Straßenszene in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch

Soziale Situation Das Wachstum erreicht nicht alle

In Bangladesch leben mehr als 160 Millionen Menschen auf einer Fläche von nur 148.000 Quadratkilometern (etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands). Damit ist Bangladesch der Flächenstaat mit der weltweit höchsten Bevölkerungsdichte. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt aktuell bei 1,1 Prozent.

Armut

Der Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben, konnte in den Jahren zwischen 2000 und 2016 halbiert werden, von 48,9 Prozent auf 24,3 Prozent 2016.

Trotz dieses Erfolges bleibt die Armutsbekämpfung weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben für die Regierung. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) steht Bangladesch auf Platz 135 von 189 Ländern.

Grundversorgung

Bei der Grundversorgung der Bevölkerung sind noch große Defizite zu verzeichnen. So haben nur 55 Prozent der Menschen in Bangladesch Zugang zu einer sicher betriebenen Trinkwasserversorgung. Nur etwa zwei Drittel der schwangeren Frauen werden medizinisch betreut, nur etwa die Hälfte der Geburten wird von ausgebildetem medizinischem Personal betreut. Etwa ein Viertel der Erwachsenen kann nicht lesen und schreiben, nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung nutzen das Internet.

Situation der Frauen

Frauen werden in Bangladesch weiterhin vielfältig diskriminiert. In Politik und Wirtschaft sind sie stark unterrepräsentiert, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist verbreitet, im Heirats-, Trennungs- und Scheidungsrecht sind sie benachteiligt. Bangladesch gehört außerdem zu den Ländern mit der höchsten Eheschließungsrate unter Minderjährigen. Zwei von drei Mädchen sind bei der Hochzeit jünger als 18 Jahre.

Ehrgeizige Entwicklungsziele

Die bangladeschische Regierung hat in ihrer Langzeitstrategie "Vision 2021" ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Bangladesch soll bis zum 50. Unabhängigkeitstag im Jahre 2021 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen (Middle-Income Country) erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch viele grundlegende Entwicklungshemmnisse beseitigt werden. Seit Juli 2015 stuft die Weltbank das Land bereits als Land mit niedrigem mittlerem Einkommen (Lower Middle-Income Country) ein.

Anfang 2018 hat sich Bangladesch für den Aufstieg aus der von den Vereinten Nationen definierten Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries, LDC) qualifiziert. Setzt sich der positive Trend bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung fort, wird Bangladesch die Gruppe voraussichtlich 2024 verlassen.