Zyklus für ein umfassendes Klimarisikomanagement | Grafik vergrößern
Nach einem Starkregen wurde eine Straße im Karibikstaat St. Lucia weggespült.
Urheberrecht© Horst Vogel / GIZ
Klimawandel und Entwicklungspolitik Gegen Verluste und Schäden absichern
Die Auswirkungen des Klimawandels bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen und die nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) weltweit. Die von den Vereinten Nationen definierten Gruppen der „am wenigsten entwickelten Länder“ (Least Developed Countries (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), LDCs) und der „kleinen Inselentwicklungsländer“ (Small Island Developing States, SIDS) sowie gesellschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind am stärksten betroffen. Sie tragen am wenigsten zum Klimawandel bei, stehen aber oft ohne ausreichende Mittel zur Bewältigung der Folgen da.
Deswegen ist es ein zentrales Anliegen des BMZ, Menschen und Länder dabei zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und widerstandsfähiger gegenüber seinen Folgen zu werden.
In manchen Fällen sind Anpassungsmaßnahmen jedoch entweder nicht bezahlbar, nicht durchsetzbar oder technisch nicht möglich. In solchen Fällen kann es durch den Klimawandel zu wirtschaftlichen Verlusten und Schäden kommen – etwa zu Ernteverlusten durch Dürren oder zur Zerstörung von Häusern und Geschäften durch Wirbelstürme. Hinzu kommen nicht-ökonomische Verluste und Schäden: Vertreibung, Verlust von Ökosystemen oder der Verlust von Traditionen, Sprachen und Lebensraum. Solche Schäden wirken oft über Generationen hinaus – auf Lebensperspektiven, Ernährungssicherheit und soziale Stabilität.
Hier setzt die deutsche Entwicklungspolitik an: Sie unterstützt Länder und Menschen dabei, sich auf Risiken vorzubereiten, drohenden Verlusten vorzubeugen und sich gegen Klimaschäden abzusichern.
Video: Verluste und Schäden
Das Engagement des BMZ
Als Hauptverursacher des Klimawandels stehen die Industriestaaten in der Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu mehr Klimagerechtigkeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) beizutragen. Sie haben zugesagt, die Entwicklungsländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bei einer klimaneutralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Entwicklung ihrer Volkswirtschaften zu unterstützen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, die nicht mehr verhindert werden können. Zudem unterstützen die Industriestaaten die Entwicklungsländer beim Umgang mit klimawandelbedingten Verlusten und Schäden.
Umfassendes Risikomanagement: Um schnell auf drohende Verluste und Schäden reagieren zu können, braucht es frühzeitige Risikoanalysen. Der BMZ-Ansatz des „umfassenden Risikomanagements“ verbindet Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung von Katastrophen- und Klimarisiken und dient der Abwendung, Reduzierung und Bewältigung von klimawandelbedingten Verlusten und Schäden.
Sowohl bewährte als auch innovative Instrumente aus den Bereichen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Katastrophenrisikomanagement, Klimarisikofinanzierung und soziale Sicherung fließen dabei in einen Gesamtansatz ein. Durch Übergangshilfe wird zudem die Brücke zur humanitären Hilfe geschlagen. Ziel ist es, langfristig Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) aufzubauen, auch mit Blick auf den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung nach Katastrophen.
Globaler Schutzschirm gegen Klimarisiken: Die V20 (englische Abkürzung für „The Vulnerable Twenty“, ein Zusammenschluss von Staaten, die besonders vom Klimawandel bedroht sind) und die G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) arbeiten gemeinsam daran, Instrumente für Klimarisikoabsicherung und -vorsorge zu entwickeln. Die Initiative des „Globalen Schutzschirms“ wurde 2022 auf der Klimakonferenz in Sharm El-Sheikh (Ägypten) gestartet. Ihr Ziel ist es, schnelle und bedarfsgerechte Unterstützung bei Extremwetterereignissen zu ermöglichen. Der Globale Schutzschirm ist in Bangladesch, Costa Rica, Gambia, Ghana, Madagaskar, Malawi, Pakistan, Peru, den Philippinen, Ruanda, Senegal, Somalia und der Pazifikregion aktiv.
Umsetzung von Vereinbarungen aus den internationale Klimaverhandlungen: Unter dem Stichwort „Loss and Damage“ wird unter dem Dach der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und im Rahmen des Übereinkommens von Paris (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) darüber diskutiert, wie die Weltgemeinschaft mit Verlusten und Schäden umgehen kann und wie vulnerable (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Länder zukünftig finanziell und technisch besser unterstützt werden können. Auf der Weltklimakonferenz 2023 in Dubai wurde beschlossen, entsprechende Unterstützungsstrukturen zu schaffen. Das BMZ setzt sich dafür ein, dass der neu eingerichtete Fonds zum Umgang mit Verlusten und Schäden (Fund for responding to Loss and Damage, FRLD (Externer Link)) dabei eine wichtige Rolle einnimmt und nationale Kapazitäten im Umgang mit Verlusten und Schäden stärkt. Deutschland fördert außerdem das 2019 gegründete Santiago-Netzwerk (Externer Link). Es soll Ländern dabei helfen, ihren Bedarf an technischer Unterstützung zu erkennen und sie mit Organisationen und Expertinnen und Experten in Verbindung bringen, die entsprechendes Fachwissen anbieten.
Das BMZ möchte diese globalen Unterstützungsstrukturen so mitgestalten, dass insbesondere diejenigen Länder und Menschen erreicht werden, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.
Klimawandelbedingte menschliche Mobilität: Infolge des Klimawandels werden künftig mehr Menschen gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. Das BMZ unterstützt Menschen, die unter Migrationsdruck geraten.
Biodiversität und Klima: Gesunde Ökosysteme wie Mangroven oder Wälder sind ein natürlicher Schutz gegen Klimafolgen. Sie federn Stürme ab, speichern Kohlendioxid und erhalten Lebensgrundlagen. Das BMZ setzt sich für ihren Schutz ein – als Klimaschutzmaßnahme und als Beitrag zur Krisenvorsorge.
Stand: 21.08.2025