Der G7-Gipfel 2022 wird vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen stattfinden.

Gruppe der 7 Die deutsche G7-Präsi­dent­schaft 2022: Chance für die Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit

Am 1. Januar 2022 hat Deutsch­land turnus­mäßig die Prä­si­dent­schaft der Gruppe der 7 (G7) über­nommen. Damit bietet sich die Chance, die traditionell starke Rolle ent­wicklungs­politischer Anliegen im Kreis der G7 auszu­bauen. Ziel der Bun­des­regierung ist es, gemein­sam mit unseren Partnern globale Heraus­for­derun­gen anzu­gehen und Nach­haltig­keits­ziele in Industrie- und Ent­wick­lungs­staaten zu verfolgen. 

Die Organisation und thema­tische Ausrichtung des G7-Jahrs liegt in der Verant­wortung der jeweili­gen Präsident­schaft, in Deutschland unter Federführung des Bundes­kanzler­amtes. Die Ministerien und damit auch das Bundes­ministerium für wirt­schaftliche Zusammen­arbeit und Ent­wick­lung bringen sich mit ihren Schwerpunktthemen ein.


Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Deutschland bleibt mit der neuen Bundes­regie­rung nicht nur ein ver­läss­licher Partner für welt­weite Ent­wicklung, sondern wird sein politisches En­ga­ge­ment aus­weiten. Wir haben enorm viel auf­zu­holen, um die Ziele der Ent­wick­lungs­agenda 2030 zu erreichen. Die G7 haben als reichste Staaten unserer Erde eine be­sondere Ver­ant­wor­tung bei der Be­wäl­ti­gung der Corona-Pan­demie und des Klima­wandels, und sie müssen globale Solidarität mit den Ärmsten zeigen.
Svenja Schulze Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Wer ist die G7 und wie arbeitet sie?

Die G7 ist keine inter­natio­nale Organi­sation, sondern ein infor­melles Forum von Staats- und Re­gierungs­chefs. Der G7 gehören Deutsch­land, Frank­reich, Groß­britannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Außerdem ist die Europäische Union bei allen Treffen vertreten.

Die Länder der G7 stellen rund zehn Prozent der Welt­bevöl­ke­rung und erwirt­schaf­ten etwa 45 Prozent des welt­weiten Brutto­inlands­pro­duktes. Sie gehören zu den größten Bei­trags­zahlern in inter­natio­nalen Organi­satio­nen und finan­zieren rund 75 Pro­zent der von der OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erfassten welt­weiten öffentlichen Aus­gaben für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit (ODA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Höhe­punkt eines G7-Jahres sind die Gipfel­treffen. Dort diskutieren die Staats- und Re­gie­rungs­chefs der G7 Schlüssel­fragen der Welt­politik, tauschen ihre Stand­punkte aus und ent­wickeln gemein­sam konstruk­tive Lösun­gen. Im Laufe der Jahre hat sich rund um die Gipfel­treffen ein dichter Prozess der politi­schen Ab­stim­mung zwischen den Regierungen entwickelt. So treffen sich auch Ministe­rinnen und Minister unter­schiedlicher Ressorts zu konkreten Themen und globalen Heraus­forderun­gen.

Die Gipfel­ergeb­nisse werden von den so­ge­nannten "Sherpas" (Chef­ver­hand­lerinnen und Chef­verhand­ler) und "Sous-Sherpas" vorbereitet, Minister­treffen je nach Bedarf über Arbeits­gruppen. Im G7-Rahmen kann es neben Gipfel- und Minister­treffen weitere öffent­lichkeits­wirksame Veran­stal­tungen beziehungs­weise Fach­dialoge zu den Schwer­punkt­themen der je­weiligen Präsident­schaft geben.

G7 und Entwicklungspolitik

Bundes­ent­wick­lungs­ministerin Svenja Schulze zu Beginn des letzten G7-Treffens der Außen- und Entwicklungsminister unter britischer G7-Präsidentschaft in Liverpool am 12. Dezember 2021

Bundes­ent­wick­lungs­ministerin Svenja Schulze zu Beginn des letzten G7-Treffens der Außen- und Entwicklungsminister unter britischer G7-Präsidentschaft in Liverpool am 12. Dezember 2021

Bundes­ent­wick­lungs­ministerin Svenja Schulze zu Beginn des letzten G7-Treffens der Außen- und Entwicklungsminister unter britischer G7-Präsidentschaft in Liverpool am 12. Dezember 2021

Während die G7 1975 gegründet wurde, um gemein­sam Lösungen für globale Wirt­schafts- und Wäh­rungs­pro­ble­me zu ent­werfen, beschäftigt sie sich heute mit der gesam­ten Band­breite von Themen der inter­natio­nalen Politik. Sie spielt eine wichtige Rolle als ent­wick­lungs­politischer Impuls­geber, mobilisiert Mittel für Ent­wicklung und rückt zentrale Sektoren und Quer­schnitts­themen der Ent­wick­lungs­politik in den Blick der Öffent­lich­keit.

Die G7-Mit­glied­staaten verstehen sich als Werte­gemein­schaft liberaler Demo­kratien, die gemein­sam für Frieden, Sicher­heit und ein selbst­bestimmtes Leben eintreten. Oftmals sind sie es, die Themen wie Ge­schlechter­gerechtig­keit oder Klima­schutz voran­bringen, zu denen es in größeren Foren zum Teil schwerer ist, Konsens zu erzielen.