Herstellung von Fruchtsaft für den Export auf den europäischen Markt (Asamankese, Ghana)

Wirtschaftliche Situation Gute Aussichten und große Herausforderungen

Mittelfristig sind Ghanas wirtschaftliche Aussichten gut: In den vergangenen Jahren wurden große Öl- und Gasvorkommen vor der Küste entdeckt. Das Erdöl ist inzwischen zum zweitwichtigsten Exportgut aufgestiegen und die Förderung soll in den kommenden Jahren noch massiv gesteigert werden.

Ghana ist seit 2010 Mitglied der Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie (EITI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)). Im hochgradig technisierten Rohstoffsektor werden allerdings kaum Arbeitsplätze geschaffen. Die Wirtschaftsleistung in arbeitsintensiven Sektoren wie der Landwirtschaft und dem verarbeitenden Gewerbe stagniert seit Jahrzehnten auf niedrigem Niveau.

Bedeutende Umsätze werden mit Kakao erzielt: Ghana ist nach Côte d‘Ivoire weltweit zweitgrößter Kakaoproduzent. Seit 2010 werden auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Ananas und Mango in nennenswertem Umfang exportiert – ein wichtiger Schritt, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Exportgütern zu verringern.

Herausforderungen

Ghanas Wirtschaftswachstum unterliegt großen Schwankungen: In den vergangenen zehn Jahren lagen die Werte zwischen 3,7 (2016) und 14 Prozent (2011). 2017 wuchs die ghanaische Wirtschaft um 8,5 Prozent. Für 2018 prognostiziert der Internationale Währungsfond (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) 6,3 Prozent Wachstum. Zu den wirtschaftlichen Herausforderungen zählen eine hohe Inflationsrate, eine hohe Staatsverschuldung und stark schwankende ausländische Direktinvestitionen. Mithilfe eines Programms des IWF sollen Reformen in der Haushaltsführung des Staates umgesetzt, Subventionen abgebaut und mehr Transparenz geschaffen werden.

Investitionsklima

Im Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Bericht "Doing Business 2020 (Externer Link)", der das Investitionsklima in 190 Ländern bewertet, ist Ghana im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgesunken und liegt nun auf Platz 118.

Ursache für die derzeitige Zurückhaltung von Investoren könnten neue Gesetze und Verordnungen sein, die als potenziell investitionshemmend eingeschätzt werden. Hinzu kommen bürokratische Hürden, Unsicherheiten beim Landerwerb und bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen, die unzureichende Ausbildung der Arbeitskräfte und die mangelhafte Transportinfrastruktur. 

Ein großes Problem stellt die Korruption dar, insbesondere in Verwaltung, Polizei und Justiz. Im Korruptionswahrnehmungsindex (Externer Link) von Transparency International liegt Ghana auf Rang 80 von 180 Staaten. Die Ernennung eines Sonderstaatsanwalts für Korruptionsfälle im Februar 2018 könnte einen Wendepunkt darstellen.

Entwicklungspotenziale

Die amtierende Regierung unter Präsident Nana Akufo-Addo hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, Ghana wirtschaftlich auf eigene Füße zu stellen und das Land mittelfristig von Entwicklungshilfe unabhängig zu machen (Vision "Ghana beyond aid"). Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) der Vereinten Nationen steht Ghana auf dem im afrikanischen Vergleich guten 142. Platz von 189 Ländern.

Neben der Öl- und Gasförderung und dem Export von Kakao und Gold zählen auch die Bau- und die Konsumgüterindustrie zu den wachstumsträchtigen Sektoren. Große Potenziale – die zurzeit noch nicht ausreichend genutzt werden – bietet auch die Landwirtschaft.

Die Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in Ghana nutzt ihre Freiheiten aktiv und trägt zur Demokratisierung des Landes bei. Es existieren rund 6.000 registrierte Nichtregierungsorganisationen (NROs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) im Land. In der Rangliste der Pressefreiheit 2020 (Externer Link) der Organisation Reporter ohne Grenzen nimmt Ghana Platz 30 von 180 Ländern ein.