmen im indischen Bangalore

Landwirtschaft

Der indische Agrarsektor ist zu einem Großteil auf Selbstversorgung ausgerichtet. Aufgrund des Bevölkerungswachstums werden in vielen Regionen die Betriebsflächen immer kleiner, immer mehr Menschen besitzen kein eigenes Land mehr. Viele Kleinbauern sind überschuldet.

Nach dem Willen der Regierung sollen die Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land verringert werden. Durch bessere Anbau- und Verarbeitungsmethoden sollen die Erträge der Landwirte steigen. Außerdem sollen in den ländlichen Räumen neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen werden.