Windpark in der Atacama-Wüste, Chile

Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme Entwicklung braucht nachhaltige Energie

Eine sichere Energieversorgung, die die Umwelt und das Klima schont, ist Grundlage für eine nachhaltige (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) soziale und wirtschaftliche Entwicklung: Energie wird benötigt, um Lebensmittel anzubauen, Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen oder zu kühlen, Krankenhäuser zu betreiben und um sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Sie ermöglicht weltweite Kommunikation und Mobilität. Und sie ist Voraussetzung dafür, dass Unternehmen produzieren und Handel betreiben können und dass Arbeitsplätze entstehen.

Deutsches Engagement für eine nachhaltige, saubere und sichere Energieversorgung

Ein Mann steht vor einer Solaranlage in Namibia, die aus zahlreichen Panelen besteht.

Hintergrund Weltweite Energiewende dringend erforderlich Interner Link

Nur durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien können mehr Menschen Zugang zu Energie erhalten und zugleich Umwelt und Klima geschont werden.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich intensiv für die weltweite Energiewende – sowohl in direkter Zusammenarbeit mit seinen Partnerländern als auch in Kooperation mit internationalen Organisationen, der Wirtschaft, Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Wissenschaft.

Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, den insbesondere in Entwicklungs (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)- und Schwellenländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ansteigenden Strombedarf zu decken und den Energiesektor vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.

Eine bedarfsgerechte und inklusive Energieversorgung, die auf erneuerbaren Energien beruht, trägt entscheidend zum Erreichen der international vereinbarten Klimaziele bei und ermöglicht gleichzeitig eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung.

Zusammenarbeit mit den Partnerländern

Das BMZ unterstützt seine Partnerländer dabei, entsprechende Energiesysteme zu planen und aufzubauen, die Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu verbessern und die Energieeffizienz zu erhöhen. Gemeinsam mit den Partnerländern und der internationalen Gebergemeinschaft sollen bis 2030 sämtliche Zugangslücken geschlossen und eine universelle Energieversorgung erreicht werden. Bis 2050 sollen die energierelevanten Sektoren auf eine Wirtschaftsweise umgestellt werden, bei der möglichst kein klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt wird („Dekarbonisierung“).

Titelseite der BMZ-Kernthemenstrategie "Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“

BMZ-Kernthemenstrategie: „Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“

BMZ-Strategie | BMZ-Papier 6 | 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2021 | Dateigröße 1 MB, Seiten 39 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Das Engagement konzentriert sich auf drei Ebenen der Energieversorgung:

  1. Grundversorgung für Haushalte sowie Kleinstunternehmen in ländlichen Regionen ohne Netzanschluss, zum Beispiel über Solardachanlagen und Solarlampen
  2. Energieversorgung für ländliche Kommunen, soziale Einrichtungen sowie kleine und mittlere Betriebe in der Landwirtschaft und im Gewerbe durch den Aufbau von dezentralen Mini- und Mikrostromnetzen
  3. Versorgung von großen Verbrauchszentren und Verbrauchern (Städte, Industrie, Bergbau) durch Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und durch Verbesserung der Übertragungsnetze

Das BMZ fördert den effizienten Einsatz von Energie und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme.

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurden allein im Jahr 2022 rund 3,8 Milliarden Euro für Investitionen in die Erzeugung, Übertragung und Verteilung klimafreundlicher Energie sowie für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zugesagt.

Neben der finanziellen Förderung leistet auch die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Energiebereich. Unter anderem beraten Expertinnen und Experten die Partnerländer bei der umfassenden Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie beim Aufbau lokaler Kapazitäten.

Im Sinne der feministischen Entwicklungspolitik steht bei einer wachsenden Zahl von Energieprojekten auch die Gleichstellung der Geschlechter und die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen im Fokus.

Internationales Engagement

Auf internationaler Ebene ist Deutschland ein prominenter Fürsprecher einer nachhaltigen und klimaneutralen Energieversorgung. Zu den engsten Partnern des BMZ zählen dabei die Europäische Kommission (Generaldirektion Energie (Externer Link)), die Afrikanische Union, die Weltbankgruppe (insbesondere das Energy Sector Management Assistance Program, ESMAP (Externer Link)) sowie regionale Entwicklungsbanken.

Darüber hinaus spielen die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) (Externer Link), die Internationale Solarallianz (ISA) (Externer Link), das globale Politiknetzwerk REN21 (Externer Link) sowie internationale Initiativen wie Sustainable Energy for All (SE4All) (Externer Link) eine wichtige Rolle für das Vorantreiben der globalen Energiewende.

Siehe auch
Windräder in Südafrika

Der angestrebte Energiewandel kann nur durch umfangreiche Investitionen von privater und staatlicher Seite herbeigeführt werden. Damit diese gemeinsame Kraftanstrengung gelingt, ist ein koordinierter und ganzheitlicher Ansatz von Geber- und Partnerländern erforderlich. Die ehrgeizigen Zielsetzungen der Partnerländer müssen Hand in Hand gehen mit einer verlässlichen und langfristigen Unterstützung durch die Geber. Ein Erfolgsbeispiel für eine derartige Geberkoalition zur Unterstützung einer schnellen, sozial gerechten Energiewende ist die Just Energy Transition Partnership (JETP) mit Südafrika.

Ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik im Energiebereich liegt auf der Zusammenarbeit mit Partnern auf dem afrikanischen Kontinent mit seinem rasant wachsenden Energiebedarf und seinem großen Potenzial an erneuerbaren Energien. Gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedsstaaten setzt sich Deutschland unter anderem im Rahmen der Africa-EU Green Energy Initiative (AEGEI) (Externer Link) für die Energiewende in afrikanischen Partnerländern ein.

Agenda 2030 – Energieversorgung als Fundament für nachhaltige Entwicklung

SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie

Eine nachhaltige, bedarfsgerechte Energieversorgung ist grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Darum ist ihr ein eigenes Ziel für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goal, SDG) in der Agenda 2030 gewidmet: Laut SDG 7 sollen alle Menschen bis 2030 Zugang zu einer bezahlbaren, verlässlichen, nachhaltigen und zeitgemäßen Energieversorgung erhalten.

Eine solche Energieversorgung macht es erst möglich, dass die weiteren Ziele der Agenda 2030 erreicht werden: Sie ist Grundlage für den Kampf gegen Armut und Hunger, sie ist Voraussetzung für bessere Bildungs- und Gesundheitssysteme und sie ermöglicht die nachhaltige Entwicklung von Städten, Gemeinden, Industrie und Handwerk.

Eine Energiewende ist zudem die Voraussetzung für den Schutz von Umwelt und Klima. Auch das Pariser Klimaabkommen nimmt daher Bezug auf die globalen Entwicklungsziele. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und der effiziente Einsatz von Energie spielen eine Schlüsselrolle beim internationalen Anliegen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Arbeitsbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien

Erneuerbare Energien Interner Link

Das weltweit verfügbare Potenzial an erneuerbaren Energien ist enorm. Rein rechnerisch liefern Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse tausendfach mehr Energie, als die Weltbevölkerung benötigt. Dieses enorme Potenzial wird noch nicht so gut genutzt, wie es nötig wäre, um die international verbindlich vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Insbesondere den Entwicklungsländern fehlen die Mittel, um in die benötigte Infrastruktur, wie Stromnetze und Energiespeicher, investieren zu können.

Detail eines Stromzählers mir dem Zählerstand 7454,3 Kilowattstunden

Energieeffizienz Interner Link

Die effiziente Nutzung von Energie und von Ressourcen zur Energiegewinnung ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Energieversorgung. Noch immer geht jedoch weltweit ein erheblicher Teil der Energie bei der Erzeugung, beim Transport und bei der Nutzung verloren – ein riesiges Potenzial, um Energie einzusparen und um damit die Umweltbelastung zu reduzieren. Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, Energie einzusparen und effizienter zu nutzen.

Solarflächen eines Solarkraftwerks in Quarzazate, Marokko

Energie und Klima Interner Link

Ohne eine globale Energiewende kann der Klimawandel nicht gemeistert werden. Eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte Energieversorgung für alle Menschen muss daher klimaneutral sein – sie zu erreichen ist daher ein zentrales Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Umfassende Informationen zum Engagement des BMZ sowie zu den wichtigsten Programmen und internationalen Partnerschaften finden Sie unter „Energie und Klima“.

Symbolbild Wasserstoff (H2): verschieden große Kreise die jeweils die chemische Summenformel des Wasserstoffmoleküls (H2) enthalten

Grüner Wasserstoff Interner Link

Um die internationalen Klimaziele zu erreichen, ist die Nutzung von sogenanntem grünen Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbaren Energien gewonnen wird, unverzichtbar. Durch seine Nutzung als Energieträger oder Rohstoff kann auch in jenen Bereichen der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid vermieden werden, in denen Strom aus erneuerbaren Quellen nicht direkt einsetzbar ist. Deutschland will dabei eine Vorreiterrolle übernehmen und sieht darin eine große Chance für Entwicklungsländer. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Grüner Wasserstoff und Power-to-X“.

Zusammenarbeit konkret

Kenia
Standbild aus einem Video der Deutschen Welle über Trainings für Kältetechnikerinnen und -techniker in Kenia

Grüne Kühlung Interner Link

Energieeffiziente Kühlgeräte mit klimafreundlichen Kältemitteln bieten ein hohes Potenzial zur Vermeidung von klimaschädlichen Emissionen. Das BMZ fördert bereits seit 1995 die Verbreitung des „Green Cooling“-Ansatzes.

Energising Development
Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.

Zugang zu Energie für Millionen Interner Link

Die Multigeberpartnerschaft Energising Development (EnDev) will bis 2025 für insgesamt 28,5 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie schaffen.

Indonesien
Entladen von Transportbooten auf der Insel Gili Trawangan, Indonesien

1.000 Inseln – Ländliche Elektrifizierung durch erneuerbare Energien Interner Link

Außerhalb der Inseln Java und Bali und vor allem im wenig entwickelten Osten Indonesiens haben viele Menschen noch keinen Zugang zu Strom. Durch Kleinwasserkraftwerke und Solar Mini Grids sorgt das Programm „1.000 Inseln“ für eine zuverlässige, klima- und umweltfreundliche Stromversorgung und trägt damit zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in entlegenen Regionen Indonesiens bei.

Uganda
Mit deutscher Unterstützung werden Schulen in Uganda mit klimaneutraler Solarenergie versorgt.

Solarstrom für Schulen Interner Link

Mit der Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika möchte das BMZ die Voraussetzungen für die dezentrale Energieversorgung im ländlichen Raum in ausgewählten Ländern Afrikas verbessern und dabei Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen beteiligen. In Uganda sollen Grundschulen mit klimaneutraler Solarenergie versorgt werden.

Stand: 25.07.2023