Foto von einer Stadt mit aus Lehm gebauten Häusern.

Jemen

In Jemen führen ungelöste politische Konflikte dazu, dass Grundbedürfnisse der Bevölkerung – etwa Nahrung und Gesundheit – nicht flächendeckend bedient werden können. Das BMZ trägt mit seiner Entwicklungszusammenarbeit dazu bei, die Grundversorgung zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen zu schaffen.

Jemen gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Bewaffnete Auseinandersetzungen der letzten 15 Jahre haben wesentliche Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen zerstört und das Wirtschaftssystem gelähmt sowie 4,8 Millionen Menschen aus ihrer Heimat in andere Landesteile vertrieben. Hinzu kommen Wassermangel, Dürren und Überschwemmungen. Die Landwirtschaft kann die Bevölkerung aktuell nicht genügend ernähren, die Abhängigkeit von Importen steigt. Von den etwa 32 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Jemens waren 2025 19,5 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen, davon rund 23 Prozent Frauen und 53 Prozent Kinder. Die Aufnahmegemeinden stehen unter starkem Druck bei der Versorgung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und der neu hinzugekommenen Binnenvertriebenen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Zudem ist Jemen Aufnahme- und insbesondere Transitland für Geflüchtete (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unter anderem aus Somalia, Äthiopien und Dschibuti.

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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Trotz schwieriger Umsetzungsbedingungen zieht sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nicht aus Jemen zurück. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Bevölkerung kurzfristig zu stabilisieren und mittelfristig zu verbessern. Zum Einsatz kommen dafür die bilaterale, staatliche Entwicklungszusammenarbeit, die strukturbildende Übergangshilfe, die Sonderinitiative Geflüchtete und Aufnahmeländer sowie die Förderung privater Träger und politischer Stiftungen. Schwerpunkte der deutschen Unterstützung sind verbesserter Zugang zu Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie Ernährungssicherung. Darüber hinaus ist geplant, den Sektor Beschäftigungsförderung auszubauen. Insbesondere über die strukturbildende Übergangshilfe, die Sonderinitiative Geflüchtete und Aufnahmeländer sowie die Förderung privater Träger ist das BMZ in der Lage, bevölkerungsnah die Situation der Menschen zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk legt das BMZ auf Frauen, Kinder, Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden.

Aufgrund des Konflikts finden seit 2013 keine Regierungsgespräche mehr statt, sodass die Zusammenarbeit mit der Regierung ausgesetzt wurde und seitdem regierungsfern umgesetzt wird. Derzeitige Hauptpartner sind daher Organisationen der Vereinten Nationen sowie Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). 2025 setzte das BMZ insgesamt 49 Millionen Euro über seine Kriseninstrumente ein.

Zugang zu Gesundheitsversorgung

Das BMZ engagiert sich in Jemen mit Gesundheits-Projekten, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern und die Basisversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Ein Schwerpunkt liegt auf der sexuellen und reproduktiven Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die durch Maßnahmen wie die Verteilung von Gutscheinen für Gesundheitsdienstleistungen, Beratungen zur Familienplanung, die Bereitstellung von Kontrazeptiva sowie Sensibilisierungskampagnen gestärkt wird. Zudem werden Patientenbehandlungen und Präventionsmaßnahmen für Infektionskrankheiten durchgeführt.

Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Gesundheitseinrichtungen und der Bevölkerung in den Projektgebieten. Hierzu zählen die Rehabilitierung und Instandsetzung von Gesundheitseinrichtungen. Trainingsmaßnahmen für Gesundheitspersonal tragen zur langfristigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei.

Besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung vulnerabler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Gruppen, insbesondere Frauen, die von den verbesserten Gesundheitsdiensten profitieren. Durch diese Projekte wird nicht nur die medizinische Versorgung gestärkt, sondern auch die Lebensqualität in den betroffenen Distrikten nachhaltig verbessert.

Zugang zu Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH)

Aufgrund des Konflikts ist die Basisversorgung vielerorts zusammengebrochen. Gleichzeitig führen der Mangel an Einkommensmöglichkeiten und der Zustrom von Binnenvertriebenen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu Konflikten um knappe Ressourcen. Das BMZ unterstützt im Jemen mehrere Projekte zur Verbesserung der Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH), um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Ziel der Vorhaben ist es, die WASH-Infrastruktur zu stärken und den Zugang zu Wasser (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu verbessern, insbesondere in Konfliktregionen. Maßnahmen umfassen den Bau und die Sanierung von Wasser- und Abwassersystemen, die Förderung von Einkommensmöglichkeiten durch „Cash-for-Work“-Ansätze sowie die Stärkung von Frauen durch den Abbau geschlechterspezifischer Barrieren.

Zudem werden lokale Akteure durch Trainings und Kapazitätsaufbau unterstützt, um eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und lokale Konfliktlösung zu fördern. Insgesamt profitieren hunderttausende Menschen, darunter Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden, von diesen Projekten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Förderung von Frauen und der Stabilisierung der aufnehmenden Gemeinden, um langfristig Frieden und Entwicklung zu fördern.

Ernährungssicherung

Das BMZ unterstützt in Jemen Projekte, die zur Ernährungssicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen beitragen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rehabilitierung von Infrastruktur, wie dem Fischereihafen in Aden, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. In den Gouvernoraten Taiz und Lahj wird durch den Bau und die Sanierung von Bewässerungsinfrastruktur eine nachhaltige Landwirtschaft ermöglicht, während in ländlichen Gebieten Bauern durch Schulungen in klimaresistenten Anbaumethoden und nachhaltigen Praktiken unterstützt werden.

Weitere Maßnahmen umfassen die Bereitstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Ernährungsberatung, um chronische Unterernährung zu bekämpfen, sowie die Förderung von Schulspeisungen, die gleichzeitig die Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Haushalten stärken. Besonders gefährdete Gruppen, darunter Menschen mit Behinderungen und Frauen, profitieren von integrierten Ansätzen, die Gesundheitsdienste und Strategien zur Sicherung der Lebensgrundlagen kombinieren.

Die landwirtschaftliche Produktivität wird durch Regeneration degradierten Landes gesteigert, während Wertschöpfungsketten und der Zugang zu Märkten gestärkt werden. Zudem werden lokale Gemeinden in Taiz durch die Etablierung nachhaltiger Dienstleistungen in den Bereichen Ernährungssicherheit, WASH und Lebensgrundlagen unterstützt. Insgesamt tragen die Projekte dazu bei, die Resilienz der Bevölkerung zu erhöhen und langfristige Perspektiven für eine stabile Ernährungssicherung zu schaffen.

Querschnittsthema: Unterstützung von Frauen

Das BMZ setzt an der Basis an, wo Frauen im Jemen durch Machtstrukturen, diskriminierende Normen und vorgefertigte Rollenbilder in ihren Haushalten und Gemeinschaften massiv von der Teilhabe am wirtschaftlichen Leben ausgegrenzt werden. Ziel ist es, strukturelle Ungleichheiten und Ungleichbehandlung anzugehen und langfristig zu beseitigen. Durch die Reduzierung von häuslicher Arbeitsbelastung und geschlechterspezifischen Barrieren sowie den Zugang zu Märkten und finanziellen Ressourcen, sollen die Lebensgrundlagen der Frauen in den Zielgemeinden langfristig verbessert werden. Das BMZ verfolgt einen integrativen Ansatz an verschiedenen Maßnahmen, die sowohl kleinere Infrastruktur als auch Trainings, sensibilisierende und strukturbildende Maßnahmen auf Gemeindeebene umfassen.

Unterstützung von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden

Das BMZ unterstützt Binnenvertriebene (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Flüchtlinge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und aufnehmende Gemeinden in Jemen. Es verfolgt dabei einen integrativen Ansatz, von dem auch die in Aufnahmeregionen lebenden Menschen profitieren. Ziel ist es, die Resilienz von Menschen auf der Flucht zu stärken, lokale Versorgungs- und Dienstleistungssysteme der Aufnahmegemeinden zu stärken und damit auch der ansässigen Bevölkerung zu helfen sowie Verteilungskonflikte zu mindern. Die Projekte dienen der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser- und Gesundheitsdienstleistungen, psychosozialer Unterstützung und Einkommensmöglichkeiten.

Ein zerstörtes Gebäude in der jemenitischen Großstadt Taiz

Ein zerstörtes Gebäude in der jemenitischen Großstadt Taiz

Ein zerstörtes Gebäude in der jemenitischen Großstadt Taiz

Aktuelle Situation

Entwicklungspolitische Kennzahlen

  • Jemen
  • Deutschland

Allgemeine Informationen

Hinweise für die Nutzung

Klicken Sie sich durch die oben angeordneten verschiedenen Rubriken und finden Sie aktuelle Zahlen aus Jemen sowie – zum Vergleich – aus Deutschland.

Weitere Informationen zu den einzelnen Daten und die Quellenangabe können Sie mithilfe des i-Zeichens abrufen.

Jemen Hauptstadt Sana'a

Gesamtbevölkerung

in Millionen (2024)
40,58
83,52

Fläche

in Quadratkilometern
527.970
357.680

Rang im HDI

Index der menschlichen Entwicklung (HDI), 193 Länder (Ränge können mehrfach belegt sein)
183
MG
Flagge von Madagaskar
184
YE
Flagge von Jemen
185
SL
Flagge von Sierra Leone
4
DK
Flagge von Dänemark
5
DE
Flagge von Deutschland
5
SE
Flagge von Schweden

Stand: 17.04.2026