Strand an der Atlantikküste von Benin, nahe der Stadt Ouidah

Benin Politische Wende gemeistert

30 Jahre nachdem Benin unabhängig geworden war, stand das Land 1990 vor dem wirtschaftlichen Ruin und am Rande eines Bürgerkriegs. Doch der westafrikanische Staat schaffte die Wende: Das kommunistische System wurde abgeschafft und Mathieu Kérékou, der das Land seit 1972 diktatorisch regiert hatte, wurde 1991 abgewählt. Durch einen kontinuierlichen Reformprozess hat sich in Benin eine stabile Demokratie entwickelt, die sich durch ein Mehrparteiensystem, freie Wahlen, die Gewährung von Grundrechten und eine aktive Zivilgesellschaft auszeichnet.

Deutliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung wurden bislang trotz der allgemein entwicklungsorientierten Politik und eines leicht verbesserten Wirtschaftswachstums nicht erzielt. Im aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Benin auf Rang 163 von 189 Staaten. Zu den Entwicklungshemmnissen zählen eine ineffiziente Verwaltung, mangelnde Rechtssicherheit, Korruption und ein starkes Bevölkerungswachstum.

Entwicklungszusammenarbeit

Benin gehört zu den Ländern, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Deutschland ist einer der wichtigsten entwicklungspolitischen Unterstützer des Landes.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktbereiche Landwirtschaft, Dezentralisierung sowie Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Straßenszene in Cotonou, Benin

Reformziele klar, Finanzierung ungewiss Interner Link

Der Übergang von der sozialistischen Einparteienherrschaft zur Demokratie verlief in Benin friedlich und galt als beispielhaft in Afrika.

Kinder in Benin

Extreme Armut weit verbreitet Interner Link

Trotz des Reformwillens der Regierung und des Engagements internationaler Geber ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Armut in Benin deutlich zu verringern.

Ein Mitarbeiter einer Baumwoll-Entkörnungsfabrik in Benin

Hafen und Landwirtschaft sichern das Wachstum Interner Link

Wirtschaftlich ist Benin stark vom Nachbarland Nigeria abhängig. Der Großteil aller im Hafen von Cotonou ankommenden Waren ist für den nigerianischen Markt bestimmt.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Benin

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Besuch des Grünen Innovationszentrums in Benin

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Besuch des Grünen Innovationszentrums  in Benin

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Besuch des Grünen Innovationszentrums  in Benin

Bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2019 hat Deutschland insgesamt 60,4 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit mit Benin in den Jahren 2019 und 2020 zugesagt. Davon entfallen 34,6 Millionen auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 25,8 Millionen auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Im Rahmen seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2019 außerdem knapp 19 Millionen Euro für Vorhaben zur Förderung der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung zur Verfügung gestellt.

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Dezentralisierung
  • Landwirtschaft 
  • Trinkwasser- und Sanitärversorgung

Außerdem engagiert sich Deutschland im Bereich der makroökonomischen Beratung. Auf regionaler Ebene unterstützt das BMZ den Aufbau eines westafrikanischen Stromverbundes und den Schutz des ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Afrikas im Dreiländereck von Benin, Burkina Faso und Niger.

Künftig ist geplant, die beninische Regierung im Bereich berufliche Bildung und Privatwirtschaftsentwicklung zu unterstützen.

Versammlung im Dorf Kotokpa in Benin

Stärkung der Kommunen Interner Link

Die Kolonialmacht Frankreich hinterließ in Benin einen zentralistisch aufgebauten Staat. Im Zuge der Demokratisierung ab 1990 setzte ein Dezentralisierungsprozess ein, die Zentralregierung überträgt seitdem schrittweise Kompetenzen an die Gemeinden. Die ersten demokratischen Kommunalwahlen fanden 2002 statt.

Reisfelder in Benin

Ernährung und Einkommen sichern Interner Link

Die Landwirtschaft ist entscheidend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Benins. Die deutsche Unterstützung zielt darauf ab, ihre Leistungsfähigkeit – unter Berücksichtigung von Umwelt- und Klimaaspekten – landesweit zu stärken und die Armut der Bevölkerung zu senken. Hierfür sollen die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft verbessert werden. Außerdem soll ihre Produktpalette wachsen, um die Abhängigkeit vom Baumwollanbau zu verringern.

Hände unter einem Wasserhahn in Benin

Bezahlbares, hygienisch einwandfreies Wasser für alle Interner Link

Ein Großteil der beninischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Einrichtungen wie automatische Chlorierungsanlagen zur Wasserbehandlung fehlen häufig. Mangelnde Hygienevorkehrungen beim Transport zwischen Zapfstelle und Haushalt und bei der Aufbewahrung im Haus verschlechtern die Trinkwasserqualität zusätzlich.

Video: Agraringenieurin Alexandra Ditti 

Alexandra Ditti,  Agraringenieurin aus Benin
 Die Agraringenieurin Alexandra Ditti hat in Benin das Unternehmen Sahel Enterprise gegründet. In Zusammenarbeit mit einem deutschen Programm zur Förderung der Landwirtschaft gibt sie ihr Wissen über Ernährung und Landwirtschaft an heimische Frauen weiter.