Symbolbild zum Thema Soziales Netz: Drei Fischer halten ein Netz

Soziale Sicherung

Krisen wie die Covid-19-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine mit ihren umfassenden gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen haben uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig leistungsfähige Sozialsysteme sind. Doch mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat noch keinen Zugang zu sozialer Sicherung.

Ohne ein soziales Netz sind viele Menschen und ihre Familien schutzlos gegenüber Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Klimaschäden. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt darum seine Partnerländer beim Auf- und Ausbau sozialer Sicherungssysteme, die vulnerable (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Menschen bei Bedarf schnell und zielgerichtet unterstützen können.


Das Menschenrecht auf soziale Sicherheit Interner Link

Soziale Sicherheit ist ein Menschenrecht (Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948). Auch in zahlreichen internationalen Vereinbarungen und in der Agenda 2030 ist soziale Sicherheit verankert.

Hintergrund: Soziale Sicherungssysteme Interner Link

Systeme der sozialen Sicherung können Schutz gegen individuelle Risiken (Krankheit, Unfall) und kollektive Risiken (Naturkatastrophen, Pandemien) bieten. Sie fördern die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Staaten.

Deutsches Engagement

14. Oktober 2022 For a more equal future – Social Protection as a driver for female empowerment Interner Link

Rede von Ministerin Svenja Schulze zum Thema „Soziale Sicherung und feministische Entwicklungspolitik“ am Rande der Weltbank-Jahrestagung in Washington (deutsche Fassung)

Das BMZ unterstützt in seinen Partnerländern den Auf- und Ausbau von sozialen Sicherungssystemen und fördert in finanzschwachen Ländern oder Ländern, die von Krisen betroffen sind, Sozialprogramme. Dabei arbeitet es eng mit überstaatlichen Organisationen wie der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), dem Welternährungsprogramm (WFP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und dem Kinderhilfswerk UNICEF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zusammen.

Maßnahmen zur sozialen Sicherung werden in vielen Bereichen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.

Mari Pangestu, Managing Director Entwicklungspolitik und Partnerschaften der Weltbank, Bundesministerin Svenja Schulze und Gilbert Houngbo, Generaldirektor der ILO, bei der Pressekonferenz am 29. November 2022 in Berlin zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen BMZ, ILO und Weltbank im Bereich der sozialen Sicherung.

Beim G7-Treffen der Entwicklungsministerinnen- und minister, das im Mai in Berlin unter deutscher Präsidentschaft ausgerichtet wurde, hat sich Deutschland mit seinen Partnern vorgenommen, bis 2025 die Anzahl der Menschen, die sozial abgesichert sind, um eine Milliarde erhöhen.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze wird sich unter anderem auf der Weltbanktagung im Oktober 2022 und auch bei der UN-Klimakonferenz im November 2022 dafür einsetzen, die Stärkung sozialer Sicherungssysteme durch globale Kooperation voranzubringen.

Internationale Initiative zur sozialen Sicherung voranbringen

UN-Generalsekretär António Guterres hat im September 2021 eine internationale Initiative („Global Accelerator on Jobs and Social Protection for Just Transitions“) gestartet, um bis zum Jahr 2030 rund 400 Millionen menschenwürdige Arbeitsplätze zu schaffen und soziale Sicherung auf die vier Milliarden Menschen auszuweiten, die dazu bislang keinen Zugang haben. Das BMZ unterstützt die Initiative und wird sie gemeinsam mit den internationalen Partnern voranbringen.

Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken aufbauen

Das BMZ setzt sich dafür ein, soziale Sicherungssysteme mit der Klima- und Katastrophenrisikofinanzierung zu verbinden denn sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit von Ländern auch gegenüber klimabedingten Krisen. Soziale Sicherungssysteme sollen daher zum Beispiel Bestandteil des Globalen Schutzschirms gegen Klimarisiken werden.

Digitale Technologien fördern

Das BMZ unterstützt Partnerländer beim Aufbau transparenter und effizienter sozialer Sicherungssysteme durch digitale Anwendungslösungen. Gemeinsam mit der internationalen Arbeitsorganisation, dem Welternährungsprogramm, der Schweiz und weiteren Partnern entwickelt und stellt das BMZ die Open-Source-Software „openIMIS“ zur Verfügung. Sie wird in Partnerländern für das Management von Systemen zur sozialen Absicherung zum Beispiel im Krankheitsfall oder nach einem Arbeitsunfall verwendet. Auch im Rahmen von Cash Transfers, während der Covid-19-Pandemie, kam openIMIS zum Einsatz. Open-Source heißt, dass der Quelltext der Software öffentlich verfügbar ist, gemeinschaftlich genutzt und mit Partnern bedarfsorientiert weiterentwickelt wird. So können soziale Sicherungssysteme sowohl effizienter und transparenter gestaltet als auch schneller ausgeweitet werden.

Stand: 11.10.2022