Schüler in der Metallwerkstatt einer Berufsbildungseinrichtung in Accra, Ghana

Ghana Stabilitäts­anker in West­afrika

Ghana ist demokratisch gefestigt und wirkt als wichtiger Stabili­täts­anker in West­afrika. Das Land betreibt seit Jahr­zehnten erfolgreich eine Politik guter Nachbar­schaft und regionaler Inte­gration. Ent­wicklungs­poli­tisch engagiert sich die Regier­ung auf inter­natio­naler Ebene und im eigenen Land für die Um­setzung der Agenda 2030 für nach­haltige Ent­wick­ung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Herstellung von Fruchtsaft für den Export auf den europäischen Markt (Asamankese, Ghana)

Seit 2010 gehört Ghana zur Gruppe der Länder mit niedrigem mittlerem Ein­kommen. Eine zentrale Heraus­forder­ung für das Land ist die wachsende soziale und regionale Un­gleich­heit. Vor allem die nörd­lichen Landes­teile sind von der Ent­wick­lung der wirtschaft­lich starken Küsten­region und der Städte ab­gekop­pelt.

Die ghanaische Wirt­schaft hängt stark vom Export einiger weniger Produkte wie Gold, Erdöl und Kakao ab. Die schwan­kenden Welt­markt­preise für diese Güter be­ein­flus­sen die wirtschaft­liche Situation des Landes erheb­lich.

Seit 2017 zählt Ghana zu den Reform­partnern der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit. Das Bundes­ministerium für wirtschaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) unterstützt die ghanaische Regierung in ihrem Kurs und fordert gleich­zeitig konse­quent die Um­setzung weiterer Reform­schritte.

Die ent­wicklungs­politische Zusam­men­arbeit mit Ghana zielt darauf ab, bessere Rahmen­beding­ungen für private Investi­tionen insbesondere im Bereich erneuer­bare Energien und Energie­effizienz zu schaffen, berufliche Bildung und Beschäf­tigung zu fördern, die staat­lichen Eigen­ein­nahmen zu erhöhen und die Trans­parenz und Rechen­schafts­legung zu verbessern. Deutsch­land unter­stützt zudem die Bestreb­ungen, vor dem Hinter­grund der Covid-19-Pandemie eine lokale Impf­stoff­produktion aufzu­bauen.


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Ghana

Deutschland gehört zu den wichtig­sten Ent­wicklungs­partnern Ghanas. Ziel der Ent­wicklungs­zusam­men­arbeit ist es, ein trag­fähiges, armuts­orientiertes und breiten­wirksames Wirt­schafts­wachstum zu fördern und Ghanas Status als Land mittleren Ein­kom­mens zu festigen.

Bei Regierungs­verhand­lungen im September 2021 wurden von Deutsch­land Mittel in Höhe von 103,97 Millionen Euro neu für Ghana zugesagt, davon 51,5 Millionen für die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 37,87 Millionen Euro für die technische Zusammen­arbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sowie 14,6 Millionen Euro für die Sonder­initiative Aus­bildung und Beschäf­tigung.  

Im Zuge des strategischen Reform­prozesses "BMZ 2030" wurde die Ent­wicklungs­zusam­men­arbeit mit dem Reform­partner Ghana neu strukturiert. Die Kernthemen lauten:

  • Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie (Reform­partnerschaft)
    Aktionsfelder: erneuerbare Energien und Energie­effizienz, nach­haltige Stadt­entwicklung
    Initiativthema: Grüne Bürger­energie
  • Ausbildung und nach­haltiges Wachstum für gute Jobs
    Aktionsfelder: Privat- und Finanz­system­entwicklung, berufliche Bildung
    Initiativthemen: Digital­zentren und Digitalisierung, Perspektive Heimat
  • Frieden und gesellschaft­licher Zusammen­halt
    Aktionsfeld: Gute Regier­ungs­führung

Corona-Sofortprogramm

Um die negativen Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen und einer weiteren Aus­breitung des Virus vorzubeugen, hat das BMZ Mittel inner­halb laufender Vor­haben umge­widmet und den Studien- und Fach­kräfte­fonds der technischen Zu­sammen­arbeit unterstützt.

Gefördert wurden insbe­sondere Maß­nahmen zur Verbes­serung der Test- und Behand­lungs­möglich­keiten und der Hygiene, die Unter­stützung von kleinsten, kleinen und mittleren Betrieben (KKMU) sowie eine um­fassende und landes­weite Sensi­bilisierungs­kampagne unter Berück­sichtigung margina­lisierter Bevöl­kerungs­gruppen.

Ein junger afrikanischer Bauer legt ein Solarpanel auf das Dach seines Hauses auf einer Cashew-Farm.

Kernthema "Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie" (Reform­partner­schaft) Nachhaltige Energie­versorg­ung sichern Interner Link

Ghana hat zwar im regionalen Vergleich eine beachtliche Elektrifi­zierungs­rate (83 Prozent), doch hohe Energie­kosten und häufige Strom­ausfälle stellen ein deutliches Ent­wicklungs­hemm­nis für Unter­nehmen und private Haus­halte dar. 

Im Girls Vocational Training Institute in Accra (Ghana) werden Mädchen in Elektrotechnik ausgebildet.

Kernthema "Ausbildung und nach­haltiges Wachs­tum für gute Jobs" Berufs­bild­ung und Finanz­system­ent­wick­lung Interner Link

Ziel der deutschen Ent­wicklungs­zusam­men­arbeit im Arbeits­bereich Wirt­schafts­entwick­lung ist es, die Erwerbs­tätig­keit vor allem in kleinen und mittle­ren Unter­nehmen zu erhöh­en und ihren Zugang zu Finanz­dienst­leist­ungen zu ver­bes­sern.


Angestellte im Finanzministerium in Ghana

Kernthema "Frieden und gesell­schaft­licher Zu­sammen­halt" Dezentralisierung und Ver­bes­serung der öffent­lichen Finanz­en Interner Link

Ghana weist im regio­nalen Vergleich eine eher niedrige Steuer­quote auf (etwa drei­zehn Prozent des Brutto­inlands­produkts). Möglich­keiten, auf nationaler und kom­munaler Ebene Ein­nahmen zu erzielen, werden nicht aus­geschöpft.

Aktuelle Situation

 Ghanaische Flaggen vor einem Flutlichtmast in Accra, Ghana 
Kinder in Schuluniform an einer Strasse in Accra, Ghana
Herstellung von Fruchtsaft für den Export auf den europäischen Markt (Asamankese, Ghana)