Straßenszene in Indien

Politische Situation Fokus Wirtschaftspolitik

Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 ist Indien eine Republik mit parlamentarischer Demokratie und funktionierender Gewaltenteilung. Das Land verfügt über eine lebendige Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mit einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Angesichts von rund zehn Millionen jungen Menschen, die jedes Jahr den indischen Arbeitsmarkt neu betreten, stehen die Wirtschaftspolitik und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Fokus der Regierung von Premierminister Narendra Modi. Sie hat grundlegende wirtschaftliche Reformen in Gang gesetzt, unter anderem die Einführung einer landesweit einheitlichen Mehrwertsteuer, eine stärkere Öffnung des Landes für Auslandsinvestitionen, eine Neuordnung der korruptionsanfälligen Lizenzvergabe im Rohstoffsektor und ein Sanierungsprogramm für staatliche Banken. Außerdem wurden verschiedene Sozialprogramme aufgelegt.

Trotz einer niedrigen Steuerquote stellt die indische Regierung erhebliche finanzielle Mittel für entwicklungspolitische Initiativen und Programme bereit. Im Rahmen innovativer Entwicklungsansätze bezieht sie auch die private Wirtschaft und die Bevölkerung aktiv ein.

Entwicklungshemmnisse

Seit dem Amtsantritt von Modi haben sich hindu-nationalistische Einflüsse auf die Politik deutlich verstärkt, die Situation religiöser Minderheiten ist schwieriger geworden. Die Pressefreiheit ist zwar durch die indische Verfassung geschützt, die Medien sehen sich jedoch immer wieder politischem oder wirtschaftlichem Druck ausgesetzt.

Trotz gegensteuernder Maßnahmen der Regierung stellen auch das hohe Ausmaß an Korruption und die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen (unter anderem der "kastenlosen" Dalits) massive Entwicklungshemmnisse dar.