Fähre zwischen Botsuana und Sambia

Sambia Hoffnung auf Reformkurs – immense Herausforderungen

In der Republik Sambia leben mehr als 70 verschiedene Ethnien weitgehend friedlich zusammen. Im regionalen Vergleich gilt das Land im südlichen Afrika als politisch überwiegend stabil. Im Sommer 2021 erlebte Sambia einen friedlichen Machtwechsel: Bei den Präsidentschaftswahlen setzte sich der Oppositionskandidat Hakainde Hichilema überraschend gegen Amtsinhaber Edgar Lungu durch. Lungu hatte das Land seit 2015 zunehmend autoritär regiert und den Raum für demokratische Teilhabe deutlich eingeschränkt.

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Kind in Luapula im Nordwesten Sambias an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo

Die Regierung unter Präsident Hichilema verfolgt einen ehr­geizigen Reform­kurs, sieht sich allerdings mit er­heblichen Heraus­forderungen konfrontiert. Dazu zählen die weit verbreitete Armut, Mangel­ernährung, die Aus­wirkungen der Corona-Pandemie, die Folgen des Klima­wandels, eine ausgeprägte soziale Un­gleich­heit, ein starkes Bevölkerungs­wachstum und eine extrem hohe Staats­ver­schuldung.

Ende 2020 musste Sambia seine Zahlungs­un­fähig­keit gegen­über seinen inter­nationalen Gläubigern erklären.


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Sambia

Die Bundesrepublik Deutschland und Sambia pflegen seit der Unabhängigkeit des Landes 1964 freundschaftliche Beziehungen. Deutschland gehört zu den größeren internationalen Kooperationspartnern Sambias. Bei Regierungsverhandlungen im November 2020 sagte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Sambia 95,3 Millionen Euro zu. Im Rahmen der BMZ-Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger wurden weitere 43 Millionen Euro für Sambia bereitgestellt.

2021 erfolgte eine Zwischenzusage von fünf Millionen Euro zur Covid-Prävention. Im Herbst 2021 wurden zusätzliche sieben Millionen Euro bereitgestellt, um den friedlichen und demokratischen Regierungswechsel zu würdigen. Die nächsten Regierungsverhandlungen sollen voraussichtlich im Herbst 2022 stattfinden.

Die Entwicklungs­zusammen­arbeit zwischen Deutschland und Sambia zielt auf die Stärkung guter Regierungs­führung, Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel und die Bekämpfung von Armut und Mangelernährung. Dabei konzentriert sie sich aktuell auf folgende Kernthemen:

  • Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
    Aktionsfeld: Gute Regierungsführung
  • Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen
    Aktionsfeld: Wasser
  • Leben ohne Hunger – Transformation der Ernährungssysteme
    Aktionsfelder: Ernährungssicherung, Landwirtschaft. Hier erfolgt die Finanzierung derzeit wesentlich über die Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger".

Über diese Schwerpunkte hinaus fördert das BMZ den Ausbau erneuerbarer Energien und die Stärkung von Mädchen- und Frauenrechten.

Sambia profitiert außerdem von verschiedenen Regional- und Globalvorhaben. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist eng mit dem Engagement der Europäischen Union in Sambia verzahnt, ein gemeinsames Planungsdokument ("Joint programming") ist in Arbeit.

Wählerinnen und Wähler bei den Präsidentschaftswahlen 2011 in Sambia

Kernthema Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt Transparenz und Teilhabe Interner Link

Gute Regierungsführung bildet die Grundlage einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und erfolgreichen Armutsbekämpfung. Deutschland fördert in Sambia eine gute finanzielle Regierungsführung, die Verbesserung der politischen Teilhabe und den Dezentralisierungsprozess.

Mitarbeiter bei der Reinigung eines Filterbeckens eines Wasserwerkes in Livingstone, Sambia

Kernthema Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen Wasser- und Sanitär­ver­sorgung sicherstellen Interner Link

Sambia verfügt über enorme Wasser­ressourcen. Trotzdem hat ein er­heb­licher Teil der Be­völ­ke­rung keinen Zu­gang zu Trink­wasser. Ein wichtiger Fokus der deutschen Zu­sammen­arbeit mit Sambia liegt auf dem nach­haltigen Mana­ge­ment der sambischen Wasser­ressourcen.

Sambia: Harison und Sarah Mbao sind Vertragspartner von COMACO (Community Markets for Conservation). Das gemeinnützige Unternehmen kauft die Erdnussernte der kleinbäuerlichen Familien zu einem fairen Preis auf.

Kernthema Leben ohne Hunger – Transformation der Ernährungssysteme Durch nach­haltige Land­wirt­schaft Mangel­er­nährung verringern Interner Link

Die Zusammen­arbeit für ein Leben ohne Hunger um­fasst mehrere deutsche Projekte zur Er­nährungs­siche­rung und zur För­de­rung der Land­wirt­schaft in Sambia. Klein­bäuer­innen und Klein­bauern werden unter­stützt, ihre Pro­duk­tion nach­haltig, klima­resilient und boden­schonend zu stei­gern, ihr Ein­kommen zu ver­bessern und ihre Produkte selbst weiterzuverarbeiten.

Aktuelle Situation

Politische Situation
Soziale Situation
Kind in Luapula im Nordwesten Sambias an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo
Wirtschaftliche Situation
Kupfermine in Kitwe, Sambia
Umwelt
Ein Bienenfresser in Sambia