Soziale Situation Große Armut auf dem Land

Auch während der wirtschaftlichen Wachstumsphase bis 2014 hat sich die Situation der in Armut lebenden Menschen in Sambia nur wenig verbessert.

Kinder in Mongu, Sambia, kehren vom Fischen zurück

Kinder in Mongu, Sambia, kehren vom Fischen zurück

Kinder in Mongu, Sambia, kehren vom Fischen zurück

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung muss mit umgerechnet weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen, besonders kritisch ist die Situation auf dem Land. Etwa 47 Prozent der Menschen gelten als unterernährt; die Wachstumsverzögerung bei Kindern liegt bei 40 Prozent (Welthungerindex 2019 (Externer Link)); die Kindersterblichkeit bei  sechs Prozent.

In nur wenigen anderen Ländern sind die Einkommen so ungleich verteilt wie in Sambia (Gini-Koeffizient 57). Zudem werden viele Entwicklungserfolge durch das hohe Bevölkerungswachstum (2017: drei Prozent) neutralisiert.

Die Wirtschaft Sambias ist noch zu einseitig auf den Kupferbergbau ausgerichtet, in dem nur vergleichsweise wenige Menschen Beschäftigung finden. Notwendig sind weitere Strukturreformen, um das Geschäftsklima zu verbessern und die Landwirtschaft weiter auszubauen. Der öffentlichen Verwaltung fehlt es an qualifizierten Fachkräften und finanziellen Mitteln, insbesondere auf der lokalen Ebene. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen (HDI) belegt Sambia Platz 143 von 189 Ländern.

HIV/Aids

Ein großes Problem ist die weite Verbreitung des HI-Virus. Mehr als jeder zehnte Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren ist infiziert. Ende der 1990er Jahre sank die durchschnittliche Lebenserwartung in Folge der Epidemie auf nur 41 Jahre. Inzwischen ist sie aufgrund der Verfügbarkeit von sogenannten antiretroviralen Medikamenten wieder auf 62 Jahre angestiegen. Gerade jungen Menschen fehlt aber häufig das Wissen zu HIV und Aids, so dass sie besonders gefährdet sind.

Frauen bereiten das Essen in einem Camp für sambische Fischer zu.

Frauen bereiten das Essen in einem Camp für sambische Fischer zu.

Frauen bereiten das Essen in einem Camp für sambische Fischer zu.

Situation der Mädchen und Frauen

Die soziale und rechtliche Stellung der Frauen ist – nicht nur in den ländlichen Gebieten Sambias – noch stark von Traditionen geprägt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung verankert ist und von einer zunehmend aktiven Frauenlobby eingefordert wird, vollziehen sich die gesellschaftlichen Veränderungen nur sehr langsam. Viele Mädchen verlassen frühzeitig die Schule, weil sie schwanger sind. Häusliche und sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist weit verbreitet und die staatlichen Maßnahmen gegen Gewalt und Unterdrückung von Frauen sind unzureichend.