Überschwemmung auf den Philippinen

Klimarisikoversicherungen

Klimarisikoversicherungen sichern Menschen besser gegen klimabedingte Schäden und Verluste ab und stärken so ihre finanzielle Widerstandsfähigkeit gegen negative Auswirkungen des Klimawandels. Die Auszahlungen können im Katastrophenfall schnelle Hilfe leisten und gegen Verarmung, Hunger und drohende Verschuldung schützen.

Die unter deutscher G7-Präsidentschaft gestartete Erarbeitung eines Globalen Schutzschirms gegen Klimarisiken bündelt Aktivitäten im Bereich der Klimarisikoabsicherung und -vorsorge. Dadurch werden Hilfen einfacher und schneller für Menschen und Behörden zugänglich, die diese im Katastrophenfall dringend brauchen.

Der Schutzschirm baut dabei auf der InsuResilience Global Partnership auf, die sich weltweit für ein umfassendes und aktives Management von Klimarisiken einsetzt. Dabei fördert sie die Zusammenarbeit von Staaten, dem Privatsektor, multilateralen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Forschungsinstituten.


Deutschlands G7-Angebot
 Überschwemmung in Mosambik, Frauen waten durch Wasser, dass einen Weg überflutet hat.
Hintergrund
Reisernte in Bangladesch

Deutsches Engagement InsuResilience Global Partnership

Ausbau von Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken

Standbild aus dem Video "InsuResilience Global Partnership"

Video InsuResilience Global Partnership – A platform for action

Die InsuResilience Global Partnership (Externer Link) hat das Ziel, die Widerstandsfähigkeit der ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern gegen Klimarisiken und Katastrophen zu stärken: Regierungen, Unternehmen und Haushalte sollen durch den Ausbau von Instrumenten der Klimarisikofinanzierung und -versicherung nach einer Naturkatastrophe schneller und gezielter reagieren können und dadurch mögliche Folgekosten reduzieren.

Deutschland hat die Partnerschaft 2017 im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft mit Großbritannien, Fidschi, Äthiopien und der Weltbank als gemeinsame Initiative von G20 und V20 (den „Vulnerablen 20“) ins Leben gerufen. Die V20-Gruppe ist ein Zusammenschluss der Finanzministerinnen und -minister der 55 gegenüber dem Klimawandel verwundbarsten Länder. Die InsuResilience Global Partnership umfasst inzwischen mehr als 120 Mitglieder aus Industrie- und Entwicklungsländern, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, internationalen Organisationen und Forschung (Stand: September 2022). Deutschland ist größter Unterstützer dieser zentralen Initiative.

Die verschiedenen Programme innerhalb der Partnerschaft unterstützen im Voraus vereinbarte Ansätze, zum Beispiel Klimarisikoversicherungen, die das finanzielle Risiko von Klimaauswirkungen und Katastrophen abdecken. Durch schnelle Hilfe und Wiederaufbau werden die Lebensgrundlagen armer und vulnerabler Menschen vor klimabedingten Folgen geschützt. Gleichzeitig unterstützt die Partnerschaft die Umsetzung von umfassenden Strategien zu Klima- und Katastrophenrisiken auf nationaler und lokaler Ebene in armen und verwundbaren Ländern.

Mit der Vision 2025 (Externer Link)hat sich die Partnerschaft ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 500 Millionen der ärmsten und verwundbarsten Menschen sollen bis 2025 abgesichert werden.

Im Rahmen der InsuResilience Global Partnership laufen derzeit 24 Programme mit mehr als 300 Projekten in über 100 Ländern. 2021 konnten somit bereits 150 Millionen Menschen finanziell gegen Klimarisiken abgesichert werden. Auf diesen Erfahrungen, den existierenden Strukturen und der engen Partnerschaft mit den V20 baut der Globale Schutzschirm gegen Klimarisiken auf. Der Schutzschirm soll die bestehenden Aktivitäten bündeln und einfacher zugänglich machen und zusätzliche Finanzierung mobilisieren. Die Absicherung gegen Klimarisiken soll so im Vergleich zu den bisherigen Instrumenten systematischer, besser abgestimmt und dauerhafter werden. Anspruch ist es, noch mehr arme und verletzliche Menschen und Länder besser gegen Klimarisiken abzusichern und Schritt für Schritt ihre Schutzlücke dauerhaft zu schließen.

Weitere Informationen zur Partnerschaft (auf Englisch):

Deutsches Engagement Erfolge des BMZ im Bereich Klimarisikoversicherungen

Cover Insuresilience Global Partnership

InsuResilience Global Partnership

Die globale Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen gegen Klima- und Katastrophenrisiken

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2021 | Dateigröße 338 KB, Seiten 2 Seiten

Über die InsuResilience Global Partnership werden unter anderem nationale und subnationale Regierungen dabei unterstützt, umfassende Strategien zum Klima- und Katastrophenrisikomanagement zu entwickeln, damit sie besser gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels gewappnet sind.

Bereits bestehende Programme, wie die African Risk Capacity (ARC), werden weiterhin von Deutschland unterstützt. Die ARC-Dürreversicherung hat bis Mitte 2020 61 Millionen US-Dollar an die Regierungen von Mauretanien, Senegal, Malawi, Niger und Côte d‘Ivoire sowie humanitäre Akteure wie das Start Network ausgezahlt, wodurch mehr als 3,2 Millionen Menschen in akuten Dürrekatastrophen geholfen werden konnte.

Versicherungslösungen

 Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility

Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF) Interner Link

Die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF) für karibische Staaten war der erste regionale Versicherungspool dieser Art, als er 2007 gegründet wurde. 2015 wurde die Versicherung auf die Staaten Mittelamerikas ausgeweitet. Mittlerweile sind die zentralamerikanischen Länder Guatemala, Panama und Nicaragua beigetreten.

Logo: Global Risk Financing Facility

Die Global Risk Financing Facility (GRiF) Interner Link

Im Oktober 2018 hat Deutschland gemeinsam mit Großbritannien und der Weltbank ein neues Implementierungsprogramm zur Ausweitung und Weiterentwicklung von Klimarisikoversicherungen für vulnerable Länder gegründet, die Global Risk Financing Facility (GRiF).

Logo: Global Index Insurance Facility

Global Index Insurance Facility (GIIF) Interner Link

Die Global Index Insurance Facility (GIIF) ist ein spezielles Programm der Weltbankgruppe und wird als Teil der Global Practice Finance, Competitiveness & Innovation verwaltet. Dieses Vorhaben wird im Rahmen der InsuResilience Global Partnerschaft umgesetzt, zu deren Mitgliedern alle Geber der GIIF zählen.

Logo: InsuResilience Solutions Fund

InsuResilience Solutions Fund (ISF) Interner Link

Ein weiteres wichtiges Umsetzungsprogramm der InsuResilience Global Partnership ist der InsuResilience Solutions Fund (ISF). Dieser unterstützt die Entwicklung innovativer Klimarisikoversicherungsprodukte in Entwicklungs- und Schwellenländern, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Logo: InsuResilience Investment Fund

InsuResilience Investment Fund (IIF) Interner Link

Der Investitionsfonds InsuResilience (IIF) ist eine Initiative der KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der IIF zielt darauf ab, den Zugang zu und die Nutzung von Versicherungen in Entwicklungsländern zu verbessern, um die Anfälligkeit von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU), Kleinbäuerinnen und -bauern sowie einkommensschwachen Haushalten gegenüber extremen Wetterereignissen zu verringern und folglich ihre Anpassung an den Klimawandel zu verbessern.

Vom Erdbeben zerstörtes Haus in Haiti

Natural Disaster Fund (NDF) Interner Link

Der Natural Disaster Fund (NDF) bietet Entwicklungsländern angepasste Lösungen an, die auf wissenschaftlichen Wettermodellen, versicherungsmathematischen Methoden und Risikotransferinstrumenten aufbauen.

Zusammenarbeit konkret

Dorf in der Somali-Region in Äthiopien, in dem sich wegen der anhaltenden Dürre Nomaden angesiedelt haben

Afrika: Absicherung gegen Ernteausfälle Policen gegen Dürrefolgen – ARC und ARC Replica Interner Link

Die African Risk Capacity (ARC) und ARC Replica unterstützen afrikanische Staaten dabei, sich besser auf Dürren vorzubereiten und sichern diese gegen finanzielle Schäden nach Dürren ab. So kann schnell und effektiv geholfen werden.

Ein junges Mädchen auf einer Behelfsbrücke nach einer Überflutung in der Provinz Sindh in Pakistan

Pakistan: Lokale Mikroversicherungen Unterstützung von lokalen Institutionen durch den InsuResilience Investment Fund Interner Link

Pakistan leidet regelmäßig unter extremen Wettereignissen mit negativen Folgen für die Bevölkerung, besonders im landwirtschaftlichen Bereich. Mit Unterstützung des InsuResilience Investment Funds (IIF) bietet eine lokale pakistanische Stiftung Bäuerinnen und Bauern nun die Möglichkeit, zum Erwerb von Vieh aufgenommene Mikrokredite mit einer Klimarisikoversicherung zu koppeln.

Starke Regenfälle in Indien

Indien: InsuResilience Solutions Fund Versicherung gegen Naturkatastrophen für den indischen Bundesstaat Nagaland Interner Link

Wetterextreme wie Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen schwere Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum. Allein 2017 waren 30 Prozent der Bevölkerung Nagalands hiervon betroffen. Der InsuResilience Solutions Fund fördert die Entwicklung einer Versicherug, die im Katastrophenfall die finanziellen Möglichkeiten des Bundesstaates erhöht.

Fachlicher Hintergrund

BMZ-Factsheets

Titelblatt: Ein globaler Klimarisiko-Schutzschirm: Deutschlands G7-Angebot im Einsatz gegen Klimaschäden und -verluste in Entwicklungsländern

Ein globaler Klimarisiko-Schutzschirm

Deutschlands G7-Angebot im Einsatz gegen Klimaschäden und -verluste in Entwicklungsländern

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2022 | Dateigröße 843 KB, Seiten 6 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Cover Insuresilience Global Partnership

InsuResilience Global Partnership

Die globale Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen gegen Klima- und Katastrophenrisiken

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2021 | Dateigröße 338 KB, Seiten 2 Seiten

Stand: 20.09.2022