Verluste und Schäden absichern Globaler Schutzschirm gegen Klimarisiken

Logo: Global Shield against Climate Risks (Globaler Schutzschirm gegen Klimarisiken)
Logo: Global Shield against Climate Risks (Globaler Schutzschirm gegen Klimarisiken)

Der Klimawandel führt weltweit zu häufigeren und heftigeren Extremwetterereignissen wie starken Überschwemmungen und Dürren. Besonders gefährdet sind Menschen und Länder, die am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben, gleichzeitig aber über die geringsten Mittel verfügen, um sich vor Klimaschäden zu schützen. Deshalb fordern sie zu Recht Unterstützung durch die Industrieländer, die wesentlich zur Entstehung des Klimawandels beigetragen haben. Als Antwort darauf haben die G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Staaten Staaten gemeinsam mit den V20 (Externer Link) (The Vulnerable Twenty, ein Zusammenschluss von mehr als 70 Staaten, die besonders vom Klimawandel bedroht sind) den „Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken“ ins Leben gerufen.

Ziel des Schutzschirms ist es, Menschen in betroffenen Regionen finanziell besser gegen Klimarisiken abzusichern – schnell, vorrausschauend und bedarfsorientiert. Die G7 und die V20 starteten den Schutzschirm offiziell am 14. November 2022 auf der Weltklimakonferenz (COP27). Seitdem arbeitet die Initiative in zwölf Ländern (Bangladesch, Costa Rica, Gambia, Ghana, Madagaskar, Malawi, Pakistan, Peru, Philippinen, Ruanda, Senegal, Somalia) und im Pazifik.


Umgang mit Verlusten und Schäden

Nach einem Starkregen wurde eine Straße im Karibikstaat St. Lucia weggespült.

Die Länder des Globalen Südens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) spüren die Folgen des Klimawandels besonders stark – viele verfügen jedoch nicht über ausreichende Mittel, um ihre Bevölkerung zu schützen. In den internationalen Klimaverhandlungen wird darüber unter dem Begriff „Loss and Damage“ (Verluste und Schäden) diskutiert.

Die Verhandlungen drehen sich darum, wie besonders betroffene Menschen und Länder durch technische und finanzielle Unterstützung beim Umgang mit Verlusten und Schäden gestärkt werden können. Auf der COP28 in Dubai beschloss die Staatengemeinschaft, die globale Unterstützungslandschaft für besonders vulnerable (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu stärken. Der neu gegründete Fonds zum Umgang mit Verlusten und Schäden (Fund for responding to Loss and Damage, FRLD) spielt dabei eine zentrale Rolle.

Zusätzlich setzen bereits bestehende und neue sogenannte Finanzierungsarrangements wichtige Impulse. Der Globale Schutzschirm leistet hier Pionierarbeit: Er ermöglicht es Ländern, sich gezielt und vorausschauend gegen Risiken durch Extremwetterereignisse abzusichern – noch bevor eine Katastrophe eintritt – und dadurch bestehende Schutzlücken zu schließen.

Deutschland engagiert sich mit Nachdruck für die (Weiter-)Entwicklung der Unterstützungslandschaft zum Umgang mit Verlusten und Schäden und Initiativen wie dem Schutzschirm, um möglichst viele vulnerable Menschen gegen Klimarisiken abzusichern.

Länderschutzpakete entwickeln

Der Globale Schutzschirm bietet den Ländern finanzielle und technische Unterstützung, indem er gemeinsam mit Partnerländern maßgeschneiderte Schutzpakete entwickelt, die auf den konkreten Bedarf vor Ort abgestimmt sind. Herzstück dieser Arbeit ist der Einsatz vorausschauend geplanter Finanzierungsmechanismen („pre-arranged finance“), die im Ernstfall rasch Hilfe bereitstellen – gekoppelt an bestehende Vorsorgepläne der Partnerländer.

Die Länderschutzpakete entstehen in einem intensiven Konsultationsprozess unter der Leitung der Partnerregierung. Mit dabei sind weitere zentrale Akteure: Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Privatwirtschaft, internationale Organisationen, bilaterale Entwicklungsagenturen und Wissenschaft. Gemeinsam analysieren sie die Klimarisiken des Landes, prüfen die bestehenden Strategien und Maßnahmen des Klimarisikomanagements und identifizieren Lücken in der bisherigen Absicherung. Auf dieser Basis entsteht ein besseres Verständnis der Bedarfe innerhalb des Partnerlandes und ein strategisch abgestimmtes Schutzpaket kann entwickelt werden.

Zusätzliche Finanzierung mobilisieren

Um die Maßnahmen zu finanzieren, greift der Globale Schutzschirm auf eine koordinierte Finanzierungsstruktur zurück. Die drei Finanzierungsmechanismen bringen Mittel und Know-how zusammen, um zusätzliche Gelder zu mobilisieren und dem wachsenden Finanzierungsbedarf gerecht zu werden:

Deutschland zählt neben Frankreich, Irland, Dänemark, Kanada, den USA, Japan, Luxemburg und der Kommission der Europäischen Union zu den Unterstützern des Schutzschirms. Seit Beginn des deutschen Engagements im Bereich Klimarisiken mit der InsuResilience Global Partnership im Jahr 2017 hat Deutschland insgesamt rund eine Milliarde Euro in den Bereich Klimarisikofinanzierung und -versicherung investiert.

Standbild aus dem BMZ-Video: Gegen Verluste und Schäden absichern: Der globale Schutzschirm gegen Klimarisiken
Erklärfilm: Gegen Verluste und Schäden absichern – der Globale Schutzschirm gegen Klimarisiken

Finanzielle Absicherung und Vorsorgepläne

Im Katastrophenfall ist schnelles, gezieltes Handeln entscheidend. Deshalb braucht es verlässliche Finanzierungsinstrumente, die Gelder schnell an Regierungen und besonders betroffene Menschen auszahlen.

Dazu zählen beispielsweise soziale Sicherungssysteme, Haushaltsreserven für den Katastrophenfall, schnell auszahlbare Kredite von multilateralen Entwicklungsbanken oder Staatsanleihen, deren Rückzahlung im Katastrophenfall gestundet oder reduziert wird. Auch Versicherungen für das Land oder die individuelle Bevölkerung können für seltene Ereignisse mit großem Schadenspotenzial ein sinnvolles Instrument sein.

Die Grundlage bildet dabei stets ein Vorsorgeplan, den jedes Land eigenständig entwickelt – basierend auf einer Analyse der eigenen Klimarisiken. Die Pläne beantworten zentrale Fragen: Wo liegen die größten Gefahren? Welche Systeme zur Absicherung und Vorsorge sind am effizientesten?

Beispiele Ghana und Gambia

Ghana profitiert nun erstmals von einer Versicherung gegen Dürrekatastrophen auf Landesebene. Diese Absicherung erfolgt über den Risikopool der African Risk Capacity (Externer Link) (ARC) Limited. Die nötigen Versicherungsbeiträge wurden von der KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Global Shield Solutions Platform übernommen. Dadurch konnten Ende 2024 nach einer schweren Dürre Auszahlungen in Höhe von 2,9 Millionen US-Dollar ermöglicht werden.

Der Globale Schutzschirm bietet nicht nur finanziellen Schutz gegen Klimarisiken, sondern trägt auch aktiv zum Wissensaufbau und -management in den betroffenen Ländern bei. In Gambia wurde beispielsweise durch den Länderprozess ein nationales Komitee zur Entwicklung eines inklusiven Versicherungsmarktes angestoßen.

Eine Übersicht aller Länderaktivitäten des Globalen Schutzschirms findet sich hier (Externer Link).

Schnelles Handeln verringert Folgekosten

Es hat oft drastische Folgen, wenn vulnerable Menschen in einem Katastrophenfall nicht rasch unterstützt werden: Familien müssen etwa ihr Vieh verkaufen, Ersparnisse aufbrauchen oder Investitionen aufgeben, nur um den täglichen Bedarf zu decken. Kinder können nicht mehr zur Schule gehen, weil das Schulgeld fehlt – oder weil sie arbeiten müssen, um zum Familienunterhalt beizutragen.

Der Globale Schutzschirm hat zum Ziel, dass diese Notlagen gar nicht erst entstehen – oder zumindest deutlich abgemildert werden. Er ermöglicht schnelle Auszahlungen, unterstützt betroffene Haushalte gezielt und verhindert so, dass sich kurzfristige Katastrophen in langfristige Armut verwandeln.

Überschwemmung auf den Philippinen

Factsheets

Cover: A joint G7 and V20 ambition: Working towards a Global Shield against Climate Risks

A joint G7 and V20 ambition: Working towards a Global Shield against Climate Risks

Information Note

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 09/2022 | Dateigröße 495 KB, Seiten 5 Seiten
Titelblatt: Ein globaler Klimarisiko-Schutzschirm: Deutschlands G7-Angebot im Einsatz gegen Klimaschäden und -verluste in Entwicklungsländern

Ein globaler Klimarisiko-Schutzschirm

Deutschlands G7-Angebot im Einsatz gegen Klimaschäden und -verluste in Entwicklungsländern (Stand: Juli 2022)

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2022 | Dateigröße 843 KB, Seiten 6 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Stand: 29.08.2025