Menschen überqueren über eine schmale Fußgängerbrücke und per Boot einen Fluss in Bangladesch.

Bangladesch Dynamisches Land mit großen Herausforderungen

Das Leben in Bangladesch wird vom Wasser bestimmt: Die Flüsse Padma (Ganges), Jamuna (Brahmaputra) und Meghna bilden die Existenzgrundlage der Menschen. Das im Durchschnitt nur fünf Meter über dem Meeresspiegel liegende Tiefland bringt durch den Wasserreichtum und die fruchtbaren Böden jährlich mehrere Ernten hervor.

Vom Wasser gehen aber auch große Gefahren aus. Monsunregen, Hochwasser und Wirbelstürme aus dem Golf von Bengalen führen immer wieder zu Überflutungen und forderten in den vergangenen Jahrzehnten zahllose Todesopfer. Heute bieten Schutzhäuser den Menschen bei Überschwemmungen mehr Sicherheit, die Zerstörung der Infrastruktur und der Ernte können sie jedoch nicht verhindern.

In Zukunft werden sich diese Wetterphänomene voraussichtlich noch verstärken. Bangladesch bemüht sich deshalb intensiv um internationale Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel und hat die Rolle des Sprechers der davon besonders betroffenen Länder übernommen.

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Arbeiterinnen der Textilfabrik Zaber und Zubair Fabrics Ltd. in Tongi, Bangladesch

Bangladesch ist das bevölkerungsreichste der sogenannten Least Developed Countries (am wenigsten entwickelte Länder, LDCs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und mit 1.265 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Quadratkilometer (2020) der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Das Land hat in den vergangenen Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte erzielt, seine Wirtschaft entwickelt sich dynamisch.

Die Beziehungen zwischen Bangladesch und Deutschland sind freundschaftlich. Die Bundesrepublik ist nach den USA der zweitwichtigste Exportmarkt für Textilerzeugnisse des südasiatischen Landes.


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Bangladesch

Die Flaggen von Deutschland und Bangladesch
Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Als langjähriger und verlässlicher Partner in der Entwicklungszusammenarbeit genießt Deutschland großes Ansehen in Bangladesch. Mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit ist die Bundesrepublik ein wichtiger bilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Geber des Landes.

Für die Jahre 2019 und 2020 hat die Bundesregierung Bangladesch insgesamt 267 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zugesagt. Darüber hinaus erfolgte für 2021 eine Zusage von 74 Millionen Euro.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die folgenden Kernthemen und Aktionsfelder:

  • Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie
    Aktionsfelder: Nachhaltige Stadtentwicklung, erneuerbare Energie und Energieeffizienz
  • Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
    Aktionsfeld: Gute Regierungsführung
  • Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs
    Initiativthemen: „Nachhaltige Lieferketten“ und „Grüner Knopf“
Solaranlage, die eine Grundwasserpumpe betreibt.

Kernthema „Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“ Kostendeckende und um­welt­freund­liche Strom­ver­sor­gung sicherstellen Interner Link

Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Reform des Energiesektors. Wichtige Anliegen sind dabei die bessere Versorgung der ländlichen Gebiete, die noch nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind, sowie nachhaltige Stadtentwicklung, die Förderung erneuerbarer Energie und die Verbesserung der Energieeffizienz.

Ein Mann transportiert Jeans auf einer Rikscha

Kernthema „Frieden und gesell­schaft­licher Zu­sammen­halt Unabhängige Justiz stärken Interner Link

Die Lage der Menschenrechte in Bangladesch gibt Anlass zur Sorge. Grundrechtsverletzungen werden nicht hinreichend konsequent und effektiv verfolgt. Zudem sind die Bürgerinnen und Bürger noch nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. Deutschland unterstützt Bangladesch bei einer umfassenden Justiz- und Gefängnisreform.

Textilfabrik Radisson Garments Ltd. in Dhaka, Bangladesch. Hier werden Textilien nach den Standards des Grünen Knopfs produziert.

Kernthema „Ausbildung und nach­haltiges Wachstum für gute Jobs“ Sozial- und Um­welt­standards Interner Link

Um die Arbeitsbedingungen in der bangladeschischen Textilindustrie zu verbessern und die Sicherheit der Beschäftigten zu erhöhen, setzt sich Deutschland für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards ein. Unter anderem fördert das BMZ die Ausbildung von staatlichen Arbeitsinspektoren und die nachhaltige Entsorgung von Industrieabfällen.

Aktuelle Situation

Politische Situation
Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch
Soziale Situation
Straßenszene in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch
Wirtschaftliche Situation
Arbeiterinnen der Textilfabrik Zaber und Zubair Fabrics Ltd. in Tongi, Bangladesch
Umweltsituation
Reisernte in Mongla, im Südwesten von Bangladesch