Kupfermine in Kitwe, Sambia

Wirtschaftliche Situation Hohe Staatsverschuldung

Nach vielen Jahren mit hohen Wachstumsraten ging das sambische Wirtschaftswachstum ab 2015 auf drei bis vier Prozent pro Jahr zurück. 2020 sank die Wirtschaftsleistung – auch aufgrund der Corona-Pandemie – um 2,8 Prozent. Der internationale Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) rechnet nicht mit einer schnellen Erholung – für die kommenden Jahre geht er von Wachstumsraten von maximal 1,4 Prozent aus.

Die Bezahlung großer Energieimporte, die Aufnahme ausländischer Darlehen in Milliardenhöhe sowie überteuerte öffentliche Investitionen haben zu einer enormen Staatsverschuldung (2020: 129 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) geführt. Der zeitweilige Einbruch der Weltmarktpreise für das Hauptexportprodukt Kupfer und die Kosten der Corona-Pandemie setzten den sambischen Haushalt 2020 zusätzlich unter Druck. Im November 2020 anstehende Zinszahlungen konnten nicht geleistet werden – Sambia gilt als das erste Land, das während der Corona-Krise zahlungsunfähig wurde.

Die 2021 neu gewählte Regierung unternahm umgehend erste Schritte zur Überwindung der Schuldenkrise. Im Dezember 2021 traf Sambia mit dem IWF eine erste Vereinbarung, die als Grundlage für ein Hilfsprogramm für die wirtschaftliche Erholung und Stabilisierung des Landes gelten soll. Der IWF kann das Hilfsprogramm jedoch erst bewilligen, wenn entsprechende Zusagen der wesentlichen Gläubiger vorliegen. Den Prozess der Umschuldung hat Sambia bei der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative „Common Framework for Debt Treatments“ beantragt. Die komplexe Schuldenstruktur des Landes – mit einem hohen Anteil privater und chinesischer Gläubiger – erschwert jedoch die Verhandlungen.


Starke Abhängigkeit vom Bergbau

Sambia ist reich an Bodenschätzen. Metallerze, vor allem Kupfer, machen etwa drei Viertel der Exporte aus. Und der Bedarf steigt, etwa bei Kobalt, das ebenso wie Kupfer für den Bau von Elektroautos benötigt wird.

Schlackehalde der Mopani Glencore Kupfermine in Sambia im Januar 2019. Die Schlacke enthält noch Erze und Reste von Kupfer. Viele Familien suchen auf der Halde (illegal) nach Rohstoffen, um damit ein Einkommen zu erzielen. Die Halde ist im Hintergrund zu sehen. Im Vordergrund stehen Lastwagen und Bagger, dazwischen stehen Arbeiter.

Schlackehalde der Mopani Glencore Kupfermine in Sambia im Januar 2019. Die Schlacke enthält noch Erze und Reste von Kupfer. Viele Familien suchen auf der Halde (illegal) nach Rohstoffen, um damit ein Einkommen zu erzielen.

Schlackehalde der Mopani Glencore Kupfermine in Sambia im Januar 2019. Die Schlacke enthält noch Erze und Reste von Kupfer. Viele Familien suchen auf der Halde (illegal) nach Rohstoffen, um damit ein Einkommen zu erzielen.

Die Wirtschaft Sambias profitiert von den hohen Kupferpreisen. Die starke Abhängigkeit von den Exporten führt allerdings dazu, dass sich schwankende Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt direkt auf die sambische Wirtschaft auswirken. Zugleich finden nur vergleichsweise wenige Menschen im Bergbausektor Beschäftigung. Die sambische Regierung strebt daher ambitionierte wirtschaftliche Reformen an, um das Geschäftsklima zu verbessern und die Wirtschaft zu diversifizieren. Dies und eine stärkere Weiterverarbeitung der Rohstoffe im Inland gehören zu den großen Zukunftsaufgaben der Regierung.

Entwicklungspotenziale

Insbesondere die Landwirtschaft Sambias bietet große Entwicklungschancen, nicht zuletzt aufgrund der vergleichsweise großen Wasserressourcen des Landes. Zugleich ist die landwirtschaftliche Produktion zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Bisher trägt die Landwirtschaft nur etwa drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, beschäftigt jedoch etwa die Hälfte der Bevölkerung. Ein Großteil der sambischen Bevölkerung lebt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft ohne maschinelle Hilfsmittel. Nach Einschätzung von Experten könnte Sambia deutlich mehr Nahrungsmittel produzieren – auch für den regionalen Export.

Die Regierung Hichilema strebt Reformen im Energiesektor an, unter anderem um die hohe Verschuldung von Sambias staatlichem Stromversorger ZESCO zu überwinden. Rund 80 Prozent der Elektrizität werden mit Wasserkraft erzeugt. Bisher haben nur 43 Prozent der sambischen Bevölkerung Zugang zu Strom, in ländlichen Gebieten nur 14 Prozent. Hier sind unter anderem netzunabhängige Lösungen gefragt.