Fußgängerbrücke in Hanoi, Vietnam

Vietnam Sozialismus mit Marktwirtschaft vereinbaren

Das Ziel ist ehrgeizig: Vietnam will den Status eines Industrielandes erreichen. Durch eine schrittweise Erneuerungspolitik ("Doi Moi") hat die sozialistische Republik in den vergangenen 35 Jahren bereits bemerkenswerte wirtschaftliche Erfolge erzielt. Die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement und internationale Investoren haben sich verbessert, die Exportwirtschaft hat sich gut entwickelt. Mit einem Bruttonationaleinkommen von 2.400 US-Dollar pro Kopf (2018) zählt Vietnam zu den sogenannten "Ländern mit mittlerem Einkommen" (middle income countries).

Der wirtschaftliche Fortschritt hat zu einem beeindruckenden Rückgang der Armut beigetragen: Lebten 1996 noch 53 Prozent der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze, waren es 2016 nur noch 9,8 Prozent. Doch vor allem die ländliche Bevölkerung kann noch nicht ausreichend vom ökonomischen Aufschwung profitieren. Besonders betroffen sind ethnische Minderheiten.

Damit das Land seinen Erfolgskurs fortsetzen kann, müssen noch einige Strukturprobleme gelöst werden. So kommt zum Beispiel die geplante Privatisierung von ausgewählten Staatsbetrieben nur langsam voran, und es herrscht ein enormer Mangel an qualifizierten Fachkräften. Das Wirtschaftswachstum Vietnams geht außerdem stark auf Kosten der Umwelt.
Die dicht besiedelten Deltaregionen entlang der Küste Vietnams sind in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen. Der klimawandelbedingte Anstieg des Meeresspiegels und die wahrscheinliche Zunahme extremer Wetterereignisse könnten gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung des Landes haben. Dazu kommt das Absinken von Land aufgrund übermäßiger Grundwasserentnahme. Darum räumt die vietnamesische Regierung Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel inzwischen einen hohen politischen Stellenwert ein.

Entwicklungszusammenarbeit

Nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam 1976 pflegte die DDR enge Kontakte zur neu gegründeten Sozialistischen Republik Vietnam. Mit der deutschen Wiedervereinigung nahm die Bundesrepublik 1990 die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit wieder auf. 2011 vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige vietnamesische Premierminister Nguyen Tan Dung in der sogenannten „Hanoier Erklärung" eine neue strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Hanoi, Vietnam

Kommunistische Partei kontrolliert Staat und Gesellschaft Interner Link

Vietnam ist eine sozialistische Republik, in der die Kommunistische Partei als Einheitspartei die Führung von Staat und Gesellschaft beansprucht. Eine organisierte Opposition gibt es ebenso wenig wie eine rechtsstaatliche Gewaltenteilung.

Ein Imbiss in Hanoi, Vietnam

Wirtschaftswachstum bringt große Erfolge und große Herausforderungen mit sich Interner Link

Die vietnamesische Volkswirtschaft verzeichnet seit Mitte der 1980er Jahre ein stabiles Wirtschaftswachstum, dazu kommen in den vergangenen Jahren Erfolge bei der Inflationsbekämpfung.

Einkaufsstraße in Hanoi bei Nacht

Dynamische Wirtschaftsentwicklung Interner Link

Das vietnamesische Wirtschaftswachstum lag in den vergangenen Jahren stetig über sechs Prozent. Das ehrgeizige Ziel der Regierung lautet, Vietnam bis 2020 zu einem Industrieland zu machen. Dazu muss sie privatwirtschaftliches Engagement noch stärker fördern, die staatlichen Institutionen modernisieren und noch mehr Mittel in den Bildungssektor investieren.

Mangrovenwald in Vietnam

Ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen Interner Link

Vietnam hat jahrzehntelang unter Krieg und Zerstörung gelitten. Entwaldung, Bodenvergiftung sowie die Verringerung der Artenvielfalt sind bis heute als Folgen davon deutlich erkennbar.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Vietnam

Vietnam gehört zu den wichtigsten entwicklungspolitischen Partnern Deutschlands. Die folgenden drei Schwerpunkte wurden für die Zusammenarbeit vereinbart:

  • Berufliche Bildung
  • Umwelt- und Ressourcenschutz
  • Energie

Zur Umsetzung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit machte Deutschland zuletzt 2017 eine Zusage in Höhe von bis zu 161,45 Millionen Euro. Davon entfallen 28,20 Millionen Euro auf die technische (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die restliche Summe auf die finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der Großteil der Mittel wird in Form zinsvergünstigter Darlehen zur Verfügung gestellt.

 Lehrlinge in der Schweißwerkstatt in einer Berufsschule in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), Vietnam

Qualifizierte Fachkräfte für eine zukunftsfähige und nachhaltige Wirtschaft Interner Link

Um das Wirtschaftswachstum nachhaltig und sozial ausgewogen zu gestalten und in regionalen und internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu sein, benötigt Vietnam dringend qualifizierte Fachkräft

Ein Bauer mit Mangrovensamen und Setzlingen

Wald- und Küstenschutz verstärken Interner Link

Vietnam wird den Auswirkungen des Klimawandels vermutlich besonders stark ausgesetzt sein. Die Regierung hat daher verschiedene Programme und Aktionspläne entwickelt, um den Folgen der globalen Erwärmung wirksam zu begegnen.

Wartungsarbeiten an einer Hochspannungsleitung in Vietnam

Nachhaltigere Stromgewinnung und Energieeffizienz Interner Link

Vietnams wachsende Wirtschaft lässt die Nachfrage nach Strom kräftig steigen. Die vietnamesische Regierung geht davon aus, dass der Stromverbrauch in den nächsten Jahren um mehr als zehn Prozent jährlich wachsen wird.

Eine lachende Frau mit Hut in Vietnam

Eine lachende Frau in Vietnam

Eine lachende Frau in Vietnam