Humanitäre Lage Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Die Vereinten Nationen bewerten die Situation in Jemen als eine der weltweit schlimmsten humanitären Krisen: Durch den aktuellen Konflikt sind mehr als 18 der rund 34 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf humanitäre Hilfe angewiesen, über die Hälfte davon Kinder. Mehr als 17 Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen. Mehr als 4,5 Millionen Menschen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben und mussten – zum Teil bereits mehrfach – in anderen Landesteilen Schutz suchen (Stand: Februar 2024).

Ruine in der Nähe einer Hilfseinrichtung in Raymah, Jemen.
Ruine in der Nähe einer Hilfseinrichtung in Raymah, Jemen.

Die Nahrungs- und Energieversorgung und das Gesundheits- und Bildungssystem sind in großen Teilen zusammengebrochen. Immer wieder kommt es in Jemen zu Ausbrüchen von Infektionskrankheiten wie Cholera, Polio, Malaria und Dengue. 70 Prozent der aktuell dreijährigen Kinder haben nicht alle empfohlenen Schutzimpfungen erhalten.

Während sich die Sicherheitslage in den vergangenen zwei Jahren leicht verbessert hat, haben sich die wirtschaftliche Lage und die Versorgung mit Basisdienstleistungen weiter verschlechtert. Die anhaltende Wirtschaftsblockade, Treibstoffmangel, katastrophale Überschwemmungen sowie stark steigende Lebensmittelpreise und unterbrochene Lieferketten infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine belasten die Bevölkerung. Jemen hatte zuvor 40 Prozent seines Weizens aus Russland und der Ukraine importiert.


Hilfsprogramme stark unterfinanziert

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, OCHA) beziffert den humanitären Bedarf Jemens im Jahr 2024 auf 2,71 Milliarden US-Dollar. Vor allem im Bereich Ernährungssicherung und Landwirtschaft ist das Land auf internationale Unterstützung angewiesen. Doch Anfang April 2024 hatten die Geberstaaten erst knapp 270 Millionen US-Dollar (9,2 Prozent) zugesagt. 2023 waren von den benötigten 4,34 Milliarden US-Dollar nur 1,7 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt worden.

Stand: 23.04.2024