Schüler in der Metallwerkstatt einer Berufsbildungseinrichtung in Accra, Ghana

Ghana Stabilitätsanker in Westafrika

Ghana ist demokratisch weitgehend gefestigt und wirkt als wichtiger Stabilitätsanker in Westafrika. Das Land betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich eine Politik guter Nachbarschaft und regionaler Integration.

Die Wirtschaft in Ghana hängt stark vom Export einiger weniger Produkte wie Gold, Erdöl und Kakao ab. Die schwankenden Weltmarktpreise für diese Güter beeinflussen die wirtschaftliche Situation des Landes erheblich.

2010 gelang Ghana der Sprung in die Gruppe der Länder mit niedrigem mittlerem Einkommen. Die Entwicklungsunterschiede zwischen der wirtschaftlich starken Küstenregion und dem Norden des Landes sind allerdings sehr groß. Beachtlich waren Ghanas Erfolge bei der Erreichung der bis 2015 angestrebten Millenniumsentwicklungsziele (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Als erstem Land in Afrika südlich der Sahara gelang es Ghana, die Armut innerhalb seiner Bevölkerung im Vergleich zu 1990 zu halbieren.

Entwicklungszusammenarbeit

Ghana gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Schwerpunkte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit sind die Bereiche Dezentralisierung, Förderung der Landwirtschaft und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Im Bereich der erneuerbaren Energien haben Deutschland und Ghana im Dezember 2017 eine Reformpartnerschaft unterzeichnet. Außerdem fördert Deutschland eine sach- und umweltgerechte Wiederverwertung von Elektroschrott.

Aktuelle Situation

Kinder in Schuluniform an einer Strasse in Accra, Ghana

Große Fortschritte erzielt Interner Link

In den vergangenen Jahrzehnten hat Ghana viele Entwicklungsfortschritte erzielt. So konnte die Armut innerhalb der Bevölkerung deutlich reduziert werden. Gleichzeitig wurde zum Beispiel die Versorgung mit sauberem Trinkwasser erheblich verbessert. Auch im Bereich der Grundbildung sind große Fortschritte zu verzeichnen.

Herstellung von Fruchtsaft für den Export auf den europäischen Markt (Asamankese, Ghana)

Gute Aussichten und große Herausforderungen Interner Link

Mittelfristig sind Ghanas wirtschaftliche Aussichten gut: In den vergangenen Jahren wurden große Öl- und Gasvorkommen vor der Küste entdeckt. Das Erdöl ist inzwischen zum zweitwichtigsten Exportgut aufgestiegen und die Förderung soll in den kommenden Jahren noch massiv gesteigert werden.

Minister Gerd Müller im Gespräch mit dem ghanaischen Finanzminister Ken Ofori-Atta

Politisches Schwergewicht Interner Link

Ghana ist panafrikanisch ausgerichtet und engagiert sich für eine stärkere regionale und überregionale Zusammenarbeit der Staaten Afrikas. Das relativ kleine Land hat aufgrund seiner positiven demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung ein großes politisches Gewicht.

 Baustelle in Accra, Ghana

Baustelle in Accra, Ghana

Baustelle in Accra, Ghana

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Ghana

Deutschland gehört zu den wichtigsten Entwicklungspartnern Ghanas. Ziel der deutsch-ghanaischen Entwicklungszusammenarbeit ist es, ein tragfähiges, armutsorientiertes und breitenwirksames Wirtschaftswachstum zu fördern und so Ghanas Status als Land mittleren Einkommens zu festigen.

Bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2018 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Ghana für die Jahre 2018 und 2019 Mittel in Höhe von insgesamt 86,5 Millionen Euro für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit neu zugesagt. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • Governance (Dezentralisierung und Verbesserung der öffentlichen Finanzen)
  • Landwirtschaft
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (inklusive Berufsbildung)

Im Rahmen einer Reformpartnerschaft unterstützt Deutschland Ghana bei der Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Außerdem wurde eine Zusammenarbeit im Bereich der Abfallwirtschaft vereinbart. Dabei geht es um den Umgang mit Elektroschrott.


Re­form­part­ner­schaft Nachhaltige E­ner­gie­ver­sor­gung sichern

Der Bedarf an Elektrizität steigt in Ghana stetig, doch bereits jetzt ist die Stromversorgung des Landes unzureichend und unzuverlässig. Problematisch sind vor allem die Verluste bei der Stromübertragung und -verteilung, die mangelnde Kostendeckung bei der Stromversorgung sowie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Um die Energiesicherheit im Land zu erhöhen, haben Deutschland und Ghana im Dezember 2017 eine Reformpartnerschaft zum Thema erneuerbare Energien ins Leben gerufen. Die Partnerschaft ist Bestandteil des von Entwicklungsminister Gerd Müller aufgelegten Marshallplans mit Afrika und bildet den deutschen Beitrag zur G20-Initiative "Compact with Africa".

Im Mittelpunkt der Beratung steht die Umsetzung eines fortschrittlichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Demnach sollen bis 2020 zehn Prozent der im Land verbrauchten Gesamtenergie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Dazu unterstützt Deutschland zum Beispiel die Nutzung von Sonnenenergie sowie den Bau von Hochspannungsleitungen zwischen Ghana und Côte d’Ivoire. Gleichzeitig sollen Bildungsprogramme im Energiesektor neue berufliche Perspektiven in Ghana schaffen.

Angestellte im Finanzministerium in Ghana

Dezentralisierung und öffentliche Finanzen Interner Link

Die Regierung Ghanas engagiert sich mit Nachdruck für den Aufbau demokratischer Strukturen und die weitere Verbesserung der Staatsführung. Durch den Ausbau nationaler, regionaler und lokaler Verwaltungsstrukturen versucht sie, die Grundlagen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu schaffen.

In einer Forschungseinrichtung in Wenchi (Ghana) werden Cashew-Pflanzen veredelt.

Wertschöpfungsketten für landwirtschaftliche Produkte schaffen Interner Link

Um die Armut in Ghana zu bekämpfen und die Ernährung zu sichern, engagiert sich Deutschland für eine Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft. Zurzeit werden die Potenziale im Agrarsektor nur unzureichend genutzt. Ghana ist daher eines der Schwerpunktländer der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger".

Im Girls Vocational Training Institute in Accra (Ghana) werden Mädchen in Elektrotechnik ausgebildet.

Berufsbildung und Finanzsystementwicklung Interner Link

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Arbeitsbereich Wirtschaftsentwicklung ist es, die Erwerbstätigkeit vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen zu erhöhen und ihren Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verbessern.

Auf einer Mülldeponie in Ghanas Hauptstadt Accra werden alte Elektrogeräte verbrannt, um verwertbares Metall zu gewinnen.

Sachgerechtes Recycling fördern Interner Link

Der steigende Wohlstand, veränderte Konsumgewohnheiten und illegale Importe führen in Ghana zu immer größeren Mengen an Elektro- und Elektronikschrott. Dieser Schrott wird derzeit überwiegend auf informellen Deponien weiterverarbeitet, teilweise werden dabei höchst umwelt- und gesundheitsschädliche Recycling- und Entsorgungspraktiken eingesetzt – zum Beispiel das Abbrennen von Kabelisolierungen.

Strand von Elmina in Ghana, kurz vor Sonnenaufgang

Strand von Elmina in Ghana, kurz vor Sonnenaufgang

Strand von Elmina in Ghana, kurz vor Sonnenaufgang