Ein Mitarbeiter einer Baumwoll-Entkörnungsfabrik in Benin

Wirtschaftliche Situation Hafen und Landwirtschaft sichern das Wachstum

Wirtschaftlich ist Benin stark vom Nachbarland Nigeria abhängig. Der Großteil aller im Hafen von Cotonou ankommenden Waren ist für den nigerianischen Markt bestimmt. Auch für Niger, Burkina Faso und Mali ist Benin ein wichtiges Transitland. Die Zolleinnahmen tragen einen wichtigen Teil zum beninischen Staatshaushalt bei.

Die zweite wichtige Säule der Wirtschaft neben dem Hafen ist die Landwirtschaft. Exportiert wird in erster Linie Baumwolle. Auf dem Weltmarkt für diese Naturfaser spielt Benin allerdings nur eine untergeordnete Rolle; die Baumwollbauern im Land haben kaum Möglichkeiten, mit großen und hoch subventionierten Produzenten in anderen Staaten zu konkurrieren.

Wirtschaft wächst – aber noch nicht ausreichend

Um die Armut trotz der starken Bevölkerungszunahme zu verringern, wäre ein Wirtschaftswachstum von mindestens sieben Prozent nötig. In den vergangenen Jahren lag es jedoch im Durchschnitt bei nur knapp fünf Prozent. Für die nächsten Jahre werden Werte um 6,5 Prozent erwartet.

Benin bemüht sich um ausländische Investoren und verweist dabei auf seine stabile politische Lage und die Mitgliedschaft in regionalen Organisationen. Benin gehört der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) an. Die Regierung selbst investiert stark in die Infrastruktur des Landes, zum Beispiel in die Erweiterung des Hafens von Cotonou, den Ausbau der Wasser- und Stromversorgung, die Asphaltierung von Straßen und den Bau eines neuen Flughafens.

Mopedfahrer in Cotonou

Mopedfahrer in Cotonou

Mopedfahrer in Cotonou

Umwelt

Das Bevölkerungswachstum führt zu einer wachsenden Belastung der Umwelt: Immer mehr Wald wird gerodet, wild lebende Tiere sind durch den zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume gefährdet, einst artenreiche Lagunen sind überfischt und die landwirtschaftlichen Böden verlieren durch eine übermäßige Nutzung ihre Fruchtbarkeit. In den Städten leiden die Menschen unter zunehmender Luftverschmutzung und ungeklärten Abwässern.